Grabstätte der Familie von Wittgenstein auf dem Melatenfriedhof

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 56′ 15,1″ N: 6° 55′ 7,5″ O 50,93753°N: 6,91875°O
Koordinate UTM 32.353.770,14 m: 5.644.940,25 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.564.623,68 m: 5.645.098,80 m
  • Die Grabstätte der aus dem Kölner Patriziat stammenden Familie von Wittgenstein auf dem Melatenfriedhof in Köln-Lindenthal (2020).

    Die Grabstätte der aus dem Kölner Patriziat stammenden Familie von Wittgenstein auf dem Melatenfriedhof in Köln-Lindenthal (2020).

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  • Zeitgenössisches Porträtgemälde des Kaufmanns, Bankiers, Juristen und Politikers Johann Jakob von Wittgenstein (1754-1823), Kölner Bürgermeister von 1790-1815.

    Zeitgenössisches Porträtgemälde des Kaufmanns, Bankiers, Juristen und Politikers Johann Jakob von Wittgenstein (1754-1823), Kölner Bürgermeister von 1790-1815.

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  • Die Grabstätte der aus dem Kölner Patriziat stammenden Familie von Wittgenstein auf dem Melatenfriedhof in Köln-Lindenthal (2020).

    Die Grabstätte der aus dem Kölner Patriziat stammenden Familie von Wittgenstein auf dem Melatenfriedhof in Köln-Lindenthal (2020).

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  • Das Familienwappen an der Grabstätte der Familie von Wittgenstein auf dem Melatenfriedhof in Köln-Lindenthal (2020).

    Das Familienwappen an der Grabstätte der Familie von Wittgenstein auf dem Melatenfriedhof in Köln-Lindenthal (2020).

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  • Die einzelnen Sarkophage der Familienmitglieder der aus dem Kölner Patriziat stammenden Familie von Wittgenstein auf dem Melatenfriedhof in Köln-Lindenthal (2020).

    Die einzelnen Sarkophage der Familienmitglieder der aus dem Kölner Patriziat stammenden Familie von Wittgenstein auf dem Melatenfriedhof in Köln-Lindenthal (2020).

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  • Die Grabstätte der aus dem Kölner Patriziat stammenden Familie von Wittgenstein auf dem Melatenfriedhof in Köln-Lindenthal (2020).

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Das Familiengrab von Wittgenstein
Die Familiengrabstätte befindet sich auf dem Melatenfriedhof fast unmittelbar am Eingang des Hauptwegs HWG NS (vgl. Friedhofsplan unter www.stadt-koeln.de). Da die Parzelle an der Ecke einer Wegkreuzung liegt, ist die Grabanlage zu dieser Seite hin abgrundet. Sie ist von einem halbhohen schmiedeeisernen und kunstvoll gestalteten Zaun eingefasst, welcher nach vorne hin eine Öffnung aufweist. Sein heutiger Zustand ist stark verrostet.
In der Anlage befinden sich neun unterschiedlich große, jedoch allesamt imposante steinerne Sarkophage. Die meisten sind in ihrem ursprünglichen Zustand belassen, daher sind die Inschriften nur schlecht lesbar. Heinrich von Wittgensteins Grabplatte hingegen ist als einzige in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt worden und erstrahlt im Vergleich zu den anderen in einem hellen Marmorweiß.
Hinter den Sarkophagen und den Zaun unterbrechend befindet sich ein die Anlage überragender Sockel auf dem mittig das Familienwappen des Kölner Zweigs der von Wittgensteins zu sehen ist. Das Wappen besteht aus dem senkrecht gestreiften Schild, darüber befindet sich ein geflügelter Helm mit Krone. Links und rechts wird der Hintergrund mit Zierranken ausgefüllt. Auf dem Sockel befindet sich ein abgebrochener Aufsatz. Es ist zu vermuten, dass sich hier mal ein Kreuz befunden hat.

Unmittelbar neben der Grabstätte der von Wittgensteins ruhen Mitglieder der Zuckerbaronsfamilie Joest, der Parfümeur Johann Maria Farina sowie die Verlegerfamilie DuMont.

Die Familie von Wittgenstein
Die Familie gehört zum alten Kölner Patriziat, der Oberschicht von wohlhabenden und einflussreichen Bürgern und Familien der Domstadt. Die Kölner Patriziergesellschaft hatte sich im 12. Jahrhundert zu einem Verbund - der sogenannten Richerzeche - zusammengeschlossen. Dieser löste sich jedoch im 14. Jahrhundert auf. Nichtsdestotrotz haben die von Wittgensteins in Köln auch in jüngerer Zeit noch namhafte Familienmitglieder hervorgebracht und waren im 19. Jahrhundert mit der wirtschaftlichen Elite des Rheinlands durch Heirat verbunden.

Für die von Wittgenstein ist zum einen Johann Jakob zu nennen, der 1754 im Stammhaus der Familie geboren wurde – dem heute nicht mehr existenten Wittgenstein'schen Hof in der Trankgasse 9, gleich neben dem Dom. Johann Jakob von Wittgenstein wurde bereits in jungen Jahren vom Kölner Rat zum Bürgermeister gewählt (1790) und blieb dies auch während der napoleonischen Besatzungszeit Kölns als Maire (französisch für Bürgermeister). Nach dem Ende der Franzosenzeit führte er sein Amt unter den Preußen bis 1815 fort. Er verstarb 1823.

Zum anderen war sein Sohn Johann Heinrich Franz von Wittgenstein, häufig nur Heinrich genannt (1797-1869), lange Jahre erster Präsident des Zentral-Dombau-Vereins zu Köln von 1842 (ZDV). Dieser setzte sich für die Fertigstellung des Kölner Doms ein und fördert bis heute dessen Erhalt. Heinrich von Wittgenstein sollte daher auf dem Reiterstandbild für König Friedrich Wilhelm III. am Kölner Heumarkt auf einer der Reliefplatten verewigt werden. Eine Informationstafel am Reiterstandbild benennt diese Figur jedoch fälschlicherweise als seinen Vater Johann Jakob, der am Dombauprojekt nicht beteiligt war.
Heinrich von Wittgenstein war darüber hinaus Aufsichtsratsvorsitzender der Cöln-Mindener Eisenbahn und Präsident der städtischen Armenverwaltung. Als Freund und Förderer des Karnevals wurde er gleich nach der Gründung des Vereins der erste Präsident des Festkomitees Kölner Karneval von 1823 e.V.
Verheiratet war er mit einer Tochter des Kölner Bankiers Abraham Schaaffhausen (1756-1824). Die Wittgensteins waren somit verschwägert mit der einflussreichen Bankiersfamilie Deichmann, die verwandschaftlich mit den Schaaffhausens verbunden war.

An die Familie von Wittgenstein erinnern heute noch ihr ehemaliger bürgerlicher Landsitz Villa Wittgenstein in Bornheim-Roisdorf sowie die Wittgensteinstraße im Kölner Stadtteil Lindenthal.

(Katharina Grünwald, LVR-Redaktion KuLaDig, 2020)

Internet
de.wikisource.org: Johann Jakob von Wittgenstein (abgerufen 20.07.2020)
de.wikipedia.org: Johann Jakob von Wittgenstein (abgerufen 16.07.2020)
de.wikipedia.org: Heinrich von Wittgenstein (abgerufen 16.07.2020)
de.wikipedia.org: Kölner Patriziat (abgerufen 16.07.2020)
de.wikipedia.org: Richerzeche (abgerufen 16.07.2020)
www.stadt-koeln.de: Friedhof Melaten (abgerufen 16.07.2020)
www.stadt-koeln.de: Friedhofsplan (PDF-Datei, 313 kB, abgerufen 16.07.2020)

Literatur

Abt, Josef; Beines, Johannes Ralf; Körber-Leupold, Celia (Fotos) (1997)
Melaten. Kölner Gräber und Geschichte. Köln.
Hormisch, Nadja (2003)
Der Melatenfriedhof in Köln. In: Gartenkunst im Rheinland vom Mittelalter bis zur Moderne., S. 194 ff.. o. O.
Köhler, Ingo / Ziegler, Dieter (Hrsg.) (2000)
Wirtschaftsbürger und Unternehmer. Zum Heiratsverhalten deutscher Privatbankiers im Übergang zum 20. Jahrhundert. In: Großbürger und Unternehmer. Die deutsche Wirtschaftselite im 20. Jahrhundert, (Studien zur Zivilgesellschaft 17.) S. 116–143. Göttingen.
Vogts, Hans / Clemen, Paul (Hrsg.) (1930)
Die Kunstdenkmäler der Stadt Köln. Die profanen Denkmäler. (Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, Bd. 2.4.) S. 342, Düsseldorf.

Grabstätte der Familie von Wittgenstein auf dem Melatenfriedhof

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Aachener Straße
Ort
50931 Köln - Lindenthal
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kein
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Geländebegehung/-kartierung, Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1810

Empfohlene Zitierweise

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„Grabstätte der Familie von Wittgenstein auf dem Melatenfriedhof”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-317876 (Abgerufen: 3. Juli 2022)
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