Universitätskomplex Koblenz-Metternich

Campus Koblenz der Universität Koblenz-Landau

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Koblenz
Kreis(e): Koblenz
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Vorgeschichte 1907 – 1990
Die Geschichte der Universität Koblenz reicht zurück bis zu den Anfängen des 20. Jahrhunderts. Im Zeitraum vom Sommer 1907 bis Dezember 1909 entstand im nördlichen Bereich der Halbinsel Oberwerth ein dreigeschossiges, längliches Gebäude, welches dem Königlichen Lehrerinnenseminar zur Verfügung stand. Neben der Ausbildung von Volksschullehrkräften wurde eine Mädchenmittelschule mit acht Klassen, ein Höheres Lehrerinnenseminar und eine dreiklassige Seminar-Präparandinnen-Anstalt in dem Bauwerk untergebracht. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg ging aus der bereits bestehenden Pädagogischen Akademie auf dem Oberwerth eine Pädagogische Hochschule hervor, die katholische Volksschullehrer ausbildete. Diese Entwicklung kann bereits als Grundstein für die Entstehung des Universitätsstandorts Koblenz betrachtet werden. Im Jahr 1969 wurde die Pädagogische Hochschule durch eine Erziehungswissenschaftliche Hochschule ersetzt und erlangte das Promotions- und Habilitationsrecht. Am 1. Oktober 1990 entstand aus dieser die Universität Koblenz-Landau, was die Debatte um die Verlagerung des Standorts Koblenz vorantrieb. Für den Umzug gab es zwei entscheidende Gründe. Zum einen überstieg die wachsende Studierendenzahl die Kapazitäten des Campus am Oberwerth. Zum anderen konnten Erweiterungsmaßnahmen aufgrund der Lage, in einem geschlossenen Wohngebiet, nicht umgesetzt werden. Letzteres schloss die Schaffung neuer Parkmöglichkeiten aus (Universität Koblenz-Landau, 2003).

Konversionsprojekt „Campus Koblenz“
Aufgrund der Bundeswehrreform ergab sich die Chance, im Rahmen eines Konversionsprojektes den Universitätskomplex auf das Gelände der ehemaligen französischen Pionierkaserne zu verlagern. Bereits im Jahr 1993 legte das ehemalige Staatsbauamt Koblenz, heute Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB), eine Machbarkeitsstudie vor. Die optimalen Standortfaktoren des Kasernengeländes der ehemaligen Pionierkaserne in Koblenz-Metternich mit einer Größe von 74.000 m², einer günstigen Verkehrslage, inneren und äußeren Erschließungsmöglichkeiten und einem Zentralplatz, waren ausschlaggebend für die Realisierung des Projekts. Im Jahre 1995 erwarb das Bundesland Rheinland-Pfalz die Fläche, woraufhin ein städtebaulicher Ideenwettbewerb ausgeschrieben wurde. Im darauffolgenden Jahr ging das Büro Ackermann, Dück und Schneider aus Speyer als Sieger aus dem Wettebwerbe hervor und erhielt 1997 den Auftrag das Modell umzusetzen.

Die Errichtung des Campus Koblenz gliederte sich in zwei Phasen. Im Februar 1997 begann unter der Leitung des Staatsbauamtes Koblenz der erste Bauabschnitt, welcher sich auf die Grundsanierung und den Umbau der bestehenden Kasernengebäude A und B an der Winniger Straße fokussierte. Da der Lehrbetrieb des Fachbereichs Informatik am 26. Oktober 1998 begann, musste die Infrastruktur an den Linienverkehr, die Auto- und Fahrradpendler sowie Fußgänger angepasst werden. So entstand im Bereich des Parkplatzes am oberen Ende des Hangs eine Haltestelle mit Wendemöglichkeit. Neben dem Fachbereich Informatik zogen im Oktober 1998 auch das Hochschulrechenzentrum, das Zentrum für Universitäre Weiterbildung und das Ost-West-Institut in die sanierten Kasernengebäude ein. Nach Beendigung der ersten Phase im November 1998 folgte im Frühjahr 1999 der zweite Bauabschnitt unter der Leitung der LBB. In dieser kostenintensiveren Hauptphase wurden sechs ehemalige Kasernengebäude abgerissen und sechs Neubauten errichtet sowie die Gebäude C (der Altbau, indem u.a. die Bibliotheksverwaltung untergebracht ist) I (Pforte) und K kernsaniert. Zu den Neubauten zählen die Fachbereichsgebäude E, F und G, das Zentralgebäude D, die Bibliothek C sowie die Sporthalle H (Universität Koblenz-Landau, 2003). Der Umzug der verbliebenen Einrichtungen des Campus Oberwerths erfolgte schrittweise im Zeitraum von September 2001 bis Anfang April 2002, woraufhin die Einweihung folgte. Auf dem ehemaligen Kasernengelände ist durch die interessante Mischung aus Alt- und Neubauten eine Campus-Universität als Abteilung Koblenz der Universität Koblenz-Landau entstanden (Mitteilung von Herrn Joachim Höger, Hausverwaltung Campus Koblenz am 14.12.17).

Campus Koblenz aktuell

Gegenwärtig besteht der Campus aus vierzehn Gebäuden, wenn das Gewächshaus, die Sporteinrichtung und das alte Kasernengebäude neben der Bibliothek mitgezählt werden. Daher wird die Bibliothek intern als Gebäude-C1 bezeichnet (Mitteilung von Joachim Höger, Hochschulverwaltung Campus Koblenz am 14.12.17). Interessant sind die Erneuerungen am Campus, wie beispielsweise das Gebäude M und die Mensaerweiterung zwischen dem D- und B-Gebäude. Außerdem findet gegenwärtig (Januar 2018) eine Erneuerung der Fassade des D-Gebäudes statt sowie eine Veränderung des Mikadoplatzes. In untergeordneten Objekten werden einzelne Gebäude nochmal genauer beschrieben.

(Lena-Maria Tempelhagen, Universität Koblenz-Landau, 2018)

Literatur

Kallenbach, Reinhard; Funke, Guido; Aubert, Kerstin [Red.] (2003)
Der neue Campus. Universität Koblenz-Landau. Koblenz.
Weiss, Erhard (1992)
Ein Führer zur Baugeschichte in Koblenz. Neuwied.

Universitätskomplex Koblenz-Metternich

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Universitätsstraße 1
Ort
56070 Koblenz - Metternich
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Fernerkundung, Archivauswertung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger, Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos
Historischer Zeitraum
Beginn 1997 bis 2002
Koordinate WGS84
50° 21′ 44,87″ N, 7° 33′ 26,59″ O / 50.36246°, 7.55739°
Koordinate UTM
32U 397393.44 5579927.18
Koordinate Gauss/Krüger
3397427.51 5581719.43

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„Universitätskomplex Koblenz-Metternich”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-264183 (Abgerufen: 23. Mai 2018)
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