Stadtteil Köln-Mülheim

Stadtteil 901 im Kölner Stadtbezirk 9 Mülheim, „Müllem“

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Blick in die Köln-Mülheimer Keupstraße während der Großkundgebung "Birlikte – Zusammenstehen" 2016.

    Blick in die Köln-Mülheimer Keupstraße während der Großkundgebung "Birlikte – Zusammenstehen" 2016.

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  • Hinweisschild am jüdischen Friedhof am Springborn in Köln-Mülheim (2013)

    Hinweisschild am jüdischen Friedhof am Springborn in Köln-Mülheim (2013)

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  • Historisches Foto von um 1888: Die 1888 eröffnete Mülheimer Schiffbrücke zwischen den Kölner Stadtteilen Riehl und Mülheim, ein Vorgänger der heutigen Mülheimer Brücke.

    Historisches Foto von um 1888: Die 1888 eröffnete Mülheimer Schiffbrücke zwischen den Kölner Stadtteilen Riehl und Mülheim, ein Vorgänger der heutigen Mülheimer Brücke.

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  • Die Rheinpromenade und die Clemenskirche in Köln-Mülheim (2012)

    Die Rheinpromenade und die Clemenskirche in Köln-Mülheim (2012)

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  • Die Bühne der Großkundgebung "Birlikte – Zusammenstehen" gegen Rassismus und rechtsextremistische Gesinnung am 5. Mai 2016 in Köln-Mülheim.

    Die Bühne der Großkundgebung "Birlikte – Zusammenstehen" gegen Rassismus und rechtsextremistische Gesinnung am 5. Mai 2016 in Köln-Mülheim.

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Der bevölkerungsreichste Kölner Stadtteil 901 Mülheim gehört zum Stadtbezirk 9 Mülheim. In Mülheim leben heute etwa 43.000 Menschen auf einer Fläche von 7,07 Quadratkilometern (Stand 31. Dez. 2016 nach de.wikipedia.org und stadt-koeln.de).

Die Anfänge des nach den zahlreichen Mühlen an der Strunde benannten Ortes gehen bis ins 9. Jahrhundert zurück. Erstmals sicher bezeugt ist der Ort ab dem 11. Jahrhundert als Mulenheym (Wilhelm 2008 nennt das Jahr 1098, Groten u.a. 2006 das Jahr 1151). Spätere Benennungen sind Mulinheim oder Molenheym.
Seit dem Mittelalter gehörte Mülheim zur Grafschaft (später Herzogtum) Berg und wurde bevorzugt behandelt, da es zu einem Vorposten gegen Köln ausgebaut und ausgestattet werden sollte – u.a. durch einen Gerichtshof (1250), einen Landzoll (13. Jahrhundert), eine Münzstätte (1425) und bereits ab 1255 städtischen Befestigungen, die aber von Köln nicht geduldet und immer wieder zerstört wurden. Von Graf Adolf VI. von Berg erhielt man 1322 städtische Freiheitsrechte (ebd. u. Holdt 2006).

Der immer wieder durch Hochwasser und Eisgang des Rheins zerstörte Ort wuchs dann im 19. Jahrhundert rasant. Sind es um 1850 noch 6.000 Einwohner, beläuft sich deren Zahl gegen Ende des Jahrhunderts auf rund 45.000. Obgleich Mülheim bereits zum 9. August 1856 die Rheinische Städteordnung verliehen wurde, erfolgte die Anerkennung als Stadt erst im Jahr 1901. Gegen den Widerstand der Bevölkerung erfolgte auf Intervention des Regierungspräsidenten zum 1. April 1914 die Eingemeindung der Stadt Mülheim am Rhein nach Köln. Hierbei war der Bau einer festen Rheinbrücke zugesagt worden, die aber 1927/28 begonnen wurde.
Seit Ende des 19. Jahrhunderts bis weit nach dem Zweiten Weltkrieg war Mülheim ein bedeutender Industriestandort. Überregional bekannt ist die alljährlich an Fronleichnam stattfindende weltweit größte Schiffsprozession „Mülheimer Gottestracht“.

Die auch „Klein-Istanbul“ genannte Keupstraße ist als Zentrum des türkischen und kurdischen Geschäftslebens über Köln hinaus bekannt. Am 9. Juni 2004 wurde die Keupstraße durch einen Nagelbomben-Anschlag der rechtsterroristischen Gruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) erschüttert, bei dem 22 Menschen teils schwer verletzt wurden. Seit 2014 erinnert die Großkundgebung „Birlikte – Zusammenstehen“ an den Anschlag und setzt künstlerische und musikalische Zeichen gegen Rassismus und rechtsextremistische Gesinnung.

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2017)

Internet
www.stadt-koeln.de: Mülheim (abgerufen 02.10.2017)
www.stadt-koeln.de: Kölner Stadtteile in Zahlen (PDF-Datei, abgerufen 02.10.2017)
de.wikipedia.org: Mülheim (Köln) (abgerufen 02.10.2017)

Literatur

Groten, Manfred; Johanek, Peter; Reininghaus, Wilfried; Wensky, Margret / Landschaftsverband Rheinland; Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.) (2006)
Handbuch der Historischen Stätten Nordrhein-Westfalen. HbHistSt NRW, Kröners Taschenausgabe, Band 273, 3. völlig neu bearbeitete Auflage. S. 605-607, Stuttgart.
Holdt, Ulrike (2008)
Die Entwicklung des Territoriums Berg. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, V.16.) Bonn.
Wilhelm, Jürgen (Hrsg.) (2008)
Das große Köln-Lexikon (2. Auflage). S. 320-321, Köln.

Stadtteil Köln-Mülheim

Schlagwörter
Ort
51063 Köln - Mülheim
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:25.000 (kleiner als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn vor 972
Koordinate WGS84
50° 57′ 56,97″ N, 7° 00′ 32,98″ O / 50.96583°, 7.00916°
Koordinate UTM
32U 360206.91 5647911.45
Koordinate Gauss/Krüger
2570935.57 5648329.94

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„Stadtteil Köln-Mülheim”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-272381 (Abgerufen: 19. August 2018)
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