Rheinbrücke Köln-Rodenkirchen

Rodenkirchener Brücke, Autobahnbrücke A 4

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Luftbild mit der Rodenkirchener Rheinbrücke im Süden von Köln (2010). Im Vordergrund ist der Kölner Stadtteil Rodenkirchen und im Hintergrund der Stadtteil Deutz zu sehen.

    Luftbild mit der Rodenkirchener Rheinbrücke im Süden von Köln (2010). Im Vordergrund ist der Kölner Stadtteil Rodenkirchen und im Hintergrund der Stadtteil Deutz zu sehen.

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  • Die Rodenkirchener Autobahnbrücke über den Rhein, Aufnahme von der Autobahn A 4 aus in Fahrtrichtung Westen (2009)

    Die Rodenkirchener Autobahnbrücke über den Rhein, Aufnahme von der Autobahn A 4 aus in Fahrtrichtung Westen (2009)

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Die Rodenkirchener Brücke quert den Rhein zwischen den Stadtteilen Marienburg und Rodenkirchen am Westufer sowie Poll und Westhoven am Ostufer des Flusses. Über die in ihrer Gesamtstützweite 567 Meter lange Hängebrücke führt die Bundesautobahn A 4. Sie wurde zwischen 1952 und 1954 als Nachfolgerin ihres am Ende des Zweiten Weltkriegs zerstörten Vorgängerbauwerks – die 1938-1941 erbaute „Adolf-Hitler-Brücke“ – erbaut.

Vorgängerbau
Als erste Kölner Autobahnbrücke fungierte an gleichem Ort die erste Rodenkirchener Brücke – die im Oktober 1941 in Betrieb genommene „Adolf-Hitler-Brücke“, die durch einen Bombentreffer bei einem Luftangriff am 14. Januar 1945 zerstört wurde.

Baugeschichte und Konstruktion
Unter Verwendung der beiden alten Pylone (Tragepfeiler) erfolgte der Wiederaufbau der Brücke zwischen 1952 bis 1954. Im Gegensatz zur ersten Rodenkirchener Brücke mit 6.100 Tonnen bestand der neu konstruierte Überbau nunmehr aus nur noch 3.350 Tonnen Stahl. Die stählernen Pylone sind 59,4 Meter hoch und gründen jeweils auf einem 20 Meter hohen Flusspfeiler aus Beton. Die Bundesautobahn A 4 verlief zunächst vierspurig über das Bauwerk.
Die erdverankert ausgeführte Kabel-Hängebrücke war mit einer Gesamtstützweite von 567 Meter seinerzeit die weitestgespannte Hängebrücke Europas. Die Weite der Mittelstütze von 378 Meter wird dabei um die beiden Seitenöffnungen von je 94,5 Meter ergänzt.
„Die Tragkabel aus dem Jahr 1954 haben einen Durchmesser von ungefähr 50 cm und bestehen aus 61 Einzelseilen. Der Kabeldurchhang zwischen Pylon und Brückenmitte beträgt 42 Meter. Die Hängerseile haben einen Durchmesser von 5,4 cm und sind im Abstand von 10,5 Meter angeordnet. Die Verankerung der Kabelzugkräfte von je 60 MN (physikalische Einheit Meganewton = eine Million Newton, Verf.) erfolgt in den Widerlagern, die als kastenartige Ballastkörper mit maximal 26 Meter Höhe, 50 Meter Breite und 64 Meter Länge ausgebildet sind.“ (de.wikipedia.org)

Aktuelle Situation
Die allgemeine Zunahme des Straßenverkehrs erforderte 1990 eine Erweiterung der Rodenkirchener Brücke, über die inzwischen täglich etwa 118.000 Fahrzeuge rollen (Stand 2005). Die 1995 fertiggestellte Verbreiterung erfolgte in Form eines Zwillingsbaus an der Nordseite. Durch den gleichzeitigen Austausch der vorherigen Spannbeton-Fahrbahnplatte durch eine Stahl-Leichtfahrbahn erhöhten sich die Lasten der nunmehr doppelt so breiten Brücke nur um 50%, weswegen die Ergänzung der beiden vorhandenen Tragkabel durch lediglich ein neues drittes Kabel ausreichte.
Diese Ergänzungen am Brückenbau selbst sind daran zu erkennen, dass die neuen Elemente geschweißt wurden und nicht wie die auf der südlichen Seite genietet sind (das gleiche Phänomen findet sich ebenso bei der späteren Nord-Erweiterung der Kölner Hohenzollernbrücke).
Seit dem ergänzenden Umbau verlaufen auf der zwischen den Geländern 52,3 Meter breiten Brücke nun in jeder Richtung drei Fahrbahnen und ein Standstreifen der A 4.

Baudenkmal und Kulturlandschaftsbereich
Die Autobahnbrücke Köln-Rodenkirchen ist eingetragenes Baudenkmal (Köln, UDB-Nr. 7837; LVR-ADR-ObjNr. 69346) und wertgebendes Merkmal des Kulturlandschaftsbereichs „Rodenkirchener Brücke“ (Regionalplan Köln 367).

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2014)

Internet
www.stadt-koeln.de: Die Geschichte der Kölner Rheinbrücken (abgerufen 24.03.2014)
de.wikipedia.org: Rheinbrücke Köln-Rodenkirchen (abgerufen 24.03.2014)

Literatur

Diedrich, Wolfgang (Red.) / Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.) (1996)
Brücken über den Rhein (2. überarbeitete Auflage). (Diesmal 1993, Sondernummer 1.) Pulheim-Brauweiler.
Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.) (1991)
Rheinbrücken. In: Im Blickpunkt 2/18, Köln.

Rheinbrücke Köln-Rodenkirchen

Schlagwörter
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Archivauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1952 bis 1954
Koordinate WGS84
50° 53′ 58,07″ N, 6° 59′ 24,96″ O / 50.89946°, 6.99027°
Koordinate UTM
32U 358679.14 5640568.81
Koordinate Gauss/Krüger
2569707.3 5640929.69

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„Rheinbrücke Köln-Rodenkirchen”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-89010-20140324-3 (Abgerufen: 27. April 2017)
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