Synagoge Kaisersesch

Bethaus „Judenschule“, heute Wohnhaus

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Kaisersesch
Kreis(e): Cochem-Zell
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Ehemaliges Synagogengebäude in Kaisersesch in einer Aufnahme aus den 1970er Jahren

    Ehemaliges Synagogengebäude in Kaisersesch in einer Aufnahme aus den 1970er Jahren

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  • Ehemalige Synagoge in Kaisersesch, das Gebäude wurde nach den 1970er Jahren um ein Stockwerk erhöht (2012).

    Ehemalige Synagoge in Kaisersesch, das Gebäude wurde nach den 1970er Jahren um ein Stockwerk erhöht (2012).

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  • Das frühere Synagogengebäude bzw. Bethaus (die so genannte „Judenschule“, heute Wohnhaus) in Kaisersesch, Ansicht von der Koblenzerstraße aus (2015).

    Das frühere Synagogengebäude bzw. Bethaus (die so genannte „Judenschule“, heute Wohnhaus) in Kaisersesch, Ansicht von der Koblenzerstraße aus (2015).

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  • Koblenzerstraße in Kaisersesch: links hinter dem renovierten Bruchsteinhaus das frühere Synagogengebäude bzw. jüdische Bethaus (2015).

    Koblenzerstraße in Kaisersesch: links hinter dem renovierten Bruchsteinhaus das frühere Synagogengebäude bzw. jüdische Bethaus (2015).

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  • Tafel zum Gedenken an die jüdischen Mitbürger an der Alten Schule in Kaisersesch (2012).

    Tafel zum Gedenken an die jüdischen Mitbürger an der Alten Schule in Kaisersesch (2012).

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  • Gedenktafel zur Deportation der Kaisersescher Juden am 30.04.1942 an der Molkerei in der Alten Cochemer Straße (2012)

    Gedenktafel zur Deportation der Kaisersescher Juden am 30.04.1942 an der Molkerei in der Alten Cochemer Straße (2012)

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Die jüdische Gemeinde in Kaisersesch seit dem frühen 19. Jahrhundert:
Vermutlich seit Mitte des 19. Jahrhunderts ließen sich Juden in Kaisersesch nieder. In den 1930er Jahren gehörten zur Synagogengemeinde Kaisersesch auch Düngenheim, Hambuch, Illerich und Müllenbach.
Gemeindegröße um 1815: –, um 1880: 31 (1885), 1932: 50 / 39 (1925) / 27 (1939), 2006: – (Reuter 2007).

Harald Wagener nennt zudem 13 jüdische Einwohner für das Jahr 1856 (Wagener 1992, S. 4), die gleiche Zahl nennt alemannia-judaica.de für das Jahr 1858 (bei seinerzeit insgesamt 1.003 Einwohnern in Kaisersesch).

Bethaus / Synagoge:
Vermutlich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde ein Kaisersescher Wohnhaus an der damaligen Hauptstraße zur Synagoge („Judenschule“) umgebaut.
„Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge durch SA-Leute aus Cochem und Nationalsozialisten aus Kaisersesch demoliert. Die Fenster wurden eingeschlagen, die Inneneinrichtung zerstört. Nach 1945 wurde das Gebäude an einen Privatmann verkauft, der es zu einem Wohnhaus umbaute.“ (alemannia-judaica.de)
Die früher unter alemannia-judaica.de gemachte Angabe „Später stand das Gebäude leer und wurde schließlich abgebrochen“ (ebd., Stand 26.11.2012, mittlerweile korrigiert) ist über den Vergleich eines Fotos aus den 1970er Jahren und aktueller Aufnahmen dahingehend zu berichtigen, dass das Haus später nicht abgebrochen sondern umfassend umgebaut und dabei um ein Stockwerk erhöht wurde. Die Eingangstür in der Balduinstraße und die Fenster im ersten und zweiten Stockwerk lassen dies am heute nach wie vor als Wohnhaus genutzten Gebäude noch deutlich erkennen.

Die zu diesem Zeitpunkt noch verbliebenen Juden aus Kaisersesch und den umliegenden Ortschaften (darunter auch Düngenheim und Binningen) wurden 1938 im Haus von Moritz Siegler, einem Bauern und Viehhändler, in der Hambucher Straße auf engstem Raum „zusammengeführt“; im so genannten „Judenhaus“ lebten 1939 27 jüdische Personen (alemannia-judaica.de). Wagener hingegen beschreibt dies erst für einen späteren Zeitpunkt (offenbar Anfang 1942):
„Schon Wochen vor der Deportation wurden die 16 Juden aus Kaisersesch zusammen mit 4 Mitgliedern der Familie Hessel aus Hambuch, 2 Mitgliedern der Familie Davids aus Dügenheim und ca. 15 Juden aus Binningen, bei denen es sich um die Familien Haas, Schmitz und Marx handeln könnte, die im Gedenkbuch der Bundesregierung als aus Binningen deportierte Juden registriert sind, im Haus von Moritz Siegler in der Hambucher Straße untergebracht.“ (Wagener 1992, S. 12)
Am 30. April 1942 wurden die Juden dann über Cochem und Koblenz in Vernichtungslager deportiert – den überlieferten Sterbeorten nach wurden sie in Konzentrationslagern im Osten ermordet (Minsk, Lodz und andere Orte).

An der alten Molkerei in der Cochemer Straße erinnert daran eine auf private Initiative hin errichtete Gedenktafel, ebenso gibt es eine Gedenktafel der Ortsgemeinde an der Alten Schule. Beide Tafeln wurden 1992 angebracht.

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2012/13)

Internet
www.alemannia-judaica.de: Synagoge Kaisersesch (abgerufen 26.11.2012)
www.alemannia-judaica.de: Jüdischer Friedhof Kaisersesch (abgerufen 26.11.2012)

Literatur

Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (2005)
Synagogen Rheinland-Pfalz - Saarland: "... und dies ist die Pforte des Himmels". (Gedenkbuch der Synagogen in Deutschland; 2.) S. 196-197, Mainz.
Reuter, Ursula (2007)
Jüdische Gemeinden vom frühen 19. bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, VIII.8.) S. 53, Bonn.
Wagener, Harald (1992)
Die Geschichte der Juden in Kaisersesch (Schülerfacharbeit Megina Gymnasium Mayen 1992). o. O.

Synagoge Kaisersesch

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Balduinstraße / Koblenzer Straße
Ort
56759 Kaisersesch
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1840 bis 1890, Ende nach 1938
Koordinate WGS84
50° 13′ 54,26″ N, 7° 08′ 32,72″ O / 50.23174°, 7.14242°
Koordinate UTM
32U 367518.05 5566047.87
Koordinate Gauss/Krüger
2581555.43 5566809.9

Empfohlene Zitierweise

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Empfohlene Zitierweise
„Synagoge Kaisersesch”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-57777-20121126-2 (Abgerufen: 15. November 2018)
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