Stadtteil Köln-Urbach

Stadtteil 707 im Kölner Stadtbezirk 7 Porz, früher „Oirbach“ und „Ubrebach“

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 52′ 50,14″ N: 7° 04′ 58,21″ O 50,88059°N: 7,08283°O
Koordinate UTM 32.365.133,41 m: 5.638.297,51 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.576.250,00 m: 5.638.922,07 m
  • Witschaftsgebäude des früheren Hofguts Maarhof an der Frankfurter Strasse in Köln-Urbach (2010).

    Witschaftsgebäude des früheren Hofguts Maarhof an der Frankfurter Strasse in Köln-Urbach (2010).

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  • Das Wegekreuz "Tambourkreuz" (auch "Tambourskreuz") an der Frankfurter Strasse in Köln-Urbach (2011).

    Das Wegekreuz "Tambourkreuz" (auch "Tambourskreuz") an der Frankfurter Strasse in Köln-Urbach (2011).

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  • Ausschnitt aus der "Karte der politischen und administrativen Eintheilung der heutigen preussischen Rheinprovinz für das Jahr 1789, Blatt IV, Köln" (Geschichtlicher Atlas der Rheinprovinz von Wilhelm Fabricius, 1894): das rechtsrheinische Gebiet südöstlich von Köln mit der Amts- und Gerichtseinteilung.

    Ausschnitt aus der "Karte der politischen und administrativen Eintheilung der heutigen preussischen Rheinprovinz für das Jahr 1789, Blatt IV, Köln" (Geschichtlicher Atlas der Rheinprovinz von Wilhelm Fabricius, 1894): das rechtsrheinische Gebiet südöstlich von Köln mit der Amts- und Gerichtseinteilung.

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    Fabricius, Wilhelm / gemeinfrei
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    Wilhelm Fabricius
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Der Kölner Stadtteil 707 Urbach gehört zum Stadtbezirk 7 Porz. In dem rechtsrheinischen Stadtteil leben heute knapp 13.000 Menschen auf einer Fläche von 2,29 Quadratkilometern (12.979 Einwohner*innen zum 31.12.2021, bzw. 13.004 zum 31.12.2019, 12.617 zum 31.12.2017 und 11.970 zum 31.12.2009, www.stadt-koeln.de). Der Erholungsflächenanteil betrug im Jahr 2021 12,6 %.

Ortsgeschichte, -name und -entwicklung
Urbach auf historischen Karten
Ortsbild
Verkehrsanbindung
Internet, Literatur

Ortsgeschichte, -name und -entwicklung
Das einst typische und für seine unmittelbare Umgebung dominante Haufendorf an der Straße zwischen Siegburg und Mülheim geht vermutlich auf eine fränkische Siedlung zurück. Als frühere Ortsnamen werden auch Oirbach und Ubrebach genannt, die wohl auf das althochdeutsche Wort Urbich für alter Bach zurückgehen, zumal der Ort auch in Nähe eines alten Rheinarms liegt. Bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts waren hier noch einzelne Feuchtgebiete erkennbar.
Der um das Jahr 1100 erfolgte erste Kirchenbau spricht für eine damals bereits dauerhafte Besiedlung. Durch seine Lage an der wichtigen Straße vom Rhein zur Agger hatte Urbach wohl eine besondere Stellung für sein direktes Umland - wie auch durch seine Pfarrei, zu der die umliegenden kleinen Ortschaften Eil (durch einen Prozessionsweg mit Urbach verbunden), Elsdorf, Heumar und Porz gehörten (Wilhelm 2008, www.stadt-koeln.de und de.wikipedia.org)
Seit dem Mittelalter gehörte Urbach zum Amt Porz im Herzogtum Berg (Holdt 2008, S. 22 u. Karte Nr. 220).

In Wilhelm Fabricius' Erläuterungen zu der Karte der politischen und administrativen Eintheilung der heutigen preussischen Rheinprovinz für das Jahr 1789 im Geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz wird der Ort als „Honsch. Urbach“ (Honschaft = die unterste Verwaltungseinheit) mit einer Gemarkungsgröße von „ca. 1003“ Hektar im Bergischen Amt Porz, Hauptgericht Porz angeführt. Der Pfarrort gehörte zum Dekanat Deutz (Fabricius 1898, S. 319, Nr. 302 und Becker 2008).
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Während der Zeit der französischen Besatzung (1794-1814/15) gehörte Urbach als Teil der Bürgermeisterei Heumar (frz. Mairie) im Kanton Mülheim zum Arrondissement Mülheim - einem der vier Verwaltungsbezirke im Département Rhein des von 1806 bis 1813 bestehenden napoleonischen Satellitenstaats Großherzogtum Berg (Grand-Duché de Berg et de Clèves).
Nach der Franzosenzeit gehörte Urbach dann ab 1815 über die Bürgermeisterei Heumar im zwischen 1816 und 1932 bestehenden Kreis Mülheim am Rhein zur Preußischen Rheinprovinz. Nach dem bereits 1875 der Amtssitz von Heumar nach Porz verlegt worden war, wurden die beiden Gemeinden Heumar und Wahn 1929 mitsamt ihrer bis dahin zugehörigen Ortschaften zur Großgemeinde Porz am Rhein vereinigt (ab 1932 im neu gegründeten Rheinisch-Bergischen Kreis, ab 1951 Stadt Porz).

Im Zuge der kommunalen Neugliederung durch das Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden und Kreise des Neugliederungsraumes Köln (das so genannte „Köln-Gesetz“ vom 5. November 1974; vgl. recht.nrw.de) wurde Porz mit seinen Stadtteilen zum 1. Januar 1975 nach Köln eingemeindet. Damit gehören seitdem die Kölner Stadtteile Eil, Elsdorf, Ensen, Finkenberg, Gremberghoven, Grengel, Langel, Libur, Lind, Poll, Porz (auch: „Porz-Zentrum“), Urbach, Wahn, Wahnheide, Westhoven und Zündorf zum heutigen Stadtbezirk 7 Köln-Porz.
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Urbach auf historischen Karten
In der das Jahr 1789 abbildenden Karte des Geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz findet sich der kleine Ort beiderseits der Straße zwischen Siegburg und Mülheim eingezeichnet (Fabricius 1894, vgl. Abb.), der für Urbach auch heute noch zentralen Frankfurter Straße bzw. Bundestraße B 8.
Auf den historischen Karten der Topographischen Aufnahme der Rheinlande (1801-1828) ist der Ort mit einer besiedelten Fläche von rund 30 Hektar (300.000 m2) auszumachen. Hinsichtlich Größe und Besiedlung zeigt sich auf der nur wenig jüngeren, zwischen 1836 und 1850 erarbeiteten Preußischen Uraufnahme kaum ein Unterschied. Ebensowenig Veränderung zeigt die Preußische Neuaufnahme (1891-1912), die nun jedoch den rund einen Kilometer außerhalb-westlich des Orts erbauten Bhf. Urbach der um 1860 eingerichteten Siegbahn zwischen Au (Sieg) und Köln-Deutz zeigt - den bis 1897 Urbach Rh. benannten heutigen Bahnhof Porz (Rhein).
Die topographischen Karten TK 1936-1945 lassen schließlich eine allmähliche Ausdehung des Orts in Richtung Süden nach Elsdorf hin sowie nach Westen in Richtung Porz erkennen (vgl. Kartenansichten). Heute ist Urbach mit den beiden Nachbarstadtteilen mehr oder weniger zusammengewachsen.

Ortsbild
Die Stadt Köln führt in ihren Informationen zum Stadtteil aus, dass die Menschen Urbachs fast ausschließlich von der Landwirtschaft lebten: „Der Ausbau der Frankfurter Straße hat den alten Ortskern dann nachhaltig zerstört. Nur wenige Reste der alten, dörflich-ländlich geprägten Bausubstanz sind in der Umgebung der Kirche Sankt Bartholomäus von 1879/1880 erhalten geblieben.“

Als besondere Akzente des Stadtteils Urbach werden neben der Kirche ferner angeführt:
  • der Prozessionsweg zwischen Urbach und Eil,
  • das Tambourkreuz (auch Tambourskreuz) an der Frankfurter Straße, ein auf das Jahr 1669 datiertes Wegekreuz, das ursprünglich an der Straße von Urbach nach Eil stand,
  • das Krieger- und Gefallenenehrenmal am ehemaligen Dorfplatz in der Kupfergasse,
  • kleine Fachwerkbauten,
  • die ehemalige Ossenbachmühle an der Frankfurter Straße, vermutlich aus dem 18. Jahrhundert,
  • der Maarhof, ein früheres Hofgut der Familie von Nesselrode, dessen landwirtschaftlichen Nutzung 1984/85 aufgegeben wurde.
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Verkehrsanbindung
Urbach liegt etwa 15 bzw. gut 20 Kilometer von den Zentren von Köln und Bonn entfernt und ist an beide Großstädte über die östlich des Stadtteils vorbeiführende Bundesautobahn A 59 mit dem Kreuz Flughafen verbunden. Für die Straßenanbindung sind ferner die Köln-Urbach mittig querende Frankfurter Straße / Bundestraße B 8 zentral sowie die Waldstraße (später Kaiserstraße, die Landstraße L 99 in Richtung Köln-Porz).
An den regionalen Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) ist der Stadtteil über mehrere Linienbusse angebunden. Die Kölner Straßen- und Stadtbahnen und das Netz der Deutschen Bahn sind über den vom Ortszentrum aus gut einen Kilometer entfernten Bahnhof in Porz erreichbar bzw. über den rund 2 Kilometer entfernten Flughafen Köln/Bonn.

(Franz-Josef Knöchel, Digitales Kulturerbe LVR, 2024)

Internet
www.stadt-koeln.de: Stadtteilinformationen Urbach (abgerufen 24.01.2023)
www.stadt-koeln.de: Kölner Stadtteilinformationen, Zahlen 2021 (PDF-Datei, 2 MB, abgerufen 24.01.2024)
www.stadt-koeln.de: Kölner Stadtteilinformationen, Zahlen 2019 (PDF-Datei, 2,7 MB, abgerufen 24.01.2024)
www.stadt-koeln.de: Kölner Stadtteilinformationen, Einwohnerzahlen 2017 (PDF-Datei; 1,8 MB, Stand 31.12.2017, abgerufen 24.01.2024)
www.stadt-koeln.de: Kölner Stadtteile in Zahlen, 2. Jahrgang 2010 (PDF-Datei, 1,7 MB, abgerufen 24.01.2024)
www.stadt-koeln.de: Interaktive Denkmalkarte Köln (abgerufen 24.01.2024)
de.wikipedia.org: Urbach (abgerufen 24.01.2024)
porzerleben.de: Porz-Wiki zur Entwicklung des Kölner Stadtbezirks Porz (abgerufen 24.01.2024)
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Literatur

Becker, Thomas P. (2008)
Bistümer, Archidiakonate und Landdekanate um 1450. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, IX.4.) Bonn.
Fabricius, Wilhelm (1898)
Erläuterungen zum geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz. (2 Bände, Nachdruck 1965). Bonn.
Groten, Manfred; Johanek, Peter; Reininghaus, Wilfried; Wensky, Margret / Landschaftsverband Rheinland; Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.) (2006)
Handbuch der Historischen Stätten Nordrhein-Westfalen. (HbHistSt NRW, Kröners Taschenausgabe, Band 273.) S. 610-612, Stuttgart (3. völlig neu bearbeitete Auflage).
Holdt, Ulrike (2008)
Die Entwicklung des Territoriums Berg. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, V.16.) Bonn.
Wilhelm, Jürgen (Hrsg.) (2008)
Das große Köln-Lexikon. S. 455, Köln (2. Auflage).

Stadtteil Köln-Urbach

Schlagwörter
Ort
51145 Köln - Urbach
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:25.000 (kleiner als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Auswertung historischer Karten
Historischer Zeitraum
Beginn vor 1100

Empfohlene Zitierweise

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Empfohlene Zitierweise
„Stadtteil Köln-Urbach”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-345192 (Abgerufen: 15. April 2024)
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