Fort III im Äußeren Grüngürtel

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Luftaufnahme nach dem Krieg

    Luftaufnahme nach dem Krieg

    Copyright-Hinweis:
    Arbeitsgemeinschaft Festung Köln e.V.
    Fotograf/Urheber:
    Arbeitsgemeinschaft Festung Köln e.V.
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Entfestigungsplan Fort III

    Entfestigungsplan Fort III

    Copyright-Hinweis:
    Arbeitsgemeinschaft Festung Köln e.V.
    Fotograf/Urheber:
    Arbeitsgemeinschaft Festung Köln e.V.
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Fort III (1966)

    Fort III (1966)

    Copyright-Hinweis:
    Arbeitsgemeinschaft Festung Köln e.V.
    Fotograf/Urheber:
    Arbeitsgemeinschaft Festung Köln e.V.
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Fort III während der Abbrucharbeiten (1966)

    Fort III während der Abbrucharbeiten (1966)

    Copyright-Hinweis:
    Arbeitsgemeinschaft Festung Köln e.V.
    Fotograf/Urheber:
    Arbeitsgemeinschaft Festung Köln e.V.
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Fort III 1966

    Fort III 1966

    Copyright-Hinweis:
    Arbeitsgemeinschaft Festung Köln e.V.
    Fotograf/Urheber:
    Arbeitsgemeinschaft Festung Köln e.V.
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
Der äußere Festungsring entstand von 1873 bis 1886. Mit seinen etwa 46 km rund um die damalige Stadt herum, diente er der Sicherung und dem Schutz der Stadtbevölkerung. Das Fort III in Ossendorf ist Bestandteil dieser Befestigungsanlage auf dem heutigen äußeren Grüngürtel.

Geschichte einer befestigten Stadt
Seit beinahe zwei Jahrtausenden ist die Stadt Köln befestigt gewesen. Art, Lage und Ausmaße haben sich im Laufe der Zeit verändert, die Befestigungsanlagen wurden ausgebessert, angepasst oder erneuert und zum Teil aufgegeben um eine neue Anlage weiter außerhalb anzulegen. Als erste errichteten die Römer eine massive Stadtmauer um ihre Siedlung am Rhein. Durch den starken Zuwachs der Stadt in den darauffolgenden Jahrhunderten verlor die bestehende römische Mauer zunehmend an Schutzfunktion. Von 1179 bis 1260 wurde eine neue Stadtmauer mit Wall, Graben und Bastion gebaut.
Dieses mittelalterliche Bauwerk bildete 1815 die Grundlage des preußischen Verteidigungsrings. Teile der alten Stadtmauer wurden wieder instand gesetzt, die alten Bastionen erneuert und neue Forts in etwas vorgelagerter Stellung errichtet. Köln kam aufgrund seiner geographischen Lage eine besondere Bedeutung als Festungsstadt zu. Der preußische Festungsring hatte nicht allein den Sinn die Stadt selbst zu schützen, sondern auch das dahinter liegende Land.

Neue Entwicklungen in der Rüstungsindustrie machten den inneren Festungsring nicht mehr unüberwindbar. Es wurde beschlossen dem ersten einen zweiten Festungsring vorzulagern. Dieser zweite Ring schloss ein beinahe doppelt so großes Gebiet, wie die mittelalterliche Stadtbefestigung ein. Aus städtebaulicher Sicht brachte diese neue Planung also eine Entlastung des ohnehin schon stark verdichteten Stadtkerns. Militärisch betrachtet, war der Nutzen der neuen Anlage nicht von langer Dauer. Bereits sechs Jahre nach Vollendung, 1886, galten die Bauten als veraltet. Neue Brisanzgranaten hatten einen Zeitzünder und konnten so eingestellt werden, dass sie erst nach dem Aufprall explodierten. Dem hatten die Forts aus Backsteinen und Erdumwallung nichts entgegenzusetzen.

Fort III
Das Fort III wurde von 1874-1876 im Kölner Stadtteil Ossendorf erbaut. Ganz in der Nähe befand sich die Fliegerstation Cöln Butzweiler Hof. Einige oder alle Flugschüler dieser Station waren im Fort III einquartiert. Unter ihnen auch die später bekannt gewordenen Werner Voss und Manfred von Richthofen, auch der „Rote Baron“ genannt.
Abgesehen davon war das Fort als Infanteriestützpunkt entworfen worden und enthielt alle modernen Elemente wie Reverskaponnieren, Spitzengrabenwehr und ein bombensicheres Blockhaus. Zusätzlich enthielt es einen Panzerturm mit Panzerbeobachtungsglocke. Diese beiden Elemente stellen eine Besonderheit von Fort III da, galten nicht als Standardausstattung.

Nach dem ersten Weltkrieg wurde das Gebäude zum Großteil abgerissen. Der Versailler Vertrag schrieb vor alle Festungsbauten zu schleifen. Der damalige Bürgermeister Konrad Adenauer hatte erreicht, dass auch ein teilweises Schleifen ausreichte. Die Kehlkaserne sowie Kehl- und Flankengräben mit Stützmauer von Fort III waren zu diesem Zeitpunkt noch erhalten. Adenauer wollte die Forts in seine Idee vom äußeren Grüngürtel als zusammenhängende Grünanlage integrieren. Sie sollten als Vereinsheime oder Gastronomie genutzt werden. Die konkreten Planungen zunächst von Fritz Encke, dann Theodor Nußbaum sahen für das Fort III eine Erholungsstätte mit Volkswiese vor, die 1932 und 1933 fertiggestellt wurden. 1965 wurde die Anlage zu Übungszwecken von der Bundeswehr gesprengt. Heute sind nur noch vereinzelte verstreute Reste des Mauerwerks sichtbar sowie die leichten Erhöhungen und Vertiefungen der ehemaligen Wälle und Gräben.

(Hannah Brüggemann, NABU-Naturschutzstation Leverkusen-Köln, 2014)

Quelle
Zinnow, Uwe (2014): persönliches Gespräch über den äußeren Festungsgürtel, 03.04.2014.

Internet
www.bilderbuch-koeln.de: Album äußerer Festungsring – Köln (abgerufen 27.10.2014)
www.koelner-festungsbauten.de: Neudeutsche Befestigung der Stadt Köln (abgerufen 27.10.2014)
www.luftfahrtarchiv-koeln.de: Flugschüler Manfred von Richthofen in Cöln (abgerufen 27.10.2014)

Literatur

Meynen, Henriette / Fortis Colonia e.V. (Hrsg.) (2010)
Festungsstadt Köln. Das Bollwerk im Westen. (Schriftenreihe von Fortis Colonia e.V., Band 1.) Köln.
Meynen, Henriette / Fortis Colonia e.V. (Hrsg.) (2010)
Katalog der Festungsbauten mit Nachfolgenutzungen. (Festungsstadt Köln - Das Bollwerk im Westen.) S. 494-503. Köln.

Fort III im Äußeren Grüngürtel

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Militärringstraße
Ort
50827 Köln - Ossendorf
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1874 bis 1876, Ende nach 1965
Koordinate WGS84
50° 59′ 23,76″ N, 6° 52′ 47,25″ O / 50.98993°, 6.87979°
Koordinate UTM
32U 351200.61 5650845.27
Koordinate Gauss/Krüger
2561815.62 5650895.43

Empfohlene Zitierweise

Urheberrechtlicher Hinweis
Der hier präsentierte Inhalt ist urheberrechtlich geschützt. Die angezeigten Medien unterliegen möglicherweise zusätzlichen urheberrechtlichen Bedingungen, die an diesen ausgewiesen sind.
Empfohlene Zitierweise
„Fort III im Äußeren Grüngürtel”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-108539-20141126-10 (Abgerufen: 19. November 2018)
Wir verwenden Cookies, um die Nutzbarkeit unserer Seiten zu optimieren. Falls Sie mit der Speicherung von Cookies nicht einverstanden sind, finden Sie weitere Informationen auf unserer Internetseite.
Seitenanfang