Stadtteil Köln-Nippes

Stadtteil 501 im Kölner Stadtbezirk 5 Nippes

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Gummifabrik Clouth von 1925/26, Halle 18 an der Xantener Straße in Köln-Nippes (2014).

    Gummifabrik Clouth von 1925/26, Halle 18 an der Xantener Straße in Köln-Nippes (2014).

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  • Blick in eine Halle des Bahnbetriebswerks Nippes, Halle innen 3 (1997).

    Blick in eine Halle des Bahnbetriebswerks Nippes, Halle innen 3 (1997).

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Der Kölner Stadtteil 501 Nippes gehört zum Stadtbezirk 5 Nippes. In Nippes leben heute etwa 35.000 Menschen auf einer Fläche von 2,99 Quadratkilometern (33.948 Einwohner am 31.12.2009 nach stadt-koeln.de, Stadtteile; de.wikipedia.org nennt zum Stichtag 31.12.2015 bereits 35.683 Einwohner).

Siedlungs- und Ortsgeschichte
Die erste nachweisbare Besiedlung auf dem heutigen Gebiet von Nippes erfolgte spätestens in römischer Zeit: Ein römischer Bauernhof (villa rustica) ist im Bereich des heutigen Altenberger Hofes nachgewiesen und entlang der Trasse der heutigen Niehler Straße führte seinerzeit bereits eine römische Fernstraße durch Nippes.
Vom Mittelalter ausgehend bis in die Franzosenzeit 1794-1814 war für den Nippeser Siedlungsbereich, der die heutigen Kölner Stadtteile Nippes, Bilderstöckchen und Mauenheim umfasste, die Bezeichnung „Mauenheim“ üblich. Dieser Name geht auf drei Mauenheimer Höfe zurück, mit denen das Kölner Kunibertstift hier begütert war: Der Stiftshof oder Conzenhof (1233 erwähnt), der 1237 erwähnte Johanniterhof (später Rüsselerhof) und der 1236/1252 erstmals genannte Altenberger Hof.
Sicher bezeugt wird der Ortsname Nippes erst in einer Urkunde von 1549 über ein Wirts- oder Gasthaus „am Nippes“ (als Kurzform für „am Nipp-Haus“, analog zu „Backes“ für „Back-Haus“).

Zur Zeit der französischen Besetzung und auch nach der preußischen Neuordnung von 1814/15 gehörte Nippes zur Mairie de Longerich. Aus der Bürgermeisterei Longerich wurde die Gemeinde Nippes zum 1. Januar 1887 ausgegliedert und zu einer eigenen Bürgermeisterei erhoben, die dann jedoch bereits zum 1. April 1888 in die Stadt Köln eingemeindet wurde.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung in Nippes geradezu sprunghaft von 1.424 Einwohnern 1861 über 4.621 im Jahr 1871 auf 9.930 im Jahr 1880 an. Dies war eine Folge der rasanten industriellen Entwicklung des Ortes in diesen Jahrzehnten – zu nennen sind hier beispielsweise die Ansiedlung des Mühlen- und Stampfwerks J. Auer 1850, der Gummiwerke Clouth 1864 sowie von zentralen Werkstätten der Eisenbahn in den 1860er Jahren. Im Jahr 1881 gab es alleine 62 größere Industriebetriebe in Nippes (Wilhelm 2008).

Aus der Gründerzeit stammende Straßenzüge und Hausfassaden im Jugendstil – z.B. in der Schwerinstraße, der Eisenachstraße oder am Leipziger Platz – prägen den heutigen Stadtteil Nippes als Mittelpunkt des gleichnamigen Kölner Stadtbezirks „mit dem Bezirkszentrum an der Neusser Straße, einer weit über Kölns Grenzen hinaus bekannten und beliebten ‚Einkaufsmeile‘, und dem ebenso bekannten Wilhelmplatz mit seinem Frischmarkt, der an jedem Werktag stattfindet.“ (www.stadt-koeln.de, Nippes)

Namensherkunft
Zu Ursprung und Bedeutung des Namens „Nippes“ gibt es verschiedene Erklärungsversuche. Als eher unwahrscheinlich wird dabei die Herleitung von dem bis heute für „in kleinen Zügen trinken“ gebräuchlichen Verb „nippen“ angesehen.
Aus der Ripuarischen Dialektgruppe werden die Wörter „nipp“ bzw. „nepp“ angeführt, die auf Hügel oder steil abfallende Anhöhen verweisen und in Bezug zum so genannten „Nippeser Tälchen“ stehen könnten, dem im 19. Jahrhundert noch als Weiher erkennbaren alten Rheinarm mit Verlauf von Riehl über Nippes nach Niehl. In ähnlichem Kontext wird auch das Wort „niep“ angeführt, das auf eine feuchte oder sumpfige Senke verweist.

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2018)

Internet
www.stadt-koeln.de: Nippes (abgerufen 16.05.2018)
www.stadt-koeln.de: Kölner Stadtteile in Zahlen (PDF-Datei, abgerufen 16.05.2018)
www.archiv-koeln-nippes.de: Geschichtsverein „Archiv für Stadtteilgeschichte Köln-Nippes e.V.“ (abgerufen 16.05.2018)
de.wikipedia.org: Nippes (Köln) (abgerufen 16.05.2018)

Literatur

Groten, Manfred; Johanek, Peter; Reininghaus, Wilfried; Wensky, Margret / Landschaftsverband Rheinland; Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.) (2006)
Handbuch der Historischen Stätten Nordrhein-Westfalen. HbHistSt NRW, Kröners Taschenausgabe, Band 273, 3. völlig neu bearbeitete Auflage. S. 608-610, Stuttgart.
Wilhelm, Jürgen (Hrsg.) (2008)
Das große Köln-Lexikon (2. Auflage). S. 336-337, Köln.

Stadtteil Köln-Nippes

Schlagwörter
Ort
50733 Köln - Nippes
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:25.000 (kleiner als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn vor 1549
Koordinate WGS84
50° 57′ 50,63″ N, 6° 57′ 16,53″ O / 50.96406°, 6.95459°
Koordinate UTM
32U 356370.04 5647820.42
Koordinate Gauss/Krüger
2567104.78 5648082.87

Empfohlene Zitierweise

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„Stadtteil Köln-Nippes”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-279045 (Abgerufen: 22. September 2018)
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