Stadtteil Köln-Ossendorf

Stadtteil 406 im Kölner Stadtbezirk 4 Ehrenfeld

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Ein Oldtimer-Kleinwagen BMW Isetta 250 vor dem Empfangsgebäude des früheren Flughafens Köln-Butzweilerhof bei der Eröffnung des automobilen Dienstleistungszentrums "MOTORWORLD Köln - Rheinland" im Juni 2018.

    Ein Oldtimer-Kleinwagen BMW Isetta 250 vor dem Empfangsgebäude des früheren Flughafens Köln-Butzweilerhof bei der Eröffnung des automobilen Dienstleistungszentrums "MOTORWORLD Köln - Rheinland" im Juni 2018.

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  • Der Besuchereingang der Justizvollzugsanstalt Köln-Ossendorf (2007).

    Der Besuchereingang der Justizvollzugsanstalt Köln-Ossendorf (2007).

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  • Streuobstwiese Nüssenberger Busch in Köln-Ossendorf (2014)

    Streuobstwiese Nüssenberger Busch in Köln-Ossendorf (2014)

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Der Kölner Stadtteil 406 Ossendorf gehört zum Stadtbezirk 4 Ehrenfeld. In Ossendorf leben heute etwa 10.500 Menschen auf einer Fläche von 6,81 Quadratkilometern (9.966 Einwohner zum 31.12.2009, 10.123 zum 31.12.2015 und 10.596 zum 31.12.2017; nach www.stadt-koeln.de und de.wikipedia.org).

Ortsgeschichte
Ossendorf ist über archäologische Funde als Siedlungsstätte bereits in der Jungsteinzeit bezeugt, ferner liegen bäuerliche Siedlungsspuren und Spuren der niederrheinischen Grabhügelkulturen aus der jüngeren Bronzezeit bis zur Eisenzeit vor, ebenso typische Plattengräber aus der fränkischen Epoche.
Erstmals urkundlich bezeugt wird der Ort am 25. Oktober 980 bei einer Schenkung des Erzbischofs Warin (+985, auch Warinus, Kölner Erzbischof 976-985), der dem Kölner Ursulastift einen Herrenhof in Ossendorf übertrug.
Ein Rittergeschlecht von Ossendorp ist im 12. Jahrhundert nachweisbar. Wappen und Siegel der Familie zeigen einen Ochsenkopf, was wohl namensgebend für den Ort war, der auch als Oissendorp, Aissendorp, Ossindorp, Ockindorp, Oyssindorp, Oyssendorp, Ochsendorp oder Ossendorff in den Quellen erscheint.
Im Mittelalter gehörte Ossendorf als Hauptort einer Unterherrschaft und Sitz eines Gerichts mit landgerichtlicher unterherrlicher Kompetenz zum Kurkölnischen Amt Hülchrath (Janssen 2008).

Auf dem Gelände des früheren Frohnhofs errichtete der Zuckerfabrikant Emil Pfeifer (1806-1889) im Jahr 1851 die erste Fabrik zur Verarbeitung von Zuckerrüben im Regierungsbezirk Köln (1901 stillgelegt und 1909 abgerissen). Dennoch verpasste Ossendorf im 19. Jahrhundert den Anschluss an die Industrialisierung (Wilhelm u.a. 2008) und war noch bis weit ins 20. Jahrhundert hinein überwiegend landwirtschaftlich geprägt.
Im Jahr 1798 zählte Ossendorf gerade einmal 160 Einwohner und 1925 erst 961, bevor die Einwohnerzahl des kleinen Orts mit dem Beginn der Tätigkeit der Gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaft Köln-Ehrenfeld ab 1930 deutlicher anstieg (3.358 Einwohner im Jahr 1946, Zahlen nach www.stadt-koeln.de).

Die Eingemeindung nach Köln erfolgte während der 5. Stadterweiterung zum 1. April 1888. Im Zuge der kommunalen Neugliederung wurde Ossendorf im Jahr 1975 Stadtteil.

Ortsbild
Im Jahr 1911 wurde in Ossendorf mit dem Flughafen Butzweilerhof der erste zivile Flughafen Kölns angelegt, der sich bis zum Zweiten Weltkrieg zum so genannten „Luftkreuz des Westens“ entwickelte und bis 1957 als Kölner Verkehrsflugplatz diente. Neben der 1969 eröffneten Justizvollzugsanstalt Köln prägen heute weiträumige Industrie- und Gewerbeflächen den Stadtteil. Das Medienzentrum „Coloneum“ aus den 1990er Jahren ist mit modernsten Produktions- und Filmstudios ausgestattet und umfasst auf insgesamt 15,7 Hektar Gelände rund 25.000 Quadratmeter Studiofläche mit 19 Studios zwischen 200 und 4.500 Quadratmeter Größe: „Neben täglichen Soaps wie Unter uns oder Alles was zählt werden auch große Abendshows wie DSDS, Das Supertalent, Big Brother oder X-Factor produziert. Serien und Filme finden den Platz für Aufnahmen.“ (de.wikipedia.org)

Verkehrstechnisch ist der Stadtteil durch mehrere Buslinien an das Kölner Stadtzentrum angebunden und die Stadtbahnlinie 5 verbindet Ossendorf und (seit Ende 2010) das Gewerbegebiet Butzweilerhof mit der Kölner Innenstadt. Der Straßenverkehr ist über die sich im Norden von Ossendorf kreuzenden Bundesautobahnen A 1 und A 57 an die weitere Umgebung angeschlossen.

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2018)

Internet
www.stadt-koeln.de: Stadtteil Ossendorf (abgerufen 18.06.2018)
www.stadt-koeln.de: Kölner Stadtteilinformationen. Einwohnerzahlen 2017 (PDF-Datei; 1,80 MB, Stand 31.12.2017, abgerufen 18.06.2018)
www.stadt-koeln.de: Kölner Stadtteile in Zahlen, 2. Jahrgang 2010 (PDF-Datei; 1,62 MB, abgerufen 18.06.2018)
de.wikipedia.org: Ossendorf (Köln) (abgerufen 18.06.2018)

Literatur

Groten, Manfred; Johanek, Peter; Reininghaus, Wilfried; Wensky, Margret / Landschaftsverband Rheinland; Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.) (2006)
Handbuch der Historischen Stätten Nordrhein-Westfalen. HbHistSt NRW, Kröners Taschenausgabe, Band 273, 3. völlig neu bearbeitete Auflage. S. 585 u. 608, Stuttgart.
Janssen, Wilhelm (2008)
Die Entwicklung des Territoriums Kurköln. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, V.14-15.) S. 32, Köln.
Wilhelm, Jürgen (Hrsg.) (2008)
Das große Köln-Lexikon (2. Auflage). S. 343, Köln.

Stadtteil Köln-Ossendorf

Schlagwörter
Ort
50827 Köln - Ossendorf
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn vor 980
Koordinate WGS84
50° 58′ 46,74″ N, 6° 53′ 33,93″ O / 50.97965°, 6.89276°
Koordinate UTM
32U 352077.88 5649675.54
Koordinate Gauss/Krüger
2562739.91 5649762.17

Empfohlene Zitierweise

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Empfohlene Zitierweise
„Stadtteil Köln-Ossendorf”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-281100 (Abgerufen: 20. Oktober 2018)
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