Jüdischer Friedhof in Deutz

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Teil des Gräberfeldes im westlichen Bereich des jüdischen Friedhofs in Köln-Deutz (2016).

    Teil des Gräberfeldes im westlichen Bereich des jüdischen Friedhofs in Köln-Deutz (2016).

    Copyright-Hinweis:
    Knöchel, Franz-Josef / CC-BY-NC-SA 3.0
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Das Gräberfeld auf dem jüdischen Friedhof in Köln-Deutz (2013).

    Das Gräberfeld auf dem jüdischen Friedhof in Köln-Deutz (2013).

    Copyright-Hinweis:
    Synagogengemeinde Köln / Lemberg, Daniel
    Fotograf/Urheber:
    Daniel Lemberg
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Denkmalplakette und Hinweisschild der Synagogen-Gemeinde Köln am jüdischen Friedhof in Köln-Deutz (2013).

    Denkmalplakette und Hinweisschild der Synagogen-Gemeinde Köln am jüdischen Friedhof in Köln-Deutz (2013).

    Copyright-Hinweis:
    Dornes, Pascal
    Fotograf/Urheber:
    Dornes, Pascal
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Straßenschild "Judenkirchhofsweg" im Westen des Jüdischen Friedhofs in Köln-Deutz (2016).

    Straßenschild "Judenkirchhofsweg" im Westen des Jüdischen Friedhofs in Köln-Deutz (2016).

    Copyright-Hinweis:
    Knöchel, Franz-Josef / CC-BY-NC-SA 3.0
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Teil des Gräberfeldes im westlichen Bereich des jüdischen Friedhofs in Köln-Deutz (2016).

    Teil des Gräberfeldes im westlichen Bereich des jüdischen Friedhofs in Köln-Deutz (2016).

    Copyright-Hinweis:
    Knöchel, Franz-Josef / CC-BY-NC-SA 3.0
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Blick auf das Gräberfeld im westlichen Bereich des Judenfriedhofs in Köln-Deutz (2016).

    Blick auf das Gräberfeld im westlichen Bereich des Judenfriedhofs in Köln-Deutz (2016).

    Copyright-Hinweis:
    Knöchel, Franz-Josef / CC-BY-NC-SA 3.0
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Blick auf das Gräberfeld im westlichen Bereich des Judenfriedhofs in Köln-Deutz (2016).

    Blick auf das Gräberfeld im westlichen Bereich des Judenfriedhofs in Köln-Deutz (2016).

    Copyright-Hinweis:
    Knöchel, Franz-Josef / CC-BY-NC-SA 3.0
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Blick auf das Gräberfeld im westlichen Bereich des Judenfriedhofs in Köln-Deutz (2016).

    Blick auf das Gräberfeld im westlichen Bereich des Judenfriedhofs in Köln-Deutz (2016).

    Copyright-Hinweis:
    Knöchel, Franz-Josef / CC-BY-NC-SA 3.0
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Blick auf das Gräberfeld im westlichen Bereich des jüdischen Friedhofs in Köln-Deutz (2016).

    Blick auf das Gräberfeld im westlichen Bereich des jüdischen Friedhofs in Köln-Deutz (2016).

    Copyright-Hinweis:
    Knöchel, Franz-Josef / CC-BY-NC-SA 3.0
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Das Gräberfeld auf dem jüdischen Friedhof in Köln-Deutz (2013).

    Das Gräberfeld auf dem jüdischen Friedhof in Köln-Deutz (2013).

    Copyright-Hinweis:
    Synagogengemeinde Köln / Lemberg, Daniel
    Fotograf/Urheber:
    Daniel Lemberg
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Blick auf den jüdischen Friedhof in Köln-Deutz (2013).

    Blick auf den jüdischen Friedhof in Köln-Deutz (2013).

    Copyright-Hinweis:
    Dornes, Pascal
    Fotograf/Urheber:
    Dornes, Pascal
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Blick auf den jüdischen Friedhof in Köln-Deutz (2013).

    Blick auf den jüdischen Friedhof in Köln-Deutz (2013).

    Copyright-Hinweis:
    Dornes, Pascal
    Fotograf/Urheber:
    Dornes, Pascal
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Die Karte aus dem Jahre 1870 zeigt die Strecke der Köln-Mindener Eisenbahn in Kalk und Deutz, beide Städte gehören heute zu Köln. Gut zu erkennen sind ferner die Ausmaße der Festungswerke mitsamt der Grabenanlage. Im rechten unteren Teil ist neben dem Fort XIV der Deutzer "Juden Kirchhof" eingezeichnet.

    Die Karte aus dem Jahre 1870 zeigt die Strecke der Köln-Mindener Eisenbahn in Kalk und Deutz, beide Städte gehören heute zu Köln. Gut zu erkennen sind ferner die Ausmaße der Festungswerke mitsamt der Grabenanlage. Im rechten unteren Teil ist neben dem Fort XIV der Deutzer "Juden Kirchhof" eingezeichnet.

    Copyright-Hinweis:
    unbekannt / gemeinfrei
    Fotograf/Urheber:
    unbekannt
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Kartenausschnitt "Burgbann von Köln 1789" aus dem Geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz (1894).

    Kartenausschnitt "Burgbann von Köln 1789" aus dem Geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz (1894).

    Copyright-Hinweis:
    LVR-Redaktion KuLaDig / gemeinfrei
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
Die jüdische Gemeinde seit dem frühen 19. Jahrhundert:
Die jüdische Gemeinde in Deutz war in der Frühen Neuzeit eine der wichtigsten Gemeinden in Kurköln. Nach der Wiederansiedlung von Juden in Köln verlor sie an Bedeutung. 1927 traten die Deutzer Juden der Kölner Gemeinde bei. Die in Kalk lebenden Juden gehörten zur Deutzer Gemeinde (1871 49 u. 1895 119). 1891 und 1894 wurden Gesuche, einen eigenen Begräbnisplatz in Kalk einrichten zu dürfen, abgelehnt; 1904 scheiterte der Versuch, eine eigene Synagogengemeinde zu gründen.
Gemeindegröße um 1815: 160 (1790) / 225 (1817), um 1880: 213 (1871), 1932: o. A., 2006: –.
Bethaus / Synagoge: Nach der Zerstörung der Synagoge durch den Eisgang des Rheins 1784 wurde 1786 ein Neubau eingeweiht. Dieser musste 1914 wegen eines Brückenbaus abgerissen werden. 1915 entstand ein Ersatzbau (1938 stark beschädigt) (vorstehende Angaben alle nach Reuter 2007).

Nachmittelalterliche jüdische Friedhöfe in Köln und Deutz
1936 verschwanden auf Druck der Stadt Köln die letzten Überreste des mittelalterlichen Friedhofs, der bis Ende des 17. Jahrhunderts von den Deutzer Juden benutzt worden war.
Ende des 17. Jahrhunderts konnte ein jüdischer Friedhof Deutz eingerichtet werden. Im Jahr 1899 wurde der jüdische Friedhof in Ehrenfeld eingerichtet, wo seinerzeit eine eigenständige Gemeinde lebte. 1918 wurde dann der neue, bis heute genutzte jüdische Friedhof in Bocklemünd eröffnet. Ein weiterer Friedhof wird unterhalten von der Austrittsgemeinde Adass Jeschurun in Lindenthal-Deckstein (1910 angelegt), ferner gibt noch Bestattungsplätze der in Köln-Riehl ansässigen 1996/1997 gegründeten Jüdischen Liberalen Gemeinde Gescher LaMassoret.

Jüdischer Friedhof Deutz
Nach der Ausweisung der Juden aus Köln „up ewige tzyden“ („auf alle Zeiten“) im Jahr 1424 siedelten viele Juden in den rechtsrheinischen Raum um – unter anderem nach Deutz, wo allerdings erst weit später eine eigene Begräbnisstätte entstand. Bis dahin wurde der Judenbüchel im linksrheinischen Süden Kölns auch von Deutz aus genutzt. Das um 1580 angelegte Deutzer Memorbuch verzeichnet für die Jahre 1597 bis 1696 eine Vielzahl von Beerdigungen von Deutzer Juden auf dem Friedhof „auf der Seite von Köln“ (Jellinek 1881, S. 18f.).

Erst Ende des 17. Jahrhunderts konnte ein Friedhof in Deutz eingerichtet werden, der Grundstücksankauf erfolgte 1695. Der Friedhof wurde von 1698 bis 1941 belegt (obgleich die offizielle Schließung bereits 1918 erfolgte). Erweiterungen erfolgten 1859, 1875 und 1895/96.
Zwischen den Jahren 1859 und 1882 durften auf Anweisung der preußischen Militärbehörden keine Grabstelen aufgestellt werden, da der direkt neben der Deutzer Festungsmauer liegende Friedhof in einer Schußlinie lag – „die Grabsteine mussten liegen“. Seit 1928 gehört der Friedhof der jüdischen Gemeinde Köln, er ist seit 1989 als Denkmal ausgewiesen (Kölner Stadt-Anzeiger 2012).
Im Jahr 1983 wurden „am Tag des Laubhüttenfestes“ (herbr. Sukkot) 63 Gräber zerstört (das siebentägige Fest fiel 1983 auf die Tage vom 21. bis 28. September). Eine weitere Schändung des Begräbnisplatzes erfolgte 1996, als Neonazis Grabsteine umwarfen und mit Hakenkreuzen beschmierten (ebd.).

Heute sind vor Ort noch mehr als 3.350 Grabstätten aus dem späten 17. Jahrhundert bis 1941 erhalten, darunter die von
  • Isaac Offenbach (1779/81-1850, auch: Isaac Ben-Juda Eberst), der Vater des deutsch-französischen Komponisten Jacques Offenbach (1819-1880),
  • Moses Hess (1812-1875, auch: Moritz Heß), ein deutsch-jüdischer Philosoph, Schriftsteller und Politiker,
  • David Wolffsohn (1856-1914), Kaufmann und führende Persönlichkeit des frühen politischen Zionismus, Präsident der Zionistischen Weltorganisation von 1905 bis 1911, sowie von
  • Angehörigen der bedeutenden Kölner Familie Oppenheim.

Von den Grabsteinen stammen etwa 700-800 aus der Zeit vor 1850. Etliche von ihnen sind allerdings so stark verwittert, dass ein Lesen der Inschriften nicht mehr möglich ist.
Heute sind etwa 18.000 Quadratmeter der Friedhofsanlage eingefriedet und werden in einem absichtlich naturbelassenen Zustand gärtnerisch gepflegt. Auf dem Deutzer Friedhof, der nicht durchgehend geöffnet ist, werden regelmäßig Führungen angeboten.

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2011/2016 / freundliche Hinweise von Herrn Daniel Lemberg, Friedhofsverwaltung der Synagogen-Gemeinde Köln, 2015)

Der Friedhof ist von einem Zaun umfasst. Der gepflegt wirkende Friedhof hat einen großen Florabestand und ist nicht allgemein zugänglich, kann aber im Rahmen von Führungen und nach Rücksprache mit der Friedhofsverwaltung der Synagogen-Gemeinde Köln besichtigt werden, ausgenommen am Schabbat und an jüdischen Feiertagen (Begehung im Juni 2013).

(Pascal Dornes, Geographisches Institut der Universität zu Köln, 2013)

Quelle
„Jüdischer Friedhof in Deutz – Arbeiten für die Ewigkeit“, Kölner Stadt-Anzeiger vom 14./15. Juli 2012, S. 32-33.

Internet
www.uni-heidelberg.de, Projekt: Jüdische Friedhöfe in Deutschland, Deutz (abgerufen 14.06.2011)
de.wikipedia.org: Jüdischer Friedhof Deutz (abgerufen 14.06.2011 und 31.05.2016)
www.sgk.de: Synagogen-Gemeinde Köln (abgerufen 14.06.2011)

Literatur

Jellinek, Adolf (1881)
Märtyrer- und Memorbuch. Verzeichniss der Märtyrergemeinden aus den Jahren 1096 und 1349, das alte Memorbuch der Deutzer Gemeinde von 1581 bis 1784 nebst Auszügen aus dem neuen von 1786 bis 1816. Wien.
Meynen, Henriette (1992)
Kalk. (Rheinischer Städteatlas, Lieferung X, Nr. 54.) S. 8, Köln.
Pracht, Elfi (1997)
Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen, Teil I: Regierungsbezirk Köln. (Beiträge zu den Bau- und Kunstdenkmälern im Rheinland 34.1.) S. 257-258, Köln.
Reuter, Ursula (2007)
Jüdische Gemeinden vom frühen 19. bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, VIII.8.) S. 33, Bonn.

Jüdischer Friedhof in Deutz

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Am Deutzer Stadtgarten
Ort
50679 Köln - Deutz
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1695 bis 1698
Koordinate WGS84
50° 55′ 41,07″ N, 6° 58′ 49,44″ O / 50.92807°, 6.9804°
Koordinate UTM
32U 358072.44 5643768.85
Koordinate Gauss/Krüger
2568970.89 5644103.09

Empfohlene Zitierweise

Urheberrechtlicher Hinweis
Der hier präsentierte Inhalt ist urheberrechtlich geschützt. Die angezeigten Medien unterliegen möglicherweise zusätzlichen urheberrechtlichen Bedingungen, die an diesen ausgewiesen sind.
Empfohlene Zitierweise
„Jüdischer Friedhof in Deutz”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-12242-20110614-13 (Abgerufen: 23. November 2017)
Seitenanfang