Stadtteil Köln-Kalk

Stadtteil 802 im Kölner Stadtbezirk 8 Kalk

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Ausschnitt aus der Karte "Rheinland und Westfalen" (1834-1855) im Maßstab 1:80.000 mit der Region zwischen Deutz,  Kalk und Vingst vor der Industrialisierung.

    Ausschnitt aus der Karte "Rheinland und Westfalen" (1834-1855) im Maßstab 1:80.000 mit der Region zwischen Deutz, Kalk und Vingst vor der Industrialisierung.

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  • Wasserturm der ehemaligen Chemischen Fabrik Kalk (2013)

    Wasserturm der ehemaligen Chemischen Fabrik Kalk (2013)

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  • Ausschnitt aus der historischen Karte des deutschen Reiches im Maßstab 1:100.000 aus dem Jahr 1900 u.a. mit den Orten Deutz, Kalk und Vingst.

    Ausschnitt aus der historischen Karte des deutschen Reiches im Maßstab 1:100.000 aus dem Jahr 1900 u.a. mit den Orten Deutz, Kalk und Vingst.

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  • Fotokollage von um 1900: Gebäude, Belegschaft und Fuhrpark der Sünner-Brauerei in Köln-Kalk (aus: Zeugen Kölner Brau-Kultur 1396-1996, S. 136).

    Fotokollage von um 1900: Gebäude, Belegschaft und Fuhrpark der Sünner-Brauerei in Köln-Kalk (aus: Zeugen Kölner Brau-Kultur 1396-1996, S. 136).

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  • Turboverdichter aus der Sodaproduktion in der Chemischen Fabrik Kalk (2012)..

    Turboverdichter aus der Sodaproduktion in der Chemischen Fabrik Kalk (2012)..

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  • Die Kalker Kapelle vor der St. Marienkirche im Stadtteil Köln-Kalk (2012).

    Die Kalker Kapelle vor der St. Marienkirche im Stadtteil Köln-Kalk (2012).

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Der Kölner Stadtteil 802 Kalk gehört zum Stadtbezirk 8 Kalk. In Kalk leben heute etwa 21.200 Menschen auf einer Fläche von 2,97 Quadratkilometern (Stand 31.12.2009 nach stadt-koeln.de).

Zur Geschichte des Stadtteils
Der Ortsname des heutigen Stadtteils Kalk (von Kolk = Sumpf) stammt vermutlich von der Lage der Siedlung am Rand der feuchten Niederung an der Mülheim-Porzer Niederterasse des Rheins. Der Zehnt der villa kalka gehörte laut urkundlicher Erwähnung in einer Schenkungsurkunde von Erzbischof Heribert (um 970-1021, Erzbischof von Köln 999-1021) der 1002/03 neugegründeten Benediktinerabtei Deutz.
Ende des 13. Jahrhunderts genannte Höfe im Bereich der heutigen Kirche Sankt Joseph bildeten den ursprünglichen Siedlungskern. Die Vogteirechte besaßen seit dem 14. Jahrhundert die Grafen von Berg. Bis 1794 gehörte Kalk zum kurkölnischen Amt Deutz und in nachfranzösischer Zeit ab 1816 zur Bürgermeisterei Deutz, ab 1857 zur Landbürgermeisterei Deutz, die wiederum 1867 Landbürgermeisterei Kalk hieß.
1881 wurde Kalk die Rheinische Städteordnung verliehen und aus der Landgemeinde eine selbständige Stadt. Diese diente ab 1896 auch als preußischer Garnisonsstandort. Die inzwischen schnell gewachsene Industriestadt Kalk wurde 1910 nach Köln eingemeindet (HbHistSt NRW 2006, S. 598 ff.).

Der Industriestandort Kalk
Aufgrund eines Bauverbotes der Stadt Köln im Umkreis seiner mittelalterlichen Stadtmauer und der Festungsanlagen wichen Mitte des 19. Jahrhunderts zahlreiche Unternehmen auf das umgebende Land aus – auch nach Kalk, wo es keine Auflagen hinsichtlich der Bebauung gab und viele Grundstücke noch günstig zu erwerben waren.
Die Geschichte der Industrie in Kalk beginnt 1856 mit der Gründung der „Maschinenfabrik für den Bergbau von Sievers & Co.“ (später „Klöckner Humboldt Deutz AG“) sowie der am 1. November 1858 gegründeten „Vorster & Grüneberg Cöln Gesellschaft“, ein Vorläufer der späteren „Chemischen Fabrik Kalk“ mit dem erhaltenen über 40 Meter hohen Wasserturm von 1904. Ferner wurde hier 1864 die Firma „N. A. Otto & Cie“ der Industriepioniere Nikolaus August Otto (1832-1891) und Eugen Langen (1833-1895) gegründet, die 1872 zur „Gasmotorenfabrik Deutz A.G.“ wurde.

Strukturwandel in Richtung Verwaltungsstandort
„Die Rezession in den 1970er und 1980er Jahren sorgte für einen Strukturwandel im Stadtteil: In wenigen Jahren reduzierten die meisten Fabriken ihre Belegschaft. Schließlich schlossen viele Werkstore für immer. Diese Veränderungen brachten hohe Arbeitslosenzahlen sowie nicht mehr genutzte Fabrik- und Firmengelände als Herausforderungen für die Stadtentwicklung mit sich.“ (koeln.de, Kalk)

In der Folge entstand z.B. auf dem ehemaligen Gelände der Chemischen Fabrik Kalk mit den „Köln Arcaden“, ein modernes Einkaufszentrum mit einem Einzugsbereich bis ins Bergische Land.
Kalk fungiert darüber hinaus als Verwaltungsstandort für den gleichnamigen Stadtbezirk und die Stadt Köln. Zu nennen sind hier v.a. das moderne Bezirksrathaus von 1992, das 2001 eingeweihte neue Kölner Polizeipräsidium mit dem Erweiterungsbau von 2008/10 (auf dem früheren Gelände der Chemischen Fabrik am Walter-Pauli-Ring) sowie das 2003 eröffnete „Kalk Karree“, welches verschiedene Dienststellen der Stadt Köln beherbergt, darunter das zentrale Fundbüro, das Jugendamt und das städtische Call-Center.

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2016)

Internet
www.stadt-koeln.de: Kalk (abgerufen 23.06.2016)
www.stadt-koeln.de: Kölner Stadtteile in Zahlen (PDF-Datei, abgerufen 23.06.2016)

Literatur

Groten, Manfred; Johanek, Peter; Reininghaus, Wilfried; Wensky, Margret / Landschaftsverband Rheinland; Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.) (2006)
Handbuch der Historischen Stätten Nordrhein-Westfalen. HbHistSt NRW, Kröners Taschenausgabe, Band 273, 3. völlig neu bearbeitete Auflage. S. 598-600, Stuttgart.

Stadtteil Köln-Kalk

Schlagwörter
Ort
51103 Köln - Kalk
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn vor 1003
Koordinate WGS84
50° 56′ 13,52″ N, 7° 00′ 6,18″ O / 50.93709°, 7.00172°
Koordinate UTM
32U 359597.54 5644730.27
Koordinate Gauss/Krüger
2570455.96 5645125.92

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Empfohlene Zitierweise
„Stadtteil Köln-Kalk”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-252422 (Abgerufen: 14. August 2018)
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