Schloss Dörrebach

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Dörrebach
Kreis(e): Bad Kreuznach
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 49° 56′ 47,18″ N: 7° 43′ 18,65″ O / 49,94644°N: 7,72185°O
Koordinate UTM 32.408.298,03 m: 5.533.458,41 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.408.336,56 m: 5.535.232,40 m
  • Ansicht des alten Schlosses in Dörrebach (um 1920)

    Ansicht des alten Schlosses in Dörrebach (um 1920)

    Copyright-Hinweis:
    Feil, Fridolin
    Fotograf/Urheber:
    unbekannt
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Zeitzeugeninterview vom 16.10.2020 mit Fridolin Feil zum Abriss des Dörrebacher Schlosses (2020)

    Zeitzeugeninterview vom 16.10.2020 mit Fridolin Feil zum Abriss des Dörrebacher Schlosses (2020)

    Copyright-Hinweis:
    Larissa Ragg und Sarah Krieger, Universität Koblenz-Landau
    Fotograf/Urheber:
    Sarah Krieger; Larissa Ragg
    Medientyp:
    Audio
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Ehemaliger Standort des Schlosses von Dörrebach (2016).

    Ehemaliger Standort des Schlosses von Dörrebach (2016).

    Copyright-Hinweis:
    Simon, Joshua
    Fotograf/Urheber:
    Joshua Simon
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Blick auf den Vorplatz des alten Schlosses, genutzt als Schulhof, mit Blick auf die kath. Kirche, 1900-1910

    Blick auf den Vorplatz des alten Schlosses, genutzt als Schulhof, mit Blick auf die kath. Kirche, 1900-1910

    Copyright-Hinweis:
    Feil, Fridolin
    Fotograf/Urheber:
    unbekannt
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Katholischer Prozessionszug in Dörrebach, das Schloss ist bereits abgerissen (1940er Jahre)

    Katholischer Prozessionszug in Dörrebach, das Schloss ist bereits abgerissen (1940er Jahre)

    Copyright-Hinweis:
    Feil, Fridolin
    Fotograf/Urheber:
    unbekannt
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Plan der Ortsgemeinde Dörrebach, rechts oben ist das Schloss mit den beiden Zehntscheunen eingezeichnet (vor 1936)

    Plan der Ortsgemeinde Dörrebach, rechts oben ist das Schloss mit den beiden Zehntscheunen eingezeichnet (vor 1936)

    Copyright-Hinweis:
    Landeshauptarchiv Koblenz
    Fotograf/Urheber:
    unbekannt
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Das Schloss in Dörrebach kurz vor dem Abriss (1940)

    Das Schloss in Dörrebach kurz vor dem Abriss (1940)

    Copyright-Hinweis:
    Urheber unbekannt / Sammlung Feil
    Fotograf/Urheber:
    unbekannt
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Ehemaliger Standort des alten Schlosses in Dörrebach (2016).

    Ehemaliger Standort des alten Schlosses in Dörrebach (2016).

    Copyright-Hinweis:
    Schultheiß, Jörn
    Fotograf/Urheber:
    Jörn Schultheiß
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
Dort, wo heute die Treppe die Schlossstraße mit dem höherliegenden Schulhof verbindet, befand sich früher das Dörrebacher Schloss. Unter der Treppe und der danebenliegenden Stützmauer befindet sich immer noch der alte Gewölbekeller des ehemaligen Schlosses. Übriggeblieben ist lediglich das Gesindehaus, das ursprünglich unmittelbar an das Schlossgebäude angrenzte und heute noch als unscheinbares verputztes Gebäude mit Satteldach, links von der Stützmauer existiert (siehe Abbildung in der Mediengalerie).

Das Gebäude
Das ehemalige Schloss in Dörrebach präsentierte sich im frühen 20. Jahrhundert in Gestalt eines schlichten, langgestreckten Gebäudes auf quadratischem Grundriss. Aufgrund der Hanglage des Gebäudes lag der Eingangsbereich mit seinen zwei nebeneinanderliegenden Türen gegenüber dem Vorplatz erhöht, der Eingang zum Gewölbekeller war in der Sockelzone integriert. Neben dem Erdgeschoss verfügte das Gebäude über ein Obergeschoss sowie ein Dachgeschoss. Das Krüppelwalmdach war mit mehreren Dachgauben versehen. Links neben dem Schlossgebäude grenzte unmittelbar das Gesindehaus an. Dieses etwas niedrigere Gebäude mit dem Satteldach existiert auch heute noch.

Zur Geschichte des Schlosses
Das Dörrebacher Schloss wurde vom Grafengeschlecht Sponheim errichtet. Die Grafschaft der Adelsfamilie war ein ehemaliges reichunmittelbares Territorium des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und erstreckte sich über den Hunsrück in Rheinland-Pfalz. Das Territorium breitete sich ab dem frühen 12. Jahrhundert bis zum Ersten Koalitionskrieg der französischen Revolution immer weiter aus. Die Grafschaft ist nicht aus einem Amtsbezirk entstanden, sondern setzte sich aus verschiedenen Rechten, Lehen und Erbschaften der Sponheimer Adelsfamilie zusammen.

Der Ort Dörrebach gehörte der sogenannten vorderen Grafschaft an und wurde von der Familie Wolf von Sponheim verwaltet. Die Bewohner von Dörrebach waren Frondienstnehmer der Sponheimer. Demnach mussten die Bauern Abgaben an ihre Gutsherren entrichten und bei Bedarf Frondienste leisten. Als Gegenleistung erhielten sie ein Stück Land, das sie bewirtschaften konnten. Als Wohnsitz erbauten die Grafen das Schloss von Dörrebach im Zentrum des Dorfes vermutlich während des 18. Jahrhunderts. Neben Mitgliedern der Adelsfamilie selbst lebten hier auch deren Verwalter. Zahlreiche Wirtschaftsgebäude grenzten einst an den ehemaligen Schlosshof, davon einige Zehntscheunen, die heute noch als Wohngebäude genutzt werden. Ein Brunnen verschönerte den Vorhof des Schlosses. Im Jahr 1702 wurde der Ort Dörrebach an den Freiherrn und späteren Grafen Franz Adolf Dietrich von Ingelheim (1659-1742) verkauft. Der Kaufpreis betrug 63.000 Gulden. Das durch den Frondienst bedingte Abhängigkeitsverhältnis zwischen Bürgern und Adelsherren blieb darüber hinaus bestehen.

Anfang des 19. Jahrhunderts diente das bereits baufällig gewordene Dörrebacher Schloss der Gemeinde als Volksschule (siehe Abbildungen in der Mediengalerie). 1920 wurden bauliche Veränderungen vorgenommen und die Lehrerwohnung erhielt erstmalig eine Elektroinstallation. Im Mai/Juni 1922 wurde die Dacheindeckung erneuert und die vordere Hauswand neu gestrichen. Die Kosten betrugen hierfür ca. 50.000 Mark. Im Jahre 1934 erhielt die Vorderseite des Hauses ebenfalls einen neuen Anstrich. Nach erstmaliger Untersuchung der Fundamente wurde bekannt, dass diese nur etwa 50 Zentimeter in den Boden reichten und somit eine Frostsicherheit nicht gewährleistet war. 1937 wurde das Schloss erneut auf seinen baulichen Zustand untersucht, denn mittlerweile gab die Wand über den Haustüren nach und drohte einzustürzen. Aufgrund der Einsturzgefahr des Gebäudes wurde das Schloss im Jahr 1938 schließlich mit Fichtenstämmen gezielt gestürzt (siehe Abbildungen in der Mediengalerie). 1941 wurde das mittlerweile 300 Jahre alte Gebäude schließlich abgerissen.

(Joshua Simon und Marius Schäffer, Universität Koblenz-Landau, 2016/überarbeitet 2020 / Mit freundlichen Hinweisen von Fridolin Feil)

Literatur

Feil, Fridolin (2000)
Dörrebacher Geschichten. Dörrebach. Online verfügbar: Dorfchronik Dörrebach, abgerufen am 15.02.2016
Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation Rheinland-Pfalz (2011)
Landschaft im Wandel. Blatt 6012 Stromberg. Historische Kartenblätter von 1811-2000. Maßstab 1:25000. Koblenz.

Schloss Dörrebach

Schlagwörter
Ort
55444 Dörrebach
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kein
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1600 bis 1620, Ende 1941

Empfohlene Zitierweise

Urheberrechtlicher Hinweis
Der hier präsentierte Inhalt ist urheberrechtlich geschützt. Die angezeigten Medien unterliegen möglicherweise zusätzlichen urheberrechtlichen Bedingungen, die an diesen ausgewiesen sind.
Empfohlene Zitierweise
„Schloss Dörrebach”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-252741 (Abgerufen: 26. Oktober 2021)
Wir verwenden Cookies, um die Nutzbarkeit unserer Seiten zu optimieren. Falls Sie mit der Speicherung von Cookies nicht einverstanden sind, finden Sie weitere Informationen auf unserer Internetseite.
Seitenanfang