Stadtteil Essen-Werden

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Essen (Nordrhein-Westfalen)
Kreis(e): Essen (Nordrhein-Westfalen)
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Abtei Werden, Ansicht des ehemaligen Klostergebäudes, heute Folkwanghochschule (Aufnahme Mitte 1970er Jahre)

    Abtei Werden, Ansicht des ehemaligen Klostergebäudes, heute Folkwanghochschule (Aufnahme Mitte 1970er Jahre)

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  • Eintragungskarte der Abtei Werden als Bodendenkmal in die Denkmalliste der Stadt Essen (1998).

    Eintragungskarte der Abtei Werden als Bodendenkmal in die Denkmalliste der Stadt Essen (1998).

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Herrschaft und Territorium
Die nur wenige hundert Meter südwestlich von Werden am Pastoratsberg gelegenen frühmittelalterlichen Ringwallanlagen Alteburg und Pastoratsberg/Herrenburg sind frühe Zeugnisse der früheren Besiedlung, sie dienten als Fluchtburg für die im Tal der Ruhr gelegenen Gutshöfe.

Die Anfänge der Stadt sind eng mit der Entwicklung des Klosters verbunden, als dessen Gründungsort Werden am 18. Januar 799 im Zuge der Schenkung an den Abt Liudger erstmals erwähnt wird („tradidi omnem partem hereditatis mee in loco ... Uurethinum … Liudgeri abbati“). Auch spätere Erwähnungen im 9. und 10. Jahrhundert nennen den Ort stets zusammen mit dem „monasterium“: zunächst noch „Sanctus Liudgerus“ (809-14), dann ab 877 „Uuiridine“, „Uuiridina“, „Werdina“, „Uuerthina“, „Werthina“ u.ä. (Flach 2008, S. 136-137 u. Stüwer 1980). Die Entwicklung der Siedlung zur Stadt setzte im 12. Jahrhundert ein.

Die Stadt Werden
Obgleich Edith Ennen Werden an gleicher Stelle als „Klosterstadt“ bezeichnet, berücksichtigt sie die Siedlung nicht in ihrer Aufstellung der Rheinischen Städte bis 1250 – also als einen jener Orte, „die in wirtschaftlicher, verfassungsrechtlicher und fortifikatorischer Hinsicht zu diesem Zeitpunkt mittelalterliche Städte waren“. Der Werdener Abt verfügte zwar seit 974 über Markt- und Münzrecht und seit dem 11. Jahrhundert ist auch ein Nahmarkt belegt, ferner wird Werden 1150 als „civitas“ bezeichnet und 1231 als „opidum“ – doch erfolgte erst 1256 für die „concives Werdinenses“ eine Bestätigung der älteren Freiheitsrechte durch den Klostervogt Graf Otto von Altena („libertatem quam sub nobis et antecessorum temporibus possederant …“). Graf Engelbert III. von der Mark verleiht dann 1371 Rechte und Freiheiten an die „burgeren“ und räumt ein Jahr später ein, dass ihm außer der Vogtei keine weiteren Rechte in Werden zustehen.

Für das späte Mittelalter bezeichnet Margret Wensky Werden als „gewachsene Stadt klösterlichen Ursprungs“ mit einer Endphase der Stadtentwicklung im 13. und 14. Jahrhundert. In diese Epoche fällt die erste Befestigung (vor 1317) und eine anschließende Erweiterung sowohl der Siedlung wie auch des diese umgebenden Mauerrings mit vier Toren; zu diesem Zeitpunkt sind Jahr- und Wochenmärkte bezeugt. (Ennen 1982, S. 3 u. 14 und Wensky 2008, S. 75)

Nach der Aufhebung des Stifts durch die Säkularisation 1802/03 und einer kurzen Phase der Zugehörigkeit zum napoleonischen Großherzogtum Berg (1808-1815) wurde Werden 1815/16 preußisch (1857 Verleihung der Rheinischen Städteordnung).

Im Zuge der Neugründung des Landkreises Essen wurde 1857 die Gemeinde Werden-Land gebildet und zunächst vom Bürgermeister der Stadt Werden in Personalunion verwaltet. 1904 wurde die Heidhausen, Fischlaken, Hamm, Holsterhausen und Klein-Umstand umfassende eigenständige Bürgermeisterei Werden-Land gebildet, deren Gebiet bei der Auflösung des Landkreises Essen 1929 zur Stadt Essen eingemeindet wurde. Heute gehört Werden als Stadtteil 29 zum Stadtbezirk IX der kreisfreien Stadt Essen im Regierungsbezirk Düsseldorf (Seibert 2002 und Handbuch 2006, S. 349-351).

Ortsname
Sowohl im Althochdeutschen als auch im Mittelniederdeutschen ist werd als Ufer, Insel, hochwasserfreier Ort zu verstehen. Bereits 799 hat Werden die Bedeutung einer Örtlichkeit an einem „(Bach entlang einer) erhöhten, geschützten Stelle“ erlangt (www.essen.de).

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2010)

Internet
www.essen.de: Namensdeutung (Abgerufen 28.01.2010).

Literatur

Ennen, Edith (1982)
Rheinisches Städtewesen bis 1250. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, VI.1.) S. 3 u. 14, Köln.
Flach, Dietmar (2008)
Reichsgut 751-1024. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, V.17.) S. 136-137, Bonn.
Groten, Manfred; Johanek, Peter; Reininghaus, Wilfried; Wensky, Margret / Landschaftsverband Rheinland; Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.) (2006)
Handbuch der Historischen Stätten Nordrhein-Westfalen. HbHistSt NRW, Kröners Taschenausgabe, Band 273, 3. völlig neu bearbeitete Auflage. S. 349-351, Stuttgart.
Seibert, Hubertus (2002)
Artikel "Werden". In: Lexikon des Mittelalters 8, S. Sp. 2196-2197. München.
Stüwer, Wilhelm (1980)
Die Reichsabtei Werden an der Ruhr. (Germania Sacra, N.F. 12 / Erzbistum Köln 3.) Berlin, New York.
Wensky, Margret (2008)
Städte und Freiheiten bis 1500. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, VI.2.) S. 75, Bonn.

Stadtteil Essen-Werden

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 799
Koordinate WGS84
51° 23′ 10,99″ N, 6° 59′ 33,16″ O / 51.38639°, 6.99254°
Koordinate UTM
32U 360317.08 5694706.31
Koordinate Gauss/Krüger
2569136.34 5695100.37

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„Stadtteil Essen-Werden”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-FJK-20100511-0012 (Abgerufen: 24. September 2017)
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