Fort XII im Äußeren Grüngürtel

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Luftaufnahme von Fort XII

    Luftaufnahme von Fort XII

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  • Das übererdete Fort XII (2003)

    Das übererdete Fort XII (2003)

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  • Standort des ehemaligen Fort XII (2003)

    Standort des ehemaligen Fort XII (2003)

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  • Standort des ehemaligen Fort XII (2003)

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  • Grundriss Fort XII

    Grundriss Fort XII

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  • Kehlgrabenwehr  von Fort XII (2004)

    Kehlgrabenwehr von Fort XII (2004)

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  • Linker Innenhof von Fort XII (2004)

    Linker Innenhof von Fort XII (2004)

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  • Rechter Innenhof von Fort XII (2004)

    Rechter Innenhof von Fort XII (2004)

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Der äußere Festungsring entstand von 1873 bis 1886. Mit seinen etwa 46 Kilometern rund um die damalige Stadt herum, diente er der Sicherung und dem Schutz der Stadtbevölkerung. Das Fort III in Ossendorf ist Bestandteil dieser Befestigungsanlage auf dem heutigen äußeren Grüngürtel.

Geschichte einer befestigten Stadt
Seit beinahe zwei Jahrtausenden ist die Stadt Köln befestigt gewesen. Art, Lage und Ausmaße haben sich im Laufe der Zeit verändert, die Befestigungsanlagen wurden ausgebessert, angepasst oder erneuert und zum Teil aufgegeben um eine neue Anlage weiter außerhalb anzulegen. Als erste errichteten die Römer eine massive Stadtmauer um ihre Siedlung am Rhein. Durch den starken Zuwachs der Stadt in den darauffolgenden Jahrhunderten verlor die bestehende römische Mauer zunehmend an Schutzfunktion. Von 1179 bis 1260 wurde eine neue Stadtmauer mit Wall, Graben und Bastion gebaut.

Dieses mittelalterliche Bauwerk bildete 1815 die Grundlage des preußischen Verteidigungsrings. Teile der alten Stadtmauer wurden wieder instand gesetzt, die alten Bastionen erneuert und neue Forts in etwas vorgelagerter Stellung errichtet. Köln kam aufgrund seiner geographischen Lage eine besondere Bedeutung als Festungsstadt zu. Der preußische Festungsring hatte nicht allein den Sinn die Stadt selbst zu schützen, sondern auch das dahinter liegende Land.

Neue Entwicklungen in der Rüstungsindustrie machten den inneren Festungsring nicht mehr unüberwindbar. Es wurde beschlossen dem ersten einen zweiten Festungsring vorzulagern. Dieser zweite Ring schloss ein beinahe doppelt so großes Gebiet, wie die mittelalterliche Stadtbefestigung ein. Aus städtebaulicher Sicht brachte diese neue Planung also eine Entlastung des ohnehin schon stark verdichteten Stadtkerns. Militärisch betrachtet, war der Nutzen der neuen Anlage nicht von langer Dauer. Bereits sechs Jahre nach Vollendung, 1886, galten die Bauten als veraltet. Neue Brisanzgranaten hatten einen Zeitzünder und konnten so eingestellt werden, dass sie erst nach dem Aufprall explodierten. Dem hatten die Forts aus Backsteinen und Erdumwallung nichts entgegenzusetzen, viele von ihnen wurden abermals aufgerüstet und verstärkt.

Fort XII
An der nördlichsten Spitze des rechtsrheinischen Verteidigungsrings aus preußischer Zeit liegt das Fort XII. Es ist eins von vier rechtsrheinischen Forts und wurde von 1877-1880 westlich der Düsseldorfer Straße und nördlich des Stammheimer Rings errichtet. Es zählt zu den mittelgroßen Bauten, wie sie auf der rechten Rheinseite ausschließlich und auf der linken Rheinseite mit drei Ausnahmen vorkommen. Die Forts des äußeren Festungsrings gehören alle zum Biehlerschen Einheitstyp der in ganz Deutschland Verwendung fand. Sie gleichen sich alle in der Grundstruktur und weisen lediglich kleine Abweichungen aufgrund der Geländeformation auf. Außerdem sind die Frontseiten der Forts etwas unterschiedlich gestaltet, um den Soldaten die Identifizierung zu erleichtern. Im Gegensatz zu den Festungsbauten links des Rheins ist das Fort XII nicht komplett symmetrisch aufgebaut. Zu einer Seite des mittig gelegenen Kaserneneingangs schließt sich eine Grabenwehr an und im vorderen Teil der Kaserne läuft eine Treppe, die beide aus dem symmetrischen Grundriss fallen.

Stationiert war im Fort die 6. Kompanie des Infanterie-Regiments 16 mit einer Dauerbesetzung von 150 Mann. Um 1886 wurden aufgrund der neuen Brisanzgranaten viele der anderen Forts des äußeren Festungsrings aufgerüstet und modernisiert. Im Gegensatz zu den anderen Bauten wurden bei Fort XII lediglich Decken und Wände der Spitzkaserne, Kapitalpoterne und Teile der Kehlkaserne verstärkt.

Ab 1920 wurden, wie im Versailler Vertrag festgelegt, die ersten Forts geschleift, so auch das Fort XII. Die Kehlkaserne blieb als einziger Gebäudebestandteil erhalten. Auf dem Gelände der Anlage wurde daraufhin ein Luft- und Lichtbad nach Plänen von Stadtgartendirektor Fritz Encke realisiert. 1924 entworfen und bis 1929 umgesetzt, entstand auf den Trümmern des ehemaligen Forts eine Gartenanlage, deren Zentrum ein von Bäumen eingerahmter Platz vor der Kehlkaserne ist. Zu beiden Seiten schließen sich ein Rosen- und ein Staudensenkgarten an, an den Enden der Anlage befinden sich kleine Aussichtspunkte und ehemalige Flankengräben sind mit Wildrosen und Wildstauden bepflanzt. Besonders den Kindern sollten eine freie Rasenfläche und der tiefergelegene Hof der Kaserne zum Spielen dienen, die ganze Anlage wurde durch Wegeverbindungen durchzogen.

Während des Zweiten Weltkriegs waren in der Kehlkaserne der Sicherheits- und Hilfsdienst untergebracht, eine Einrichtung des Luftschutzes, die nach Luftangriffen zum Einsatz kam. Nach dem Krieg diente das Gebäude als Notunterkunft für Vertriebene und Ausgebombte. 1976 wurde das Festungswerk übererdet, die kleine Anhöhe weist heute auf den Standort der Kaserne hin. Um 2006 hat die Stadt Köln Gehölze angepflanzt um die Grünfläche als Aufenthaltsort aufzuwerten.

(Hannah Brüggemann, NABU-Naturschutzstation Leverkusen-Köln, 2014)


Quelle
Zinnow, Uwe (2014): persönliches Gespräch über den äußeren Festungsgürtel, 03.04.2014.

Internet
www.koelner-festungsbauten.de: Neudeutsche Befestigung der Stadt Köln – Fort XII Stammheim (abgerufen 28.10.2014)
www.bilderbuch-koeln.de: Album äußerer Festungsring – Köln (abgerufen 28.10.2014)
de.wikipedia.org: Sicherheits- und Hilfsdienst (abgerufen 28.10.2014)
de.wikipedia.org: Stammheim (abgerufen 28.10.2014)

Literatur

Meynen, Henriette / Fortis Colonia e.V. (Hrsg.) (2010)
Festungsstadt Köln. Das Bollwerk im Westen. (Schriftenreihe von Fortis Colonia e.V., Band 1.) Köln.
Meynen, Henriette / Fortis Colonia e.V. (Hrsg.) (2010)
Katalog der Festungsbauten mit Nachfolgenutzungen. (Festungsstadt Köln - Das Bollwerk im Westen.) S. 494-503. Köln.
Wiegand, Heinz / Adams, Werner; Bauer, Joachim (Hrsg.) (2001)
Volksgärten für Köln – Fritz Encke. In: Vom Botanischen Garten zum Großstadtgrün - 200 Jahre Kölner Grün, S. 121-145. Köln.
Zinnow, Uwe (2010)
Die große Baumaßnahme – Die Werke des äußeren Festungsgürtels – Teil 2: Die Forts. In: Festungsstadt Köln – Das Bollwerk im Westen, S. 138-161. Köln.

Fort XII im Äußeren Grüngürtel

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1877 bis 1880, Ende nach 1976
Koordinate WGS84
50° 59′ 35,46″ N, 6° 59′ 48,74″ O / 50.99318°, 6.99687°
Koordinate UTM
32U 359426.59 5650976.73
Koordinate Gauss/Krüger
2570031 5651361.58

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„Fort XII im Äußeren Grüngürtel”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-108544-20141126-15 (Abgerufen: 14. August 2018)
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