Neukircher Mühle in Werden

Weiße Mühle

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Denkmalpflege
Gemeinde(n): Essen (Nordrhein-Westfalen)
Kreis(e): Essen (Nordrhein-Westfalen)
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Schon im 18. Jahrhundert ist die Neukircher Mühle in Karten enthalten. Mit dem Bau der Neukircher Schleuse 1777/78 und Erneuerung der Schleusenkammer 1842-44 wurde das Mühlengebäude auf der Schleuseninsel errichtet. Zum Antrieb diente eine Turbine mit senkrechter Achse. Die Mühle wurde mehrfach Opfer verheerender Brände, zuerst 1880, 1898 brannte der Turm und 1899 das ganze Mühlengebäude. Danach entstand 1900 der jetzige Hauptflügel. Neben den Turbinen wurde auch eine Dampfmaschine eingebaut.

1933 entfiel mit Anlage des Baldeneysees die auch hier quer durch die Ruhr als Staustufe zur Schiffbarmachung des Flusses 1777/78 entstandene Schlacht. Nach dem Krieg wurde die Mühle durch eine feinmechanische Apparatebaufirma, dann durch die Werdener Metallwerke genutzt und 1999 bis 2004 für die Folkwangschule (siehe verwandtes Objekt) umgebaut.

Deutlich spiegeln sich im Baukörper der Mühle die beiden Bauphasen: der zurückliegende dreiachsige Bauteil stammt von 1842-44 und der fünfachsige Hauptflügel von 1900. Beide Bauteile sind dreigeschossig mit Satteldach und im Grundriss etwa quadratisch ausgebildet. Zur Ruhr hin steht im Winkel zwischen beiden Flügeln der mit fünf Geschosse beide Flügel überragende Treppenturm.
In der Fassadenausbildung gleichen sich die beiden Bauteile mit durchgängig verwendeten Rundbogenfenstern, die im jüngeren Bau jedoch überwiegend als Zwillingsfenster ausgeführt. Drempelgeschoss und Giebel werden von Rundfenster belichtet. Der Hauptbau von 1900 ist zusätzlich durch einen übergiebelten Mittelrisalit gegliedert. Kräftig betont sind Traufen und Ortgänge mit Treppen- und Konsolgesimse. Die Gebäudeecken sind im Dachbereich mit Fialen hervorgehoben.

Die kleinteiligen Gussfenster konnten bei der jüngsten Umbaumaßnahme weitgehend erhalten werden. Die inneren Gussstützen mussten ebenso wie die von Schwamm befallenen Holzdecken erneuert werden. In der Fassade deuten die profilierten Telleranker noch auf die alte Deckenkonstruktion hin. Der traditionelle, weiße Anstrich, durch den die Mühle auch als „Weiße Mühle“ bekannt ist, wurde ebenfalls 2004 erneuert.

Das Objekt Neukircher Mühle ist ein eingetragenes Baudenkmal (Denkmalliste Essen, laufende Nr. 933).

(Walter Buschmann, 2010)

Literatur

Fischer, Ludger (1996)
Bau- und Kunstdenkmäler in Essen-Werden. Essen.
Flügge, Wilhelm (1886)
Chronik der Stadt Werden. Von der Gründung bis zur Gegenwart, Band 1. Düsseldorf.
Wüstenfeld, G. A. (1978)
Die Ruhrschiffahrt von 1780-1890. o. O.

Neukircher Mühle in Werden

Schlagwörter
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Archivauswertung, Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1777 bis 1778
Koordinate WGS84
51° 23′ 36,84″ N, 6° 59′ 58,17″ O / 51.39357°, 6.99949°
Koordinate UTM
32U 360822.24 5695491.63
Koordinate Gauss/Krüger
2569609.04 5695905.87

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„Neukircher Mühle in Werden”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-WBuschmann-20100314-0005 (Abgerufen: 17. August 2017)
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