Burg Gutenfels bei Kaub

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Kaub
Kreis(e): Rhein-Lahn-Kreis
Bundesland: Rheinland-Pfalz
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Die Anfänge von Gutenfels gehen in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts zurück. 1277 wurden die Burg und der zu ihren Füßen liegende Ort an den Pfalzgrafen Ludwig II. von Wittelsbach verkauft. 1504 wird die Burg durch Landgraf Wilhelm von Hessen vergeblich belagert, seitdem soll sie den Namen „Gutenfels“ tragen (burg-direkt.de, 2014). Nach Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg (in dessen Verlauf die Burg mehrfach erobert wurde) und Verfall wurde die Burg am Ende des 19. Jahrhunderts durch den Kölner Architekten Gustav Walter behutsam ausgebaut und restauriert. Die Burg thront 110 Meter über der kleinen Stadt Kaub. Mit der Geschichte von Gutenfels sind aufs engste die Geschicke der Stadt verbunden.

Den Kern der ummauerten Gesamtanlage bildet der fast kubische, von Zinnen gekrönte Bau mit Palas und Rüstbau, die durch einen innen liegenden Hof getrennt sind; das Grundquadrat misst 21,6 x 21,1 m. Die beiden Hauptgeschosse des Palas bergen große Säle, die zum Rhein romanische Fensterarkaden unter Blendbögen zeigen. Östlich ist ein ebenfalls über einem Quadrat errichteter Bergfried angefügt, der den Palasbau um das Doppelte überragt. Im Innern finden sich ein rundes Verlies sowie vier quadratische Geschosse, die Geschütze aufnehmen konnten. Das Ganze ist von einem äußeren Bering eingefasst, der aus Zwinger, Halsgräben, Schildmauer, Tor- und Kapellenbau besteht: Die Angriffsseite lag nach Norden und Osten, zum Klingelbachtal.

Bis 1803 war die Burg Quartier einer Invalidenbesatzung. 1793 wurde sie kampflos an die Franzosen übergeben, woraufhin Napoleon sie 1806 sprengen lies (burg-direkt.de). Der preußische Marschall Fürst Gebhard Leberecht von Blücher (1742-1819) übernachtete in Kaub, ehe er in der Neujahrsnacht 1813/14 mit einer 83 Mann starken Truppe an der Burg den Rhein überquerte, um die Truppen Napoléon Bonapartes zu verfolgen. Der Verlauf der napoleonischen Freiheitskriege nahm hierdurch eine entscheidende Wendung.

Zusammen mit der Burg Pfalzgrafenstein gehört Burg Gutenfels zu den bekanntesten Motiven am Rhein. In Burg Gutenfels ist heute ein Hotel eingerichtet.

(Paul-Georg Custodis und Ulrich Krings, bearbeitet und ergänzt von Christoph Boddenberg und Karl Peter Wiemer, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, 2014 und 2015)

Internet
burg-direkt.de: Burg Gutenfels (abgerufen: 05.09.2014)

Literatur

Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (Hrsg.) (2015)
Rheinland-Kalender 2016. Landschaft Denkmal Natur. Köln.
Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (Hrsg.) (2014)
Rheinland: Denkmal, Landschaft, Natur - 2015 (Jahreskalender 2015, 44. Jahrgang). Köln.

Burg Gutenfels bei Kaub

Schlagwörter
Ort
56349 Kaub
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Fernerkundung
Historischer Zeitraum
Beginn 1220
Koordinate WGS84
50° 05′ 15,94″ N, 7° 45′ 55,54″ O / 50.08776°, 7.76543°
Koordinate UTM
32U 411684.2 5549118.2
Koordinate Gauss/Krüger
3411723.98 5550898.36

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„Burg Gutenfels bei Kaub”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-102294-20140905-3 (Abgerufen: 23. Mai 2018)
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