Flughafen Köln-Butzweilerhof

„Butz“, Verkehrsflughafen Ossendorf, Aerodrome Bickendorf, zeitweise Luftfahrtmuseum

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Das Empfangsgebäude des Flughafens Butzweilerhof in Köln-Ossendorf, Blick vom Rollfeld aus (2015).

    Das Empfangsgebäude des Flughafens Butzweilerhof in Köln-Ossendorf, Blick vom Rollfeld aus (2015).

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  • Lageplan und Kurzbeschreibung des Flugplatzes Köln-Butzweilerhof im Internationalen Flughandbuch von 1931, "International Air Guide: The reference book on civil and commercial aviation (Air atlas)"

    Lageplan und Kurzbeschreibung des Flugplatzes Köln-Butzweilerhof im Internationalen Flughandbuch von 1931, "International Air Guide: The reference book on civil and commercial aviation (Air atlas)"

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  • Der obere Bereich des Towers mit einer Wetterfahne auf der Flugzeughalle I des Flughafens Butzweilerhof (2015).

    Der obere Bereich des Towers mit einer Wetterfahne auf der Flugzeughalle I des Flughafens Butzweilerhof (2015).

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  • Bauarbeiten auf dem früheren Rollfeld des Flughafens Butzweilerhof in Köln-Ossendorf, im Hintergrund die Flugzeughalle I mit dem Tower (2015).

    Bauarbeiten auf dem früheren Rollfeld des Flughafens Butzweilerhof in Köln-Ossendorf, im Hintergrund die Flugzeughalle I mit dem Tower (2015).

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  • Der Tower auf der Flugzeughalle I des Flughafens Butzweilerhof in Köln-Ossendorf (2015).

    Der Tower auf der Flugzeughalle I des Flughafens Butzweilerhof in Köln-Ossendorf (2015).

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  • Das Portal der Abfertigungshalle am Flughafen Butzweilerhof in Köln-Ossendorf (2015).

    Das Portal der Abfertigungshalle am Flughafen Butzweilerhof in Köln-Ossendorf (2015).

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  • Die Gedenksäule mit der chronologischen Darstellung der Geschichte des Flughafens Köln-Butzweilerhof, vor dessen ehemaliger Abfertigungshalle (2015).

    Die Gedenksäule mit der chronologischen Darstellung der Geschichte des Flughafens Köln-Butzweilerhof, vor dessen ehemaliger Abfertigungshalle (2015).

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  • Hinweisschild auf die "Stiftung Butzweilerhof" am Eingang zur Abfertigungshalle des Flughafens Butzweilerhof (2015).

    Hinweisschild auf die "Stiftung Butzweilerhof" am Eingang zur Abfertigungshalle des Flughafens Butzweilerhof (2015).

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  • Das Empfangsgebäude des Flughafens Butzweilerhof in Köln-Ossendorf, rechts die Café-Terrasse (2015).

    Das Empfangsgebäude des Flughafens Butzweilerhof in Köln-Ossendorf, rechts die Café-Terrasse (2015).

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  • Das Empfangsgebäude des Flughafens Butzweilerhof in Köln-Ossendorf (2015).

    Das Empfangsgebäude des Flughafens Butzweilerhof in Köln-Ossendorf (2015).

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  • Das Kranich-Firmenlogo der deutschen Fluggesellschaft "Lufthansa" an einem Eingang zum Empfangsgebäude des Flughafens Butzweilerhof (2015).

    Das Kranich-Firmenlogo der deutschen Fluggesellschaft "Lufthansa" an einem Eingang zum Empfangsgebäude des Flughafens Butzweilerhof (2015).

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  • Bauarbeiten auf dem früheren Rollfeld des Flughafens Butzweilerhof in Köln-Ossendorf, im Hintergrund die Flugzeughalle I mit dem Tower (2015).

    Bauarbeiten auf dem früheren Rollfeld des Flughafens Butzweilerhof in Köln-Ossendorf, im Hintergrund die Flugzeughalle I mit dem Tower (2015).

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  • Inschrift "Köln" an der Fassade des Empfangsgebäudes des Flughafens Butzweilerhof in Köln-Ossendorf (2015).

    Inschrift "Köln" an der Fassade des Empfangsgebäudes des Flughafens Butzweilerhof in Köln-Ossendorf (2015).

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  • Im Zuge von Bauarbeiten auf dem früheren Rollfeld des Flughafens Butzweilerhof entstandene Trümmer und Gebäudereste (2015).

    Im Zuge von Bauarbeiten auf dem früheren Rollfeld des Flughafens Butzweilerhof entstandene Trümmer und Gebäudereste (2015).

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  • Zwei steinerne Engelfiguren (Putten) mit einer Taube an der nördlichen Ecke der Flugzeughalle II des Flughafens Butzweilerhof (2015).

    Zwei steinerne Engelfiguren (Putten) mit einer Taube an der nördlichen Ecke der Flugzeughalle II des Flughafens Butzweilerhof (2015).

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  • Die Flugzeughalle I des Flughafens Butzweilerhof in Köln-Ossendorf (2015). Blick vom Rollfeld aus, links der Tower.

    Die Flugzeughalle I des Flughafens Butzweilerhof in Köln-Ossendorf (2015). Blick vom Rollfeld aus, links der Tower.

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  • Die von Werkstatt- und Bürotrakten umgebene Flugzeughalle II des Flughafens Butzweilerhof in Köln-Ossendorf (2015).

    Die von Werkstatt- und Bürotrakten umgebene Flugzeughalle II des Flughafens Butzweilerhof in Köln-Ossendorf (2015).

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  • Die von Werkstatt- und Bürotrakten umgebene Flugzeughalle II des Flughafens Butzweilerhof, Ansicht von Osten (2015).

    Die von Werkstatt- und Bürotrakten umgebene Flugzeughalle II des Flughafens Butzweilerhof, Ansicht von Osten (2015).

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  • Die von Werkstatt- und Bürotrakten umgebene Flugzeughalle II des Flughafens Butzweilerhof in Köln-Ossendorf (2015).

    Die von Werkstatt- und Bürotrakten umgebene Flugzeughalle II des Flughafens Butzweilerhof in Köln-Ossendorf (2015).

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  • Der Tower auf der Flugzeughalle I des Flughafens Butzweilerhof (2015).

    Der Tower auf der Flugzeughalle I des Flughafens Butzweilerhof (2015).

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  • Darstellung von Anbauten am Flugplatz bzw. Flughafen Köln-Butzweilerhof als dreidimensionale Konstruktion (2016).

    Darstellung von Anbauten am Flugplatz bzw. Flughafen Köln-Butzweilerhof als dreidimensionale Konstruktion (2016).

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  • Übersichtstabelle "Bedeutung der Luftfahrtgeschichte in Deutschland", bezogen u.a. auf die Entwicklung der Luftfahrt in Köln-Butzweilerhof und Bonn-Hangelar (2016).

    Übersichtstabelle "Bedeutung der Luftfahrtgeschichte in Deutschland", bezogen u.a. auf die Entwicklung der Luftfahrt in Köln-Butzweilerhof und Bonn-Hangelar (2016).

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Der später als erster ziviler Kölner Flughafen geltende Butzweiler Hof wurde um 1911/12 zunächst als Fliegerstation angelegt und wenige Jahre später als militärischer Flugplatz genutzt. Von hier fuhren seit den 1920er Jahren die berühmten Zeppeline und die ersten Linienflugzeuge der Lufthansa. Der „Butz“ war als „Luftkreuz des Westens“ einer der bedeutendsten Luftverkehrsknotenpunkte Deutschlands.

Hof und Siedlung Butzweilerhof
Die Standortwahl für den Flugplatz
Die Entwicklung zum „Luftkreuz des Westens“
Die Flughafenbauten von 1935/36
Militärische und zivile Nutzung 1945-1995
Das Flughafenmuseum und die Stiftung Butzweilerhof
Denkmal und Kulturlandschaftsbereich Butzweilerhof

Hof und Siedlung Butzweilerhof
Der um das Jahr 1230 gegründete Hof findet sich in der um 1609/10 entstandenen Karte der „Ehrenportzer Schweidt“ des Kölner Kupferstechers Abraham Hogenberg (auch Hooghenbergh, um 1578-1653) in der Nähe von Buckelmeundtt (Bocklemünd) als Potzweyler eingezeichnet.
Später auch als Putzweyler bezeichnet ist die Siedlung dann in den historischen Karten der „Topographischen Aufnahme der Rheinlande“ von Tranchot / von Müffling (1801-1828) als Beitzweiler hof, in den Karten der „Preußischen Uraufnahme“ (1836-1850) als Putzweiler und in der „Preußischen Neuaufnahme“ (1891-1912) als Butzweiler eingetragen (vgl. die entsprechenden historischen Karten unter Kartenansicht).
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Die Standortwahl für den Flugplatz
Eine Art Vorgänger für den Flugplatz Butzweilerhof war die bereits 1909 in Köln-Bickendorf zwischen der Venloer Straße und dem Ossendorfer Weg erbaute „Reichs-Luftschiffhalle“. Die 152 Meter lange (später wegen der neuen Luftschiffe auf 190 Meter ausgebaut), 50 Meter breite und 30 Meter hohe Stahlkonstruktion wurde wahrscheinlich nach 1921/25 niedergelegt (genaue Daten sind nicht bekannt).
Nicht zuletzt auch wegen der Nähe zu der bestehenden Luftschiffhalle und weil einige Flugzeugkonstrukteure im Kölner Nordwesten gelebt haben, wurde das Flugfeld 1911 im Bereich des damals lediglich landwirtschaftlich genutzten Geländes nördlich der Siedlung Butzweiler Hof angelegt, um den jungen Flug-Enthusiasten das Testen ihrer Entwürfe auf den Feldern zu ermöglichen. Mit Blick auf das Flugverbot für die Festung Cöln ist es dabei etwas verwunderlich, dass diese zivilen Flugversuche überhaupt genehmigt wurden.
Die gute Verkehrsanbindung der Fliegerstation wurde erst nach 1913 über die „Flughafenstraße“ eingerichtet. Über diese war der Stadtkölner Hauptbahnhof mit dem Automobil oder dem Omnibus in etwa 20 Minuten zu erreichen (www.luftfahrtarchiv-koeln.de).
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Die Entwicklung zum „Luftkreuz des Westens“
Bereits am 29. Juni 1912 fand – noch auf den Feldern des Bauernhofs Butzweiler Hof – ein vom Kölner Flugpionier Jean Hugot (1880- nach 1956) organisierter „Flugtag zu Cöln“ statt, der 100.000 Besucher anzog.
Der Grundstein für die später als „Kaiserliche Fliegerstation und Flugschule“ eröffnete Fliegerstation wurde am 12. September 1912 gesetzt. Auf dem Gelände entstanden eine Flugzeugwerft, vier freitragende Flugzeughallen, eine Kraftwagenhalle (diese existierte bis 1951) sowie Unterrichts- und Kantinengebäude. Die „Fliegerstation Cölln Butzweilerhof“ wurde am 1. April 1913 eingeweiht. Noch vor dem Ersten Weltkrieg bezog 1913 der Stab der 1. Kompanie des Fliegerbataillons 3 den Flughafen, nach dem Krieg zunächst die 4. Schwadron des Australian Flying Choir (Dezember 1918 bis März 1919) und danach die britische Royal Air Force (RAF) als „Aerodrome Bickendorf“ von März 1919 bis Januar 1926.
Eine gleichzeitige Nutzung des Flugplatzes durch die RAF und die deutsche Reichswehr verhinderte zur Zeit der Weimarer Republik weitestgehend der 1919 aufgesetzte Versailler Friedensvertrag, der eine Wiederbewaffnung Deutschlands umfassend beschränkte; auch war die gemeinsame Nutzung eines Platzes durch unterschiedliche Nationen damals noch nicht üblich.
Nach dem Abzug der Engländer wurde der verkürzend meist „Butz“ genannte Flugplatz zum Passagierflughafen ausgebaut und bereits am 1. Februar 1926 für die zivile Luftfahrt freigegeben. Ab dem 6. April wurde der Butzweilerhof an das Streckennetz der Lufthansa angeschlossen und am 13. Mai feierlich eingeweiht. Am 26. Mai wurde zum ersten Mal Paris angeflogen.

Hier fuhren bis zum Ende der Luftschiff-Ära in den 1930er Jahren die berühmten Zeppeline der Friedrichshafener Luftschiffbau Zeppelin GmbH. Nur drei Tage vor ihrer Explosion am 6. Mai 1937 in Lakehurst (New Jersey, USA) stand das Luftschiff LZ 129 „Hindenburg“ noch über dem Butzweilerhof um Postsäcke abzuwerfen (Hinweis Werner Müller). Die Katastrophe von LZ 129 läutete das vorläufige Ende der Verkehrsluftschifffahrt ein.
Gleichzeitig flogen die ersten Linienflugzeuge der Vorgängergesellschaft der heutigen Lufthansa, welche seit dem 6. April 1926 im planmäßigen Verkehr die Flugstrecke Berlin - Köln - Paris bediente.
Die Fluggesellschaft mit dem blau-gelben Kranich-Emblem steht in der Nachfolge der 1917 gründeten Deutsche Luft-Reederei (DLR), einem Konsortium der Firmen Hapag, Luftschiffbau Zeppelin und der Allgemeinen Elektricitäts-Gesellschaft (AEG) unter Mitwirkung der Deutschen Bank. Die „alte“ Deutsche Luft Hansa Aktiengesellschaft (Schreibweise 1933-1951 Deutsche Lufthansa AG, ebenso bei der 1955 in Köln neugegründeten Nachfolgegesellschaft) wurde am 6. Januar 1926 in Berlin gegründet und trug maßgeblich zur Entwicklung des Flughafens bei. Die Lufthansa hat ihren Hauptsitz auch heute noch in Köln.

Der Butzweilerhof war in den 1920er und 1930er Jahren gleich nach dem Flughafen Berlin-Tempelhof der bedeutendste Luftverkehrsknotenpunkt Deutschlands und wurde seinerzeit als „Luftkreuz des Westens“ bezeichnet.
Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde der Flughafen am 26. August 1939 mit allen Gebäuden und Einrichtungen von der deutschen Wehrmacht beschlagnahmt und nachfolgend militärisch genutzt.
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Die Flughafenbauten von 1935/36
Die teils bis heute gut erhaltenen Bauten des insgesamt rund 250 Metern langen Ensembles wurden in den Jahren 1935/36 zur Erweiterung und Modernisierung des zivilen Flughafens erbaut – darunter ein Empfangsgebäude mit Restaurant, ein Abfertigungsbereich mit Fracht-, Gepäck- und Zollbereich, ein Technikbereich mit der Halle 1 und angrenzenden Werkstätten, ein Lagerbereich mit Betriebshof, ein Verwaltungsflügel und ein Kontrollbereich (mit dem „Turm der Luftaufsicht“ oder auch „Polizeiturm“, vgl. www.luftfahrtarchiv-koeln.de) . Verantwortlich zeichnen die Architekten Hans Mehrtens (1882-1976), Emil Rudolf Mewes (1885-1949), Max Albert und Hermann Bartsch.
Die zivile Nutzung des Butzweilerhofs als Verkehrsflughafen endete am 26. August 1939 unmittelbar vor Beginn des Zweiten Weltkriegs und wurde erst wieder in den 1950er Jahren vom Flughafen Wahn übernommen (www.luftfahrtarchiv-koeln.de).

„Die bis heute innerhalb eines Kasernengeländes gelegenen, aber gut erhaltenen Bauten markierten die Aufwertung des ältesten zivilen Kölner Flugplatzes, auf dem sich auch ein Ankerstein für Zeppeline erhalten hat. (Hinweis Werner Müller: heute vor dem Colonia-Gebäude in der Nähe des früheren Luftschiffhalle-Standorts) In den 20er Jahren errang der Flughafen als “Luftkreuz des Westens„ insbesondere auch durch die Lufthansa eine herausragende Bedeutung. Die Bauten der 30er Jahre umfassen ein Abfertigungsgebäude und mehrere Flugzeughallen; sie sind als schlichte, verputzte Backsteingebäude ausgeführt. Nur die Form der staatlichen Embleme verrät die genaue Entstehungszeit.“ (rheinische-industriekultur.de)
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Militärische und zivile Nutzung 1945-1995
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 blieb der Flughafen durch Besatzungs- und später NATO-Truppen in militärischer Nutzung: Die britische Royal Air Force nutze den „Butz“ von März 1945 bis zu ihrer Ablösung durch ein Transportbataillon der Deutschen Bundeswehr im Januar 1967.
Daneben stationierten hier die ehemals an der britischen Besatzungszone beteiligten belgischen Streitkräfte bis zu ihrem Abzug im August 1995 Heeresflieger. Das deutsche Hauptquartier der belgischen Armee saß in Köln, von wo aus auch zahlreiche militärische Anlagen in der Wahner Heide unterhalten wurden.

Bis zur Eröffnung des Flughafens Köln/Bonn 1957 wurde Butzweiler noch für die Verkehrsluftfahrt genutzt. Gleichzeitig war der Flugplatz aber auch bei Sport- und Segelfliegern sehr populär – 1956 fand hier ein „Flugtag der Nationen“ mit rund 200.000 Besuchern statt und 1960 die VIII. Segelflug-Weltmeisterschaft. Diese war schon deswegen bedeutsam, weil es sich um die erste Weltmeisterschaft in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg handelte und fünfzehn Jahre nach dem Holocaust eine israelische Mannschaft daran teilnahm (www.luftfahrtarchiv-koeln.de).
Am 30. September 1980 verfügte der damalige Kölner Regierungspräsident Franz-Josef Antwerpes (*1934) die Schließung des zivilen Verkehrslandeplatzes Köln Butzweilerhof. Auch die Bundeswehr gab den Standort schließlich zum 31. Dezember 1995 auf, womit der Flugbetrieb auf dem „Butz“ sein endgültiges Ende fand.

Bei seinem ersten Deutschlandbesuch feierte Papst Johannes Paul II. (Karol Józef Wojtyła, 1920-2005, Papst der römisch-katholischen Kirche 1978-2005) am 13. November 1980 auf dem ehemaligen Flugfeld eine Heilige Messe vor 380.000 Zuschauern. Das Gelände wurde auch für Musikveranstaltungen genutzt, beispielsweise für das Rockfestival Bizarre von 1996 bis 1999 und 1997 für einen Auftritt der irischen Rockband U2 auf ihrer Popmart Tour vor etwa 60.000 Zuschauern.
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Das Flughafenmuseum und die Stiftung Butzweilerhof
Das am 14. November 1986 feierlich eröffnete „Luftfahrtmuseum Köln Butzweilerhof“ wurde von einem ehrenamtlichen Verein als einziges Luftfahrtmuseum in Nordrhein-Westfalen betrieben. Neben der Ausstellung mit zahlreichen Exponaten (darunter mehrere vollständige Flugzeuge) wurden die Geschichte und die Technik der Luftfahrt durch zahlreiche Führungen, Lichtbildervorträge sowie jährlich stattfindende Fotoausstellungen dokumentiert.
Nach zehn Jahren Betrieb musste das Museum zum 29. Oktober 1996 schließen, da man sich die von der Standortverwaltung der Bundeswehr geforderten Mietzahlungen für die Gebäude und Anlagen nicht mehr leisten konnte.

Im Jahr 1999 wurde die „Stiftung Butzweilerhof Köln“ ins Leben gerufen, um das architektonisch wertvolle Denkmal zu erhalten und die regionale Luftfahrtgeschichte zu erforschen. Vor der ehemaligen Abfertigungshalle befindet sich heute eine steinerne Stele, auf der die Geschichte des Flughafens Butzweilerhof in chronologischer Abfolge dargestellt wird (vgl. den untergeordneten Eintrag).
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Denkmal und Kulturlandschaftsbereich Butzweilerhof
Maßgeblich initiiert von dem sich rund um den „Butz“ engagierenden Kölner Heimatforscher Bernhard Faßbender (1936-2015) wurde am 14. Mai 1985 beim Landeskonservator Rheinland der Antrag gestellt, das historische Gebäudeensemble unter Denkmalschutz zu stellen.
Seit 1988 stehen die Gebäude von 1935/36 unter Denkmalschutz und das Objekt „Gebäude des ehem. Verkehrsflughafens / Flughafen Köln-Butzweilerhof“ ist ein eingetragenes Baudenkmal (LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, Datenbank-Nr. 58542 / Denkmalliste Stadt Köln, UDB-Nr. 4219, Eintragung vom 19. Juli 1988).

Im Jahr 2002 wurde dem ehemaligen Flugplatz Butzweilerhof zudem die Bedeutung eines nationalen Denkmals zuteil. In der Begründung heißt es: „Die Anlage ist wegen ihrer technik- und wirtschaftsgeschichtlichen Bedeutung von außerordentlichem wissenschaftlichem Interesse, (…) aber auch unter bautypologischen Gesichtspunkten (…)“ (butzweilerhof.de).

Der Verkauf des Flughafengebäudes an einen Hotel-Investor im Oktober 2015 bedeutet das Ende der Geschichte des Butzweilerhof als historischem Standort der Luftfahrt in Köln. Laut dem bitterem Fazit des Historischen Luftfahrtarchivs Köln „geht an diesem Tag nach 114 Jahren Luftfahrtgeschichte bzw. 89 Jahren Flughafengeschichte die Geschichte des Butzweilerhof zu Ende. Politik und Verwaltung wollten den Flughafen nie haben und stehen auch nicht zu diesem Kapitel der Stadtgeschichte.“ (www.luftfahrtarchiv-koeln.de)

Der Flughafen Köln-Butzweilerhof ist wertgebendes Merkmal des Kulturlandschaftsbereichs „Flughafen Butzweiler Hof“ (Regionalplan Köln 336).

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2015 / freundliche Hinweise und Ergänzungen von Herrn Werner Müller, Historisches Luftfahrtarchiv Köln, 2016)
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Internet
www.rheinische-industriekultur.de: Köln, Flughafen Butzweiler Hof (abgerufen 18.05.2015)
www.baukunst-nrw.de: Butzweilerhof, Flughafen-Köln (abgerufen 18.06.2017)
www.butzweilerhof.de: Stiftung -Butzweilerhof (abgerufen 18.05.2015)
www.butzweilerhof.com: Historisches Luftfahrtarchiv Köln / Heribert Suntrop, Geschichte der Kölner Luftfahrt (abgerufen 18.05.2015)
www.luftfahrtmuseum-butzweilerhof.de: (abgerufen 17.06.2015, inzwischen unter www.luftfahrtarchiv-koeln.de, „Luftfahrtmuseum Butzweilerhof“ zu finden, abgerufen 19.04.2016)
www.luftfahrtarchiv-koeln.de: Historisches Luftfahrtarchiv Köln, Die Kölner Luftfahrt und der Butzweilerhof (und zahlreiche weitere Unterseiten, abgerufen 11.04.2016)
de.wikipedia.org: Flughafen Köln-Butzweilerhof (abgerufen 18.05.2015)

Literatur

Groten, Manfred; Johanek, Peter; Reininghaus, Wilfried; Wensky, Margret / Landschaftsverband Rheinland; Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.) (2006)
Handbuch der Historischen Stätten Nordrhein-Westfalen. HbHistSt NRW, Kröners Taschenausgabe, Band 273, 3. völlig neu bearbeitete Auflage. S. 586, Stuttgart.
(1931)
International Air Guide: The reference book on civil and commercial aviation (Air atlas) = Internationales Flughandbuch: Vollständiges Nachschlagewerk der Zivil- und Handelsluftfahrt. Paris. Online verfügbar: http://www.pennula.de/airport/index.htm, abgerufen am 16.06.2015

Flughafen Köln-Butzweilerhof

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Butzweilerstraße 35-39
Ort
50829 Köln - Ossendorf
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1910 bis 1912, Ende nach 1995
Koordinate WGS84
50° 58′ 52,57″ N, 6° 53′ 52,31″ O / 50.98127°, 6.89786°
Koordinate UTM
32U 352441.33 5649845.61
Koordinate Gauss/Krüger
2563096.2 5649946.92

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Empfohlene Zitierweise
„Flughafen Köln-Butzweilerhof”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-125249-20150518-2 (Abgerufen: 21. Mai 2018)
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