Synagoge Dörrebach

Jüdische Betstube in der Schlossstraße

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Dörrebach
Kreis(e): Bad Kreuznach
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Wartungsarbeiten

    Wartungsarbeiten

    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
Die jüdische Gemeinde Dörrebach seit dem frühen 19. Jahrhundert:
Über die Gemeinde, die ihren Höchststand in der Mitte des 19. Jahrhunderts erreichte und sich danach durch Wegzug rasch verkleinerte, ist wenig bekannt. Nach 1918 gehörte Dörrebach zur Synagogengemeinde Seibersbach.
Gemeindegröße um 1815: 36 (1808) / 47 (1808), um 1880: 42 (1885), 1932: 11 (1925), 2006: – (Angaben vorab nach Reuter 2007).
Unter den seinerzeit insgesamt 742 Bewohnern des Orts werden ferner für 1858 61 jüdische Bürger und für 1898 38 Juden unter insgesamt 645 Einwohnern von Dörrebach genannt. „Die jüdischen Familiennamen in Dörrebach waren Bärmann, Jungblut, Kann, Neumann und Karmann“ (Zitat und Angaben vorab nach alemannia-judaica.de).

Bethaus / Synagoge: 1810 ist die Existenz einer Betstube belegt. Um 1858 wurde ein Neubau errichtet, der 1929 wegen Baufälligkeit abgerissen werden musste (Reuter 2007).

Neben der Synagoge, die bis zum Neubau um 1858 zunächst vermutlich als einfache Betstube in einem der jüdischen Wohnhäuser geführt wurde, befand sich im Ort eine jüdische Religionsschule und etwas außerhalb gelegen ein jüdischer Friedhof.
Nachdem in Dörrebach kein Minjan mehr zustande kam (d.h. die für einen vollständigen jüdischen Gottesdienst notwendige Anzahl von zehn mündigen Juden), besuchten die Dörrebacher Juden die Synagoge in Seibersbach. Eine Anekdote bezieht sich auf diesen Umstand und lautet, dass zuletzt sogar Christen gefragt wurden an der Zeremonie teilzunehmen, nur damit die Mindestanzahl von Gemeindemitgliedern erreicht werde.
„Wann genau der Schritt zur Vereinigung der Gemeinden vollzogen wurde, ist nicht bekannt (zwischen 1895 und 1923, wahrscheinlich nach Schließung der Synagoge in Dörrebach um 1918/20).“.
Das nicht mehr genutzte Gotteshaus stand zunächst leer, 1929 wurde dann der unverputzte, giebelständige Bruchsteinbau mit Sattelbach wegen Baufälligkeit von der jüdischen Gemeinde abgebrochen (Angaben vorab und Zitat nach alemannia-judaica.de).

Die Verortung des Objekts mit einer symbolischen Geometrie hinter dem heutigen Wohnhaus Schlossstraße Nr. 3 beruht auf Hinweisen von Ortskundigen. Vor Ort sind heute keine Spuren des früheren Gebäudes mehr sichtbar und die vorliegenden historischen Karten verzeichnen es ebenfalls nicht.

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2016 / Stefan Gebhard, Universität Koblenz-Landau, 2017)

Internet
www.alemannia-judaica.de: Synagoge Dörrebach (abgerufen 18.05.2016)
www.synagogen.info: Kein Eintrag zu einer Synagoge in Dörrebach (abgerufen 17.05.2016)

Literatur

Kreisverwaltung Bad Kreuznach; Pädagogisches Zentrum Bad Kreuznach (Hrsg.) (1995)
Jüdische Grabstätten im Kreis Bad Kreuznach, Teil 1: Geschichte und Gestaltung. (Heimatkundliche Schriftenreihe des Landkreises Bad Kreuznach 28.) Bad Kreuznach.
Reuter, Ursula (2007)
Jüdische Gemeinden vom frühen 19. bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, VIII.8.) S. 34-35, Bonn.

Synagoge Dörrebach

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Schlossstraße
Ort
55444 Dörrebach
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1810 bis 1858, Ende 1929
Koordinate WGS84
49° 56′ 42,98″ N, 7° 43′ 17,17″ O / 49.94527°, 7.72144°
Koordinate UTM
32U 408266.48 5533329.19
Koordinate Gauss/Krüger
3408304.99 5535103.13

Empfohlene Zitierweise

Urheberrechtlicher Hinweis
Der hier präsentierte Inhalt ist urheberrechtlich geschützt. Die angezeigten Medien unterliegen möglicherweise zusätzlichen urheberrechtlichen Bedingungen, die an diesen ausgewiesen sind.
Empfohlene Zitierweise
„Synagoge Dörrebach”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-251793 (Abgerufen: 23. Mai 2018)
Seitenanfang