Berrenrath und Knappsack (KLV-BK Rheinland 014)

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Die Objektgruppe Berrenrath und Knappsack ist hier beschrieben als Kulturlandschaftselementeverbund ‚Braunkohle im Rheinland' (KLV-BK Rheinland) zugehörig zum bundesweiten Erfassungsprojekt Industriekultur (BKM). Die funktional zugehörigen Objekte der historischen Kulturlandschaft werden für die Maßstabsebene der Flächennutzungsplanung kurz zusammengefasst und charakterisiert.

Die ersten Gruben im Bereich des KLV-BK Berrenrath und Knappsack, damals noch Kuhlen genannt, entstanden bereits im 18. Jahrhundert bei Bachem und Gleuel. In größerem Umfang wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in der Grube Engelbert, der Grube Gotteshülfe, der Grube Schallmauer und der Grube Berrenrath abgebaut. Drei Seen im KLV-BK zeugen noch von diesen Gruben.

Ein Teil der Grube Engelbert wurde Ende der 1970er Jahre zum Otto-Maigler-See, ein Teil der Grube Gotteshülfe zum Gotteshülfeteich und auf dem Gelände der Grube Theresia entstand der Hürther Waldsee. Die Bereiche um die Seen sowie der nordwestliche Teil des KLV-BKs wurden forstlich rekultiviert. Bis auf die Bereiche Chemiepark Knapsack, Teile von Alt-Hürth und Randbereiche in Gleuel wurden alle Flächen des KLV-BK für den Tagebau in Anspruch genommen. In diesen Bereichen liegen die WBG Gleuel, die Knappsacker Beamtensiedlung, die Wohnsiedlung Goldberg, die Siedlung Clementinenhof, die Siedlung Marienbornweg und die Siedlung Berrenrath, die im Zusammenhang mit der Braunkohleindustrie im KLV-BK entstanden. Eine besondere Bedeutung kommt dem Industriegebiet Knappsack zu, denn hier befanden sich die Brikett-und Kohlenstaubfabrik Ville / Berrenrath sowie das Kraftwerk Goldenberg, eines der ältesten Kraftwerke im Rheinischen Braunkohlenrevier mit erhaltenen Bauteilen aus den Gründungsjahren 1914-1917. Das Kraftwerk ist jedoch seit 2015 nicht mehr in Betrieb.

Ein weiteres wichtiges Merkmal des Gebietes ist die Umsiedlung von Berrenrath. Berrenrath wurde in den 1950er Jahren in die Nähe des ursprünglichen Ortes auf bereits ausgekohlte Flächen umgesiedelt.

(Matthias Wirtz-Amling, LVR-Abteilung Kulturlandschaftspflege, 2024)

Internet
www.kuladig.de: Umsiedlungsort Berrenrath (abgerufen 24.11.2023)
de.wikipedia.org: Kraftwerk Goldenberg (abgerufen 24.11.2023)
de.wikipedia.org: Villeseen (abgerufen 24.11.2023)

Literatur

Schumacher, Achim; Dworschak, Ulf; Weglau, Jochen / Forschungsstelle Rekultivierung (Hrsg.) (2011)
Rekultivierung im Rheinischen Braunkohlenrevier. Exkursionsführer Teil II. Die Tagebaubereiche: Historie und Rekultivierung. Jüchen. Online verfügbar: forschungsstellerekultivierung.de, Exkursionsführer, abgerufen am 22.07.2020
Schumacher, Achim; Stollberg, Maren; Dworschak, Ulf; Weglau, Jochen u.a. / Forschungsstelle Rekultivierung (Hrsg.) (2011)
Rekultivierung im Rheinischen Braunkohlenrevier Exkursionsführer Teil I. (Geologie, Geographie, Bodenkunde, forst- und landwirtschaftliche Rekultivierung, Bergbau- und Rekultivierungsgeschichte, Archäologie und Paläontologie). Jüchen.

Berrenrath und Knappsack (KLV-BK Rheinland 014)

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Fachsichten
Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege

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Matthias Wirtz-Amling (2024), „Berrenrath und Knappsack (KLV-BK Rheinland 014)”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/SWB-356312 (Abgerufen: 7. Juli 2026)
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