Stadtteil Köln-Braunsfeld

Stadtteil 304 im Kölner Stadtbezirk 3 Lindenthal

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Das Hochhaus der Hauptverwaltung der Deutsche Krankenversicherung AG, Ecke Aachener Straße / Gürtel in Köln-Braunsfeld (2011)

    Das Hochhaus der Hauptverwaltung der Deutsche Krankenversicherung AG, Ecke Aachener Straße / Gürtel in Köln-Braunsfeld (2011)

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  • Ein die Aachener Straße kreuzender Bahnübergang in Köln-Braunsfeld (2018).

    Ein die Aachener Straße kreuzender Bahnübergang in Köln-Braunsfeld (2018).

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  • Ehemalige Pförtnerhäuser der Chemischen Werke Siegel Co. ("Sidol-Werke") in Köln-Braunsfeld (2018).

    Ehemalige Pförtnerhäuser der Chemischen Werke Siegel Co. ("Sidol-Werke") in Köln-Braunsfeld (2018).

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  • Das 2005 eröffnete Verwaltungs-Hochhaus der Deutsche Krankenversicherung AG in Köln-Braunsfeld (2010)

    Das 2005 eröffnete Verwaltungs-Hochhaus der Deutsche Krankenversicherung AG in Köln-Braunsfeld (2010)

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Der Kölner Stadtteil 304 Braunsfeld gehört zum Stadtbezirk 3 Lindenthal. In Braunsfeld leben heute etwa 12.000 Menschen auf einer Fläche von 1,68 Quadratkilometern.

Entstehung, Ortsname und Lage
Eingemeindung nach Köln 1888
Ortsentwicklung seit Ende des 19. Jahrhunderts
Der Stadtteil Braunsfeld heute
Internet

Entstehung, Ortsname und Lage
Der Kölner Vorort Braunsfeld geht auf eine erste Ziegelei von Ferdinand „F. L.“ Braun (1804-1892) zurück, der hier bereits 1845 „im Winkel von Aachener Straße, Kitschburger Straße und Schinkelstraße“ Ackerland erworben hatte. Die Arbeiterschaft des Kölner Unternehmers wohnte und lebte seinerzeit in Wohnungen, die ab 1862 im so genannten „Braun’s Feld“ errichtet worden waren. Der Name heutigen Stadtteils geht auf diese Bezeichnung zurück (www.koeln.de, Wilhelm u.a. 2008 und HBHistSt NRW 2006).

Auf den historischen Karten der Topographischen Aufnahme der Rheinlande (1801-1828) ist der Bereich im Norden des heutigen Stadtteils lediglich mit „Im Maarfeld“ verzeichnet. Südlich der heutigen Aachener Straße liegt eine mit „Morsdorf“ bezeichnete Hofstelle, die dann in der zwischen 1836 und 1850 erarbeiteten Preußischen Uraufnahme bereits als kleine Siedlung „Morsdorferhof“ erscheint. Zwischen zwei Ziegeleien gelegen („Zgl.“) ist hier nun auch der „Marhof“ eingetragen. Die Karten der Preußischen Neuaufnahme (1891-1912) zeigen dann bereits das im Kern etwa 12 Hektar Fläche umfassende Örtchen Braunsfeld mit Schule, Gendameriestation und Artilleriebaracken im Umfeld (vgl. die historischen Karten in der Kartenansicht).
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Eingemeindung nach Köln 1888
Der heute nördliche Teil von Braunsfeld gehörte bis 1888 noch zur Bürgermeisterei Müngersdorf (heute Kölner Stadtteil).
Der südliche Teil des „Braun’s Feld“ zählte zur Gemeinde Kriel, die wiederum zur seit der Franzosenzeit bestehenden Mairie (ab 1800, unter Preußen dann ab 1816 Bürgermeisterei) Efferen gehörte. 1816 wurden von insgesamt 157 Einwohnern in der Landgemeinde Kriel, die die Orte Kriel, Deckstein, Kitschburg, Lind und Lindenburg umfasste, im Ort Kriel gerade einmal 18 Bewohner gezählt.
Im Zuge der Eingemeindungen nach Köln wurde die gesamte Gemeinde Kriel zusammen mit Braunsfeld und den dortigen Höfen und Kleinsiedlungen im Zuge der „zweiten Grenzveränderung der ersten Eingemeindungsaktion“ zum 1. April 1888 als Stadtteil nach Köln eingemeindet (vgl. Kisky u.a. 1966, S. 11 u. 13.
Im Jahr 1887 werden bereits 643 Einwohner gezählt (HBHistSt NRW 2006, S. 601).
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Ortsentwicklung seit Ende des 19. Jahrhunderts
Schon bevor Braunsfeld um 1900 durch die hier entstehenden Industrie- und Wohnsiedlungen allmählich aufzustreben begann, war der Vorort durch eine Pferdebahnlinie an die Kölner Innenstadt angebunden. Diese verband seit 1877 den nahe gelegenen städtischen Friedhof Melaten mit der Innenstadt und wurde 1885/86 durch Braunsfeld in Richtung Westen bis Müngersdorf verlängert.

Den entscheidenden Strukturwandel aus seiner ländlich-bäuerlich geprägten Vergangenheit bewirkte für Braunsfeld die Anlage des Kölner Stadtwaldes ab 1895:
„Neu eröffnete Restaurants der gehobenen Klasse mit Gartenlokalen wurden beliebte Ausflugsziele. Auch wohlhabende Bürgerinnen und Bürger zog es ins Grüne, so dass rund um die Erholungsanlage neue Villenviertel entstanden.“ (www.koeln.de)
Die seinerzeit angelegten Villensiedlungen südlich der Aachener Straße mit Wohnhäusern für das gehobene Bürgertum gehen u.a. auf das Wirken der bekannten Architekten Clemens August Klotz (1886-1969), Theodor Edwin Merrill (1891-1978) und Wilhelm Riphahn (1889-1963, auch Riphan) zurück (eu.archinform.net).
Nördlich der Aachener Straße entstand zur Kölner Werkbundausstellung 1914 die nach dem Gartenstadtprinzip errichtete Siedlung Pauliplatz als zeitgenössisches „Beispiel mustergültigen Bauens“ (Wilhelm u.a. 2008). Das Wohnviertel erinnert „damit an die Ideen und Ideale des Werkbunds, die sich vor dem Hintergrund der Reformbewegungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts vollzogen haben“ (zitiert aus dem Eintrag zum Pauliplatz).

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts siedelten sich bedeutende Industriebetriebe und Konzerne in Braunsfeld an, darunter
  • 1898 das ab 1913 als „Cölner Benzin Raffinerie Karl A. Kroseberg GmbH & Co. KG“ firmierende Mineralölunternehmen in der Eupener Straße,
  • 1910 die „Gummiwarenfabrik Steinberg“ mit späteren Neubauten von 1926/27 des Architekten Fritz Fuß (1889-1945, eigentlich Friedrich Karl Wilhelm Wolf) am Maarweg (später EMI),
  • 1911 die „Chemischen Werke Siegel Co.“ („Sidol-Werke“) in der Eupener Straße,
  • 1912 der Druckmaschinen- und Walzenhersteller „Felix Böttcher GmbH & Co. KG“ in der Stolberger Straße,
  • wohl in den 1920/30er Jahren die Handelsmarke AFRI-Cola des bereits 1864 am Kölner Holzmarkt gegründeten Schnaps-, Likör- und Limonadenherstellers „F. Blumhoffer Nachfolger GmbH“, und
  • ab 1952 die deutsche Zentrale des Londoner Schallplattenkonzerns „Electric & Musical Industries Ltd.“ (EMI, ab 1972 „EMI Electrola GmbH“) mit den deutschen bzw. kölschen MusiklabelsElectrola und Rhingtön („Rheintöne“) am Maarweg (ab 2000 zunächst in den Mediapark in Neustadt-Nord und später nach Bickendorf umgezogen).
Während des Zweiten Weltkrieges wurden weite Teile von Braunsfeld zerstört, da sich hier zahlreiche Industriebetriebe befanden und der Stadtteil in der Einflugschneise für die britischen und amerikanischen Flächenbombardements auf Köln lag.
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Der Stadtteil Braunsfeld heute
Zwischen 1965 und 1969 entstand für die seinerzeit von Berlin nach Köln verlegte Hauptverwaltung der DKV-Versicherung (1927 in Berlin als Deutsche Kranken-Versicherungs-Aktien-Gesellschaft gegründet) ein Hochaus-Neubau an der Kreuzung Stadtwaldgürtel / Aachener Straße. Das 19-stöckige Bürohochhaus, das aus sieben Teilbauten mit dreieckigen Grundrissen besteht, prägt mit seinen 84 Metern Höhe als modernes Wahrzeichen das heutige Braunsfeld.
2005 wurde etwa 200 Meter nördlich der bestehenden DKV-Hauptverwaltung ein weiteres Hochhaus der DKV eröffnet. Dieses 14-stöckige Verwaltungsgebäude ist 55 Meter hoch.

„In dem ehemaligen Industriegebiet entwickelt sich seit den späten 1980er Jahren ein modernes Dienstleistungs- und Verwaltungszentrum (Technologiepark Köln, BIOCenter Cologne), das durch die Ansiedlung neuer Branchen nach wie vor wächst.“ (www.koeln.de)
Die Einwohnerzahl von Köln-Braunsfeld steigt aktuell kontinuierlich an: Zum 31.12.2009 wurden insgesamt 10.381 Bewohner gezählt, zum 31.12.2015 11.603 und zum 31.12.2017 bereits 12.070 (nach www.stadt-koeln.de und de.wikipedia.org).

Neben zahlreichen Buslinien binden die Stadtbahnlinien 1, 7 und 13 sowie die S-Bahn-Linien 12, 13 und 19 am Haltepunkt „Köln Müngersdorf Technologiepark“ nordwestlich von Braunsfeld den Stadtteil gut an das Kölner Zentrum an.
Der Straßenverkehr ist über die sich im Westen von Braunsfeld kreuzenden Bundesautobahnen A 1 und A 4 an die weitere Umgebung angeschlossen.

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2018)
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Internet
www.stadt-koeln.de: Braunsfeld (abgerufen 28.06.2018)
www.stadt-koeln.de: Kölner Stadtteile in Zahlen, 2. Jahrgang 2010 (PDF-Datei 1,6 MB, abgerufen 28.06.2016)
www.stadt-koeln.de: Kölner Stadtteilinformationen, Einwohnerzahlen Stand 31.12.2017 (PDF-Datei 1,80 MB, abgerufen 28.06.2018)
eu.archinform.net: Clemens Klotz (abgerufen 29.06.2018)
eu.archinform.net: Theodor Edwin Merrill (abgerufen 29.06.2018)
eu.archinform.net: Wilhelm Riphahn (abgerufen 29.06.2018)
eu.archinform.net: Fritz Fuß (abgerufen 29.06.2018)
www.cbr-online.de: Cölner Benzin Raffinerie, CBR-Historie (abgerufen 28.06.2018)
web.archive.org: Memento der vormaligen Internet-Seite www.emimusic.de/de/cms/company.html (dort nicht mehr verfügbar, abgerufen 29.06.2018)
de.wikipedia.org: Braunsfeld (Köln) (abgerufen 28.06.2018)
de.wikipedia.org: Kriel (Gemeinde) (abgerufen 28.06.2018)
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Literatur

Groten, Manfred; Johanek, Peter; Reininghaus, Wilfried; Wensky, Margret / Landschaftsverband Rheinland; Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.) (2006)
Handbuch der Historischen Stätten Nordrhein-Westfalen. HbHistSt NRW, Kröners Taschenausgabe, Band 273, 3. völlig neu bearbeitete Auflage. S. 583 u. 601, Stuttgart.
Kisky, Hans; Köllen, Johann; Steimel, Robert (1966)
Siegel und Wappen, Burgen und Schlösser im Landkreis Köln. Festschrift zum 150jährigen Bestehen am 16. April 1966. Köln-Zollstock.
Wilhelm, Jürgen (Hrsg.) (2008)
Das große Köln-Lexikon (2. Auflage). S. 68-69, Köln.

Stadtteil Köln-Braunsfeld

Schlagwörter
Ort
50933 Köln - Braunsfeld
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:25.000 (kleiner als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Auswertung historischer Karten, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1862 bis 1888
Koordinate WGS84
50° 56′ 13,21″ N, 6° 54′ 1,66″ O / 50.937°, 6.90046°
Koordinate UTM
32U 352483.54 5644918.41
Koordinate Gauss/Krüger
2563338.8 5645024.65

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Empfohlene Zitierweise
„Stadtteil Köln-Braunsfeld”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-281120 (Abgerufen: 23. Juli 2018)
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