Preußische Festungswerke im äußeren Kölner Grüngürtel

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
  • Römische, mittelalterliche und preußische Festungswerke Kölns übertragen auf eine aktuelle Karte (2014). Darüber hinaus sind die schussfreien Zonen (Rayons) eingetragen.

    Römische, mittelalterliche und preußische Festungswerke Kölns übertragen auf eine aktuelle Karte (2014). Darüber hinaus sind die schussfreien Zonen (Rayons) eingetragen.

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    Fortis Colonia e.V. / Kommunale Geodaten: Stadt Köln, Amt für Liegenschaften, Vermessung und Kataster, KT 2014/05470
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Der zu Beginn der Preußenherrschaft linksrheinisch errichtete innere Festungsring (Baubeginn ab 1816) bot der Stadt aufgrund der voranschreitenden Waffentechnologie keinen ausreichenden Schutz mehr. Die Reichweite der Geschütze vergrößerte sich im Verlauf des 19. Jahrhunderts durch die Erfindung des gezogenen Rohres enorm. Die Festungswerke mussten daher weiter nach außen, vor die Tore der Stadt, verschoben werden. Zudem entwickelten sich die Kölner Vororte, wodurch der Flächenbedarf stetig stieg und der Siedlungsdruck innerhalb des alten Festungsringes zunahm. Zwar war der Deutsch-Französische Krieg von 1870/71 gerade erst zugunsten des Norddeutschen Bundes unter der Führung Preußens entschieden worden, doch blieb die Bedeutung Kölns als Bollwerk im Westen gegen die Franzosen weiterhin erhalten.

Mit dem Bau des äußeren Festungsringes wurde daher bereits ab 1873 begonnen. Er hatte mit seinen 12 Hauptwerken und 23 Zwischenwerken sowie zahlreichen Versorgungsgebäuden wie Munitionslagern, Ställen, Festungsgefängnissen, Bäckereien etc. einen Durchmesser von 16 Kilometern (auf beiden Seiten des Rheins). Der äußere Festungsring ist in Bezug auf die Fläche und die eingesetzten Materialien das größte Bauprojekt der Stadt Köln, noch vor dem Dom. Durch die Bestimmungen zu Freihaltung der Schussfelder vor den einzelnen Festungswerken war sein Einfluss auf die Stadtentwicklung enorm. Allerdings war der Festungsring durch die weiter fortschreitende Waffentechnologie ab 1886 bereits wieder veraltet. Sogenannte Brisanzgranaten mit Zeitzünder konnten von diesem Zeitpunkt an auch dicke Mauern sprengen. Mit teils immer mächtigeren Erdauflagen wurde versucht, dem Entgegenzuwirken. Zu einer Belagerung der Stadt kam es nie.

Die Schleifung erfolgte auf Grundlage des Versailler Vertrages ab 1919. Der vorausschauenden Planung des damaligen Kölner Oberbürgermeisters Konrad Adenauer, der schon früh die Bedeutung von Grünflächen für große Städte erkannte, ist es zu verdanken, dass die durch die Schleifung neu gewonnen Flächen des Festungsringes nicht bebaut wurden. Somit können diese bis heute wichtige Funktionen für die Stadt erfüllen, etwa als Frischluftschneise oder für die Freizeitgestaltung der Kölner Bürgerinnen und Bürger. Der größte Teil der Festungswerke ist heute nicht mehr vorhanden. Einige Bauwerke konnten durch verschiedene Nachfolgenutzungen erhalten werden. Im Stadtbild ist der Verlauf des ehemaligen äußeren Festungsringes insbesondere auf Luftbildern deutlich zu erkennen.

(Christoph Boddenberg, LVR-Fachbereich Regionale Kulturarbeit, 2015)

Internet
www.rheinische-geschichte.lvr.de: Festungen im Rheinland (abgerufen 02.01.2017)

Preußische Festungswerke im äußeren Kölner Grüngürtel

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„Preußische Festungswerke im äußeren Kölner Grüngürtel”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/SWB-233173 (Abgerufen: 23. Februar 2018)
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