Historischer Stadtkern Kaub

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Kaub
Kreis(e): Rhein-Lahn-Kreis
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Kaub auf der Karte des Herzogtums Nassau 1819 – Blatt 49 Caub-Ransel

    Kaub auf der Karte des Herzogtums Nassau 1819 – Blatt 49 Caub-Ransel

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Die Geschicke der kleinen Stadt Kaub sind eng mit der Geschichte der Burg Gutenfels verbunden. Seit 1355 sind im Ort die Gruben für Dachschiefer bezeugt, die den Wohlstand der Bürger begründeten. Der harte Schiefer aus Kaub war seit dem Mittelalter zum Eindecken von Dächern und zum Schutz der Wetterseiten von Wohnhäusern genutzt worden. Im Wilhelm-Erb-Stollen war unter der Nassauischen Verwaltung seit 1835 der Abbau in industrieller Weise betrieben worden. Die gespaltenen Schieferplatten wurden mit der Bahn und dem Schiff verschickt.

Ebenfalls wohnten im Ort die Rheinlotsen, deren Aufgabe es war, die vorbeifahrenden Schiffe sicher auf ihrem Weg durch die Strecke zwischen Bingen und Kaub zu leiten. Denn die Felsen des „Binger Loches“, der „Wilde Mann“ bei Bacharach, Stromschnellen und Strudel stellten Gefahrenquellen für die Schifffahrt dar. Die Stadt erstreckt sich entlang des Rheins und in das Blüchertal hinein. Eine in weiten Teilen erhaltene mittelalterliche Mauer umgibt sie noch heute. Mitten im Ort liegen die evangelische und katholische Kirche, simultan unter einem Dach vereint. Schlichte Bürgerhäuser umgeben den Kirch- und Marktplatz.

Besonders zu erwähnen ist das Haus Metzgergasse 6, das ehemalige Gasthaus „Stadt Mannheim“, 1780 entstanden. Hier übernachtete der preußische Marschall Fürst Blücher, ehe er in der Neujahrsnacht zwischen 1813 und 1814 mit einer 83 Mann starken Truppe den Rhein überquerte. Der Verlauf der napoleonischen Freiheitskriege nahm hierdurch eine entscheidende Wendung. Durch die Annexion des Herzogtums Nassau Preußen wurde Kaub ab 1866 ein Teil Preußens. Die Preußen änderten die Schreibweise in „Caub“ (einige preußische Städte ersetzten in ihrem Namen das „K“ durch ein„C“). Die Schreibweise änderte sich erst wieder im frühen 20. Jahrhundert. 1894 wurde am Rheinufer nach einem Entwurf des Berliner Bildhauers Professor Friedrich Schaper das Blücher-Denkmal aufgestellt. Es stellt den Feldherren sehr lebensnah in seiner Militäruniform dar. Das Holzbachtal ist seitdem als Blüchertal bekannt, ebenso gibt es eine Blücherstraße.

(Paul-Georg Custodis, bearbeitet und ergänzt von Christoph Boddenberg, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, 2014)

Literatur

Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (Hrsg.) (2014)
Rheinland: Denkmal, Landschaft, Natur - 2015 (Jahreskalender 2015, 44. Jahrgang). Köln.

Historischer Stadtkern Kaub

Schlagwörter
Ort
56349 Kaub
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, Fernerkundung
Historischer Zeitraum
Beginn 1324
Koordinate WGS84
50° 05′ 14,01″ N, 7° 45′ 49,07″ O / 50.08723°, 7.76363°
Koordinate UTM
32U 411554.64 5549060.9
Koordinate Gauss/Krüger
3411594.37 5550841.03

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„Historischer Stadtkern Kaub”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-102295-20140905-4 (Abgerufen: 15. August 2018)
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