Zweite Papiermühlenschleuse in Werden

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege
Gemeinde(n): Essen (Nordrhein-Westfalen)
Kreis(e): Essen (Nordrhein-Westfalen)
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Schleusenwärterhaus der Papiermühlenschleuse in Essen-Werden

    Schleusenwärterhaus der Papiermühlenschleuse in Essen-Werden

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  • Holzschnitt "der Papyrer" (Papiermacher) aus der Beschreibung aller Stände von Jost Amman (1539-1591). Im Hintergrund sind Teile einer Papiermühle zu sehen.

    Holzschnitt "der Papyrer" (Papiermacher) aus der Beschreibung aller Stände von Jost Amman (1539-1591). Im Hintergrund sind Teile einer Papiermühle zu sehen.

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  • Papiermühlenschleuse

    Papiermühlenschleuse

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Am linken Ruhrufer befand sich ab 1718 die Papiermühle, die der Schleuse ihren Namen gab. An der Schlagd (Mühlenwehr) erbaute der Abt von Werden 1777/78 die Schleuse mit Kanalzuführung. Diese alte Schleuse verfiel jedoch schnell, so dass man 1834 auf dem rechten Ufer einen rund 650 Meter langen Kanal eröffnete und in dessen Mitte die neue Schleuse erbaute. Diese erhielt als erste Schleuse in Deutschland ein Betonfundament. Ein Schleusenwärterhaus errichtete man auf der Ruhrinsel, das von der Straße über eine schwenkbare Brücke erreicht werden kann. Die neue Schleuse hatte eine Länge von 63 Meter, die Kammer war 40 Meter lang und 5,6 Meter breit bei einer Höhe von 5,8 Meter; der Schleusenhub betrug 2 Meter. In der südlichen Schleusenkammer befindet sich eine Treppe, über die man die Schiffe erreichen konnte; zum Festmachen dienten Einbuchtungen mit Eisenkreuzen. Die Schleusentore schlugen in Ausnehmungen in den Wangen von Ober- und Unterhaupt. Nischen enthielten Messlatten zur Wasserstandsmessung.
Nach Aufstauung des Baldeneysees 1931/33 fiel die Schleuse trocken, da der Pegel um 2,2 Meter sank. 1933 wurde sie umgebaut, indem man die Böden absenkte und das Fundament erneuerte. Nach Erbauung des Kettwiger Stausees 1950 stieg der Wasserspiegel wieder, die Schleuse wurde nun überflüssig. Die Schlagd wurde geöffnet und das Oberwasser verfüllt. 1956 baute man das Wehr ab und verfüllte auch den unteren Kanal mit dem anfallenden Baggergut, welches durch den Abbau des alten Wehres anfiel.
Das Schleusenwärterhaus ist ein eingeschossiger Putzbau auf breitrechteckigen Grundriss mit Krüppelwalmdach.
Bevor die Schleuse samt Schleusenwärterhaus dann aber 1987 unter Denkmalschutz gestellt wurde, legte das Staatliche Amt für Wasser- und Abfallwirtschaft Düsseldorf (StAWA) die Schleuse wieder frei, restaurierte sie, und verband sie lediglich mit dem Unterwasser. Auf der Südseite der Schleuse ließ sich noch ein gepflasterter Weg, der ehemalige Leinpfad nachweisen, der ebenfalls wieder in den historischen Zustand versetzt wurde.

Das Schleusenwärterhaus ist eingetragenes Baudenkmal (Essen BauD lfd. Nr. 217).

(LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, 2010)

Internet
Wikipedia, Die freie Enzyklopädie (Abgerufen 2. Januar 2010)

Literatur

Bonczek, Willi (1975)
Essen im Spiegel der Karten. Historische Karten und Stiche vom Mittelalter bis zur Neuzeit, bearb. durch das Stadtvermessungsamt Essen. Essen.
Kliche, W. (1904)
Die Schiffahrt auf der Ruhr und Lippe im 18. Jahrhundert. (Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins 37.) S. 1 ff., o. O.
Küpper, H. (1978)
Geschichtliche Betrachtungen zum Ruhrschiffahrtsweg. In: Jahrbuch Mülheim ‘78, S. 81 ff.. o. O.
Weber, Claus (1990)
Historische Ruhrschleusen zwischen Mülheim a.d. Ruhr und Essen. In: Duisburg und der Untere Niederrhein. Führer zu archäologischen Denkmälern Deutschland 21, S. 213-221. S. 213-221, Stuttgart.
Wüstenfeld, G. A. (1978)
Die Ruhrschiffahrt von 1780-1890. o. O.

Zweite Papiermühlenschleuse in Werden

Schlagwörter
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1834, Ende 1890 bis 1950
Koordinate WGS84
51° 22′ 53,59″ N, 6° 59′ 45,85″ O / 51.38155°, 6.99607°
Koordinate UTM
32U 360547.76 5694162.06
Koordinate Gauss/Krüger
2569389.15 5694565.9

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„Zweite Papiermühlenschleuse in Werden”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/A-CW-20090714-0002 (Abgerufen: 17. Oktober 2017)
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