Benediktinerabtei Groß Sankt Martin

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Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Der mächtige Turm der Benediktinerabtei Groß-Sankt Martin in der Kölner Altstadt (undatierte Aufnahme).

    Der mächtige Turm der Benediktinerabtei Groß-Sankt Martin in der Kölner Altstadt (undatierte Aufnahme).

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  • Blick auf den Kölner Dom und die Kirche Groß St. Martin in der Kölner Altstadt mit dem Rhein im Vordergrund in der Abenddämmerung (2007)

    Blick auf den Kölner Dom und die Kirche Groß St. Martin in der Kölner Altstadt mit dem Rhein im Vordergrund in der Abenddämmerung (2007)

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  • Die Deutzer Brücke über den Rhein in Köln und davor die ehemalige Benediktinerabtei Groß-Sankt Martin, dahinter die Severinsbrücke; Ansicht vom Dach des Kölner Doms aus (2014)

    Die Deutzer Brücke über den Rhein in Köln und davor die ehemalige Benediktinerabtei Groß-Sankt Martin, dahinter die Severinsbrücke; Ansicht vom Dach des Kölner Doms aus (2014)

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  • Panoramabild des Kölner Martinsviertels mit der Abtei Groß-Sankt Martin, links im Bild die Deutzer Brücke und dahinter die Severinsbrücke (2007).

    Panoramabild des Kölner Martinsviertels mit der Abtei Groß-Sankt Martin, links im Bild die Deutzer Brücke und dahinter die Severinsbrücke (2007).

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  • Die ehemalige Benediktinerabtei Groß-Sankt Martin (links) und der Turm des Kölner Rathauses (rechts), dazwischen der Alte Markt, Ansicht vom Dach des Kölner Doms aus (2014).

    Die ehemalige Benediktinerabtei Groß-Sankt Martin (links) und der Turm des Kölner Rathauses (rechts), dazwischen der Alte Markt, Ansicht vom Dach des Kölner Doms aus (2014).

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  • Notdienst-Plakat zum kriegszerstörten Köln (nach 1945). Im Bild links die stark beschädigte Kirche Groß St. Martin, rechts der Treppenturm des Stapelhauses und im Hintergrund der Dom.

    Notdienst-Plakat zum kriegszerstörten Köln (nach 1945). Im Bild links die stark beschädigte Kirche Groß St. Martin, rechts der Treppenturm des Stapelhauses und im Hintergrund der Dom.

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  • Stiftskirchen und Abteien in Köln auf der Karte "Eintheilung der der heutigen preussischen Rheinprovinz für das Jahr 1789" (1894).

    Stiftskirchen und Abteien in Köln auf der Karte "Eintheilung der der heutigen preussischen Rheinprovinz für das Jahr 1789" (1894).

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  • Ansicht vom Dach des Kölner Doms auf die Deutzer Brücke und die Abtei Groß-Sankt Martin, im Vordergrund der Bereich des Kurt-Hackenberg-Platzes, der früher von der römischen Hafenstraße gequert wurde (2014)

    Ansicht vom Dach des Kölner Doms auf die Deutzer Brücke und die Abtei Groß-Sankt Martin, im Vordergrund der Bereich des Kurt-Hackenberg-Platzes, der früher von der römischen Hafenstraße gequert wurde (2014)

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Patrozinium: Martin und Eliphius.
Orden: zunächst Kollegiatstift, um 985 Benediktinerabtei (Männerkloster), Groß-St. Martin genannt, um es von der Kölner Pfarrkirche Klein-St. Martin zu unterscheiden.
Geschichte (Gründung und Entwicklung bis um 1200):
Die Gründung des Kollegiatstifts durch den Kölner Erzbischof Brun erfolgte auf einer dem linken Rheinufer vorgelagerten Insel, die später mit der Uferzone des Kölner Marktes zusammenwuchs.
In seinem Testament von ca. 965 hinterließ Brun dem Märtyrer (der Zeit des Kaisers Julian Apostata) Eliphius, dessen Teile des Leibes ihm der Bischof Gerhard von Toul 963/65 geschenkt hatte, und dem Bekenner Martin (in dieser Reihenfolge) das „praedium“ Solingen, nachdem er schon früher das Stift mit dem Besitz Stammheim und Langel im Zülpichgau und in Köln selbst ausgestattet hatte.

Das Gründungsmotiv Bruns scheint der Aufbau eines Ausbildungszentrums für Führungskräfte in Lotharingien gewesen zu sein. Dieser Aspekt würde erklären, warum Bruns Nachfolger Folkmar (965-969) und Gero (969-976) der politischen Leitlinie folgten, während Erzbischof Everger (985-999) eine Kehrtwende vollzog, die auch gravierende Auswirkungen auf Groß-St. Martin hatte.
Die von Erzbischof Gero 974 veranlasste Gründung der Benediktinerabtei Gladbach musste für den Lütticher Bischof eine beabsichtigte Provokation darstellen, da die vom Kölner Erzbischof abhängige Gladbacher Abtei im Lütticher Diözesangebiet lag. dass der Kölner Erzbischof Warin zwischen 981 und 985 den Gladbacher Abt durch einen unfähigen Nachfolger ersetzte, weil jener angeblich mehr in Diensten des Lütticher Bischofs als in kölnischen Diensten gestanden habe, bestätigt die unzuträgliche Überschneidung der Kompetenzen.
Erzbischof Everger (985-999), von dem es boshaft heißt, er wollte das Bistum Lüttich aufbauen, da er die eigene Diözese kaum würdig verwalten konnte, strebte eine Radikallösung an, indem er kurzerhand den Gladbacher Konvent nach Groß-St. Martin verlegte und die Kanoniker von St. Martin vor die Alternative stellte, entweder auf die Benediktregel die Profeß abzulegen oder das Stift für immer zu verlassen. Die Erbitterung darüber produzierte wenig glaubwürdige Vorwürfe: Everger habe die Güter des Gladbacher Klosters unter seine Ritter aufgeteilt und sich am Tod des Erzbischofs Gero schuldig gemacht, weil er den Sarg des nur Scheintoten zu öffnen verhindert habe; der Papst habe ihm deshalb als Buße verordnet, ein Kloster mit ungewöhnlich strenger Observanz zu gründen.

In der Tat, Everger schickte den Benediktinerkonvent in die Gladbacher Abtei zurück und fand durch den Tausch von Pfarreien einen Ausgleich mit dem Lütticher Bischof. Das Kloster Groß-St. Martin wurde mit schottischen Mönchen besiedelt, die für ihre rigorose Regel bekannt waren. Mit Unterstützung König Ottos III. stattete Everger Ende 988/Anfang 989 den neuen Konvent aus. Ob es sich tatsächlich um Mönche aus Schottland oder im Grunde um irofränkisch-lothringische Observanz handelte, muss offen bleiben. Jedenfalls leiteten Äbte mit keltischen und hebräischen Namen bis zur Mitte des 11. Jahrhunderts das Kloster. Immerhin lässt das das Patrozinium der St. Martin benachbarten Pfarrkirche St. Brigida, einer Heiligen aus dem irischen Kildare, auf einen schottischen Abt schließen. Die in Deutschland nicht unbekannte, aber im Westen des Reiches seltene schottische Oberservanz fiel dem Drängen Erzbischof Annos II. (1056-75) zum Opfer, der für den Anschluss der Abtei an die Siegburger Reform sorgte. Er bescherte der zur Benediktregel zurückgekehrten Abtei im 12. Jahrhundert eine Zeit der Blüte.
Im Unterschied zu den Mönchen bürgerlicher Herkunft war die Zahl der Mönche adliger Herkunft relativ gering. Vogt der Abtei war in den Jahren 1083-85 ein gewisser Hermann. Im 13. Jahrhundert waren es die Herren von Heimbach und die Grafen von Berg (Engels 2006).

Gegründet 953/65 (Stift), nach 985 Benediktiner. Aufgehoben 1802 (Bönnen / Hirschmann 2006).

(LVR-Redaktion KuLaDig, 2011)

Internet
www.rheinische-geschichte.lvr.de: Siegburger Reform (abgerufen 02.01.2017)

Literatur

Bönnen, Gerold; Hirschmann, Frank G. (2006)
Klöster und Stifte von um 1200 bis zur Reformation. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, IX.3.) Bonn.
Engels, Odilo (2006)
Klöster und Stifte von der Merowingerzeit bis um 1200. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, IX.2.) Bonn.

Benediktinerabtei Groß Sankt Martin

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
An Groß Sankt Martin
Ort
50667 Köln - Altstadt-Nord
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 953 bis 985, Ende 1802
Koordinate WGS84
50° 56′ 18,78″ N, 6° 57′ 41,71″ O / 50.93855°, 6.96159°
Koordinate UTM
32U 356782.64 5644970.05
Koordinate Gauss/Krüger
2567633.06 5645251.08

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„Benediktinerabtei Groß Sankt Martin”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-13591-20110718-18 (Abgerufen: 12. Dezember 2017)
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