Stadtteil Essen-Kettwig

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Essen (Nordrhein-Westfalen), Heiligenhaus, Mülheim an der Ruhr, Ratingen
Kreis(e): Essen (Nordrhein-Westfalen), Mettmann, Mülheim an der Ruhr
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Denkmal für Kaiser Wilhelm I. (Baudenkmal Nummer 798) an der Hauptstraße in Essen Kettwig

    Denkmal für Kaiser Wilhelm I. (Baudenkmal Nummer 798) an der Hauptstraße in Essen Kettwig

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  • Seitenflügel des Bahnhofs Kettwig (2008)

    Seitenflügel des Bahnhofs Kettwig (2008)

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  • Ansicht des Turbinenhauses Scheidt (2004) in Kettwig (Essen)

    Ansicht des Turbinenhauses Scheidt (2004) in Kettwig (Essen)

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  • Altstadt von Essen Kettwig

    Altstadt von Essen Kettwig

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Die erste urkundliche Erwähnung Kettwigs erfolgte 1199 mit der Nennung der Vorgängerin der (heute evangelischen) Kirche am Markt, die dem heiligen Petrus geweihte Pfarrkirche. Sie war dem Werdener Abt zinspflichtig.
Der nördlich der Ruhr gelegene Teil der Gemeinde Kettwig gehörte bis zu deren Auflösung 1802 zur Reichsabtei Werden. Kettwig vor der Brücke – der südlich der Ruhr gelegene Bereich mit Laupendahl, Breitscheid (heute Stadt Ratingen), Mintard und Selbeck (beide heute im Stadtteil Saarn von Mülheim an der Ruhr) – gehörte bis 1806 zum Amt Angermund (um 1500 als eigenständiges Amt Landsberg) im Herzogtum Berg (Holdt 2008, S. 21).
Nach der Aufhebung des Werdener Stifts durch die Säkularisation 1802/03 und einer kurzen Phase der Zugehörigkeit zum napoleonischen Großherzogtum Berg (1808-1815) wurde Kettwig 1815/16 endgültig preußisch. 1857 erfolgte die Verleihung der Rheinischen Städteordnung. Als eigenständige Stadt gehörte Kettwig zunächst zum Kreis Duisburg, danach zum Landkreis Essen. Nach dessen Auflösung 1929 wurde die Stadt Kettwig dem Landkreis Düsseldorf-Mettmann zugegliedert und gehörte diesem bis zum 1. Januar 1975 an, als die von massivem Widerstand begleitete Eingemeindung nach Essen erfolgte (der Stadtteil Mintard fiel dabei an Mülheim an der Ruhr).

Heute gehört Kettwig als Stadtteil 49 zum Stadtbezirk IX der kreisfreien Stadt Essen im Regierungsbezirk Düsseldorf (Löffler 1982 und Handbuch der Historischen Stätten NRW 2006, S. 347-348).

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2010)

Kettwig und seine Bedeutung für das Pilgerwesen
Kettwig erlangte durch den Flussübergang der vom Hellweg in Essen nach Süden abzweigenden Handelsstraße seine verkehrsstrategische Bedeutung. Die Ruhr bildete hier die Grenze zwischen den beiden Grundherrschaften Werden und Berg, Kettwig selbst gehörte zu Werden. 1282 ist eine Ruhrbrücke belegt, deren Bedeutung sich daran ermessen lässt, dass zu ihrem Schutz die Grafen von Berg in den Jahren 1279-82 die Burg Landsberg, einen späteren Wohnsitz der Industriellenfamilie Thyssen, errichteten. 1635 ließ Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm die Brücke abreißen, um seine Hauptstadt Düsseldorf vor Übergriffen im Achtzigjährigen Krieg zu schützen. 1609 nahm die Bevölkerung das evangelische Bekenntnis an, trat im Unterschied zu Werden jedoch nicht zur lutherischen, sondern zur reformierten Konfession über. Die Marktkirche St. Peter wurde evangelisch. In den Jahren 1829/30 entstand eine neue katholische Kirche als klassizistischer Saalbau nach dem Entwurf von Otto von Gloeden. 1681 gründete die Tuchmacherfamilie Scheidt eine Manufaktur. Auffallend im Stadtbild sind die klassizistische Villa und das Webereigebäude.

(Jan Spiegelberg, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e. V. / LVR-Fachbereich Regionale Kulturarbeit, Abteilung Landschaftliche Kulturpflege, 2016)

Internet
www.essen.de (abgerufen 17.06.2010)

Literatur

Groten, Manfred; Johanek, Peter; Reininghaus, Wilfried; Wensky, Margret / Landschaftsverband Rheinland; Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.) (2006)
Handbuch der Historischen Stätten Nordrhein-Westfalen. HbHistSt NRW, Kröners Taschenausgabe, Band 273, 3. völlig neu bearbeitete Auflage. S. 347-348, Stuttgart.
Holdt, Ulrike (2008)
Die Entwicklung des Territoriums Berg. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, V.16.) S. 21, Bonn.
Landschaftsverband Rheinland; Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.) (2010)
Jakobswege. Wege der Jakobspilger in Rheinland und Westfalen, Band 9: In 9 Etappen von Dortmund über Essen und Düsseldorf nach Aachen, mit einer Variante über Mülheim an der Ruhr und Duisburg. S. 92/95, Köln.
Löffler, Günter (1982)
Verwaltungsgliederung 1820-1980. Landkreise und kreisfreie Städte. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, V.2.) Köln.

Stadtteil Essen-Kettwig

Schlagwörter
Ort
45219 Essen - Kettwig
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1199
Koordinate WGS84
51° 21′ 58,42″ N, 6° 56′ 43″ O / 51.36623°, 6.94528°
Koordinate UTM
32U 356965.71 5692555.97
Koordinate Gauss/Krüger
2565875.08 5692814.26

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„Stadtteil Essen-Kettwig”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-FJK-20100511-0010 (Abgerufen: 20. November 2017)
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