Historisches Kaisersesch

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
  • Die frühere Gaststätte "Alt Esch" in der Koblenzer Straße in Kaisersesch (Aufnahme vermutlich 1980er Jahre).

    Die frühere Gaststätte "Alt Esch" in der Koblenzer Straße in Kaisersesch (Aufnahme vermutlich 1980er Jahre).

    Copyright-Hinweis:
    Urheber unbekannt
    Fotograf/Urheber:
    unbekannt
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Hinweisschild am früheren kurtrierischen Amtshaus und Burgmannenhaus Kaisersesch, dem alten Gefängnis "Büllesje" (2015).

    Hinweisschild am früheren kurtrierischen Amtshaus und Burgmannenhaus Kaisersesch, dem alten Gefängnis "Büllesje" (2015).

    Copyright-Hinweis:
    Knöchel, Franz-Josef / CC-BY-NC-SA 3.0
    Fotograf/Urheber:
    Franz-Josef Knöchel
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Historischer Ortskern in Kaisersesch mit der katholischen Pfarrkirche Sankt Pankratius in der Bildmitte, dem alten Gefängnis "Büllesje" links und dem alten Kinosaal rechts im Bild (2015).

    Historischer Ortskern in Kaisersesch mit der katholischen Pfarrkirche Sankt Pankratius in der Bildmitte, dem alten Gefängnis "Büllesje" links und dem alten Kinosaal rechts im Bild (2015).

    Copyright-Hinweis:
    Knöchel, Franz-Josef / CC-BY-NC-SA 3.0
    Fotograf/Urheber:
    Franz-Josef Knöchel
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Ansichtskarte von Kaisersesch um 1940: Totalansicht des Ortes (vom östlich gelegenen "Heideberg" aus) und der erhaltene Turm der mittelalterlichen Stadtbefestigung.

    Ansichtskarte von Kaisersesch um 1940: Totalansicht des Ortes (vom östlich gelegenen "Heideberg" aus) und der erhaltene Turm der mittelalterlichen Stadtbefestigung.

    Copyright-Hinweis:
    Urheber unbekannt
    Fotograf/Urheber:
    unbekannt
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Das Gerichtssiegel des Schöffengerichts Kaisersesch aus dem 16. Jahrhundert (2012).

    Das Gerichtssiegel des Schöffengerichts Kaisersesch aus dem 16. Jahrhundert (2012).

    Copyright-Hinweis:
    CC-BY-SA 3.0 / Franz-Josef Knöchel
    Fotograf/Urheber:
    Knöchel; Franz-Josef
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
Stadt- und Pfarrgeschichte
Der Ort Kaisersesch wurde wenige Jahre vor der Verleihung der Stadtrechte im Jahr 1321 mit einer Stadtmauer befestigt. Von der Befestigung ist bis auf wenige Mauerreste und dem in der heutigen Straße Hinter der Mauer gelegenen Rundturm, der „Alte Turm“ nichts erhalten. Der Verlauf der Mauer lässt sich jedoch anhand der im Ort verlaufenden alten Straßenzüge noch bedingt rekonstruieren.
Die katholische Kirche ist dem heiligen Pankratius geweiht, einem römischen Märtyrer der frühen christlichen Kirche. Im Mittelalter gehörte Kaisersesch ursprünglich zum Hambucher Pfarrbesitz der Benediktinerabtei Prüm.

Stadtrecht
Das damalige Dorf Esch erhielt 1321 von König Ludwig IV. dem Bayern (1281/82-1347, Römisch-deutscher Kaiser ab 1328) Marktrecht und sonstige Freiheiten nach dem Frankfurter Stadtrecht, wonach allmählich „Kaisers“ im Ortsnamen auftaucht. Die Stadtrechte gingen unter der französischen Herrschaft verloren, erst zum 22. November 1997 erhielt Kaisersesch die Stadtrechte zurück (vgl. den Eintrag zur Stadtbefestigung).

Judentum
Vermutlich seit Mitte des 19. Jahrhunderts ließen sich Juden in Kaisersesch nieder. Als Spuren der jüdischen Kultur und Geschichte sind im Ort der Judenfriedhof und das Gebäude der früheren Betstube erhalten (vgl. die entsprechenden Einträge).

Jüngere Entwicklung
In seiner jüngeren Geschichte stand Kaisersesch in den 1980er Jahren durch zwei Bauvorhaben im Fokus der Öffentlichkeit, die letztlich beide nicht realisiert wurden:
Zunächst war 1982/83 im Pommerbachtal zwischen den beiden nahe gelegenen Dörfern Hambuch und Illerich eine Wiederaufbereitungsanlage für Kernbrennstoffe (WAA) geplant. Aufgrund des örtlichen Widerstands zog die Deutsche Gesellschaft für Wiederaufarbeitung von Kernbrennstoffen (DWK) jedoch nach neun Monaten ihre Pläne zurück (Hennig 2011, S. 589). Die WAA sollte nun im bayrischen Wackersdorf gebaut werden, wo das endgültige „Aus“ für eine deutsche WAA schließlich 1989 kam.
Im Jahr 1987 scheiterten dann Planungen des Landes Rheinland-Pfalz zur Errichtung einer Sondermüll-Verbrennungsanlage im Kaisersescher Industriegebiet ebenfalls an der Gegenwehr der Bevölkerung.

Überregional bekannt war Kaisersesch nicht zuletzt auch durch die „Kult-Discothek“ Musicalbox. Die 2015 geschlossene ehemals zweitgrößte Diskothek in Rheinland-Pfalz zog in den 1980/90er Jahren Besucher von weit her an.

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2012/2017)

Internet
www.kaisersesch.org: Kaisersesch - Geschichte & Kultur (abgerufen 01.10.2015)

Literatur

Hennig, Joachim (2011)
„Das ‚verrückte‘ Kernkraftwerk am Rhein“ – das AKW Mülheim-Kärlich im Spiegel der Rechtsprechung und der Presse. In: Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte 37, S. 525-612. o. O.
Reuter, Ursula (2007)
Jüdische Gemeinden vom frühen 19. bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, VIII.8.) Bonn.
Wensky, Margret (2008)
Städte und Freiheiten bis 1500. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, VI.2.) S. 50-51, Bonn.

Historisches Kaisersesch

Schlagwörter
Fachsichten
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde

Empfohlene Zitierweise

Urheberrechtlicher Hinweis
Der hier präsentierte Inhalt ist urheberrechtlich geschützt. Die angezeigten Medien unterliegen möglicherweise zusätzlichen urheberrechtlichen Bedingungen, die an diesen ausgewiesen sind.
Empfohlene Zitierweise
„Historisches Kaisersesch”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/SWB-217270 (Abgerufen: 15. Dezember 2017)
Seitenanfang