Bergische Heideterrasse

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
  • Übersichtskarte der Bergischen Heideterrasse (2016)

    Übersichtskarte der Bergischen Heideterrasse (2016)

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  • Königsfarn in den Bruchwäldern der Krüdersheide bei Solingen (2010)

    Königsfarn in den Bruchwäldern der Krüdersheide bei Solingen (2010)

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  • Birkenbruchwald in der Krüdersheide bei Solingen (2010)

    Birkenbruchwald in der Krüdersheide bei Solingen (2010)

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  • Baggersee im Naturschutzgebiet Dellbrücker Heide in Köln-Dellbrück (2012).

    Baggersee im Naturschutzgebiet Dellbrücker Heide in Köln-Dellbrück (2012).

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  • Sumpfbinsenflur in einem verlandenden Teich im Lohmarer Wald (2013)

    Sumpfbinsenflur in einem verlandenden Teich im Lohmarer Wald (2013)

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  • Blick auf die Fliegenbergheide in der südlichen Wahner Heide (2013).

    Blick auf die Fliegenbergheide in der südlichen Wahner Heide (2013).

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Die wertvolle Natur dieses besonderen Landschaftsraumes wird vor allem in den Naturschutzgebieten der Bergischen Heideterrasse bewahrt und ist geprägt von Trocken- und Sandheiden, Feuchtheiden, Heidemooren, Moorwald, Eichen-Birkenwald und kleineren nährstoffarmen Heideweihern. Sie bieten zahlreichen seltenen Tier- und Pflanzenarten, wie der Großen Moosjungfer, dem Gagelstrauch oder der Heidenelke, einen Lebensraum. Zwischen den Schutzgebieten liegen Wälder, Wiesen und Ackerflächen, interessante Bauwerke von historischer Bedeutung, wie Wasserburgen und Kotten, aber auch größere Siedlungsbereiche, wie Köln-Dellbrück oder Bergisch Gladbach.

Die Terrassenlandschaft der Bergischen Heideterrasse aus Haupt-, Mittel- und Niederterrasse entstand im Pleistozän, also im Zeitraum von vor 2,5 Millionen Jahren bis etwa 9660 vor Christus, im Wechsel der Eiszeiten und Zwischeneiszeiten durch die vom Rhein herangeführten Sande und Kiese. Auf diese wurden nachfolgend durch Wind und Wasser weiterhin Deckschichtmaterialien aufgelagert. Der Sockel des im Devon, also vor rund 419 bis 359 Millionen Jahren, gebildeten Grundgebirges tritt nur stellenweise zu Tage ebenso wie flachgelagerte sandige und zum Teil auch tonige Tertiärschichten, gebildet vor 65 bis 2,6 Millionen Jahren, als durch Absenkung der Niederrheinischen Bucht das Meer bis an den Rand des Mittelgebirges reichte. Daher sind an der Bodenbildung der Bergischen Heideterrasse überwiegend die locker aufliegende Sande und Kiese und weniger die Verwitterungsprodukte des anstehenden verfestigten Gesteins beteiligt. Als nährstoffarme Ausgangsmaterialien haben sie vor allem tiefgründige, nährstoffarme Böden entstehen lassen.

Zusammen mit dem Klima, das im Bereich der Bergischen Heideterrasse atlantisch geprägt ist und somit milde Winter- und ausgeglichene Sommertemperaturen sowie eine relativ gleichmäßige Verteilung der Niederschläge über das ganze Jahr hinweg aufweist, bedingen diese Böden eine spezialisierte und heute besonders gefährdete Flora und Fauna.

Auch die Nutzung der Bergischen Heideterrasse durch den Menschen beeinflusste das Landschaftsbild und die hier vorkommenden Tier- und Pflanzenarten entscheidend. Bis zum Mittelalter war der Landstrich über Jahrhunderte unbesiedelt und von verschiedenen Waldgesellschaften geprägt. Erst in der darauffolgenden Zeit wurden im Zuge der Besiedelung Wälder abgeholzt und große Offenlandbereiche entstanden, die überwiegend von Heide bewachsen waren. Daneben existierten Bruch- und Moorwälder in besonders nassen und unzugänglichen Bereichen. Die Heideflächen wurden überwiegend als Weiden für das Vieh genutzt, aber auch das Militär beanspruchte Bereiche der Bergischen Heideterrasse für sich um Übungsflächen einzurichten. In anderen Bereichen wiederum wurden Sand und Kies abgebaut. Auch Mühlen und Kotten entstanden an den Bächen und Flüssen, die das Gebiet durchqueren. Als die Bevölkerung der umliegenden Städte die Heideterrasse für sich als Naherholungsziel entdeckte, wurden diese teilweise in Gaststätten umfunktioniert. Anfang letzten Jahrhunderts begannen auf der Bergischen Heideterrasse jedoch großflächige Entwässerungsmaßnahmen und Aufforstungen und auch die Bebauung nahm zu.

Heute finden sich kleinere Heideflächen und Bruchwälder daher vorwiegend in den Naturschutzgebieten und die Bergische Heideterrasse ist, auch aufgrund fehlender Beweidung der restlichen Offenlandbereiche, wieder überwiegend bewaldet.

Etwa seit den achtziger Jahren erfolgte dann ein erneutes Umdenken. Um die Artenvielfalt der Heide- und Bruchwaldbiotope zu bewahren, wird heute zunehmend versucht, diese Lebensräume durch Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen zu erhalten und aufzuwerten. Entwässerungsgräben werden im Zuge dessen wieder verschlossen und standortfremde Baumarten entfernt, sodass Standorte von Heide und Bruchwald wieder zunehmen. Weitere Maßnahmen, wie Veränderungen des Wegenetzes oder das Anlegen von Teichen, kommen hinzu. Um der fortschreitenden Zerschneidung des Gebietes entgegenzuwirken werden solche Maßnahmen auch außerhalb der Naturschutzgebiete umgesetzt. Die dadurch entstehenden sogenannten Trittsteinbiotope verbessern die Vernetzung der verbliebenen Lebensräume. Dies ist wichtig, um Tier- und Pflanzenarten den Wechsel beziehungsweise die Verbreitung von einem Gebiet in ein anderes zu ermöglichen und so der genetischen Verarmung und letztendlich dem Aussterben der Populationen entgegenzuwirken. Beweidung soll heute wieder wie einst die Flächen offen halten und das Vorkommen bestimmter Pflanzen- und damit auch Tierarten begünstigen.

Nach wie vor sind die einzelnen Teilgebiete der Bergischen Heideterrasse ein beliebtes Naherholungsziel und es existieren zahlreiche Angebote für Besucher, wie Informationszentren, Exkursionen, Biotoppflegeeinsätze zum Mitmachen, Informationstafeln und Lehrpfade.

(Biologische Station Mittlere Wupper, Erstellt im Rahmen des Projektes „Leitarten und Lebensräume der Bergischen Heideterrasse“. Ein Projekt des LVR-Netzwerks Landschaftliche Kulturpflege, 2016)

Internet
www.bergische-heideterrasse.net: Die Bergische Heideterrasse (abgerufen 21.11.2016)

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„Bergische Heideterrasse”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/SWB-261868 (Abgerufen: 20. August 2018)
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