Alte Schule Dörrebach

heute Gemeindehaus und Kindergarten

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Dörrebach
Kreis(e): Bad Kreuznach
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Alte Schule in Dörrebach, heute Gemeindehaus und Kindergarten (2016).

    Alte Schule in Dörrebach, heute Gemeindehaus und Kindergarten (2016).

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  • Gemälde der Ortschaft Dörrebach an der Wand des Gemeinderatsaals von Dörrebach (2016).

    Gemälde der Ortschaft Dörrebach an der Wand des Gemeinderatsaals von Dörrebach (2016).

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  • Gedicht an der Wand des Gemeinderatsaals von Dörrebach (2016)

    Gedicht an der Wand des Gemeinderatsaals von Dörrebach (2016)

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Die frühe Schulgeschichte
Bereits Ende des 17. Jahrhunderts besaß Dörrebach eine Schule. Unterrichtet wurden die Schülerinnen und Schüler vom jeweiligen Pfarrer der Kirchengemeinde (vgl. Feil 2000, S. 157-160). Der Unterricht der Katholiken fand anfangs in Privathäusern statt und bis 1839 im ehemaligen Vereinshaus, dicht beim Kirchhofstor. Die evangelischen Schülerinnen und Schüler erhielten zu Beginn ihren Unterricht in Seibersbach. Allerdings forderten beide Konfessionsgemeinschaften, ein Schulhaus in Dörrebach zu erhalten. Bis 1834 wurden dann die evangelischen Kinder in einem Privathaus in Dörrebach unterrichtet.
Da beide Konfessionen ein neues Schulgebäude – aufgrund der kleinen Räume und zu hohen Schülerzahlen – benötigten, beschloss der Schöffenrat der Bürgermeisterei Stromberg, dass die Gemeinde ein neues Schulhaus erbauen soll (Feil 2000, S. 160-165). Am 15. Mai 1829 ersteigerte die Gemeinde Dörrebach das alte, sehr zerfallene gräfliche Schloss mit dem dazugehörigen Garten. Bei dem Aufbau beziehungsweise Umbau wurde das Schloss in zwei Hälften geteilt. Folglich bekam jede Konfession ihren eigenen Bereich im Schloss sowie im angrenzenden Garten. Erst ab 1832 konnte das alte Schloss, nachdem Umbau, als Schulgebäude genutzt werden.

Aufgrund der Einführung der Schulpflicht kam es dazu, dass die Größe der Klassenzimmer die schulpflichtige Jugend nicht mehr aufnehmen konnte (Feil 2000, S. 165-167). Dies hatte zur Folge, dass der Lehrer in Schichten unterrichten musste. Die evangelischen beanspruchten zur Vergrößerung ihres Klassenzimmers das Gemeindezimmer. Der katholische Lehrer beantragte einen Anbau an den katholischen Schultrakt, welcher im Jahre 1854 erfolgte. Zur Beheizung der Klassenzimmer wurde jeder Schüler dazu beauftragt, ein Stück Feuerholz mitzubringen.

Das neue Schulhaus
Im Jahre 1938 beschloss die Gemeinde ein neues Schulhaus zu errichten. Grund dafür war die Baufälligkeit des inzwischen 300 Jahre alten Gebäudes (Feil 2000, S. 287). Die Vorderseite des alten Bauwerks war einsturzgefährdet, sodass sie mit Fichtenstämmen gestützt werden musste. Gegen Ende des Schuljahres 1938 wurde das Gelände hinter dem Schulhaus vermessen. Erst 1940/1941 wurde dann auf diesem Gelände das neue Schulhaus erbaut. Nach der Fertigstellung, wurde das alte Schloss abgerissen (vgl. www.doerrebach.online.de).

Im Erdgeschoss befanden sich zwei Klassenräume, die wie folgt aufgeteilt wurden: Rechts wurde das fünfte bis achte Schuljahr untergebracht, links das erste bis vierte Schuljahr (vgl. www.doerrebach.online.de). Angeführt sei, dass zu Beginn nicht nach der Konfession getrennt wurde. Erst nach 1945 erfolgte wieder die Trennung nach der Konfession. Somit befand sich im rechten Teil des Gebäudes die erste bis achte Klasse der evangelischen Schülerinnen und Schüler und im linken Teil die fünfte bis achte Klasse der Katholiken.
Die beiden Lehrerwohnungen waren im Obergeschoss untergebracht.

Die heutige Nutzung
Nachdem in den 1960er Jahren eine Grundschule für die Ortschaften Dörrebach und Seibersbach eingerichtet wurde, erfüllte das Schulgebäude in Dörrebach nicht mehr seinen anfänglichen Zweck (vgl. www.doerrebach.online.de). Rechts vom Gemeindehaus, in der ehemaligen Pausenhalle, befindet sich heute der Kindergarten. Durch den Abriss der alten Garagen und Teile des Sanitärgebäudes erhielt der Kindergarten einen Außenspielbereich. Das Hauptgebäude stellt heute das Gemeindehaus dar. Die Sitzungen des Gemeinderates finden im ehemaligen linken Schulsaal statt. Direkt dahinter befinden sich das Bürgerbüro sowie das Sprechzimmer des Ortsbürgermeisters. Im ersten Stock befinden sich zwei Wohnungen. Der ehemalige Schulhof vor dem Gemeindehaus wird heute als Parkplatz sowie für Feste genutzt (Blank Dongus 2013, S. 35).

Im Sitzungssaal des Gemeindehauses befindet sich die ehemalige Kirchenuhr, welche im Jahre 1767 erbaut wurde (Feil 2000, S. 171-173). Dies lässt sich auch anhand der Inschrift am Uhrwerksrahmen ablesen. Für die Ausstellung im Sitzungssaal wurde die Kirchenuhr im Jahre 1984 restauriert. Allerdings lassen frühere Abbildungen sowie Bohrlöcher im Uhrweksrahmen und das Fehlen eines zusätzlichen Zahnrades vermuten, dass die Uhr 1882 umgebaut wurde. Für das Aufziehen der Kirchenuhr war früher der Lehrer zuständig. Dafür musste er zwei Gewichte mit Hilfe einer Handkurbel nach oben ziehen. Den Antrieb für das Schlagwerk gab ein herabsinkendes Gewicht. Das zweite Gewicht war für die gleichbleibenden Bewegungen eines Pendels und für das Triebwerk verantwortlich.

Das Gebäude besitzt einen massiven unverputzten Kellersockel aus Bruchstein sowie ein mit Biberschwanzschindeln gedecktes Walmdach. Die Fassade des Erdgeschosses ist verputzt, während der erste Stock sowie der Dachgiebel mit Schiefernplatten verkleidet sind. Die Tür und die Fenster – jeweils vom Schulhof aus betrachtet – sind mit einem grünen Rand verziert.
Auf der linken Seite im Erdgeschoss sind Einflügelfenster mit Unterlicht und auf der rechten Seite solche mit Oberlicht verbaut. Im ersten Stock befinden sich Einflügelfenster zum Öffnen. Auf der Rückseite des Gebäudes finden sich neben den Einflügelfenstern im Erd- und Obergeschoss auch zwei Doppelflügelfenster. Auf dem Dach befinden sich auf jeder Seite vier Gaubenfenster.
Die Eingangstür ist eine zweiflügelige Holztür. Vor dem Gebäude befindet sich die lange Zeit als Schulhof genutzte ehemalige Fläche des alten Schlosses, welche heute geteert ist und als Parkplatz genutzt wird – auch ein Teil des Dorffestes wird hier gefeiert.

(Johanna Flesch, Universität Koblenz-Landau, 2016)

Internet
www.doerrebach-online.de: Ortsgemeinde Dörrebach - Wissenswertes zum Dorf (abgerufen 29.07.2016)

Literatur

Blank, M.; Dongus, L. (2013)
Dorferneuerungskonzept Dörrebach. Ortsgemeinder Dörrebach - Verbandsgemeinde Stromberg - Landkreis Bad Kreuznach. Odernheim. Online verfügbar: www.doerrebach-online.de, Dorferneuerung Dörrebach (PDF), abgerufen am 04.10.2016
Feil, Fridolin (2000)
Dörrebacher Geschichten. Dörrebach. Online verfügbar: Dorfchronik Dörrebach, abgerufen am 15.02.2016

Alte Schule Dörrebach

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Schulstraße 20
Ort
55444 Dörrebach
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Fernerkundung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1940 bis 1941
Koordinate WGS84
49° 56′ 48,14″ N, 7° 43′ 17,4″ O / 49.94671°, 7.7215°
Koordinate UTM
32U 408273.79 5533488.63
Koordinate Gauss/Krüger
3408312.3 5535262.63

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„Alte Schule Dörrebach”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-252571 (Abgerufen: 22. August 2018)
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