Fort V im Äußeren Grüngürtel

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Um 1920 - Der Frontwall (rechts) ist noch erhalten, der Flankenwall (links) wird abgetragen

    Um 1920 - Der Frontwall (rechts) ist noch erhalten, der Flankenwall (links) wird abgetragen

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  • Fort V

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  • Fort V nach der Zerstörung um 1920

    Fort V nach der Zerstörung um 1920

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  • Schnitt durch die Anlage

    Schnitt durch die Anlage

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  • Fort V vor der Zerstörung

    Fort V vor der Zerstörung

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    Fort V vor und nach der Zerstörung

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  • Fort V nach 1920

    Fort V nach 1920

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  • Graben vor dem rechten Seitenflügel von Fort V (1962)

    Graben vor dem rechten Seitenflügel von Fort V (1962)

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  • Am Standort des ehemaligen Fort V (2014)

    Am Standort des ehemaligen Fort V (2014)

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  • Gedenkstein am Standort des ehemaligen Fort V (2014)

    Gedenkstein am Standort des ehemaligen Fort V (2014)

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  • Gedenkstein am Standort des ehemaligen Fort V (2014)

    Gedenkstein am Standort des ehemaligen Fort V (2014)

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Der äußere Festungsring entstand von 1873 bis 1886. Mit seinen etwa 46 Kilometern rund um die damalige Stadt herum, diente er der Sicherung und dem Schutz der Stadtbevölkerung. Das Fort III in Ossendorf ist Bestandteil dieser Befestigungsanlage auf dem heutigen äußeren Grüngürtel.

Geschichte einer befestigten Stadt
Seit beinahe zwei Jahrtausenden ist die Stadt Köln befestigt gewesen. Art, Lage und Ausmaße haben sich im Laufe der Zeit verändert, die Befestigungsanlagen wurden ausgebessert, angepasst oder erneuert und zum Teil aufgegeben um eine neue Anlage weiter außerhalb anzulegen. Als erste errichteten die Römer eine massive Stadtmauer um ihre Siedlung am Rhein. Durch den starken Zuwachs der Stadt in den darauffolgenden Jahrhunderten verlor die bestehende römische Mauer zunehmend an Schutzfunktion. Von 1179 bis 1260 wurde eine neue Stadtmauer mit Wall, Graben und Bastion gebaut.

Dieses mittelalterliche Bauwerk bildete 1815 die Grundlage des preußischen Verteidigungsrings. Teile der alten Stadtmauer wurden wieder instand gesetzt, die alten Bastionen erneuert und neue Forts in etwas vorgelagerter Stellung errichtet. Köln kam aufgrund seiner geographischen Lage eine besondere Bedeutung als Festungsstadt zu. Der preußische Festungsring hatte nicht allein den Sinn die Stadt selbst zu schützen, sondern auch das dahinter liegende Land.

Neue Entwicklungen in der Rüstungsindustrie machten den inneren Festungsring nicht mehr unüberwindbar. Es wurde beschlossen dem ersten einen zweiten Festungsring vorzulagern. Dieser zweite Ring schloss ein beinahe doppelt so großes Gebiet, wie die mittelalterliche Stadtbefestigung ein. Aus städtebaulicher Sicht brachte diese neue Planung also eine Entlastung des ohnehin schon stark verdichteten Stadtkerns. Militärisch betrachtet, war der Nutzen der neuen Anlage nicht von langer Dauer. Bereits sechs Jahre nach Vollendung, 1886, galten die Bauten als veraltet. Neue Brisanzgranaten hatten einen Zeitzünder und konnten so eingestellt werden, dass sie erst nach dem Aufprall explodierten. Dem hatten die Forts aus Backsteinen und Erdumwallung nichts entgegenzusetzen, viele von ihnen wurden abermals aufgerüstet und verstärkt.

Fort V
Das Fort V befindet sich südlich des Hermann-Garke-Wegs und nördlich des Rudolf-Harbig-Wegs. Es stammt aus den Jahren 1874-1876. Es gehört genau wie Fort IV und Fort VII zu den großen Forts des äußeren Festungsrings auf linksrheinischer Seite. Alle anderen links- und rechtsrheinischen Bauten zählen zum mittelgroßen Typ. Die Größe der Forts richtete sich nach ihrer strategischen Bedeutung, das Fort V liegt direkt an einer Eisenbahnlinie. Es bestand die Befürchtung, dass diese zu den präferierten Angriffspunkten der gegnerischen Streitkräfte zählten und daher besonderen Schutzes bedurften. Das Fort V ist 340 Meter breit und 205 Meter tief und, wie es für die Forts der linken Rheinseite typisch ist, vollkommen symmetrisch aufgebaut.

Seit 1879 diente das Fort als Festungsgefängnis der königlichen Militär-Behörden-Garnison-Besatzung. 1921 und 1922 musste auch dieses Fort laut Versailler Vertrag geschleift werden, die Kehlkaserne sowie die Kehl- und Flankengräben mitsamt Stützmauern blieben erhalten. Stadtgartendirektor Fritz Encke entwarf daraufhin Pläne für eine neue Nutzung der Anlage als Erholungsstätte mit Volkswiese. Enckes Nachfolger Theodor Nußbaum sah um 1930 eine Nutzung als „grünes Fort“ mit Sportanlage vor. Während des zweiten Weltkriegs wurde das Fort Sammellager für Juden aus Köln und Umgebung vor dem Transport in die Vernichtungslager. Bis zu 2500 Menschen, die aus ihren Wohnungen und Häusern vertrieben worden waren, lebten dort zum Teil auf engstem Raum und unter schlechten hygienischen Verhältnissen zusammen. Heute erinnert eine Gedenktafel aus dem Jahr 1981 auf einem großen Findling an die im Fort untergebrachten und später deportierten Juden.

Um 1962 wurden die Überreste des Forts abgerissen, da es längere Zeit leer stand und eine Folgenutzung nicht absehbar war. Heute weisen nur noch für das Umland ungewöhnliche Höhen und Tiefen der Geländemodellierung sowie eine Lichtung im Gehölzbestand auf das ehemalige Fort hin.

(Hannah Brüggemann, NABU-Naturschutzstation Leverkusen-Köln, 2014)


Quelle
Zinnow, Uwe (2014): persönliches Gespräch über den äußeren Festungsgürtel, 03.04.2014.

Internet
www.gbg-koeln.de: Das Deportationslager Müngersdorf (abgerufen 28.10.2014)
www.bilderbuch-koeln.de: Album äußerer Festungsring – Köln (abgerufen 28.10.2014)
de.wikipedia.org: Müngersdorf (abgerufen 28.10.2014)

Literatur

Meynen, Henriette / Fortis Colonia e.V. (Hrsg.) (2010)
Festungsstadt Köln. Das Bollwerk im Westen. (Schriftenreihe von Fortis Colonia e.V., Band 1.) Köln.
Meynen, Henriette / Fortis Colonia e.V. (Hrsg.) (2010)
Katalog der Festungsbauten mit Nachfolgenutzungen. (Festungsstadt Köln - Das Bollwerk im Westen.) S. 494-503. Köln.
Zinnow, Uwe (2010)
Die große Baumaßnahme – Die Werke des äußeren Festungsgürtels – Teil 2: Die Forts. In: Festungsstadt Köln – Das Bollwerk im Westen, S. 138-161. Köln.

Fort V im Äußeren Grüngürtel

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1874 bis 1876, Ende nach 1962
Koordinate WGS84
50° 56′ 33,98″ N, 6° 52′ 13,92″ O / 50.94277°, 6.87053°
Koordinate UTM
32U 350399.43 5645620.07
Koordinate Gauss/Krüger
2561227.53 5645641.1

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„Fort V im Äußeren Grüngürtel”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-108511-20141126-12 (Abgerufen: 23. Mai 2018)
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