Tuchfabrik Feulgen in Werden

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Denkmalpflege
Gemeinde(n): Essen (Nordrhein-Westfalen)
Kreis(e): Essen (Nordrhein-Westfalen)
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Die Tuchfabrik Feulgen geht auf die Gründung einer Baumwollspinnerei von 1818 zurück. Seit 1830 wurden in der Werdener Marktstraße auch Tuche produziert. Die Fabrikanlage an der Ruhr entstand 1868 und wurde direkt neben dem Wohnhaus von Otto Feulgen durch den Maurermeister Bernhard Frielingsdorf errichtet.
Technisches Kern- und Glanzstück war eine 60 PS-Dampfmaschine der Maschinenfabrik Buckow/Magdeburg. Ein gleicher Maschinentyp war von Buckow auf der Pariser Weltausstellung präsentiert worden und hatte dort eine Auszeichnung erhalten. 1950-52 wurde das Fabrikgebäude um einen 10-Achsen langen Trakt in Stahlbeton nach Süden erweitert. Zur Straße entstand ein niedrigerer Flügelbau für Büros. Nach langjähriger Mindernutzung wurde der Komplex 2000-2001 für 41 Eigentumswohnungen in verschiedenen Größen umgebaut. Zentrales Bauwerk der historischen Fabrikanlage ist der parallel zur Ruhr errichtete viergeschossige Backsteinbau mit Satteldach. Die stichbogigen Fenster werden über dem Sturz von halbsteinstarken Streifen begleitet. Die kleinteiligen Metallsprossenfenster wurden im Zuge des Umbaus durch gleichartige Fenster ersetzt. Unter der Traufe erstreckt sich ein gestuftes Konsolgesims mit quadratischen, methophenartigen Eintiefungen zwischen den Konsolen. An den Gebäudeecken befinden sich ursprünglich über die Traufe hinausreichende Ecktürmchen auf Natursteinkonsolen. Der Ortgang nach Süden ist mit einem Treppenfries verziert. Zur Ruhr sind die beiden Endachsen des Gebäudes risalitartig vorgezogen. Die Fenster sind hier zwillingsweise zusammengefasst. Der südliche Risalit kennzeichnete den hier befindlichen Maschinenraum mit der Dampfmaschine. Der Nordrisalit zeigte die Lage des Treppenhauses an. Die Innenkonstruktion bestand aus Gusseisenstützen und gewalzten Stahlträgern. Telleranker in der Fassade verdeutlichen im Außenbau die Lage der Geschoßdecken.
Zum Ursprungsbau gehört das rechtwinklig an den Hauptbau angefügte Kesselhaus (als Ruine erhalten) und der Schornstein mit vierseitigem Sockel und achteckigem Schaft.
Mit dem Umbau der Fabrik in Eigentumswohnungen wurden auf der Flussseite an der Fassade Balkone in Stahlkonstruktion addiert. Zur Straße Neukircher Mühle entstand ein separater Treppenhausturm in neuzeitlichen Formen.
Das Objekt Tuchfabrik Feulgen ist ein eingetragenes Baudenkmal (Denkmalliste Essen, laufende Nr. 897, Eintragungstext siehe PDF-Datei in der Mediengalerie).

(Walter Buschmann, 2010)

Literatur

Fischer, Ludger (1996)
Bau- und Kunstdenkmäler in Essen-Werden. Essen.
Flügge, Wilhelm (1886)
Chronik der Stadt Werden. Von der Gründung bis zur Gegenwart, Band 1. Düsseldorf.

Tuchfabrik Feulgen in Werden

Schlagwörter
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kein
Fachsicht(en)
Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Archivauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1868
Koordinate WGS84
51° 23′ 40,29″ N, 7° 00′ 3,83″ O / 51.39453°, 7.00106°
Koordinate UTM
32U 360934.59 5695595.25
Koordinate Gauss/Krüger
2569717.08 5696014.03

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„Tuchfabrik Feulgen in Werden”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-WBuschmann-20100323-0001 (Abgerufen: 17. August 2017)
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