Stadt Kaub

Caub (bis 1933)

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Kaub
Kreis(e): Rhein-Lahn-Kreis
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 50° 05′ 34,65″ N: 7° 47′ 11,58″ O 50,09296°N: 7,78655°O
Koordinate UTM 32.413.204,62 m: 5.549.671,32 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.413.245,00 m: 5.551.451,70 m
Kaub ist eine rheinland-pfälzische Stadt am Rhein im Rhein-Lahn-Kreis. Kaub ist Teil der Verbandsgemeinde Loreley. Die Stadt Kaub ist seit 2002 Teil des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal (nach: de.wikipedia.org).

Ersterwähnung
Wandlung des Ortsnamens
Historische Stadtstruktur
Burg Cuba
Stadtbefestigung
Ersterwähnung einer Kirche
Rheinzoll in Kaub
Verleihung der Stadtrechte
Beginn des Bildungswesens
Belagerung der Stadt durch Landgraf Wilhelm II. von Hessen
Spanische Besatzung
Blüchers Rheinübergang
Stadtbrände im 19. Jahrhundert
Eisenbahn in Kaub
Bergrutschkatastrophe
Freistaat Flaschenhals
Dachschieferbergbau in Kaub
Weinbau in Kaub
Rheinschifffahrt und Lotsenwesen in Kaub
Berühmte Personen: Johann von Cube
Berühmte Personen: Erich Nikutowski
Legenden: Das Elslein von Kaub
Quellen / Internet


Ersterwähnung
Am 14. Juni des Jahre 983 wurde der Name Cuba für Kaub erstmals urkundlich erwähnt, als Kaiser Otto II. (955-983, regierte ab 961) auf dem Reichstag zu Verona dem Erzstift Mainz unter seinem Erzbischof Willigis (Bischof von 975 bis 1011) Schenkungen bestätigt. Die Originalurkunde ist nicht mehr vorhanden. Sie hat sich als Abschrift aus dem 13. Jh. in einem Mainzer Kopialbuch (Liber registri literarum ecclesiae Moguntinae) erhalten, das im Staatsarchiv Würzburg lagert. Darin heißt es bei der Beschreibung der nördlichen Grenze des Binger Bannbezirks: „[…] usque ad Cubam villulam“ (bis zu dem Dörfchen Kaub) (Dehe 2021, S. 20; Auszug aus: StAWü, Mainzer Kopialbuch).

Wandlung des Ortsnamens
Im Laufe der Jahrhunderte hat sich die Schreibform des Ortsnamens mehrmals gewandelt. Nach CUBA (983 und noch 1315) waren das u.a.: CHUBEN (1194), CUBE (1241); CUBIN (1255); KUBE (1257 und noch im 15. Jh.); CHAUBE (1310); KAWBE (1433); CUB (1490 und noch Ende 16. Jh.); CUIBE (1533); CAUBE (1581); CAUB (seit dem 16. Jh.) bis KAUB, ab 1934. (Dehe 2021, S. 22).

Es gibt mehrere Erklärungen des Ortsnamens. Zum einen lässt sich Kaub - oder Cuba wie es zuerst hieß - aus dem keltischen Wort Cabi (das kleine Haus), zum anderen aber aus dem lateinischen Wort cubile (Lagerstätte) ableiten. Letzteres kann auch auf ein Schieferlager hindeuten, da die Römer nachweislich für den Bau des Limes Kauber Schiefer verwandt haben. Eine dritte Deutung könnte in Anlehnung an die Sankt Theonest-Legende herrühren. Bischof Theonest soll in einem durchlöcherten Weinfass (cupa) in den Rhein geworfen worden sein, damit er auf diese Weise den Tod fände. Bei Kaub aber sei er von den dortigen Bewohnern noch lebend aus dem Fass gerettet worden. Daher könnte die Ableitung der Ortsbenennung von „cupa vini“ stammen.
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Historische Stadtstruktur
Kaub hat sich aus zwei im Laufe von Jahrhunderten zusammenwachsenden Siedlungskernen im Mündungsbereich zweier benachbarter Bäche - Holzbach, bzw. Blücherbach und Volkenbach - entwickelt. Mit der Zeit teilte sich der Ort in vier Stadtteile auf: das Bacher- oder Bächerviertel, Linderviertel (Marktplatz), Städterviertel und Neustädter- oder Zöllerviertel. Nach Nordosten zieht sich entlang des Holzbachs (nach 1894 in Folge der Einweihung des Blücherdenkmals Blücherbach genannt, 1828/29 überwölbt) das Bächerviertel. Es begann an der Kirchgasse oberhalb der kath. Kirche und endete am sogenannten Weiseler Tor (auch Schaels- oder Schaulspforte). Die vor dem Weiseler Tor außerhalb der Stadt stehenden drei Mühlen zählten ursprünglich auch zum Bächerviertel, bildeten aber nach 1816 das Mühlenviertel.

Wie städtische Dokumente belegen, bestehen zu jener Zeit in Kaub bereits Nachbarschaften entsprechend seiner vier Stadtviertel. Nachbarschaften sind soziale Gemeinschaften, die nach dem Dreißigjährigen Krieg entstanden. Die Überlebenden hatten sich zu Nachbarschaften zusammengeschlossen, um sich in allen Lebenslagen, insbesondere bei Todesfällen, gegenseitig zu helfen. Jedes Kauber Viertel bildete eine in sich geschlossene Einheit. Es gab für jedes Viertel zwei Vorsitzende. Der erste wurde Viertelmeister oder Nachbarmeister genannt, der zweite Mitnachbarmeister. Die Viertelmeister, gewöhnlich als Vierer bezeichnet, vertraten die Bürgerschaft gegenüber dem Rat der Stadt. Aus den Vierern und Schöffen wurde alljährlich der Gemeinde Bürgermeister gewählt, der zusammen mit dem Ratsbürgermeister amtierte. In Kaub bestanden die Strukturen der Nachbarschaften bis zum Ende des 19. Jahrhunderts (1888), in anderen Orten haben sie sich bis heute erhalten. Der älteste Kauber Ortsteil erstreckt sich von der vormaligen St.-Michaels-Kapelle am Eingang des Holzbachtals zum spätromanischen Turm der St.-Nikolaus-Kirche (später St. Trinitatis) und von dort zunächst bis zum Wohn- und Wehrturm an der heutigen Rossigasse, dann einige Jahrzehnte später bis zum Mainzer Torturm (Dehe 2021, S. 147 und 200).

Burg Cuba
Um 1200 wurde die Burg Cuba, später Gutenfels auf dem 110 Meter über dem Rhein liegenden Felssporn errichtet. Der Name ihres Erbauers ist nicht bekannt. Philipp IV. von Bolanden, der sich seit 1233 Herr zu Falkenstein nennt, wird als Bauherr der Burg angesehen, da die Nachkommen seines Bruders Werner IV. nur über anderen Besitz in Kaub, jedoch nicht über Anteile an der Burg verfügten. Mit der Burg entsteht die erste Befestigung des darunter liegenden gleichnamigen Ortes. Stadt und Burg bilden gleichsam eine Einheit. Aus dieser Zeit, vermutlich schon um 1200, stammt der Kirchturm (Dehe 2021, S. 22f.).
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Stadtbefestigung
Ein von Ingenieurleutnant Schlosser in Mannheim gezeichneter Stadtgrundriss aus dem Jahre 1741, der älteste bekannte Kauber Stadtplan, vermittelt eine Vorstellung von der einstigen, heute noch teilweise erhaltenen Stadtbefestigung. Die älteste Stadtmauer, wahrscheinlich in Zusammenhang mit der Erbauung der Burg Cuba (später Gutenfels) in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts errichtet, umschließt den ältesten Ortsteil. Ein Teil der alten Stadtmauer entlang der Rheinfront ist noch erhalten. Deren Wehrgang ist später mit Häusern überbaut worden und dient heute als Hochwassernotweg. Eine zweite kleinere Erweiterung dieser Umwehrung umschloss im späten 13. oder an der Wende zum 14. Jahrhundert die Kurpfälzische Amtskellerei und endete am sogenannten Zollschreiberturm. Eine dritte Stadterweiterung in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts (1320-1326) umfasste das Gebiet des heutigen Marktplatzes und der Blücherstraße durch Erbauung des Weseler Turms im Nordwesten, des Fey-Turms (Templerhaus) und des Leiterberger Turmes (Ersterwähnung 1324, auch Philippineburg) am Südhang des Leiterbergs mit Pforte am Dörscheider Weg und des Weiseler Tores (auch Schalts-, Schauls- oder Schaelspforte) im Osten. Die vierte Stadterweiterung im Laufe des 15. Jahrhunderts (um 1485-1487) erfolgte durch den Bau einer sich vom Zollschreiberturm entlang der Rheinfront nach Süden bis zum Dicken Turm (Diebsturm) hinziehende Stadtmauer. Diese bog als 6 Meter hohe und etwa 30 Meter lange Eisbreche vom Dicken Turm zum Rhein hin rechtswinklig ab und endete an einem Rondell (Geschützturm) in der Nähe der Volkenbachmündung.

Ersterwähnung einer Kirche
Im Jahre 1315 wird erstmalig eine Kirche in Kaub erwähnt. Diese Kirche war bis zur Reformation dem Schutzpatron Sankt Nikolaus geweiht. Das Kirchengebäude in Verbindung mit dem um 1200 errichteten romanischen Turm hat ein sehr kleines, schmales, nach Südosten orientiertes Langhaus parallel zur heutigen Metzgergasse. Der Kirchturm ist spätromanisch und hat eine quadratische, Grundfläche. Mit fünf Geschossen misst er 27 Meter. Nach alter Überlieferung soll die erste Kauber Kirche eine Kapelle an der heutigen Ecke Blücherstraße2/Kirchplatz gegenüber der später erbauten kath. Kirche gewesen sein, deren Erdgeschoss noch bis 1807 als Beinhaus gedient hat. Das Gotteshaus wies den Charakter einer Wehrkirche auf und war teilweise in die Stadtbefestigung eingebunden. Davon zeugen die Schlitzfenster im Turm und die Stärke der Südwand des Langhauses (Dehe 2021, S. 23 und 32f.).

Rheinzoll in Kaub
Im Jahre 1257 wird der Zoll in Kaub erstmals belegt. In diesem Jahr gewährte Philipp I. von Falkenstein dem Kloster Eberbach Zollfreiheit. 1269 hob König Richard von Cornwall den Zoll in Kaub auf. Im Jahre 1277 kaufte Pfalzgraf Ludwig II. die Burg Gutenfels und die Stadt Kaub und errichtete auf der Insel im Rhein einen Zollturm. Die Fürstbischöfe von Mainz, Trier und Köln legten Wiederspruch ein und beschwerten sich bei Papst Johannes XXII. Dieser verhängte daraufhin den Kirchenbann über Pfalzgraf Ludwig II. Zwischen den Jahren 1338 und 1342 wurde der Zollturm durch Mauern gesichert und es entstand die bekannte Pfalzgrafenstein. Deren Mauern weisen den Grundriss in Form eines Schiffes auf. Die hohen Einkünfte, die der Rheinzoll einbrachte, führte bei der damaligen von Verschwendung gekennzeichneten Wirtschaftsweise dazu, dass Kaub mit der Burg und dem Zoll fortwährend ganz oder teilweise für Schuldsummen, Dienstgelder und als Kaution für die Mitgift von Fürstinnen verpfändet wurde. Über die jährlichen Zollerträge im Mittelalter können für den Kauber Zoll keine Zahlen genannt werden. Für neuzeitliche Zahlungen bestehen Zahlen zu folgenden Jahren (alle Daten aus Dehe 2021, S. 36f.):
  • 1600 bis zum Dreißigjährigen Krieg werden 16.000 Gulden im Jahr eingenommen.
  • 1721: 19.000 Gulden
  • 1771: 33.864 Gulden
  • 1780: 25.000 Gulden
  • 1867: Zum 1. Januar wurde der Rheinzoll endgültig aufgehoben.
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Verleihung der Stadtrechte
Am 23. März des Jahres 1324 verlieh der Pfalzgraf und deutsche König Ludwig IV. der Bayer (1282-1347, regierte ab 1328) der Stadt Kaub (Chuba) städtische Rechte und Freiheiten.
Im Jahr 1368 erlaubt Pfalzgraf Ruprecht I. d. Ä. vier Jahre lang in Kaub eine Silbermünze zu schlagen und zwar einen Silberturnos. Die Münzstätte befand sich wohl auf der Burg (Dehe 2021, S. 33).

Beginn des Bildungswesens
In vorreformatorischer Zeit gab es in Kaub bereits eine einklassige katholische Schule. Die Einrichtung einer evangelisch-reformierten Schule in Kaub erfolgt nach Einführung der Reformation in der Kurpfalz in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts, etwa um 1560. Ein gesetzlicher Schulzwang besteht zu dieser Zeit noch nicht. Seitens der Kirche aber achtet man darauf, dass die Knaben in der Regel den Unterricht besuchen. Mädchen waren zu dieser Zeit noch vom Unterricht ausgeschlossen. Mädchen aber konnten im Unteramt Kaub für 2 Albus (Weißpfennige) Schulgeld die Schule besuchen. Der Unterricht fand ganzjährig statt, im Sommer aber wurden die Kinder häufig zur Erntezeit in der Landwirtschaft eingesetzt. Nach Wiedergründung der katholischen Pfarrei im Ort wurde in einem Raum im Pfarrhaus (heute Metzgergasse 3/ Auf der Mauer 4) Unterricht für die katholischen Kinder erteilt. 1704 erfolgte der Umzug der katholischen Schule in ein 1582 erbautes privates Wohnhaus (heute Kirchplatz 3). Das Gebäude enthielt auch eine kleine Wohnung für den Lehrer. Bei der Umsetzung des neuen herzoglich-nassauischen Schulgesetzes von 1817 verlieren im Jahr 1819 beide konfessionellen Schulen ihre Eigenständigkeit und werden zur simultanen christlichen Elementarschule vereinigt. Die Kinder werden nach Geschlecht getrennt und auf die beiden Schulhäuser verteilt. Die Mädchen beziehen das katholische, die Jungen das evangelische Schulhaus. Beide Schulen werden bis 1868, dem Jahr der Fertigstellung des Schulneubaus im Manneweg, jetzt Schulstraße 12-14, weitergenutzt (Dehe 2021, S. 66 und 72).

Belagerung der Stadt durch Landgraf Wilhelm II. von Hessen
Im Jahre 1504 werden die Stadt und die beiden Burgen 39 Tage lang durch die Armee des Landgrafen Wilhelm II. von Hessen (1469-1509) belagert. Einen detaillierten Bericht über diese Belagerung hat der berühmte Abt Johannes Trithemius (aus Trittenheim) in seiner Chronik Historia Belli Bavarici hinterlassen. Hier ein Auszug aus der deutschen Übersetzung des lateinischen Textes:
„Diese Cauber Belagerung dauerte 39 Tage, an denen der Landgraf [gemeint ist Wilhelm II., ergänzt durch die Red.] Burg und Stadt fast unaufhörlich mit Belagerungsgeschützen angriff. Und wenn er auch einen Teil des Turmes und der Mauer der Feste durch die Gewalt der Geschosse endlich niederwarf, konnte er sie wegen der Unzugänglichkeit des Berges und bei der mannhaften Verteidigung derer, die sich darin befanden, doch nicht erstürmen. In Caub waren 1500 Streiter, die den eindringenden Hessen heftigen Widerstand leisteten und viele von ihnen mit Schüssen töteten, welche in die Weinberge hinabstiegen, um die zu reifen beginnenden Trauben zu holen. […] Am 25. September genannten Jahres zog der Landgraf morgens nach Aufhebung der Belagerung ab, weil er einsah, dass er trotz vieler Anstrengungen und gewaltiger Ausgaben Caub nicht hatte in Besitz nehmen können und er in 39 Tagen dieser Belagerung von den Feinden größeren Schaden erlitten, als er ihnen zugefügt hatte“ (Dehe 2021, S. 125-127).
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Spanische Besatzung
Am 1. Oktober 1620 nahm Gonzales Fernandes de Cordova (gestorben 1630), Feldmeister und ab 1621 Oberbefehlshaber der spanischen Truppen in der Pfalz Bacharach und Kaub ein. Nach einer Verhandlung von etwa einer halben Stunde mit dem pfälzischen Kapitän (Hauptmann) wurde die Stadt übergeben, der Kapitän gefangengenommen, die Bevölkerung aber verschont. Stationiert wurden in Kaub ca. 150 bis 200 Mann. Wenige Tage zuvor, am 25. September, war ein Jesuitenpater namens Gottfried Thelen in Kaub erschossen worden. Sein in Kaub bestatteter Leichnam wurde auf Bitten des Jesuitenordens von den Spaniern nach Marienthal überführt und dort vor dem Hochaltar bestattet. Man verdächtigte zwei pfälzische Hauptleute aus Bacharach und Kaub diese Tat mitverschuldet zu haben. Sie wurden von den Spaniern drei Monate gefangen gehalten und erst gegen Zahlung eines Lösegeldes freigelassen. Einzige Gegenwehr gegen die spanischen Besatzer in Kaub wurde von der Besatzung eines Stadtturms (vermutlich der Dicke Turm) geleistet. Erst nachdem ihr die Lebensmittel ausgegangen waren, kapitulierte sie gegen freien Abzug. Nicht wenig staunten die Spanier, als die ausziehende Turmbesatzung nur aus einem alten, invaliden Unteroffizier, seiner Frau und einer abgemagerten Ziege bestand. Die Spanier bemühten sich um die Rekatholisierung von Kaub. 1631 schickte Landgraf Wilhelm V. von Hessen-Kassel auf Anordnung des Schwedenkönigs Gustav Adolf II. den Obersten Johann von Ufflen mit seinem Regiment nach Kaub. In der Nacht auf den 25. Dezember fiel er mit 400 Mann in der Stadt ein, etliche Spanier wurden niedergemacht. Ein paar Wenige zogen sich auf das Schloss, den Stadtturm Diebesturm zurück, ergaben sich aber wenige Tage später und erhielten freien Abzug nach Koblenz (Dehe 2021, S. 158f.).

Blüchers Rheinübergang
Am Neujahrstag 1814 setzte die Schlesische Armee unter dem preußischen Generalfeldmarschall Gebhard Leberecht von Blücher (1742-1819) bei Kaub über den Rhein, um einen Überraschungsangriff auf Napoleons Truppen zu unternehmen. Zuerst setzten 200 Füsiliere in Kähnen über, um den späteren Übergang zu schützen und strategisch wichtige Positionen auf der anderen Rheinseite zu besetzen. Übergesetzt wurden sie in Kähnen mit Hilfe Kauber Schiffer. Jeder Kahn war - je nach seiner Ladungsfähigkeit - mit 3 bis 5 Schiffer und 10 bis 15 Soldaten besetzt. Kurz später wurde mit dem Bau einer Pontonbrücke begonnen. Diese wurde am 2. Januar um 9:00 Uhr morgens fertiggestellt. In der Zwischenzeit, es war zu Schwierigkeiten beim Bau gekommen, hatten die lagernden Soldaten (insgesamt setzten um die 60.000 Mann über) Kaub und die umliegenden Dörfer geplündert, alle Nahrungsmittel und alles Brennbare entwendet und benutzt. Für die Menschen in Kaub entstand ein Schaden von 5.040 Gulden, für die Menschen im darüber li9egenden Ort Weisel, die noch stärker betroffen waren, sogar ein Schaden von 30.000 Gulden (Dehe 2021, S. 253f.). Am 6. Januar ist der Rheinübergang vollzogen, die Pontonbrücke wird wieder abgebaut.
Heute erinnern in Kaub und Weisel zwei Denkmäler an Blüchers Rheinübergang und die Folgen für die Zivilbevölkerung.
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Stadtbrände im 19. Jahrhundert
Im Laufe des 19. Jahrhunderts erlitt die Stadt mehrere Großbrände, die jedes Mal verheerende Zerstörung mit sich brachte. Am 17. Oktober 1843 kam es zu einem Großbrand im Linderviertel. Ausgehend vom Gasthof Zum Lamm (heute Marktplatz 5, damaliger Besitzer Franz Beysiegel) wurden durch das Feuer 25 Gebäude zerstört und 36 Familien wurden obdachlos. Besonders betroffen war eine enge, zusammenhängende Häusergruppe, die sogenannte Zunge. Diese Häuser wurden nicht wiedererrichtet. Heute befinden sich an der Stelle das Kriegerdenkmal und der Parkplatz vor den Kirchen. Weitere Stadtbrände ereigneten sich am 27. Juli 1846 zwischen dem Mainzer Turm und dem Schlossweg (ausgehend erneut von einem Gasthaus, dem Gasthaus Goldener Stern), dem 9 Wohnhäuser zum Opfer fallen und am 7./8. Oktober 1848 im Zöllerviertel mit 10 verbrannten Häusern (Dehe 2021, S. 282ff.). Im Jahre 1861 kam es dann zu einem Großbrand im Bächerviertel (Blücherstraße) Neun Häuser brannten ab (ebd. S. 290). Der letzte Großbrand im 19. Jahrhundert ereignete sich am 17. Juli 1893 erneut im Zöllerviertel (ebd. S. 308). Die Brände des 19. Jahrhunderts trugen massiv dazu bei, dass die alte, teilweise noch mittelalterliche Stadtstruktur Kaubs verschwand.

Eisenbahn in Kaub
Am 22. Februar 1862 wurde die Bahnstrecke der Herzoglich Nassauischen Staats-Eisenbahn (Rheintalbahn) zwischen Rüdesheim und Oberlahnstein in Betrieb genommen. 1863/64 wurde die Strecke verlängert und erhielt Anschluss an die Gleise der Rheinischen Eisenbahngesellschaft (REG) nach Koblenz und deren linksrheinisches Schienennetz. Für die Menschen in Kaub war die neue Eisenbahn zu dieser Zeit eine wahre Sehenswürdigkeit. Jeder durchfahrende Zug wurde freudig begrüßt.

Bergrutschkatastrophe
Der ungeheure Wasserreichtum des Winters 1875/1876, wochenlange Regenfälle sowie unterirdische, bislang unbekannte Wasserläufe waren die Auslöser eines gewaltigen Bergrutsches, der sich in der Nacht vom 10. auf den 11. März ereignete. Im Distrikt Kalkgrube rutschte nachts zwischen 23:30 und 24:00 Uhr nahezu lautlos und von den schlafenden Menschen unbemerkt eine breiartige Masse von etwa 100.000 Kubikmeter Schiefererde und Felsgestein zu Tal und begrub fünf Wohnhäuser der heutigen Hochstraße sowie fünf Nebengebäude der Zollstraße unter sich. Unter Haustrümmern und riesigen Schutthaufen lagen 28 Menschen begraben, von denen nur drei gerettet werden konnten. Eine der drei geretteten Personen erlag wenig später ihren Verletzungen (Dehe 2021, S. 229).
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Freistaat Flaschenhals
Nach Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens von Compiègne im Jahre 1918, wurden die deutschen Gebiete rechts und links des Rheins unter den Besatzungsmächten aufgeteilt. Während dieser Aufteilung wurde ein schmaler Landstreifen nicht berücksichtigt, dessen Form an einen Flaschenhals erinnert und in dem die Menschen den „Freistaat Flaschenhals“ ausriefen, der mehrere Jahre bestand hatte. Eine der elf Kommunen, die Teil dieses „Freistaates“ waren, war Kaub.

Dachschieferbergbau in Kaub
Die bei Kaub, Sauerthal und Weisel abbauwürdigen Tonschiefervorkommen gehören dem sogenannten Kauber Zug an. Die Schichtfolge des Schiefers ist hier bis zu 12 km breit. Davon sind nur einzelne Lagen, die als Schieferlager bezeichnet werden, abbauwürdig. Deren Mächtigkeit kann zwischen 1 und 30 m schwanken.

Für das Jahr 1355 lässt sich erstmals ein schriftlicher Nachweis für den Schieferabbau in Kaub finden. In einer Urkunde bestätigt Pfalzgraf Ruprecht I. d. Ä., der in Kaub Hof hält, Kuno von Reifenberg eine Verpfändung über ein Drittel des Schieferzehnten zu Kaub für 400 Pfund Heller. Es lassen sich jedoch viel ältere Spuren für den Schieferbergaus in Kaub finden. So ist anzunehmen, dass bereits die Römer Abbau betrieben. In der Gemarkung gibt es zahlreiche Schieferhalden und Pingen. Die ältesten befinden sich auf dem Herrenberg und stammen aus dem 13. Jahrhundert. (Dehe 2021, S. 49)
Der Schieferabbau in Kaub erfolgte seit Beginn des 19. Jahrhunderts überwiegend im Stollenbetrieb und unter Tage. Das Fördergut in Schieferblöcken von 10 bis 20 cm Stärke wurde in Förderwagen (Loren) an die Erdoberfläche transportiert. Da die Spaltbarkeit des Schiefers im bergfeuchten Zustand am besten ist, wurde das Rohmaterial im Spalthaus möglichst frisch verarbeitet. Die Brocken wurden maschinell zersägt und schon in die ungefähr gewünschte Form gebracht. Danach erfolgte das Spalten der Blöcke mit Spalteisen und Holzhammer in dünne Tafeln von 4 bis 6 mm Stärke. Diese Rohlinge erhielten schließlich von den sogenannten Zurichtern mit dem Zurichthammer (Zweispitz) die vom Handel bestellte Schuppenform (Dehe 2021, S. 269).
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Weinbau in Kaub
Kaub ist nicht nur bekannt wegen seines ausgezeichneten Dachschiefers, sondern auch für seine seit Jahrhunderten gepflegte Weinkultur. Das Kauber Weinmarktbuch aus dem 16. Jahrhundert belegt die regen Handelsbeziehungen zu Weinkaufleuten vom Niederrhein (Köln, Emmerich, Xanten, Wesel) und aus den Niederlanden (Arnheim, Dordrecht, Maastricht, Nimwegen). Die hohe Bedeutung des Weinbaus für die Stadt wird auch durch das Symbol der Weinrebe mit Traube im Stadtwappen zum Ausdruck gebracht. Weinbau in der Kauber Gemarkung lässt sich seit dem 12. Jh. nachweisen. Vor allem nach Süden exponierte Hanglagen mit bis zu 70 % Neigung und ihrer intensiven Sonneneinstrahlung begünstigen ein optimales Weinbauklima. Hinzu kommt noch der schieferhaltige Boden, der sich als Wärmespeicher positiv auf das Wachstum der Weinstöcke auswirkt. Um in den Steilhängen bequemer arbeiten zu können, hat man früher oft große Rebflächen in mehrere kleine von Trockenmauern gestützte Terrassen mit Bruchsteintreppen aufgeteilt. Dadurch, dass eine Terrasse weniger Gefälle hat, sickert bei regen das Hangwasser nur langsam in den Boden und fließt nicht zu schnell oberflächlich ab. In neuerer zeit stehen dem Winzer zur Bearbeitung seines Weinbergs moderne Geräte und Maschinen wie Motorseilwinden (ZIEH-Max), Weinbergsraupen, Pflanzmaschinen, Traubenwagen und Traktoren zur Verfügung, die ihm die Arbeit auch in extrem steilen Lagen erleichtern.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte Kaub mit rund 230 Hektar die größte Weinbaufläche am Rhein. Etwa 150 Hektar davon wurden von 163 Winzerfamilien bewirtschaftet. Es waren viele Klein- und Nebenerwerbsbetriebe. Ein Großteil der Parzellen befand sich im Besitz von Bergleuten, die den Weinbau zum Ausgleich für ihre ungesunde Arbeit und zur Ausbesserung des kargen Lohns als Nebenerwerb betrieben. Auch die Kauber Rheinlotsen betrieben Weinbau. Da sie über besseres Einkommen verfügten ließen sie ihre Flächen nicht selten von Tagelöhnern bewirtschaften. Die Lotsen verkauften ihren Wein auch auf den von ihnen gesteuerten Schiffen. Ab den 1970er Jahren erlebte der Weinbau im Ort einen Niedergang (von 233 Hektar 1926 blieben nur 71 Hektar 1971). Gut erschlossene Parzellen wurden von Berufswinzern übernommen.

Ein vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Rheinhessen-Nahe-Hunsrück mit erheblichem Aufwand von 2005 bis 2012 durchgeführten vereinfachten Flurbereinigungsverfahren Kaub-Gutenfels zur Reaktivierung des Steillagenweinbaus umfasst nun das etwa 26 Hektar große Gebiet rechts des Blüchertals mit den Hanglagen Burg Gutenfels, Am Schloss und Herrenberg. Breits 2008 wurden auf dem Burgberg wieder neue Reben, teilweise bei Querterrassierung, angepflanzt. Von den noch bestehenden kleinen Familienweingütern werden an Rebsorten etwa 60 % Riesling, 30 % Spätburgunder und 10 % andere Sorten, wie Sauvignon blanc, Ruländer und Müller-Thurgau, angebaut (Stand 2019). Die Winzer legen besonderen Wert darauf, dass die erzeugten Weine Terroir besitzen, d. h. den landschaftstypischen Bodengeschmack der Weinbergslage. Dabei werden hochwertige Prädikatsweine bis zur Beerenauslese, insbesondere aus der Sorte Riesling, erzeugt und professionell vermarktet. (Dehe 2021, S. 142ff.)
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Rheinschifffahrt und Lotsenwesen in Kaub
Neben der Arbeit im Weinbau und im Schieferbergwerk waren viele Menschen in Kaub als Schiffer und Lotsen tätig. Während die Schiffer auf den Lastkähnen lebten und arbeiteten, die den Rhein bis zu den holländischen Häfen im Mündungsgebiet befuhren, halfen die Lotsen den Rheinschiffern beim Überwinden schwieriger Rheinpassagen in der Gegend um Kaub. Die enge Verbundenheit der Menschen in Kaub mit dem Beruf der Schifferei lässt sich bereits im Jahre 1441 mit einer Erwähnung der Schiffleute-Bruderschaft nachweisen. Diese Vereinigung verfolgte nicht nur religiöse und soziale Ziele, sondern auch wirtschaftliche (Dehe 2021, S. 57).

Bei Blüchers Rheinübergang 1813/14 spielten die ortskundigen Schiffer eine wesentliche Rolle. Sie wurden bei einer Vereidigung durch den Stadtkommandanten Oberstleutnant Ernst Freiherr von Klüx in der evangelischen Kirche dazu verpflichtet, die Vorhut der Schlesischen Armee in ihren Kähnen ans linke Rheinufer zu bringen. Insgesamt waren um die 60 Schiffer aus Kaub, St. Goarshausen und Wellmich mit rund 20 oder mehr Fahrzeugen am Rheinübergang beteiligt (Dehe 2021, S. 247).
Für das Jahr 1831 lässt sich die Konstituierung einer Schifferkommission in Kaub nachweisen. Diese Behörde war mit der Überwachung technischer Schifffahrtsangelegenheiten für das Herzogtum Nassau betraut, beispielsweise das Prüfen der Schiffe auf Mängel und Tauglichkeit. Angestellt waren fünf Schiffer und Steuerleute, die den Kauber Zollbeamten unterstellt waren. Die Schifferkommission bestand bis zum Jahre 1868.
Am 24. März 1887 wurde der „Schiffer-Verein zu Caub am Rhein“ mit 18 Mitgliedern gegründet, die alle dem Schifferstand angehören. Dieser Verein stand in der Tradition der im Jahre 1441 gegründeten Schiffsleute-Bruderschaft und einer im Jahre 1779 eingerichteten „Cauber Schifferzunft“. Auch waren die Vereinsmitglieder stolz auf die Unterstützung der Kauber Schiffer während Blüchers Rheinübergangs. Zum 75 Jahrestag des Rheinübergangs schworen die Kauber Schiffer in einer Depesche an Kaiser Wilhelm II. dem Kaiser und dem Vaterland die Treue. Auch unterstützten sich die Schiffer im Fall einer Notlage gegenseitig. In den 1930er Jahren, als alle Vereine gleichgeschaltet werden sollten, wurde der Kauber Schifferverein unter Druck gesetzt der „Reichsverkehrsgruppe Binnenschifffahrt“ beizutreten oder sich aufzulösen. Der Verein entschied sich zur Auflösung und Verteilung des Vereinsvermögens, damit dieses nicht dem Zentralverein zufiel. Die Auflösung erfolgte 1936. Erst nach dem Krieg, 1949, wurde der Schifferverein neu gegründet, viele junge Lotsen und Schiffer traten bei. 1954 wurde der Schiffermast am Lotsenhaus als Wahrzeichen des Kauber Schiffervereins installiert und an Pfingsten 1955 eingeweiht (Dehe 2021, S. 302f.).

Berühmte Personen: Johann von Cube
Johann Wonnecke von Cube, genannt Johann von Cube, auch Johannes de Cuba, ist um 1430 in Kaub geboren. Ab 1448 studierte er an der Universität Köln, ab 1451 in Erfurt, wo er 1453 den Grad des Baccalaureus artium erwarb. Es folgte der Magister und Doctor in medicinis. In den 1460er- und frühen 1470er Jahren wirkte er als Leibarzt adeliger Persönlichkeiten zu Mainz. Er wurde Leibarzt Adolfs II. von Nassau, Erzbischof von Mainz, Adalberts von Sachsen, Administrator des Erzstiftes, und des Grafen Eberhard III. von Eppstein. Seit 1476 war er Leibarzt des Pfalzgrafen Friedrich I. des Siegreichen, der ihm durch eine urkundliche Verfügung Abgabefreiheit für alle seine Güter zu Kaub gewährte. Um 1480 wird Johann Wonnecke vom dem Mainzer Domkämmerer Dr. Bernhard von Breydenbach mit der Erarbeitung eines Kräuterbuchs beauftragt. 1484 erscheint in Mainz bei dem dortigen Buchdrucker Peter Schoeffer der Herbarius latinus (oder moguntinus), das erste in Deutschland gedruckte illustrierte Kräuterbuch, dessen Autor jedoch ungenannt bleibt. 1484 wird Johann von Cube Stadtarzt in Frankfurt a. M. und übernimmt damit die medizinische Betreuung in der Stadt. 1485 veröffentlichte der Mainzer Buchdrucker Peter Schoeffer ein illustriertes Kräuterbuch (Herbarius) in deutscher Sprache. Der namentlich nicht erwähnte Herausgeber ist wieder der Mainzer Domkämmerer Bernhard von Breydenbach. Im 76. Kapitel des Hortus Sanitatis (Garten der Gesundheit) wird Meister Johann von Cube als Buchautor und Prüfer der Heilmittel genannt (Dehe 2021, S. 115f.).
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Berühmte Personen: Erich Nikutowski
Erich Nikutowski wurde am 8. November 1872 in Düsseldorf geboren. Als Sohn des Düsseldorfer Malers Artur Nikutowski (1830-1888), der vornehmlich Historienmalerei und Schlachtenmalerei betrieb, wurde er bereits in jungen Jahren mit anderen Schülern in dessen Atelier ausgebildet. Es folgte eine Ausbildung an der Düsseldorfer Akademie. Früh wandte er sich der Landschaftsmalerei in der freien Natur zu. Im Stil der Impressionisten versuchte er die Stimmung des flüchtigen Moments in seinen Bildern einzufangen. Von 1899 bis zu seinem Tode im Jahre 1921 lebte Nikutowski in Kaub im Hotel „Zum Turm“. Ein Großteil seiner Werke zeigt daher auch Fluss-, Dorf und Stadtansichten aus der Region Rhein, Mosel und Lahn. Eins seiner bevorzugten Motive war die Pfalz-Grafenstein. Nach kurzer Krankheit starb Erich Nikutowski am 6. Januar 1921 in Kaub im Alter von 49 Jahren.

Legenden: Das Elslein von Kaub
1504 wurde das zur Kurpfalz gehörende Städtchen Kaub von dem Landgrafen Wilhelm II. von Hessen vom 18. August bis zum 25. September belagert. Zu dieser Zeit hatte der Kauber Stückgießermeister Welzer eine Tochter namens Else. Diese verliebte sich in den Gesellen Henne Schwarz. Das missfiel dem Vater, und Else suchte Zuflucht bei ihrem früheren Spielgefährten Franz von Sickingen auf der Ebernburg an der Nahe. Auch der Geselle verließ Kaub. Als er in der Fremde erfuhr, dass seine Heimatstadt Kaub von Feinden belagert würde, kehrte er zurück. Auch Else wollte wieder nach Hause. Sie traf in Bacharach auf die pfälzischen Truppen, ließ sich in Männerkleidern anwerben und führte die Soldaten sicher durch die gefährlichen Klippen im Rhein nach Kaub. Die Hessen gaben schließlich die Belagerung auf, und Else und Henne Schwarz feierten Hochzeit. Die Erzählung stammt von Dr. Christian Spielmann (1861-1917), Lehrer, Schriftsteller und Stadtarchivar in Wiesbaden, der aus dem Stoff auch ein Theaterstück verfasste. Dieses wurde schon oftmals in Kaub aufgeführt. Noch bevor Spielmann seine Elsleingeschichte schrieb, hatte der Schauspieler, Theaterdirektor und Schriftsteller Carl Schultes ein Elslein-Gedicht verfasst, dessen Text von mindestens 14 verschiedenen Komponisten vertont worden ist. Von dem Kirchenmusiker Max Filke (1855-1911) stammt die wohl schönste Melodie des „Elsleinlieds“. Durch Tonaufnahmen berühmter Sänger und Chöre ist das Lied weltweit bekannt geworden. Auch der örtliche Männergesangverein „Elslein von Kaub“ e.V. (gegr. 15.02.1906) hat bei feierlichen Anlässen in der Stadt das Lied oftmals vorgetragen (in der Mediengalerie befindet sich eine Audiodatei zum Lied). Zum Andenken an das „historische“ Elslein wählt Kaub auch heute noch keine Weinkönigin, sondern ein Elslein von Kaub. (Dehe 2021, 132 ff.)
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(Florian Weber, Universität Koblenz, 2023, unter Verwendung der Ortschronik von Kurt Dehe, Stadt Kaub, 2021)


Quellen
StAWü, Mainzer Kopialbuch (Liber registri literarum ecclesiae Moguntinae) Bd. 17.

Internet
kaub.welterbe-mittelrheintal.de: Welterbe Mittelrhein: Kaub. Auf der Sonnenseite des Rheins (abgerufen 14.09.2023)
de.wikipedia.org: Kaub (abgerufen 14.09.2023)
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Literatur

Dehe, Kurt (2021)
Kaub. Chronik einer Kleinstadt am Mittelrhein. Kaub.

Stadt Kaub

Schlagwörter
Ort
56349 Kaub
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger

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„Stadt Kaub”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-345771 (Abgerufen: 3. März 2024)
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