Wasserturm der Chemischen Werke Siegel Co.

Wasserspeicher der Sidol-Werke

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Der Wasserturm der früheren "Sidol"-Werke der Chemischen Werke Siegel Co. in Köln-Braunsfeld (1991)

    Der Wasserturm der früheren "Sidol"-Werke der Chemischen Werke Siegel Co. in Köln-Braunsfeld (1991)

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  • Der Wasserturm der Sidol-Werke in Braunsfeld ist heute Bestandteil eines Wohn- und Gewerbekomplexes (2018).

    Der Wasserturm der Sidol-Werke in Braunsfeld ist heute Bestandteil eines Wohn- und Gewerbekomplexes (2018).

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  • Ehemalige Pförtnerhäuser der Chemischen Werke Siegel Co. ("Sidol-Werke") in Köln-Braunsfeld (2018).

    Ehemalige Pförtnerhäuser der Chemischen Werke Siegel Co. ("Sidol-Werke") in Köln-Braunsfeld (2018).

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  • Fabrikgebäude mit Schornstein und Wasserturm der Chemischen Werke Siegel Co. in Köln-Braunsfeld (2012)

    Fabrikgebäude mit Schornstein und Wasserturm der Chemischen Werke Siegel Co. in Köln-Braunsfeld (2012)

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  • Der frühere Wasserturm der Chemischen Werke Siegel Co. ("Sidol-Werke") in Köln-Braunsfeld ist heute baulicher Bestandteil eines modernen Wohn- und Gewerbekomplexes (2018).

    Der frühere Wasserturm der Chemischen Werke Siegel Co. ("Sidol-Werke") in Köln-Braunsfeld ist heute baulicher Bestandteil eines modernen Wohn- und Gewerbekomplexes (2018).

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  • Ein Schornstein und ungenutzte Fabrikanlagen auf dem früheren Gelände der Chemischen Werke Siegel Co. ("Sidol-Werke") in Köln-Braunsfeld (2018).

    Ein Schornstein und ungenutzte Fabrikanlagen auf dem früheren Gelände der Chemischen Werke Siegel Co. ("Sidol-Werke") in Köln-Braunsfeld (2018).

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  • Frühere Verladerampe der Chemischen Werke Siegel Co. ("Sidol-Werke") in Braunsfeld, heute Teil eines Wohn- und Gewerbekomplexes (2018).

    Frühere Verladerampe der Chemischen Werke Siegel Co. ("Sidol-Werke") in Braunsfeld, heute Teil eines Wohn- und Gewerbekomplexes (2018).

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  • Schornstein und ungenutzte Fabrikanlagen auf dem Gelände der Sidol-Werke in Braunsfeld (2018).

    Schornstein und ungenutzte Fabrikanlagen auf dem Gelände der Sidol-Werke in Braunsfeld (2018).

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  • Früherer Wasserturm der Sidol-Werke in Braunsfeld, heute Bestandteil eines Wohn- und Gewerbekomplexes (2018).

    Früherer Wasserturm der Sidol-Werke in Braunsfeld, heute Bestandteil eines Wohn- und Gewerbekomplexes (2018).

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  • Der frühere Wasserturm der Chemischen Werke Siegel Co. ("Sidol-Werke") in Köln-Braunsfeld ist heute baulicher Bestandteil eines modernen Wohn- und Gewerbekomplexes (2018).

    Der frühere Wasserturm der Chemischen Werke Siegel Co. ("Sidol-Werke") in Köln-Braunsfeld ist heute baulicher Bestandteil eines modernen Wohn- und Gewerbekomplexes (2018).

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  • Das Gebäude der ehemaligen Chemischen Werke Siegel Co. ("Sidol-Werke") in Köln-Braunsfeld ist heute zu einem es modernen Wohn- und Gewerbekomplex umfunktioniert worden (2018).

    Das Gebäude der ehemaligen Chemischen Werke Siegel Co. ("Sidol-Werke") in Köln-Braunsfeld ist heute zu einem es modernen Wohn- und Gewerbekomplex umfunktioniert worden (2018).

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Der „Sidol-Wasserturm“ geht auf den gleichnamigen Putz- und Pflegemittelproduzenten zurück. Der alte Wasserturm gilt als verbliebenes Wahrzeichen der in den 1980er Jahren untergegangen früheren Kölner Traditionsfirma Chemische Werke Siegel & Co. („Sidol-Werke“). Heute ist der Turm Teil eines modernen Wohn- und Gewerbekomplexes.

Braunsfeld und Sidol
Nach dem Sidol-Ende in Köln
Der Wasserturm
Baudenkmal
Internet

Braunsfeld und Sidol
Der lange Zeit ungenutzte und leerstehende Wasserturm gehörte zum einstigen Werksgelände der Chemischen Werke Siegel & Co., dem Produzenten des weltweit ersten Metallputzmittels Sidol, das später namensgebend für das gesamte Unternehmen wurde. Ein weiteres bekanntes Sidol-Produkt war später das Bohnerwachs Sigella.
Das Unternehmen für Reinigungs- und Pflegemittel wurde 1903 von den Kaufleuten Otto Siegel und Eugen Wolff in der Kölner Eifelstraße (heutiger Stadtteil Neustadt-Süd) gegründet und verlagerte seine Produktion 1910 zunächst nach Nippes und schließlich nur kurz darauf im Jahr 1911 auf ein großes Freigelände mit Gleisanschluss in die Eupener Straße in Braunsfeld.
Das 1888 mit damals lediglich rund 650 Einwohnern in die Stadt Köln eingemeindete Braunsfeld geht auf eine erste Ziegelei von Ferdinand Braun im Jahre 1862 zurück (HBHistSt NRW 2006). Die Arbeiterschaft des Kölner Unternehmers wohnte und lebte seinerzeit „im Braun’s Feld“ – daher der Name des um 1900 durch frühe Industrie und Wohnsiedlungen aufstrebenden Orts und heutigen Stadtteils Braunsfeld.

Das in diesen Jahren prosperierende Unternehmen Chemische Werke Siegel & Co. ließ für die Erweiterung seiner Produktion in Form der nun notwendigen industriellen Massenfertigung 1926/1927 einen Neubau durch den Architekten Otto Müller-Jena (1875-1958, eigentlich Otto Heinrich Friedrich August Müller) errichten. Müller-Jena erstellte mit dem Industrieensemble in Eisenbeton „ein einmaliges Baudenkmal der klassischen Moderne“ im „modernsten internationalen Stil (…). Die Anlage ist das erste Stück Bauhaus-Architektur seiner Art in Köln und eines von ganz wenigen im Rheinland.“ (barbara-schock-werner.de)
„Die nach dem Prinzip eines konsequenten Funktionalismus in Eisen, Beton und Glas errichteten Bauten sind Ausdruck der technischen Leistungskraft, des Modernisierungsschubs und der ästhetischen Leitbilder der 1920er Jahre.“ (Turck 2004)
Die Bauaufgabe für den Neubau umfasste technische Anlagen wie Maschinenhaus, Braunkohlenbunker und -öfen, Heizkessel, Laboratorien, Tankanlagen, Rohrleitungssysteme und Kanäle, Mischkessel, eine Wachsschmelze, Gießmaschinen sowie Auskühlungsanlagen für die in Dosen aus einer eigenen Blechwarenfabrik abgefüllten Substanzen. Bereits in den Jahren 1921-1924 waren – ebenfalls durch Otto Müller-Jena – Einfamilienhaus-Wohnsiedlungen an der Malmedyer Straße und der Eupener Straße entstanden (Turck 2004, S. 3-5).
Am Sidol-Werk wurden 1936 parallel zur Eupener Straße gelegene Verwaltungsbauten ergänzt und 1949 nochmals zwei Pförtnerhäuser in Rundbauweise.
Bis in die 1960er Jahr wuchs Sidol zu einem „Konzern mit mehr als 4.000 Mitarbeitern, weltweiten Absatzmärkten und marktbeherrschender Position für Reinigungserzeugnisse.“ (ebd.)
Nur kurz nach dem 1969 erfolgten Zusammenschluss der Chemischen Werke Siegel & Co. mit den Thompson-Werken in Düsseldorf zur Thompson-Siegel GmbH wurde dieses Unternehmen 1971 durch den Konsumgüterproduzenten Henkel GmbH mit Hauptsitz in Düsseldorf-Holthausen übernommen (seit 1975 Henkel AG & Co. KgaA). Dorthin wurde in den 1980er Jahren dann auch die Kölner Produktion verlagert.
Bis heute werden Sidol-Produkte von Henkel als „für jeden Problembereich passender Reiniger (…) für einen rundum sauberen und gepflegten Haushalt“ vertrieben (henkel.de).
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Nach dem Sidol-Ende in Köln
Seit dem Verkauf des Unternehmens und der Einstellung der Produktion in Köln gab es über 30 Jahre hin verschiedene Zwischennutzungen des früheren Sidol-Geländes, darunter eine Zirkus-Kneipe Bel-Air, verschiedene Kleingewerbebetriebe und von 1991 bis 1999 ein künstlerisches Ausstellungsprojekt Autoren Galerie Kostka. Dieses Kunstprojekt mit raumgreifenden Bild- Klang- und Lichtinstallationen wurde mit mehreren nationalen und internationalen Architekturpreisen ausgezeichnet.
Zuletzt plante ein Investor eine Neubebauung des Geländes, um dort Wohnungen zu errichten. Der geplante Abriss des Baudenkmals wurde bereits 2009 genehmigt. Dieses Vorhaben war jedoch hinsichtlich des bestehenden Denkmalschutzes keineswegs unumstritten, schreibt doch der Bebauungsplan von 2009 das Fabrikgebäude als zu erhaltendes Element im Herzen einer Wohnbebauung fest (barbara-schock-werner.de und ksta.de).
Der als das Wahrzeichen der Firma geltende alte Sidol-Wasserturm ist inzwischen als baulicher Bestandteil in einen westlich der Eupener Straße entstehenden modernen Wohn- und Gewerbekomplex eingebunden (Begehung am 13.06.2018).
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Der Wasserturm
Ein Wasserturm ist ein Wasserhochbehälter in Form eines Turmes und dient zur Speicherung von Wasser, das mit konstantem Wasserdruck benötigt wird. Im Sidol-Werk stellte das Hochreservoir den Druckausgleich des benötigten Kühlwassers für die Produktion wachs-, terpentin- und benzinhaltiger Stoffe sicher.
Der Wasserspeicher wurde auf einem turmartigen Unterbau errichtet. Die Turmgeschosse waren über ein im Verband mit dem Hauptgebäude der Fabrik anknüpfendes Treppenhaus erreichbar (Turck 2004). Der ehemalige Behälterraum umfasst 5 x 6 x 6 Meter und enthält das eigentliche, vom Turm deutlich abgesetzte Wasserreservoir, einen nach oben offenen Raum von 3,0 × 3,7 × 3,8 Metern. Unter der Decke des Außenraumes befinden sich gegenüber zwei Fensterbänder mit jeweils drei Fenstern.
„Als städtebaulicher Akzent bildet der alle Gebäude überragende, dynamisch emporstrebende Turmbau, dessen Schaft durch Lisenen und kräftige Eckvorlagen und dessen Bekrönung durch das deutlich abgesetzte Wasserreservoir gegliedert sind, das Wahrzeichen der Firma.“ (ebd.)
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Baudenkmal
Das Objekt „Fabrik und Bürohäuser (Sidol-Werke Siegel & Co.)“ ist mit Eintragung vom 20. Januar 1998 Baudenkmal der Stadt Köln (Denkmalliste Köln, laufende Nr. 8264, nach stadt-koeln.de, Denkmalliste).

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2018)
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Internet
www.stadt-koeln.de: Suche in der Denkmalliste (abgerufen 30.01.2018)
www.ksta.de: Sidol-Gelände, Widerstand gegen Abbruchpläne (Kölner Stadt-Anzeiger vom 14.03.2012, abgerufen 30.01.2018)
www.barbara-schock-werner.de: Untergang eines Baudenkmals – Sidol-Werke. Die Sidol-Werke müssen Neubauten weichen: Nachruf auf ein Stück Kölner Industriegeschichte (13.06.2014, veröffentlicht im Kölner Stadt-Anzeiger, abgerufen 30.01.2018)
www.henkel.de: SIDOL-Reiniger (abgerufen 30.01.2018)
de.wikipedia.org: Autoren Galerie Kostka (abgerufen 30.01.2018)
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Literatur

Groten, Manfred; Johanek, Peter; Reininghaus, Wilfried; Wensky, Margret / Landschaftsverband Rheinland; Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.) (2006)
Handbuch der Historischen Stätten Nordrhein-Westfalen. HbHistSt NRW, Kröners Taschenausgabe, Band 273, 3. völlig neu bearbeitete Auflage. S. 601, Stuttgart.
Turck, Martin (2004)
Die ehemaligen Sidol-Werke in Köln-Braunsfeld. Von der chemischen Fabrik zum Kunst- und Kulturzentrum? (Rheinische Kunststätten 482.) Köln.
Wilhelm, Jürgen (Hrsg.) (2008)
Das große Köln-Lexikon (2. Auflage). S. 402 u. 465-466, Köln.

Wasserturm der Chemischen Werke Siegel Co.

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Eupener Straße 57-59
Ort
50933 Köln - Braunsfeld
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1926 bis 1927
Koordinate WGS84
50° 56′ 28,48″ N, 6° 53′ 17,02″ O / 50.94125°, 6.88806°
Koordinate UTM
32U 351625.87 5645414.99
Koordinate Gauss/Krüger
2562461.5 5645486.02

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„Wasserturm der Chemischen Werke Siegel Co.”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-275661 (Abgerufen: 20. Oktober 2018)
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