Augustiner-Chorherrenstift Sankt Mechtern

Sankt Apern, später Zisterzienserinnenabtei

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Das Chorherrenstift (später Zisterzienserinnenabtei) Sankt Mechtern bzw. Sankt Apern in Köln als "S. Aperencl(oster)" auf einer Stadtansicht nach Arnold Mercator von 1571.

    Das Chorherrenstift (später Zisterzienserinnenabtei) Sankt Mechtern bzw. Sankt Apern in Köln als "S. Aperencl(oster)" auf einer Stadtansicht nach Arnold Mercator von 1571.

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  • Stiftskirchen und Abteien in Köln auf der Karte "Eintheilung der der heutigen preussischen Rheinprovinz für das Jahr 1789" (1894).

    Stiftskirchen und Abteien in Köln auf der Karte "Eintheilung der der heutigen preussischen Rheinprovinz für das Jahr 1789" (1894).

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Patrozinium: Bartholomäus, „ad sanctos martyres“ (= Mechtern), Aper (Bischof von Toul). (so Engels; Bönnen / Hirschmann nennen außerdem die Thebäische Legion)
Orden: Augustiner-Chorherrenstift (Männerkloster), später Zisterzienserinnenabtei (Frauenkloster).
Geschichte (Gründung und Entwicklung bis um 1200):
Im heutigen Stadtteil Ehrenfeld auf einem Gelände mit römischen Bauresten gelegen.
Die früheste Nachricht über das Bestehen des Stiftes St. Mechtern datiert von 1180. Der Kölner Erzbischof Philipp von Heinsberg (1167-91) hatte für seine neue Gründung „ad martyres extra muros Colonie“ Augustiner-Chorherren aus dem elsässischen Marbach besorgt. Schon das Patrozinium deutet es an: Das Gelände des neuen Stiftes war alter Besitz des Stiftes St. Gereon, das sein Pfarrecht gegen eine finanzielle Abgabe an St. Mechtern abtrat.
Obwohl die Propstei als bekanntes Reformzentrum das Haupt einer Kongregation der Augustiner-Chorherren war, erwies sich die Wahl als eine Fehlentscheidung. Ob nach einer Brandstiftung die Klagen des Erzbischofs Siegfried von Westerburg über die kriminellen und ruinösen Zustände im Stift berechtigt oder zweckorientiert waren, lässt sich nicht entscheiden. Jedenfalls zwang er die Augustiner-Chorherren 1277 zum Verlassen des Stiftes und siedelte an ihrer Stelle die erforderlichen Zisterzienserinnen aus dem Kloster Benden (Stadt Brühl) an, um die Kontinuität der Martyrerkultstätte sicherzustellen. Schließlich waren unter den Reliquien 80 Häupter der 11.000 Jungfrauen (siehe Kölner Ursulastift) sowie der Gefährten des heiligen Gereon und der Maurischen Märtyrer (siehe Kölner Gereonstift) vertreten (Engels 2006).

Gegründet 1180 (Augustinerchorherren), ab 1277 Zisterzienserinnen, 1474 Verlegung der Nonnen nach St. Apern. Aufgehoben 1802 (Bönnen / Hirschmann 2006).

Am Standort der heutigen Kirche St. Mechtern - zwischen Thebäaer- und Mechternstraße gelegen - soll sich der Legende nach der Ort befinden, an dem die Thebäische Legion hingerichtet wurde (daher ist das nicht mehr zu lokalisierende Stift hier symbolisch mit einer Geometrie verzeichnet).

(LVR-Redaktion KuLaDig, 2011)

Literatur

Bönnen, Gerold; Hirschmann, Frank G. (2006)
Klöster und Stifte von um 1200 bis zur Reformation. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, IX.3.) Bonn.
Engels, Odilo (2006)
Klöster und Stifte von der Merowingerzeit bis um 1200. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, IX.2.) Bonn.
Hegel, Eduard (1992)
Das mittelalterliche Pfarrsystem und seine kirchliche Infrastruktur in Köln um 1500. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, IX.1.) Köln.

Augustiner-Chorherrenstift Sankt Mechtern

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Thebäaerstraße / Mechternstraße
Ort
50823 Köln - Ehrenfeld
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1180, Ende 1802
Koordinate WGS84
50° 56′ 42″ N, 6° 55′ 13,6″ O / 50.945°, 6.92045°
Koordinate UTM
32U 353912.6 5645767.7
Koordinate Gauss/Krüger
2564732.4 5645931.5

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„Augustiner-Chorherrenstift Sankt Mechtern”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-13595-20110718-22 (Abgerufen: 13. Dezember 2017)
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