Trasse der ehemaligen Römerstraße „Ausoniusweg“ im Soonwald

Via Ausonia, Ausoniusstraße

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Argenthal, Dörrebach, Ellern (Hunsrück), Holzbach, Ohlweiler, Riesweiler, Seibersbach, Stromberg
Kreis(e): Bad Kreuznach, Rhein-Hunsrück-Kreis
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Geteerte Trasse der ehemaligen Römerstraße „Ausoniusweg“ im Soonwald (2016)

    Geteerte Trasse der ehemaligen Römerstraße „Ausoniusweg“ im Soonwald (2016)

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  • Geteerte Trasse der ehemaligen Römerstraße „Ausoniusweg“ im Soonwald. Blick vom Kohlenberg in westliche Richtung auf die Ortslage Dörrebach (2016).

    Geteerte Trasse der ehemaligen Römerstraße „Ausoniusweg“ im Soonwald. Blick vom Kohlenberg in westliche Richtung auf die Ortslage Dörrebach (2016).

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Die exakte Straßenführung der ehemaligen Römerstraße Ausoniusweg lässt sich nicht rekonstruieren, da das römische Straßennetz im Laufe der Jahrhunderte fast vollständig überbaut worden ist. Dennoch kann man sich den ungefähren Verlauf vergegenwärtigen, indem man Relikte römischer Bauwerke, alte Wegtrassen und altes Kartenmaterial als Anhalts- und Orientierungspunkte nimmt.

Der Ausoniusweg, auch Via Ausonia genannt, begann in Bingen am Rhein, führte über das Hochplateau des Hunsrücks und endete in der römischen Stadt Trier an der Mosel. Diese Verbindung diente den Bewohnern der Region bis in die Neuzeit als Handels- und Kriegsweg. Heute ist die Strecke als Wanderweg erschlossen, die vom Hunsrückverein betreut wird. Der Name Ausoniusweg hat sich erst im 20. Jahrhundert eingebürgert. Decimus Magnus Ausonius war ein römischer Dichter und Staatsbeamter, der zwischen 365 und 368 n.Chr. von Bingen nach Trier reiste. Die Eindrücke, die er auf seiner Reise sammelte, hielt er in einem Gedicht mit dem Titel Mosella fest:

Ueber dem reissenden Strom der Nava ging ich im Nebel,
Staunend dem neuen Castell des alten Römischen Vincums,
Wo sich Gallia einst verglichen der Latischen Cannä,
Wo unbeweint und nackt das Feld Erschlagene decken.
Folgend von hier dem Weg durch einsam - öde Gehölze,
Ringsum nirgends erschauend die Spuren menschlichen Anbau's,
Geh' ich den trocknen Dumnissus vorbey auf dürstendem Erdreich,
Auch die von stetem Gequell benäfsten Tabernen, und was man
Jüngst an Gefild zumafs den Sauromatischen Pflanzern.
An der Belgier Grenz' erblick' ich Nivomagus endlich,
Sie, die herrliche Burg des göttlichen Constantinus.
Reiner weht mir die Luft von diesen Fluren, der heit're
Phöbus hellet auf's neu den Olymp mit purpurnem Lichtstrahl.
Nimmer forschet mein Blick, durch dichtverwebte Gezweige
Den von der grünen Nacht verhüllten Aether zu finden,
Und es neidet nicht hier den Glanz und röthlichen Himmel
Unserm Auge die freyere Luft des goldenen Tages.
Alles führt mir im lieblichen Schein den theueren Anblick
Und die Pracht Burdigala's vor, der glänzenden Heimath:
Hier die Dächer der Villen, erbaut am schrägen Gestade,
Dort des Bacchus umgrünete Höh'n, und dorten Mosella's
Lieblich wallende Fluth, mit leisem Geräusch sich ergiefsend. -
Sey mir gegrüfst, o Strom, berühmt durch Fluren und Pflanzer!
Dem der Belge verdankt des Reichs erkohrende Veste;
Strom, defs Hügel umher mit duftender Rebe sich schmücken,
Der die freundlichen Ufer mit grasigen Matten bekleidet!
Schiffe trägt, wie das Meer, dein Rücken; wie stärkere Flüsse,
Schiessest du landabwärts; dem See an krystallener Tiefe
Gleichst du, an hüpfendem Lauf dem rieselnden Bache der Auen,
Ja, es weicht dir an kühlendem Trank der lautere Bergquell.
Alles vereinst du in dir, was Strom, See, Bächlein und Quelle,
Und das zwiefach heran und rückwärts fluthende Meer hat.
Sanfthin eilet dein Lauf: kein Groll der stürmischen Winde
Wehrt dem ruhigen Gang, kein Streit mit verborgener Klippe.
(D. Magnus Ausonius, übersetzt von Carl Geib)


Vom Forsthaus Tiergarten westlich von Dörrebach soll die Römerstraße am Atzweiler Kloster vorbei mitten durch den Dörrebacher Ortskern geführt haben. Vom heutigen Friedhof aus verließ sie den Ort in Richtung des Weinbergerhofes und zog an der Burg Gollenfels vorbei nach Stromberg.

Der heutige Feldweg zwischen Dörrebach und dem Weinbergerhof entspricht in etwa der ehemaligen Trasse der ehemaligen Römerstraße. Die geradlinige Verbindung erinnert bis heute an die römische Straßenbauweise. Damals galt es, Orte möglichst auf direktem Wege miteinander zu verbinden. Das Pflaster der Römerstraße ist nicht mehr vorhanden. Bei genauerer Betrachtung kann man noch die Rinnen erkennen, die von den Randsteinen der Straße geformt wurden.

(Joshua Simon, Universität Koblenz-Landau, 2016)

Internet
altstrassen.de: Ausoniusstraße (abgerufen 24.11.2016)
de.wikipedia.org: Ausoniusstraße (abgerufen 24.11.2016)

Literatur

Behrens, Gustav (1920)
Römerstraßen und Straßenstationen im vorderen Hunsrück. In: Korrespondenzblatt der Römisch-Germanischen Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts, Heft 1|2, S. 12-16. o. O.
Geib, Carl (o.J.)
Mosella. Ein pittoreskes Gedicht des D. Magnus Ausonius. Übersetzt von Carl Geib. o. O. Online verfügbar: http://dilibri.de/rlb/content/pageview/121265

Trasse der ehemaligen Römerstraße „Ausoniusweg“ im Soonwald

Schlagwörter
Ort
55444 Dörrebach
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kein
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 301 bis 400
Koordinate WGS84
49° 56′ 44,28″ N, 7° 43′ 32,62″ O / 49.94563°, 7.72573°
Koordinate UTM
32U 408575.06 5533364.2
Koordinate Gauss/Krüger
3408613.69 5535138.15

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„Trasse der ehemaligen Römerstraße „Ausoniusweg“ im Soonwald”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-252770 (Abgerufen: 23. Mai 2018)
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