Jugendbildungsstätte St. Altfrid, der ehemalige Charlottenhof (2009)
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Heusch-Altenstein, Annette
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Annette Heusch-Altenstein
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Blick auf die heutige Jugendbildungsstätte St. Altfrid, dem ehemaligen Charlottenhof (2009)
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Annette Heusch-Altenstein
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In erhobener Lage über dem Ruhrtal ließ der in der Eisen-, Stahl- und Rüstungsindustrie tätige Unternehmer Friedrich Flick (1883-1972) um 1930 den Charlottenhof errichten. Friedrich Flick überließ die Villa später der NS-Volkswohlfahrt und schließlich der Organisation Todt als Verwaltungsgebäude. Er wurde nach der NS-Zeit in den Nürnberger Prozessen als Kriegsverbrecher verurteilt. Umgesetzt wurde der Bau nach Plänen des Architekten und NSDAP-Politikers Paul Schultze-Naumburg (1869-1949). Dieser war 1932 für die NSDAP in den Reichstag eingezogen, wo er bis 1945 Abgeordneter war. Paul Schultze-Naumburg gilt als aktiver Wegbereiter des Dritten Reiches und über sein schriftstellerisches Werk als führender Protagonist der nationalsozialistischen Kulturideologie.
1967 übernahm das neu gegründete Ruhrbistum das weitgehend zerstörte Anwesen und gründete hier die Jugendbildungsstätte St. Altfrid. Auf den Grundmauern des Schlosses ließ das Bistum 2005 ein „Tagungshaus für die Jugend“ errichten. Zugleich wurde das parkartige Gelände mit seinem alten Baumbestand und den raumbildenden Waldstrukturen durch verschiedenste Freiräume für Gruppen und neue Bezüge zur umgebenden Landschaft ergänzt. Zum Ausruhen und Meditieren laden die 1981 geweihte Hauskirche und der Klanggarten von St. Altfrid ein, für die es an der Pforte eine Erklärung gibt. Das Haus steht auch Einzelpilgern und Gruppen offen.
(Jan Spiegelberg, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e. V. / LVR-Fachbereich Regionale Kulturarbeit, Abteilung Landschaftliche Kulturpflege, 2016 / Ergänzungen von Samuel Dreßen, Digitales Kulturerbe LVR, 2026)
Internet deu.archinform.net: Paul Schultze-Naumburg in der Internationalen Architektur-Datenbank archinform (abgerufen 22.01.2026) deutsche-biographie.de: Friedrich Flick in der Neuen Deutschen Biographie (Text Kim Christian Priemel, 01.03.2024, abgerufen 22.01.2026)
Jakobswege. Wege der Jakobspilger in Rheinland und Westfalen. Band 9: In 9 Etappen von Dortmund über Essen und Düsseldorf nach Aachen, mit einer Variante über Mülheim an der Ruhr und Duisburg. S. 96, Köln.
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