Grabstätte der Familie van Nes Ziegler auf dem Melatenfriedhof

Grab des Kölner Oberbürgermeisters John van Nes Ziegler

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 56′ 22,04″ N: 6° 55′ 12,93″ O 50,93946°N: 6,92026°O
Koordinate UTM 32.353.882,02 m: 5.645.151,81 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.564.726,89 m: 5.645.314,77 m
  • Grab des ehemaligen Kölner Oberbürgermeisters John van Nes Ziegler und seiner Gattin Anneliese, geb. Thies, auf dem Melatenfriedhof in Köln-Lindenthal (2009)

    Grab des ehemaligen Kölner Oberbürgermeisters John van Nes Ziegler und seiner Gattin Anneliese, geb. Thies, auf dem Melatenfriedhof in Köln-Lindenthal (2009)

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  • Undatiertes Porträtfoto des Landtagspräsidenten von Nordrhein-Westfalen und Oberbürgermeisters von Köln John van Nes Ziegler (1921-2006).

    Undatiertes Porträtfoto des Landtagspräsidenten von Nordrhein-Westfalen und Oberbürgermeisters von Köln John van Nes Ziegler (1921-2006).

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  • Grabstätte des ehemaligen Kölner Oberbürgermeisters John van Nes Ziegler und seiner Gattin Anneliese, geb. Thies, auf dem Melatenfriedhof in Köln-Lindenthal (2009).

    Grabstätte des ehemaligen Kölner Oberbürgermeisters John van Nes Ziegler und seiner Gattin Anneliese, geb. Thies, auf dem Melatenfriedhof in Köln-Lindenthal (2009).

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Oberbürgermeister John van Nes Ziegler war Zeit seines Lebens der Domstadt eng verbunden. Seine letzte Ruhestätte fanden seine Gattin und er auf dem Melatenfriedhof in Köln-Lindenthal.

John van Nes Ziegler (1921-2006)
Van Nes Zieglers Wirken in Köln
Ehrenbürger der Stadt Köln
Familiengrab van Nes Ziegler
Internet, Literatur

John van Nes Ziegler (1921-2006)
Der am 20. Mai 1921 in Köln geborene John van Nes Ziegler engagierte sich über Jahrzehnte hinweg in verschiedenen Ämtern und Funktionen für seine Heimatstadt. Sein Name steht für den Wiederaufbau nach dem Krieg und den folgenden Strukturwandel in Köln. 1956 zog der Rechtsanwalt als junger Abgeordneter in den Kölner Stadtrat ein. 28 Jahre lang (bis 1984) blieb er ohne Unterbrechung dessen Mitglied, davon 17 Jahre (von 1956 bis 1973) als Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion. Fast sieben Jahre lang – vom 20. Dezember 1973 bis 28. Oktober 1980 – war van Nes Ziegler Kölner Oberbürgermeister.
Ebenfalls 28 Jahre, 1953/54 und von 1958 bis 1985, hat er als Abgeordneter die Interessen Kölns im nordrhein-westfälischen Landtag vertreten. Dessen Geschicke leitete er neun Jahre als Präsident, von 1966 bis 1970 und von 1980 bis zu seinem Ausscheiden 1985. In der Zwischenzeit von 1970 bis 1980 war er Vizepräsident des Landtags.
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Van Nes Zieglers Wirken in Köln
Der Name John van Nes Zieglers ist mit einer Vielzahl von Projekten und Entwicklungen in Köln verbunden. So gehen auf seine Initiative mehrere Programme des sozialen Wohnungsbaus zurück, ebenso die Errichtung der Siedlung Bocklemünd/Mengenich („Trabantenstadt“ in Bocklemünd-Mengenich), die behutsame Erneuerung der älteren Stadtteile Ehrenfeld, Kalk, Mülheim und des Severinsviertels in der Altstadt sowie die Fußgängerzonen Schildergasse und Hohe Straße, die für die ganze Bundesrepublik Modellcharakter hatten.
Auch das größte städtebauliche Projekt der Nachkriegszeit in Köln hat van Nes Ziegler angestoßen: Die Vollendung des Zentrums durch die Neugestaltung des Bereichs zwischen Dom, Hauptbahnhof und Altstadt-Nord mit dem Museum Ludwig, der Philharmonie, dem Rheingarten, der Sanierung des Martinsviertels um Groß St. Martin und dem Rheinufertunnel. Durch letzteren verwirklichte sich der alte Traum vom direkten Zugang von der Altstadt zum Rhein.

Unermüdlich engagierte er sich für die wirtschaftliche Entwicklung seiner Heimatstadt, etwa durch die Förderung mittelständischer Unternehmen, den Ausbau der Messe-Aktivitäten oder die Errichtung des Gewerbegebiets Butzweiler Hof in Ossendorf. Gelegenheit zur Förderung der Kölner Wirtschaft bot sich für ihn auch im Verwaltungsrat der damaligen Stadtparkasse Köln, dem er 26 Jahre lang angehörte, davon die Hälfte als Vorsitzender. In dieser Zeit wirkte er auch aktiv an der Neuordnung des Sparkassenwesens mit.

Eine weitere Aufgabe, der sich John van Nes Ziegler intensiv widmete, war der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur als Voraussetzung für wirtschaftliches Handeln. Stellvertretend seien hier nur die Fertigstellung des Kölner Autobahnrings, der Bau der U-Bahn und des Flughafens Köln/Bonn genannt.
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Untrennbar mit dem Namen van Nes Zieglers verbunden ist die kommunale Gebietsreform von 1975, die er als Mitglied der so genannten „Zehnerkommission“ entscheidend mitgestaltete. Durch die Eingemeindung von Porz, Rodenkirchen, Lövenich, Pesch, Esch und Auweiler, Widdersdorf, Marsdorf und verschiedenen kleineren Teilen angrenzender Kommunen wurde Köln zur Millionenstadt. Eine bürgernahe Politik und Verwaltung wie auch für die Integration der neuen Stadtteile in das „alte“ Köln durch die Bezirksverfassung war ihm gleichzeitig ein besonderes Anliegen.

Die Kulturpolitik hat van Nes Ziegler über zwölf Jahre hinweg als Vorsitzender des Kulturausschusses mitgestaltet. In diese Zeit fielen die Eröffnung des Schauspielhauses, des Volkshochschulgebäudes am Neumarkt und der Kunsthalle, Umbau und Erweiterung des Rautenstrauch-Joest-Museums und die Restaurierung des Schnütgen-Museums. Als das Römisch-Germanische Museum 1974 mit seinem revolutionären Ausstellungskonzept die Tore öffnete, war van Nes Ziegler bereits Oberbürgermeister.
Sein besonderes Augenmerk galt der Bildungspolitik: Die Gesamtschule, der Zweite Bildungsweg und die bedeutende Schulreform von 1968 sind mit seinem Namen verbunden. Die damals eingeführte Hauptschule veranschaulicht van Nes Zieglers Verknüpfung von kommunal- und landespolitischer Arbeit, denn erst eine Verfassungsänderung machte das von ihm initiierte „Kölner Modell“ möglich.
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Ehrenbürger der Stadt Köln
Wegen seiner Verdienste für die Stadt hat der Rat am 23. April 1991 beschlossen, van Nes Ziegler die Ehrenbürgerwürde zu verleihen, die Urkunde nahm er am 21. Mai desselben Jahres entgegen.

Familiengrab van Nes Ziegler
John van Nes Ziegler verstarb am 14. November 2006 in Porz und wurde auf dem Melatenfriedhof beerdigt. Seine Gattin Anneliese (1931-2008, geborene Thies) verstarb zwei Jahre später und fand ihre letzte Ruhestätte neben Ihrem Mann. Das Grab befindet sich auf der so genannten „Millionenallee“ auf HWG OW auf der Seite, die an den Weg F grenzt (vgl. Friedhofsplan unter www.stadt-koeln.de).

Die Inschrift auf der Grabplatte lautet:

Ruhestätte / der Familie / van Nes Ziegler
Rechtsanwalt John van Nes Ziegler / *20.5.1921 +14.11.2006
Ehrenbürger der Stadt Köln / Ehrensenator der Universität Köln
Mitglied des Kölner Stadtrats 1956-1984 / Kölner Oberbürgermeister 1973-1980
Mitglied des Landtags NRW 1953-54 1958-84 / Landtagspräsident NRW 1966-70 1980-85
Anneliese / van Nes Ziegler / geb. Thies *7.2.1931 +24.9.2008
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(Stefan Palm, Stadt Köln, Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, 2006 / Umsetzung und kleine Ergänzungen: Katharina Grünwald und Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2020)

Internet
www.stadt-koeln.de: John van Nes Ziegler ist tot (abgerufen 04.05.2020)
www.stadt-koeln.de: Ehrenbürger John von Nes Ziegler (abgerufen 04.05.2020)
landtag.nrw.de: John von Nes Ziegler (abgerufen 04.05.2020)
wikipedia.org: John von Nes Ziegler (abgerufen 04.05.2020)
www.stadt-koeln.de: Friedhof Melaten (abgerufen 14.04.2020)
www.stadt-koeln.de: Friedhofsplan (PDF-Datei, 313 kB, abgerufen 14.04.2020)
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Literatur

Abt, Josef; Beines, Johannes Ralf; Körber-Leupold, Celia (Fotos) (1997)
Melaten. Kölner Gräber und Geschichte. Köln.
Beines, Johannes Ralf (2001)
Friedhof Melaten. In: Vom Botanischen Garten zum Großstadtgrün – 200 Jahre Kölner Grün, Köln.
Dietmar, Carl (1991)
Die Chronik Kölns. Dortmund.
Hormisch, Nadja (2003)
Der Melatenfriedhof in Köln. In: Gartenkunst im Rheinland vom Mittelalter bis zur Moderne., S. 194 ff.. o. O.
Priebe, Ilona (2009)
Friedhof Melaten. Vom Leprosenhaus zur Millionenallee. (Entdecker-Touren.) Köln.

Grabstätte der Familie van Nes Ziegler auf dem Melatenfriedhof

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Aachener Straße
Ort
50931 Köln - Lindenthal
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kein
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Geländebegehung/-kartierung, Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 2006

Empfohlene Zitierweise

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Empfohlene Zitierweise
„Grabstätte der Familie van Nes Ziegler auf dem Melatenfriedhof”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-312693 (Abgerufen: 3. Juli 2022)
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