Fort IV im Äußeren Grüngürtel

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Historische Aufnahme des Frontgrabens von Fort IV im äußeren Kölner Grüngürtel vor der Schleifung 1920.

    Historische Aufnahme des Frontgrabens von Fort IV im äußeren Kölner Grüngürtel vor der Schleifung 1920.

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  • Kehlkaserne nach dem Krieg, Großteil des Grabens ist bereits zugeschüttet

    Kehlkaserne nach dem Krieg, Großteil des Grabens ist bereits zugeschüttet

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  • Zugeschütteter Frontgraben von Fort IV

    Zugeschütteter Frontgraben von Fort IV

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  • Kehlkaserne vor dem Krieg

    Kehlkaserne vor dem Krieg

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  • Fort IV Anfang der 1920er Jahre

    Fort IV Anfang der 1920er Jahre

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Der äußere Festungsring entstand von 1873 bis 1886. Mit seinen etwa 46 Kilometern rund um die damalige Stadt herum, diente er der Sicherung und dem Schutz der Stadtbevölkerung. Das Fort III in Ossendorf ist Bestandteil dieser Befestigungsanlage auf dem heutigen äußeren Grüngürtel.

Geschichte einer befestigten Stadt
Seit beinahe zwei Jahrtausenden ist die Stadt Köln befestigt gewesen. Art, Lage und Ausmaße haben sich im Laufe der Zeit verändert, die Befestigungsanlagen wurden ausgebessert, angepasst oder erneuert und zum Teil aufgegeben um eine neue Anlage weiter außerhalb anzulegen. Als erste errichteten die Römer eine massive Stadtmauer um ihre Siedlung am Rhein. Durch den starken Zuwachs der Stadt in den darauffolgenden Jahrhunderten verlor die bestehende römische Mauer zunehmend an Schutzfunktion. Von 1179 bis 1260 wurde eine neue Stadtmauer mit Wall, Graben und Bastion gebaut.
Dieses mittelalterliche Bauwerk bildete 1815 die Grundlage des preußischen Verteidigungsrings. Teile der alten Stadtmauer wurden wieder instand gesetzt, die alten Bastionen erneuert und neue Forts in etwas vorgelagerter Stellung errichtet. Köln kam aufgrund seiner geographischen Lage eine besondere Bedeutung als Festungsstadt zu. Der preußische Festungsring hatte nicht allein den Sinn die Stadt selbst zu schützen, sondern auch das dahinter liegende Land.

Neue Entwicklungen in der Rüstungsindustrie machten den inneren Festungsring nicht mehr unüberwindbar. Es wurde beschlossen dem ersten einen zweiten Festungsring vorzulagern. Dieser zweite Ring schloss ein beinahe doppelt so großes Gebiet, wie die mittelalterliche Stadtbefestigung ein. Aus städtebaulicher Sicht brachte diese neue Planung also eine Entlastung des ohnehin schon stark verdichteten Stadtkerns. Militärisch betrachtet, war der Nutzen der neuen Anlage nicht von langer Dauer. Bereits sechs Jahre nach Vollendung, 1886, galten die Bauten als veraltet. Neue Brisanzgranaten hatten einen Zeitzünder und konnten so eingestellt werden, dass sie erst nach dem Aufprall explodierten. Dem hatten die Forts aus Backsteinen und Erdumwallung nichts entgegenzusetzen, viele von ihnen wurden abermals aufgerüstet und verstärkt.

Fort IV
Das Fort IV wurde in den Jahren 1874-1876 erbaut. Es gehört zu den großen Forts des äußeren Festungsrings auf linksrheinischer Seite. Neben diesem weisen nur noch Fort V und Fort VII ähnliche Ausmaße auf. Alle anderen links- und rechtsrheinischen Bauten zählen zum mittelgroßen Typ. Die Größe der Forts richtete sich nach ihrer strategischen Bedeutung. Das Fort IV misst 210 Meter in der Tiefe und 330 Meter in horizontaler Ausrichtung. Es ist vollkommen symmetrisch aufgebaut, ein weiteres Charakteristikum der Forts links des Rheins, und enthält je 13 Räume in jedem der beiden Seitenflügel der Kehlkaserne.
Das Fort wurde als Artilleriefort mit infanteristischer Unterstützung konzipiert und gebaut. In den darauffolgenden Jahren wurde es teilweise nachgerüstet und modernisiert. Es erhielt dickere Betondecken, Wachtürme mit Panzerbeobachtungsglocke und verstärkte Reverskaponnieren (bombensichere Räume zur Grabenverteidigung).

1921 und 1922 musste auch dieses Fort laut Versailler Vertrag geschleift werden, die Kehlkaserne blieb erhalten. Der Rest der Anlage sollte einer neuen Nutzung zukommen. Der Gartenbaudirektor der Stadt Köln Fritz Encke (1861-1931) plante hier eine Sportanlage zu errichten. Seit den Jahren 1924 und 1925 hat der Postsportverein hier seine Trainingsstätten und ein Vereinsheim. Die gesamte Anlage umfasste 11,1 Hektar und zählte drei Fußball- sowie zwei Schlagballplätze. Außerdem waren die städtische Gartenbau- und Freiluftschule und das städtische Gartenbauverwaltungsamt auf dem Gelände untergebracht.
Zwischenzeitlich wurde das Fort während des Zweiten Weltkriegs noch einmal militärisch genutzt. Nach dem Krieg fungierte es als Notunterkunft, Champingnonzuchtanlage, Räumlichkeit für Geflügelzucht, Tischlerei, Werkstätten der Stadt Köln und heute wieder hauptsächlich als Sportanlage. In Nebenflügeln sind Lagerräume der Stadt Köln und eine Schlosserei untergebracht.

(Hannah Brüggemann, NABU-Naturschutzstation Leverkusen-Köln, 2014)

Quelle
Zinnow, Uwe (2014): persönliches Gespräch über den äußeren Festungsgürtel, 03.04.2014.

Internet
www.koelner-festungsbauten.de: Neudeutsche Befestigung der Stadt Köln – Fort IV Bocklemünd (abgerufen 28.10.2014)
www.koelner-luftfahrt.de: Das Fort der Luftwaffe – Fort IV Festung Köln (abgerufen 28.10.2014)
www.bilderbuch-koeln.de: Album äußerer Festungsring – Köln (abgerufen 28.10.2014)

Literatur

Meynen, Henriette / Fortis Colonia e.V. (Hrsg.) (2010)
Festungsstadt Köln. Das Bollwerk im Westen. (Schriftenreihe von Fortis Colonia e.V., Band 1.) Köln.
Meynen, Henriette / Fortis Colonia e.V. (Hrsg.) (2010)
Katalog der Festungsbauten mit Nachfolgenutzungen. (Festungsstadt Köln - Das Bollwerk im Westen.) S. 494-503. Köln.
Wiegand, Heinz / Adams, Werner; Bauer, Joachim (Hrsg.) (2001)
Volksgärten für Köln – Fritz Encke. In: Vom Botanischen Garten zum Großstadtgrün - 200 Jahre Kölner Grün, S. 121-145. Köln.

Fort IV im Äußeren Grüngürtel

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Venloer Straße
Ort
50829 Köln - Bocklemünd/Mengenich
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger, Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1874 bis 1876
Koordinate WGS84
50° 58′ 17,47″ N, 6° 51′ 37,29″ O / 50.97152°, 6.86036°
Koordinate UTM
32U 349777.46 5648837.27
Koordinate Gauss/Krüger
2560475.11 5648830.86

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„Fort IV im Äußeren Grüngürtel”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-108540-20141126-11 (Abgerufen: 21. November 2018)
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