Bedeutsamer Kulturlandschaftsbereich Drachenfelser Ländchen (KLB 29.01)

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege, Raumplanung
Gemeinde(n): Bonn, Grafschaft, Meckenheim (Nordrhein-Westfalen), Remagen, Wachtberg
Kreis(e): Ahrweiler, Bonn, Rhein-Sieg-Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz
  • Sicht auf die Fritzdorfer Windmühlenstraße mit der "Birnenallee" (2011)

    Sicht auf die Fritzdorfer Windmühlenstraße mit der "Birnenallee" (2011)

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    Stappen, Silke
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Die Entwicklung des Drachenfelser Ländchens und der angrenzenden Gebiete ist durch den vulkanischen Charakter und das Töpfergewerbe geprägt. Bereits in römischer Zeit findet eine intensive Besiedlung statt. Herausragend ist neben einigen Einzelhöfen eine Siedlung an der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz und ein Matronenheiligtum bei Berkum. Es findet sich eine größere Anzahl von Steinbrüchen. Dabei wurden diese Steinbrüche teilweise bereits in römischer Zeit angelegt. Südöstlich von Berkum auf dem Hohen Berg liegen Brüche, die Baumaterial für den Kölner Dom und auch für das Bonner Münster lieferten. Weitere Steinbrüche liegen bei Villip, Arzdorf, Berkum und Niederbachem.

Westlich und südlich von Adendorf finden sich Tongruben. Sie sind durch archäologische Funde datiert und damit als Relikte des frühneuzeitlichen Töpfergewerbes in Adendorf anzusprechen. Die heute noch bestehende Töpfertradition von Adendorf lässt sich bis in das 17. Jahrhundert zurückverfolgen, als Westerwälder Töpfer zuwanderten. Die Siedlungen des Drachenfelser Ländchens sind größtenteils bereits im 13. Jahrhundert erwähnt und haben bis heute ihre historischen Standorte bewahrt. So kommt dem ehemaligen administrativen Zentrum des Drachenfelser Ländchens, der im Quellgebiet des Godesberger Baches bei Villip gelegenen mittelalterlichen Wasserburg Gudenau eine zentrale Bedeutung zu. Weitere Herrensitze sind die Burg Odenhausen bei Berkum, Burg Adendorf, die Villa Holzem mit dem Gut Holzem, das Haus Graffemberg und die Burg Münchhausen.

Mehrere Wind- und Wassermühlen, u.a. die älteste erhaltene Mühle des Rheinlandes (886 n. Chr. urkundlich erwähnt), die Broicher Mühle bei Villip. Der Raum ist durch ein dichtes historisches Straßennetz erschlossen.

Dieser Kulturlandschaftsbereich mit seinen vielen historischen Kulturlandschaftselementen ist von hoher historischer und ästhetischer Bedeutung.

Spezifische Ziele und Leitbilder:
  • Erhalt der historischen Struktur und Substanz;
  • Offenhaltung der Talauen;
  • Wahrung des Kulturellen Erbes bei der Siedlungsentwicklung, der Straßenplanung und bei wasserbaulichen Maßnahmen.
Aus: Landschaftsverband Westfalen-Lippe und Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.): Kulturlandschaftlicher Fachbeitrag zur Landesplanung in Nordrhein-Westfalen. Münster, Köln. 2007

Internet
Erhaltende Kulturlandschaftsentwicklung in NRW (Abgerufen: 03.11.2015)

Literatur

Landschaftsverband Westfalen-Lippe; Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.) (2007)
Erhaltende Kulturlandschaftsentwicklung in Nordrhein-Westfalen. Grundlagen und Empfehlungen für die Landesplanung (Kulturlandschaftlicher Fachbeitrag zur Landesplanung in Nordrhein-Westfalen / Fachgutachten zum Kulturellen Erbe in der Landesplanung). S. 92, Münster, Köln.

Bedeutsamer Kulturlandschaftsbereich Drachenfelser Ländchen (KLB 29.01)

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege, Raumplanung
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:25.000 (kleiner als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 2001
Koordinate WGS84
50° 37′ 38,13″ N, 7° 07′ 14,22″ O / 50.62726°, 7.12062°
Koordinate UTM
32U 367075.25 5610061.59
Koordinate Gauss/Krüger
2579335.99 5610781.15

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„Bedeutsamer Kulturlandschaftsbereich Drachenfelser Ländchen (KLB 29.01)”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/A-EK-20080730-0158 (Abgerufen: 23. September 2017)
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