Burg Gollenfels bei Dörrebach

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Dörrebach
Kreis(e): Bad Kreuznach
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Burg Gollenfels oberhalb von Stromberg (2014).

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Die Burg Gollenfels liegt noch in der Gemarkung von Dörrebach an der Grenze zu Stromberg auf dem Gollenfels (Feil 2000, S. 182). Sie wird oft als Teil von Stromberg verstanden, weil die Stadt an allen Ereignissen in deren Geschichte beteiligt war (ebd., S. 187). Das Alter des Anwesens kann aufgrund des Mangels an urkundlichen Quellen nicht genau bestimmt werden. Man geht von einem hohen Alter aus, da bereits Römer dort ein Kastell errichteten (Gerlach 1897, S. 1). Hinweise darauf sind unter anderem Funde von über 100 römischen Münzen und mehrerer Pfeilspitzen, sowie einem Sporn. Eine erste urkundliche Erwähnung stammt von 1260. Es wird vermutet, dass Burg Gollenfels ein Vorwerk der Stromburg gewesen ist und mit dieser zusammen als Bedeckung für das Tal diente. Sie war Eigentum der Pfalzgrafen bei Rhein (Gerlach 1897, S. 1-2).

Im Jahre 1614 wurde die Burg im Zuge von Streitigkeiten zwischen den Kurfürsten von Brandenburg und der Pfalz und dem deutschen Kaiser und Sachsen um den Besitz zerstört (Gerlach 1897, S. 3). Der viereckige Turm blieb wahrscheinlich als einziger Teil der alten Burg Gollenfels erhalten; der Neuaufbau der Burg Gollenfels erfolgte im Jahre 1621 durch Hans Werner von Hammerstein. Nachdem 1621 die Burg wieder bewohnt werden konnte, starben der Besitzer und seine Frau 1622 an den Folgen der Pest. Ihr Sohn Friedrich Christoph erbte die Gollenfels und vermachte diese nach seinem Tod seinem Vetter, dem Reichsfreiherrn Johann Werner von Sponheim. Als die gegenüberliegende Stromburg im Jahre 1689 im Zuge der Verwüstungen in der Rheinpfalz durch den französischen Feldherrn Melou in Brand gesetzt wurde, wurde auch die Gollenfels von den Zerstörern heimgesucht. Sie konnte jedoch glücklicherweise aufgrund fehlender brennbarer Substanzen nicht angezündet werden und entging so schwereren Zerstörungen (Gerlach 1897, S. 3-6).

Die Burg wurde schließlich in den Jahren 1700-1701 zusammen mit den Dörfern Dörrebach und Seibersbach an die Grafen von Ingelheim verkauft. Friedrich Winkler erbte die Gollenfels als Erbpächter im Jahre 1755. Während der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Preußen und Österreich gegen das revolutionäre Frankreich besetzte 1792 der Lieutnant Oberst Spekuly mit seinem Corps mit 1.100 Mann die Rheingegend. So belagerte er auch die Straßen nach Bingen und Kreuznach, sowie die Stadt Stromberg (Gerlach 1897, S. 7). Die Gollenfels fiel unter den Befehl von Lieutnant von Gauvain, welcher bei Angriffen am 20. März 1793 bei einem Angriff durch französische Truppen auf die Burg unter heldenhaftem Einsatz getötet wurde. Der Sohn Winklers, der den Kampf von einem Stollen aus beobachtet hatte, begrub Gauvain auf dem Schlachtfeld und pflanzte zum Schutz des Grabes einen Birnbaum darauf. Als die preussische Armee mit ihrem König Friedrich Wilhelm II. durch Stromberg zur Belagerung von Mainz durchzog, besuchten sie die Gollenfels, um deren Verteidigungskampf zu huldigen (Gerlach 1897, S. 7-11). Noch im selben Jahr wurde Lieutnant Gauvain ein Monument aus Stromberger Marmor errichtet, welches von Besuchern aus Bingen oder Kreuznach vom Stromberger Tal aus sichtbar war und folgenden Schiftzug trug:

„J.L. v. Gauvain. Königl. preuss. Lieutnant im Füsilier-Bataillon von Schenke. Er fiel als Held am XX. März MDCCXCIII. Sein Leben war des Heldentodes werth“ (Gerlach 1897, S. 12).

Das Denkmal wurde zwei Jahren später durch französische Fußjäger zerstört. Im Jahre 1804 kaufte Friedrich Winkler die Burg vom Grafen von Ingelheim, nach seinem Tod ging sie 1809 an seinen Sohn Philipp. Als die Rheinlande 1815 an Preußen fielen, wurde in der Gegend um Stromberg eine Bairisch-Österreichische Administration eingeführt, mit Verwaltungseinrichtungen auf der Gollenfels (Gerlach 1897, S. 13). Erst im Jahre 1833, 40 Jahre nach Gauvains Tod, wurde dessen Grab unter Anwesenheit des Kronprinzen (später König Friedrich Wilhelm IV.) mit einem neuem Denkstein versehen. Zusätzlich zur alten Inschrift wurde eine neue hinzugefügt, welche wie folgt lautet:

„Erneuert am 14. November 1833 unter huldvoller Theilnahme Seiner Königl. Hoheit Friedrich Wilhelm, Kronprinz von Preussen durch die Einwohner von Stromberg“ (Gerlach 1897, S. 13).

Philipp Winkler starb 1849 und vermachte die Burg seiner einzigen Tochter, welche wiederum die Burg ihrem Sohn Carl Wolff nach ihrem Tod 1894 vererbte. Die Gollenfels ist heute in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden (Gemeinde Dörrebach). Von dem Panoramabad in Stromberg und der Stromburg hat man über den Dächern der Stadt einen guten Blick auf die Burg.

(Anne Zaschel, Universität Koblenz-Landau, 2014)

Internet
www.doerrebach-online.de: Wissenswertes zum Dorf (abgerufen: 06.09.2014)

Literatur

Feil, Fridolin (2000)
Dörrebacher Geschichten. Dörrebach. Online verfügbar: Dorfchronik Dörrebach, abgerufen am 15.02.2016
Gerlach, August (1897)
Chronik von Schloss Gollenfels. Stromberg.

Burg Gollenfels bei Dörrebach

Schlagwörter
Ort
55444 Dörrebach
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn vor 1260
Koordinate WGS84
49° 56′ 40,74″ N, 7° 46′ 6,43″ O / 49.94465°, 7.76845°
Koordinate UTM
32U 411638.49 5533203.74
Koordinate Gauss/Krüger
3411678.34 5534977.64

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„Burg Gollenfels bei Dörrebach”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-102629-20140906-8 (Abgerufen: 17. November 2018)
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