Mülheimer Brücke Köln

Rheinbrücke Bundesstraße B 51

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Historisches Foto von um 1888: Die 1888 eröffnete Mülheimer Schiffbrücke zwischen den Kölner Stadtteilen Riehl und Mülheim, ein Vorgänger der heutigen Mülheimer Brücke.

    Historisches Foto von um 1888: Die 1888 eröffnete Mülheimer Schiffbrücke zwischen den Kölner Stadtteilen Riehl und Mülheim, ein Vorgänger der heutigen Mülheimer Brücke.

    Copyright-Hinweis:
    gemeinfrei
    Fotograf/Urheber:
    unbekannt, Scan: HOWI
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Die um die Pfeiler herumgeführten Fußgänger- und Radwege an der Mülheimer Brücke in Köln (2006)

    Die um die Pfeiler herumgeführten Fußgänger- und Radwege an der Mülheimer Brücke in Köln (2006)

    Copyright-Hinweis:
    Franke, Gerd / Creative Commons
    Fotograf/Urheber:
    Gerd Franke
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Ausschnitt aus der Preußischen Kartenaufnahme 1:25.000 (Neuaufnahme 1891-1912, Blatt 5007 Köln von 1902). Darin zu erkennen sind die Bereiche der Flora, des Zoologischen Gartens und der Chemischen Fabrik Riehl sowie das Oval der Riehler Radrennbahn ("Sport-Pl."). Ganz rechts der linksrheinische Teil der 1888 in Betrieb genommenen Mülheimer Schiffbrücke.

    Ausschnitt aus der Preußischen Kartenaufnahme 1:25.000 (Neuaufnahme 1891-1912, Blatt 5007 Köln von 1902). Darin zu erkennen sind die Bereiche der Flora, des Zoologischen Gartens und der Chemischen Fabrik Riehl sowie das Oval der Riehler Radrennbahn ("Sport-Pl."). Ganz rechts der linksrheinische Teil der 1888 in Betrieb genommenen Mülheimer Schiffbrücke.

    Copyright-Hinweis:
    GeoBasis NRW
    Fotograf/Urheber:
    GeoBasis NRW
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Der Mülheimer Hafen in Köln (2013)

    Der Mülheimer Hafen in Köln (2013)

    Copyright-Hinweis:
    Flinspach, Karlheinz / LVR-Abteilung Landschaftliche Kulturpflege
    Fotograf/Urheber:
    Flinspach, Karlheinz
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Fahrt über die Mülheimer Rheinbrücke in Richtung Riehl (2015).

    Fahrt über die Mülheimer Rheinbrücke in Richtung Riehl (2015).

    Copyright-Hinweis:
    Knöchel, Franz-Josef / CC-BY-NC-SA 3.0
    Fotograf/Urheber:
    Franz-Josef Knöchel
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Fahrt über die Mülheimer Rheinbrücke in Richtung Riehl (2015).

    Fahrt über die Mülheimer Rheinbrücke in Richtung Riehl (2015).

    Copyright-Hinweis:
    Knöchel, Franz-Josef / CC-BY-NC-SA 3.0
    Fotograf/Urheber:
    Franz-Josef Knöchel
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Der Rhein bei Köln mit der Bastei, dem Colonia-Haus ("AXA-Hochhaus"), Zoobrücke und Mülheimer Brücke (2000).

    Der Rhein bei Köln mit der Bastei, dem Colonia-Haus ("AXA-Hochhaus"), Zoobrücke und Mülheimer Brücke (2000).

    Copyright-Hinweis:
    Franke, Gerd / Creative Commons
    Fotograf/Urheber:
    Gerd Franke
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
Die zwischen den Kölner Stadtteilen Riehl (linksrheinisch) und Mülheim (rechtsrheinisch) über den Rhein führende Mülheimer Brücke hat eine Gesamtlänge von 682,8 Meter. Die Hängebrücke wurde als Nachfolgerin von zwei Vorgängerbauten im Jahr 1951 eröffnet.

Vorgängerbauten
Die gebraucht aus Mainz angekaufte Mülheimer Schiffbrücke ersetzte seit ihrer Eröffnung am 29.05.1888 als erste feste Brücke die bisherigen Fährverbindungen an dieser Stelle. Die 12 Meter breite Grundkonstruktion war aus Holz gefertigt, auf sie wurden zur Querung des Flusses rund 40 im Rhein verankerte Pontons aufgelegt. Wie auch die bereits 1822 eingeweihte Deutzer Schiffsbrücke, fiel die Mülheimer Schiffbrücke häufig bei Eisgang oder Hochwasser aus – im Dezember 1926 wurde sie durch hohen Eisgang sogar vollständig abgetrieben. Den Anforderungen, die die steigenden Transport- und Verkehrskapazitäten des 20. Jahrhunderts an sie stellten, wurde die zunehmende altersschwache Schiffbrücke nicht mehr gerecht, so dass sie am 20. Juni 1927 geschlossen und anschließend abgebaut wurde.

Am 19. Mai 1927 begann man mit dem Bau einer neuen Hängebrücke, die auch von der Straßenbahn benutzt werden konnte und als „unechte“ Hängebrücke ausgeführt wurde („unecht“, da neben den Tragseilen auch die versteiften Fahrbahnträger Kräfte aufnehmen). Zum Neubau einer Brücke hatte sich die Stadt Köln bereits im Zuge der Eingemeindung Mülheims zum 1. April 1914 verpflichtet, der Erste Weltkrieg und die Inflationszeit zögerten den Beginn jedoch heraus – ebenso der „Kölner Brückenstreit“ um die politisch aufgeladene Grundsatzfrage Bogen- oder Hängebrücke.
Am 13. Oktober 1929 wurde die Brücke vom damaligen Oberbürgermeister der Stadt Köln Konrad Adenauer (1876-1967, 1917 bis 1933 und 1945 Oberbürgermeister, 1949-1963 erster Bundeskanzler) eingeweiht. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Mülheimer Brücke am 14. Oktober 1944 durch einen Luftangriff zerstört, dabei wurden auch die auf den Strompfeilern stehenden Pylone (Tragepfeiler) umgeknickt.

Baugeschichte und Konstruktion
Der Nachkriegs-Neubau der Mülheimer Brücke wurde am 13. Oktober 1949 begonnen. Der Entwurf geht auf den Kölner Architekten Wilhelm Riphahn (1889-1963, auch Riphan) zurück, der bei der Planung vom auch an anderen Kölner Brücken beteiligten Brückenbau-Ingenieur Fritz Leonhardt (1909-1999) unterstützt wurde.
Die Strompfeiler der Vorgängerbrücke konnten für das 12,2 Millionen DM teure neue Bauwerk genutzt werden. Dieses wurde nunmehr mit einer Gesamtlänge von 682,8 Meter und einer Breite von 27,2 Meter als „echte“ Hängebrücke ausgeführt. Anders als beim „unechten“ Vorgängerbau nahmen nun die erdverankerten Trageseile die Kräfte vollständig auf. Als Brückenträger fungiert dabei erstmals in Deutschland eine „orthotrope“ Fahrbahnplatte, d.h. eine Baustahlplatte, die durch auf ihre Unterseite aufgeschweißte Stahlprofile in Längs- und Querrichtung versteift ist. Mit unter 6.000 Tonnen Gewicht konnte der Neubau dabei auch deutlich leichter als das etwa 15.000 Tonnen schwere Vorgängerbauwerk ausgeführt werden.
Die Mülheimer Brücke ist die erste von vier weiteren (von insgesamt acht) Kölner Rheinbrücken, die in „Kölner Brückengrün“ gestrichen wurde – eine als besonders lichtbeständig und wetterfest geltende Farbe (eigentlich Chromoxidgrün).
„Im Unterschied zur Vorgängerbrücke stehen die Pylone neben dem Fahrbahnträger, wobei der Gehweg um die Pylone herumgeführt ist.“ (de.wikipedia.org, Mülheimer Brücke)
Die Einweihung erfolgte am 8. September 1951 in erneuter Anwesenheit Konrad Adenauers, der dieses Mal jedoch als Kanzler der Bundesrepublik zugegen war.

Aktuelle Situation, Baudenkmal und Kulturlandschaftsbereich
Ein größerer Umbau der Brücke erfolgte zuletzt 1976-1977, als der Gleiskörper der Stadtbahn als separate Fahrbahn mittig erweitert wurde.
„Die Mülheimer Brücke ist (Stand Januar 2013) erheblich sanierungsbedürftig. Aufgrund der angespannten Haushaltslage der Stadt Köln soll die Generalsanierung aufgeschoben werden. Durch die Sperrung der Autobahnbrücke bei Leverkusen für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen Gesamtgewicht Ende November 2012 benutzen viele Schwerlastfahrzeuge die Mülheimer Brücke, so dass sie ab dem 14. Januar 2013 für Fahrzeuge über 30 Tonnen gesperrt wird und für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h gilt.“ (de.wikipedia.org, Mülheimer Brücke).

Die Köln-Mülheimer Brücke ist eingetragenes Baudenkmal (LVR-ADR, Objekt-Nr. 62635) und wertgebendes Merkmal des Kulturlandschaftsbereichs „Mülheimer Brücke“ (Regionalplan Köln 347).

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2014)

Internet
www.stadt-koeln.de: Die Geschichte der Kölner Rheinbrücken (abgerufen 24.03.2014)
www.bilderbuch-koeln.de: Vollendung der Mülheimer Brücke 1951 (abgerufen 24.03.2014)
fritz.koeln-muelheim.net: Fritz Zöllers Internetseite, Bilder vom Bau der Mülheimer Brücke (abgerufen 24.03.2014)
de.wikipedia.org: Mülheimer Brücke (abgerufen 27.03.2014)
de.wikipedia.org: Mülheimer Schiffbrücke (abgerufen 27.03.2014)

Literatur

Diedrich, Wolfgang (Red.) / Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.) (1996)
Brücken über den Rhein (2. überarbeitete Auflage). (Diesmal 1993, Sondernummer 1.) Pulheim-Brauweiler.
Groten, Manfred; Johanek, Peter; Reininghaus, Wilfried; Wensky, Margret / Landschaftsverband Rheinland; Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.) (2006)
Handbuch der Historischen Stätten Nordrhein-Westfalen. HbHistSt NRW, Kröners Taschenausgabe, Band 273, 3. völlig neu bearbeitete Auflage. S. 607, Stuttgart.
Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.) (1991)
Rheinbrücken. In: Im Blickpunkt 2/18, Köln.

Mülheimer Brücke Köln

Schlagwörter
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Archivauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1949 bis 1951
Koordinate WGS84
50° 57′ 51,79″ N, 6° 59′ 42,46″ O / 50.96439°, 6.99513°
Koordinate UTM
32U 359217.19 5647778.08
Koordinate Gauss/Krüger
2569951.88 5648156.38

Empfohlene Zitierweise

Urheberrechtlicher Hinweis
Der hier präsentierte Inhalt ist urheberrechtlich geschützt. Die angezeigten Medien unterliegen möglicherweise zusätzlichen urheberrechtlichen Bedingungen, die an diesen ausgewiesen sind.
Empfohlene Zitierweise
„Mülheimer Brücke Köln”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-89014-20140324-7 (Abgerufen: 29. Mai 2017)
Seitenanfang