Pestkapellen und Pestkreuze

Rochuskapellen, Sankt Rochus Kapellen

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
  • Historische Aufnahme der Rochuskapelle in Engelskirchen-Loope (um 1960).

    Historische Aufnahme der Rochuskapelle in Engelskirchen-Loope (um 1960).

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  • Die Rochuskapelle und die Kirche Sankt Rochus in Overath-Heiligenhaus (2007).

    Die Rochuskapelle und die Kirche Sankt Rochus in Overath-Heiligenhaus (2007).

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  • Rochuskapelle vor dem Westcenter in Köln-Bickendorf (2005)

    Rochuskapelle vor dem Westcenter in Köln-Bickendorf (2005)

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  • Die Rochuskapelle (Pestkapelle Sankt Rochus) in Bergisch Gladbach-Sand (2011).

    Die Rochuskapelle (Pestkapelle Sankt Rochus) in Bergisch Gladbach-Sand (2011).

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  • "Die Pest", Darstellung der Infektionskrankheit Pest als "Schwarzer Tod" von Arnold Böcklin (1898).

    "Die Pest", Darstellung der Infektionskrankheit Pest als "Schwarzer Tod" von Arnold Böcklin (1898).

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  • Kolorierter Stich von Joseph Erasmus Belling aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts: eine Heiligenszene mit dem Märtyrer Sankt Sebastian (links) und dem Pestheiligen Sankt Rochus (rechts).

    Kolorierter Stich von Joseph Erasmus Belling aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts: eine Heiligenszene mit dem Märtyrer Sankt Sebastian (links) und dem Pestheiligen Sankt Rochus (rechts).

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Zurückgehend auf den „Schwarzen Tod“ – vor allem die große europäische Pest-Pandemie in den Jahren zwischen 1346 und 1353 – finden sich zahlreiche „Pestkapellen“, die meist als „Rochuskapellen“ Rochus von Montpellier gewidmet sind, der als Schutzpatron der Pilger und Reisenden und als Nothelfer bei ansteckenden Krankheiten und Seuchen gilt.
Neben Pestkapellen und -kirchen gibt es auch zahlreiche als Pestkreuze bezeichnete Flur-, Gedenk- oder Grabkreuze.

Rochus von Montpellier
Die Angaben zu den Lebensdaten des einzig über Legenden fassbaren und nicht kanonisierten „Volksheiligen“ der katholischen Kirche variieren:
  • „um 1295-1327“ nach heilige.de und nach de.wikipedia.org, hingegen
  • „1346/1350-1376/1379“ in der italienischen Wikipedia (it.wikipedia.org), ähnlich
  • „um 1349-1379“ nach heiligenlexikon.de, sowie
  • „... der um die Mitte des 14. Jahrhunderts gelebt haben soll“ (LexMA) bzw.
  • „zw. 1295 und 1327“, folgt man derVita Sancti Rochi des Francesco Diedo (1435-1484, venezianischer Gesandter beim Heiligen Stuhl in Rom 1481-1483) von 1478/79 (ebd.).
Nach der vorab genannten Legende trat der als Sohn reicher Eltern im südfranzösischen Montpellier geborene Rochus als Zwanzigjähriger in den Dritten Orden des heiligen Franz von Assisi ein und begab sich 1317 auf den Pilgerweg nach Rom. Auf seiner Reise sowie in Rom sorgte Rochus für Pestkranke, die er auf wundersame Art mit Hilfe des Kreuzzeichens geheilt haben soll. Auf der Rückreise erkrankte er 1322 selbst an der Pest. Da sich keiner um ihn kümmerte, zog er sich in eine einsame Hütte im Wald zurück. Dort pflegte ihn ein Engel und der Hund eines Junkers versorgte ihn mit Brot, bis er wieder genesen war.
Bei der Rückkehr nach Montpellier erkannte ihn keiner mehr, da sich sein Äußeres durch die Pesterkrankung verändert hatte. Wegen des Verdachts auf Spionage wurde Rochus deshalb gefangen genommen. Fünf Jahre verbrachte er in Montpellier und verstarb auch dort. Aufgrund eines kreuzförmigen Mals auf seiner Brust, das er von Geburt aus hatte, konnte er identifiziert werden.
Dargestellt wird Rochus meist mit den für ihn typischen Attributen: Pilgerbekleidung mit Jakobsmuschel und Pilgerstab, einen Brot bringenden Hund und einer sichtbaren Pestwunde oder Pestbeule.

Die Pest im Rheinland
Die durch das Bakterium Yersinia pestis ausgelöste Infektionskrankheit ist hochgradig ansteckend und suchte das Rheinland seit dem Jahr 1349 wiederholt heim. Insbesondere im 17. Jahrhundert war die Seuche im Rheinischen noch sehr präsent, im Bergischen etwa wütete die Pest bis zum Jahr 1679.
„Jeder Ausbruch der Seuche forderte viele Opfer und hatte politische, gesellschaftliche, wirtschaftliche und psychologische Auswirkungen. Das Aufkommen der Pest beförderte auch das größte Judenpogrom des Mittelalters.“ (www.rheinische-geschichte.lvr.de)

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2016 / Ergänzungen zu Rochus von Montpellier von Raphaela Maertens und Sonja Kasprick, ZukunftsRegion Westpfalz, 2018)

Internet
www.rheinische-geschichte.lvr.de: Die Rheinlande im Spätmittelalter (1288-1521) (abgerufen 15.01.2016)
www.rheinische-geschichte.lvr.de: Vom jülisch-klevischen Erbfolgestreit bis zum Ende des Ancien Regime (1609-1794) (abgerufen 15.01.2016)
de.wikipedia.org: Geschichte der Pest (abgerufen 15.01.2016)
de.wikipedia.org: Rochus von Montpellier, 1295-1327 (abgerufen 22.08.2018)
it.wikipedia.org: San Rocco, 1346/1350-1376/1379 (abgerufen 22.08.2018)
heilige.de: Rochus - 16. August (abgerufen 22.08.2018)
www.heiligenlexikon.de: Rochus von Montpellier, um 1349-1379 (abgerufen 15.01.2016)

Literatur

Angermann, Norbert; Auty, Robert; Bautier, Robert-Henri (2002)
Lexikon des Mittelalters (LexMA). dtv-Ausgabe in 9 Bänden. Bd. VII, Sp. 926, München.
Bergdolt, Klaus (1994)
Der Schwarze Tod in Europa. Die große Pest und das Ende des Mittelalters (2. Auflage). München.

Pestkapellen und Pestkreuze

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„Pestkapellen und Pestkreuze”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/SWB-247019 (Abgerufen: 14. November 2018)
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