Ortsgemeinde Dörrebach

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Dörrebach
Kreis(e): Bad Kreuznach
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Panorama über die Ortsgemeinde Dörrebach (2016)

    Panorama über die Ortsgemeinde Dörrebach (2016)

    Copyright-Hinweis:
    Schultheiß, Jörn
    Fotograf/Urheber:
    Jörn Schultheiß
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Blick von Norden auf den Ort Dörrebach in Kreis Bad Kreuznach (2016).

    Blick von Norden auf den Ort Dörrebach in Kreis Bad Kreuznach (2016).

    Copyright-Hinweis:
    Schultheiß, Jörn
    Fotograf/Urheber:
    Jörn Schultheiß
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Blick von Osten auf den Ort Dörrebach in Kreis Bad Kreuznach (2016).

    Blick von Osten auf den Ort Dörrebach in Kreis Bad Kreuznach (2016).

    Copyright-Hinweis:
    Schultheiß, Jörn
    Fotograf/Urheber:
    Jörn Schultheiß
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Dörrebach und Seibersbach (2016).

    Dörrebach und Seibersbach (2016).

    Copyright-Hinweis:
    Schultheiß, Jörn
    Fotograf/Urheber:
    Jörn Schultheiß
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Die Türme der beiden Kirchen Dörrebachs sind in der Ortsansicht deutlich erkennbar (2016).

    Die Türme der beiden Kirchen Dörrebachs sind in der Ortsansicht deutlich erkennbar (2016).

    Copyright-Hinweis:
    Schultheiß, Jörn
    Fotograf/Urheber:
    Jörn Schultheiß
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Panoramaansicht der Ortsgemeinde Dörrebach (2016).

    Panoramaansicht der Ortsgemeinde Dörrebach (2016).

    Copyright-Hinweis:
    Schultheiß, Jörn
    Fotograf/Urheber:
    Jörn Schultheiß
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Evangelische Gustav-Adolf-Kirche in Dörrebach, Ansicht von Südosten (2016).

    Evangelische Gustav-Adolf-Kirche in Dörrebach, Ansicht von Südosten (2016).

    Fotograf/Urheber:
    Jörn Schultheiß
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Turm der katholischen Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt Dörrebach, von der ehemaligen Dörrebacher Schule aus gesehen (2016).

    Turm der katholischen Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt Dörrebach, von der ehemaligen Dörrebacher Schule aus gesehen (2016).

    Fotograf/Urheber:
    Jörn Schultheiß
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Stromberger Straße der Ortsgemeinde Dörrebach (2016)

    Stromberger Straße der Ortsgemeinde Dörrebach (2016)

    Copyright-Hinweis:
    Schultheiß, Jörn
    Fotograf/Urheber:
    Jörn Schultheiß
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
Dörrebach liegt im Landkreis Bad Kreuznach und wird der Verbandsgemeinde Stromberg zugerechnet. Die Gemarkungsfläche beträgt 14,14 Quadratkilometer, davon sind 23,7 % Landwirtschaftsfläche, 66,7 % Waldfläche und 7,1 % Siedlungs- und Verkehrsfläche.

Besiedlung und Herrschaft
Bevölkerungs- und Siedlungsentwicklung
Das Wirtschaftsleben
Der Dörrebacher Gemeindewald
Zugehörige Wohnplätze und Gebäude
Das Verhältnis zwischen Dörrebach und Seibersbach
Die Lehnmühle
Das Ortsbild
Kartenquellen / Internet

Besiedlung und Herrschaft
Archäologische Funde deuten auf eine Besiedlung der Gegend seit der Steinzeit hin. Die Hochfläche von Dörrebach und Seibersbach gilt als vergleichsweise fruchtbar, weshalb auch in den folgenden Epochen die Besiedlung andauerte. Um die Zeitenwende eroberten die Römer den Hunsrück. Das heutige Dörrebach lag fortan in der Provinz Germania Superior. Die Römer bauten das bestehende Wegenetz stark aus und legten eine Vielzahl neuer Straßen an. An Dörrebach lief die wichtige Ausoniusstraße entlang, die Mainz mit Trier verband. Außerdem traf eine von Bad Kreuznach kommende Straße in Dörrebach auf die Ausoniusstraße. Eine Vielzahl von Funden deutet auf ein reges römisches Leben in Dörrebach hin. Die Gretingsburg ist vermutlich eine römische Gründung. Reste größerer römischer Gebäude, wie ein Gutshof und das Atzweiler Kloster bei Seibersbach, unterstreichen die relativ bedeutende Stellung des Dorfes. Aufgrund seiner Lage war der Ort wahrscheinlich eine wichtige Raststation römischer Reisender, da er die letzte größere Besiedlung vor der mühsamen Reise durch den Soonwald nach Simmern darstellte.

Ab dem Jahre 406 wurde das Gebiet verstärkt von Burgundern besiedelt und im Jahre 443 endete die römische Herrschaft endgültig. Franken und Alemannen begannen die Region zu erobern. Dörrebach wurde in dieser sehr kriegerischen Zeit wahrscheinlich zerstört, da sich für das Jahr 500 keine Siedlung in der Soonwaldregion nachweisen lässt. Der Wald eroberte das zuvor landwirtschaftlich genutzte Gebiet zurück.
Die Wiederbesiedlung Dörrebachs erfolgte erst während der hochmittelalterlichen Rodungsperiode zwischen den Jahren 900 und 1250. Ab 1390 gehörte Dörrebach den Grafen zu Sponheim. Es war Teil der vorderen Grafschaft Sponheim. Die Grafen ließen als Herrschaftssitz in Dörrebach ein Schloss bauen.

Der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) wirkte sich besonders verheerend auf die Ortschaft aus. Dörrebach wurde durch eine Vielzahl von Kriegsteilnehmern besetzt. Die Heerscharen mussten durch die lokale Bevölkerung versorgt werden. Während des Pfälzischen Erbfolgekrieges (1688-1697) wurde die Region um Dörrebach abermals verwüstet und Städte wie Simmern, Stromberg und Kirchberg vollständig zerstört.
Im Jahre 1702 fielen Dörrebach und Seibersbach an den Grafen Franz Adolf Dietrich von Ingelheim. Der Kaufpreis betrug 63.000 Gulden. Die Verwaltung erfolgte von Schweppenhausen aus, wo ein neues Ingelheimer Amt errichtet wurde.
Es ist unklar, wie lange die Ingelheimer über Dörrebach herrschten. Möglicherweise endete die Herrschaft bereits im Jahre 1795 mit der Eroberung durch die Französische Revolutionsarmee. Mit dem Frieden von Lunéville wurde Dörrebach Frankreich eingegliedert. Es gehörte fortan zum Départment de Rhin et Moselle und dort zum Arrondissement de Simmern. Das Arrondissement de Simmern war in 10 Kantone eingeteilt, wobei Dörrebach im Canton de Stromberg, Mairie Stromberg lag.
Nach Ende der Französischen Herrschaft und nach Beschluss des Wiener Kongresses ging Dörrebach 1815 an das Königreich Preußen über und lag fortan im Kreis Kreuznach des neu gebildeten Großherzogtums Niederrhein und gehörte seit 1830 zur preußischen Rheinprovinz. Seit 1946 gehört Dörrebach zum Bundesland Rheinland-Pfalz und liegt nach wie vor im Kreis Bad Kreuznach und hier in der Verbandsgemeinde Stromberg.

Die Zukunft der Verwaltungszugehörigkeit Dörrebachs ist unklar. Im Zuge der in Rheinland-Pfalz seit 2009 laufenden kommunalen Gebietsänderungen ist der Erhalt der Verbandsgemeinde Stromberg ungewiss. Neben dem Szenario der Vereinigung der gesamten Verbandsgemeinde Stromberg und der Verbandsgemeinde Langenlonsheim steht auch eine Zerschlagung im Raum. Dabei würden Dörrebach, Daxweiler und Seibersbach möglicherweise der Verbandsgemeinde Rheinböllen angeschlossen werden. Dies würde einen Wechsel in den Rhein-Hunsrück-Kreis bedeuten und eine Verwaltungssituation herbeiführen, die der während der Französischen Zeit ähnelt. Die Kreisstadt von Dörrebach wäre dann Simmern.
nach oben

Bevölkerungs- und Siedlungsentwicklung
Dörrebach hatte zwischen 1580 und 1600 144 Einwohner, die in 32 Häusern lebten. Während des dreißigjährigen Krieges sank die Einwohnerzahl durch direkte Kriegsteilnahme, Plünderungen, Hunger und eingeschleppte Seuchen stark ab. Im Jahre 1815 lebten 598 Menschen in Dörrebach, die Bevölkerung wuchs anschließend auf 792 Einwohner im Jahre 1835. In den folgenden hundert Jahren sank sie auf 575 Menschen und stieg bis 1970 wieder auf 750 an. Seitdem verringerte sich die Bevölkerung auf 706 im Jahre 2015.
In den letzten zweihundert Jahren zeigt Dörrebach eine deutliche Ausdehnung der Siedlungsfläche. Von kleineren Ortsteilen und Höfen abgesehen, hatte die Siedlungsfläche des Ortes im Jahre 1815 eine Größe von circa fünf Hektar. Bis 1850 wuchs der Ort auf acht Hektar an. Innerhalb der nächsten hundert Jahre wuchs die Siedlungsfläche auf 14 Hektar im Jahre 1952 und auf 32 Hektar im Jahre 2000 an. Vom Ortskern ausgehend konzentrierte sich der Besiedlungszuwachs vor allem auf den Süden sowie den Nordwesten.
Bemerkenswert ist, dass das heutige Straßennetz der Ortslage Dörrebach in seinem Verlauf bereits seit mehr als zweihundert Jahren existiert und seitdem kaum neue Straßen angelegt wurden. Nur die in den 1970er und 1990er Jahren im Süden der Ortschaft angelegten Neubaugebiete erforderten den umfassenden Neubau von Straßen.
nach oben

Das Wirtschaftsleben
Die Dörrebacher Bevölkerung betrieb bis weit ins 20. Jahrhundert Subsistenzwirtschaft, die wesentlichen Wirtschaftszweige waren vor allem Ackerbau, Obstbau, Viehzucht und Waldarbeit. Im östlichen Teil der Gemarkung wurde bis in die 1920er Jahre Weinbau betrieben. Insbesondere seit den 1950er Jahren nahm die Zahl landwirtschaftlicher Betriebe deutlich ab. Die erhaltenen Betriebe erweiterten die durch sie bewirtschafteten Flächen dabei stetig. Trotzdem sank die landwirtschaftlich bewirtschaftete Fläche von 322 Hektar im Jahre 1971 auf 164 Hektar im Jahre 2010. Die früher bedeutende Beweidung nahm in den letzten Jahren ebenfalls stark zu. Im Jahre 1974 gab es noch 285 Schweine in Dörrebach, seit 1999 überhaupt keine mehr. Auch die Zahl der Rinder nahm von 337 im Jahre 1960 auf 63 im Jahre 2010 ab.
Heute gibt es im Ort keinen Vollerwerbslandwirt mehr, die Landwirtschaft im Nebenerwerb spielt aber weiterhin eine Rolle. Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe sank von 39 im Jahre 1971 auf acht im Jahre 2010.

Auf Dörrebacher Gemarkung finden sich bedeutende Kalkvorkommen. Abbau und Weiterverarbeitung dieser Vorkommen waren seit jeher ein Wirtschaftsfaktor. Viele Bewohner arbeiteten bis zu Beginn des 21. Jahrhunderts in einem großen kalkverarbeitenden Betrieb im benachbarten Stromberg.
Im Zuge der Industrialisierung entstanden im Soonwald drei bedeutende Eisenhütten, die Gräfenbacherhütte, die Rheinböllerhütte und die Stromberger Neuhütte. Auf Dörrebacher Gemarkung befanden sich einige der Eisenerzgruben, in denen Eisenerz für diese Hütten gewonnen wurde. Außerdem waren diese Hütten, insbesondere während des 19. und des beginnenden 20. Jahrhunderts, wichtige Arbeitgeber für die Dörrebacher Bevölkerung. Viele Bewohner verdingten sich außerdem für diese Hütten als Selbstständige, unter anderem als Köhler, Fuhrunternehmer und Erzgräber.

Die Ortschaft entwickelte sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einer Pendlergemeinde. Heute stehen 239 Auspendlern nur sechs Einpendlern gegenüber. Bedeutende Arbeitgeber befinden sich in Rheinböllen, Simmern, Bingen, Bad Kreuznach, Stromberg und den Regionen Rhein-Main sowie Rheinhessen. Trotzdem haben in Dörrebach auch heute noch einige Kleinunternehmen ihren Sitz.
nach oben

Der Dörrebacher Gemeindewald
Dörrebach besitzt einen circa 236 Hektar großen Gemeindewald. Dieser gehört zum Soonwald, einem der größten Waldgebiete Deutschlands. Der Soonwald wiederum ist in den Bingerwald, den Großen Soon und den Lützelsoon untergliedert, der Dörrebachder Gemeindewald ist dem Großen Soon zuzurechnen. Die Waldbewirtschaftung erfolgt über einen Revierförster durch das Forstamt Soonwald im Entenpfuhl bei Bad Sobernheim. Von Beginn des 19. Jahrhunderts bis ins Jahr 2004 erfolgte die Forstverwaltung des Gemeindewaldes vom Forstamt Neupfalz aus.

Die ursprüngliche Waldvegetation des Dörrebacher Gemeindewades ist der Flattergras-Hainsimsen-Buchenwald. Auf den trockenen Flächen des Soonwaldes, insbesondere den Quarzitrücken, stellt daher die Buche die bestandbildende Baumart. Auf den staunassen Standorten der Quellbereiche und Talsenken fanden sich in früheren Zeiten Weichhölzer. In der beginnenden Neuzeit verlangten insbesondere die stark wachsenden Eisenhütten der Region nach einer sehr großen Menge Holzkohle. Das Bevölkerungswachstum und dadurch stetig zunehmende Waldnebennutzungen, wie beispielsweise die Waldweide und das Streusammeln, setzten dem Wald zu. Die Verjüngungsfähigkeit der Buche genügte den gestiegenen Nutzungsansprüchen nicht mehr. Der Gemeindewald wurde zurückgedrängt und erfuhr eine stete Zustandsverschlechterung. Ende des 18. Jahrhunderts war der Waldzustand so schlecht, dass sich Holznöte häuften. Der Wald hatte den schlechtesten Zustand seiner Geschichte erreicht, die noch vorhandenen Bestände wiesen eine geringe Qualität auf. Dieser Zustand konnte erst mit der Einführung der modernen ökonomisch nachhaltigen Forstwirtschaft beendet werden. Sie erfasste das Gebiet bereits ab dem Jahre 1786, noch vor der Französischen Periode. In dieser Zeit wurde eine neue Forstverwaltung eingerichtet, die, in häufig veränderter Form, im Grunde bis heute fortbesteht.
Die wichtigsten forstlichen Aufbaumaßnahmen beinhalteten zunächst die Rodung des Weichholzes in den vernässten Bruchgebieten des Soonwaldes. Anschließend wurden die Flächen mittels Entwässerungsgräben trockengelegt und dann aufgeforstet. Zusätzlich wurden weitere Bestandslücken geschlossen und die Waldfläche vergrößert. Die Waldfläche des Dörrebacher Gemeindewaldes wuchs in den letzten 200 Jahren insgesamt nur relativ gering. Insbesondere in Richtung des Seibersbachtals sowie an der Pfingstheide im Westen der Gemarkung erfolgten größere Umwandlungen landwirtschaftlich genutzter Flächen in Wald. Zusätzlich wurden insbesondere zwischen 1850 und 1907 einige Waldwiesen in Wald überführt.

Die Aufforstung erfolgte spätestens ab der Französischen Zeit zunehmend mit der standortfremden Fichte, die insbesondere auf den trockengelegten Feuchtstandorten eingebracht wurde. Ihr vergleichsweise gerader und schneller Wuchs, sowie ihre - im Vergleich zur Buche relativ hohe Staunässetoleranz - führten zu einer starken Förderung im 19. Jahrhundert. Der Anteil heimischer Weichhölzer und der der Buche sank mit Dauer der Fichtenförderung ab. Ab der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert ersetzte die Fichte zunehmend auch Buchenbestände trockenerer Standorte. Die Fichtenförderung wurde dabei erst in den 1990er Jahren eingestellt, nachdem die Orkane Vivian (25.2.1990) und Wiebke (28.2.1990) im gesamten Soonwald in einer Vielzahl von Fichtenbeständen zu erheblichen Windbrüchen führten. Da die Fichte überwiegend auf entwässernden Feuchtstandorten vorkam, wurde die aufgrund der Staunässe nur sehr flach wurzelnde Fichte durch die Orkane umgeweht. Seiter wird eine naturnähere Forstwirtschaft verfolgt, die eine stärkere Nutzung von Naturverjüngung und heimischen Baumarten beinhaltet. Die fortschreitende Sukzession sorgte somit auf den Windbruchflächen dafür, dass insbesondere die Birke ihren Anteil am Gesamtbestand stark ausbauen konnte, aber auch die Buche zeigt eine stete Zunahme. Der Fichtenanteil nahm seit den 1990er Jahren bereits ab und wird in Zukunft weiter sinken. Die früher verbreiteten forstlichen Monokulturen werden zunehmend in Mischwald überführt, wobei die heimischen Baumarten bestandbildend werden. Diese Maßnahmen sollen die Bestandsstabilität verbessern.

Der Gemeindewald galt viele Jahre als Rücklage der Gemeinde. Bei Investitionen im 19. Jahrhundert mit der Sanierung des Schlosses und im 20. Jahrhundert mit dem Neubau der Schule genehmigte der Gemeinderat einen Sonderhieb. Mit dem Verkauf des eingeschlagenen Holzes konnten die anfallenden Kosten gedeckt und Kreditaufnahmen vermieden werden. Auch der Bau der Schlossberghalle konnte durch Hiebsmaßnahmen im Gemeindewald finanziert werden. Die Orkane Vivian (25.2.1990) und Wiebke (28.2.1990) führten zu einem Preisverfall des geworfenen Fichtenholzes, da ein starkes Überangebot entstand. Aufgrund der damaligen Preisentwicklung wurde ein bedeutender Teil des geworfenen Fichtenholzes gelagert und in Zeiten steigender Holzpreise verkauft.
nach oben

Zugehörige Wohnplätze und Gebäude
Zu Dörrebach gehören heute die Wohnplätze Forsthaus Opel, Birkenhof (Aussiedlerhof), unterer und oberer Weinbergerhof, Pfingstheide und Waldwinkel (heute Wochenendgebiet).
Außerdem liegen die Ruine Suitbertstein, die Burg Gollenfels sowie die Gretingsburg auf Dörrebacher Gemarkung.
nach oben

Das Verhältnis zwischen Dörrebach und Seibersbach
Die beiden Nachbargemeinden Dörrebach und Seibersbach verbindet seit jeher eine enge Beziehung. Die isolierte Lage beider Ortschaften inmitten einer Rodungsinsel des Soonwaldes führte zu vergleichbaren Entwicklungen beider Gemeinden.
Dörrebach und Seibersbach bildeten seit ihrer Neugründung während der hochmittelalterlichen Rodungsperiode eine Verwaltungseinheit. Erst mit der Angliederung an Frankreich wurden beide Ortschaften erstmals in ihrer Geschichte als unabhängige Gemeinden mit einer eigenen Verwaltung getrennt.
Kirchlich waren die beiden Ortschaften stets miteinander verbunden. In der Neuzeit war in Dörrebach die katholische Pfarrei und in Seibersbach die evangelische Kirchengemeinde jeweils für beide Ortschaften zuständig. Die Pfarrer hielten somit stets in beiden Ortschaften Gottesdienst. Damit sich die Pfarrer beider Konfessionen beim Weg in die Nachbargemeinde nicht über den Weg laufen mussten, nutzte einer stets den Kleinen Weg, der andere den Totenweg.
Zwar waren die heutige katholische Kirche in Dörrebach und die evangelische Kirche in Seibersbach bis Ende des 19. Jahrhunderts Simultankirchen, die Kirchhöfe waren dies nicht. So mussten die katholischen Toten aus Seibersbach auf den Kirchhof von Dörrebach und die evangelischen Toten aus Dörrebach nach Seibersbach bestattet werden.
In den 1960er Jahren wurde die Dörrebacher Schule geschlossen. Seitdem besuchen die Schulkinder beider Gemeinden die Grundschule in Seibersbach.
nach oben

Die Lehnmühle
Die Lehnmühle ist ein Wohnplatz der Gemeinde Schöneberg, sie steht jedoch direkt an der Dörrebacher Gemarkungsgrenze. Aufgrund ihres Standortes ist sie etwa 3,5 km vom Ortskern von Schöneberg entfernt. Die Entfernung nach Dörrebach beträgt etwa 500 m. Dies bedingt, dass die Bewohner der Lehnmühle sich bereits in früheren Zeiten als Dörrebacher verstanden. Aufgrund dessen wurde die Lehnmühle im Jahre 1916 aus Schöneberg aus- und nach Dörrebach eingepfarrt.
Infrastrukturell war die Lehnmühle sehr schlecht an Dörrebach angeschlossen. Nur ein Fußpfad verband sie mit der Ortschaft. Erst seit 1955 existiert eine Straße, die die Lehnmühle direkt mit Dörrebach verbindet.
nach oben

Das Ortsbild
In Dörrebach zeigt das Neubaugebiet eine gute bis sehr gute Bausubstanz (vgl. Blank u. Dongus 2013, S. 13). Dieser Umstand lässt sich allerdings nicht auf den gesamten Ort übertragen. Insbesondere im historischen Ortskern finden sich viele Gebäude, die einer Sanierung bedürfen. Da entsprechende Sanierungskosten jedoch teilweise sehr hoch sind, können sie häufig nicht aufgebracht werden. Folglich kommt es dazu, dass einige Gebäude im Ortskern leer stehen und mit den Jahren verfallen (vgl. Blank u. Dongus 2013, S. 45). Davon sind vor allem ältere Gebäude betroffen.
Viele der älteren Gebäude erhielten in der Vergangenheit einen vollständigen Verputz. Historisches Fachwerk und Bruchsteinmauern sind seither häufig nicht mehr zu erkennen. In den letzten Jahren wurden die historischen Mauerwerke dieser Gebäude im Zuge von Restaurationsarbeiten wieder freigelegt.

(Jörn Schultheiß, Janina Boerder, Johanna Flesch, Alexander Gantner und Mona Ritter, Universität Koblenz-Landau, 2016)
nach oben

Kartenquellen
Landschaft im Wandel (2000):
Blatt 6012 - Stromberg; Kartenaufnahme von Tranchot & Müffling - Stromberg, Jahr 1811
Blatt 6012 - Stromberg; Preußische Uraufnahme - Stromberg, Jahr 1850
Blatt 6012 - Stromberg; Topographische Karte Blatt 6012 - Stromberg, Jahr 1976
Blatt 6012 - Stromberg; Topographische Karte Blatt 6012 - Stromberg, Jahr 1979
Blatt 6012 - Stromberg; Topographische Karte Blatt 6012 - Stromberg, Jahr 2000

Internet
www.infothek.statistik.rlp.de: Mein Dorf, meine Stadt - Dörrebach (abgerufen 10.10.2016)

Literatur

Bauer, Erich (2011)
Unsere Wälder im historischen Kartenbild. Seibersbach.
Bauer, Erich (2007)
Der Soonwald. Auf den Spuren des Jägers aus Kurpfalz (2. Auflage). Seibersbach.
Burggraaff, Peter; Schultheiß, Jörn (2016)
Die Kulturlandschaft im Nationalpark Hunsrück-Hochwald. In: Umweltjournal Rheinland-Pfalz, S. 54-55. Mainz.
Feil, Fridolin (2000)
Dörrebacher Geschichten. Dörrebach. Online verfügbar: Dorfchronik Dörrebach, abgerufen am 15.02.2016
May, Dieter (2005)
Seibersbach - Meine Heimat. Zeugnisse und Geschichten aus alter Zeit. Seibersbach.
Schmitt, Robert (1961)
Geschichte der Rheinböllerhütte. (Schriften zur Rheinisch-Westfälischen Wirtschaftsgeschichte.) Köln.
Schultheiß, Jörn (2016)
Forstliche Entwicklung im zentralen Bereich des Nationalparks Hunsrück-Hochwald seit dem 18. Jahrhundert. In: Koblenzer Geogrpahisches Kolloquium, S. 43-76. Koblenz.
Schultheiß, Jörn (2016)
Die historische Entwässerung des Soonwaldes. In: Koblenzer Geographisches Kolloquium, S. 169-202. Koblenz.
Schultheiß, Jörn (2014)
Fallstudien zu historischen Waldgewerben im Soonwald. Teil 2 – Ergebnisse der Feldforschung. Freiburg.
Schultheiß, Jörn (2014)
Fallstudien zu historischen Waldgewerben im Soonwald. Teil 1 – eine Karten- und Literaturanalyse. Freiburg.
Schultheiß, Jörn; Tempel, Michael (2017)
Historische Entwässerungsgräben im Soonwald und deren Auswirkungen auf die Hochwasserentstehung. In: Siedlungsforschung, Bonn.

Ortsgemeinde Dörrebach

Schlagwörter
Ort
55444 Dörrebach
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kein
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger, Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Karten, Fernerkundung
Historischer Zeitraum
Beginn vor 1250
Koordinate WGS84
49° 56′ 39,76″ N, 7° 43′ 14,37″ O / 49.94438°, 7.72066°
Koordinate UTM
32U 408208.93 5533230.98
Koordinate Gauss/Krüger
3408247.42 5535004.88

Empfohlene Zitierweise

Urheberrechtlicher Hinweis
Der hier präsentierte Inhalt ist urheberrechtlich geschützt. Die angezeigten Medien unterliegen möglicherweise zusätzlichen urheberrechtlichen Bedingungen, die an diesen ausgewiesen sind.
Empfohlene Zitierweise
„Ortsgemeinde Dörrebach”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-255010 (Abgerufen: 12. Dezember 2017)
Seitenanfang