Benediktinerabtei St. Heribertus in Deutz

Abtei Alt St. Heribert Deutz

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Gebäude der ehemaligen Abtei Deutz mit der Abteikirche (2013)

    Gebäude der ehemaligen Abtei Deutz mit der Abteikirche (2013)

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    Lagodny, Fabian
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  • Lanxess Tower in Köln (vormals Lufthansa-Hochhaus), rechts davon die Benediktinerabtei St. Heribertus in Deutz und die Deutzer Brücke über den Rhein (2014)

    Lanxess Tower in Köln (vormals Lufthansa-Hochhaus), rechts davon die Benediktinerabtei St. Heribertus in Deutz und die Deutzer Brücke über den Rhein (2014)

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  • Blick auf das Hauptverwaltungsgebäude des LVR in Köln-Deutz - das sogenannte Landeshaus, links Gebäude der früheren Abtei Deutz. Im Hintergrund sind die Hohenzollernbrücke und der Kölner Dom zu sehen (2009).

    Blick auf das Hauptverwaltungsgebäude des LVR in Köln-Deutz - das sogenannte Landeshaus, links Gebäude der früheren Abtei Deutz. Im Hintergrund sind die Hohenzollernbrücke und der Kölner Dom zu sehen (2009).

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  • Die Abteikirche der früheren Benediktinerabtei St. Heribertus in Köln-Deutz (2013).

    Die Abteikirche der früheren Benediktinerabtei St. Heribertus in Köln-Deutz (2013).

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Patrozinium: Salvator und Maria, seit der Mitte des 11. Jahrhunderts Heribert.
Orden: Benediktinerabtei (Männerkloster).
Geschichte (Gründung und Entwicklung bis um 1200):
Von Erzbischof Heribert (um 970-1021, Erzbischof von Köln 999-1021) 1002 in Absprache mit Kaiser Otto III. gegründet. Erster Abt stammte aus Gladbach und führte die lothringische Reform von Gorze ein; der Übergang zur fruttuarisch-cluniazensischen Reform fand erst zu Beginn des 12. Jahrhunderts von Siegburg aus Eingang. Zu dieser Zeit trug der Konvent zu einer theologischen (nicht-scholastischen) Blüte erheblich bei (Abt Rupert von Deutz).
Das Kloster verzeichnete einen weit gestreuten Besitz von der Nahe bis zur niederländischen Grenze, darunter durch Erzbischof Heribert 12 Pfarrkirchen im Umkreis von Köln und nördlich davon sowie durch Erzbischof Pilgrim (um 985-1036, Erzbischof von Köln 1021-1036) 9 Pfarrkirchen zumeist zwischen Ruhr und Lippe. Die Grafen von Berg sind im 11. und 12. Jahrhundert als Vögte der Abtei belegt (Engels 2006).

Gegründet 1002/03 (Benediktiner), aufgehoben 1803 (Bönnen / Hirschmann 2006).

Nach der Auflösung der Abtei – die Güter fielen als Domänenbesitz an das Herzogtum Berg – wurde die ehemalige Klosterkirche zur Deutzer Pfarrkirche. 1896 entstand die nur wenig entfernt im Zentrum von Deutz gelegene, „der rheinischen Spätromantik verpflichtete dreischiffige Basilika“ der Pfarrkirche Neu St. Heribert (der so genannte „Düxer (Deutzer) Dom“), in der sich seitdem der goldgeschmiedete Schrein mit den Gebeinen des als heilig verehrten Heribert aus dem 12. Jahrhundert befindet.
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Abteigebäude weitestgehend zerstört; einzig Teile des Erdgeschosses und des romanischen Gewölbekellers mit Überresten des römischen Kastells blieben erhalten. Erst in den 1970er Jahren wurde das Kloster „weitgehend in der Barockform des 17. Jahrhunderts“ wieder aufgebaut.
Heute befindet sich im Klostergebäude seit den 1970er Jahren eine Senioreneinrichtung der Caritas und die frühere Klosterkirche ist Gotteshaus der griechisch-orthodoxen Gemeinde Kölns (Zitate nach Flock 2009).

Bedeutung der Abtei Deutz für die Region
Die Abtei wirkt besonders durch ihre Vielzahl an Besitztümern auf die Region, beispielsweise auf den Königsforst und dessen Forstwirtschaft. Möglicherweise leitet sich der Name der Altstraße „Brüderstraße“, die von Deutz aus ins Bergische Land verläuft, sogar von der Abtei ab. Diese Verbindung wurde von den Mönchen zum Missionieren und als Transportweg genutzt. Des Weiteren stand ihr seit der Gründung der Zehnt aus den umliegenden Höfen in Deutz, Kalk, Merheim, Ostheim und der Region zu. Sie bildete über viele Jahrhunderte hin das religiöse Zentrum von Deutz und beeinflusste dessen Entwicklung entscheidend mit. Durch die Abtei Deutz wurde das Geschlecht der Grafen von Berg in der Region besonders gefestigt und gefördert. Deren Machtaufstieg beruht auf der Berufung des ersten Grafen von Berg zum Vogt über die Abtei. Der Aufstieg der Grafen von Berg steht auch in Zusammenhangen mit der Burg Bensberg, wo diese als Landesherren ab dem 13. Jahrhundert residierten.

(LVR-Redaktion KuLaDig, 2011 / Fabian Lagodny, Universität Bonn, 2013)

Internet
de.wikipedia.org: Abtei Deutz (abgerufen 30.07.2013)
www.rheinische-geschichte.lvr.de: Siegburger Reform (abgerufen 02.01.2017)
www.rheinische-geschichte.lvr.de: Heribert (circa 970-1021), Erzbischof von Köln 999-1021 (abgerufen 12.01.2017)

Literatur

Bönnen, Gerold; Hirschmann, Frank G. (2006)
Klöster und Stifte von um 1200 bis zur Reformation. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, IX.3.) Bonn.
Engels, Odilo (2006)
Klöster und Stifte von der Merowingerzeit bis um 1200. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, IX.2.) Bonn.
Flock, Ilse (2009)
Vom römischen Kastell zum Stadtteil von Köln. Deutz: 310-2010. (Rechtsrheinisches Köln, Jahrbuch für Geschichte und Landeskunde 34.) S. 91-117. S. 103-109, Köln.
Fußbroich, Helmut (2011)
St. Heribert in Köln-Deutz (3. neu bearbeitete Auflage). (Rheinische Kunststätten 535.) Köln.

Benediktinerabtei St. Heribertus in Deutz

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Urbanstraße
Ort
50679 Köln - Deutz
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1002, Ende 1803
Koordinate WGS84
50° 56′ 18,3″ N, 6° 58′ 11,24″ O / 50.93842°, 6.96979°
Koordinate UTM
32U 357358.52 5644939.19
Koordinate Gauss/Krüger
2568209.83 5645243.66

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„Benediktinerabtei St. Heribertus in Deutz”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-13309-20110714-12 (Abgerufen: 11. Dezember 2017)
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