Ortsgemeinde Dausenau

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Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Dausenau
Kreis(e): Rhein-Lahn-Kreis
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 50° 19′ 51,44″ N: 7° 45′ 43,24″ O 50,33095°N: 7,76201°O
Koordinate UTM 32.411.888,81 m: 5.576.161,61 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.411.928,63 m: 5.577.952,47 m
  • Historische Postkarte der Ortsgemeinde Dausenau (ca. 1940)

    Historische Postkarte der Ortsgemeinde Dausenau (ca. 1940)

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    Sammlung Gerhard Schäfer
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  • Historische Postkarte der Ortsgemeinde Dausenau (ca. 1962)

    Historische Postkarte der Ortsgemeinde Dausenau (ca. 1962)

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    Sammlung Gerhard Schäfer
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  • Lahnufer mit dem östlichen Teil des Ortskerns von Dausenau an der Lahn (2022)

    Lahnufer mit dem östlichen Teil des Ortskerns von Dausenau an der Lahn (2022)

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    Gerhard Schäfer / Dausenau
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  • Alte Eiche am Lahnufer mit dem Torturm im Hintergrund in Dausenau an der Lahn (2022)

    Alte Eiche am Lahnufer mit dem Torturm im Hintergrund in Dausenau an der Lahn (2022)

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    Gerhard Schäfer / Dausenau
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  • Foto des östlichen Ortskerns von Dausenau an der Lahn mit Verlauf der Stadtmauer am Lahnufer und vom Schiefen Turm bis südlich des Katzenturms (2022)

    Foto des östlichen Ortskerns von Dausenau an der Lahn mit Verlauf der Stadtmauer am Lahnufer und vom Schiefen Turm bis südlich des Katzenturms (2022)

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  • Lahnufer von Dausenau mit dem Torturm und der St. Kastorkirche (2022)

    Lahnufer von Dausenau mit dem Torturm und der St. Kastorkirche (2022)

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  • Fachwerkhäuser im Ortskern von Dausenau an der Lahn (2022)

    Fachwerkhäuser im Ortskern von Dausenau an der Lahn (2022)

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  • Mittelalterliche Kopie der Stadtrechtsverleihungsurkunde vom 26.07.1348.

    Mittelalterliche Kopie der Stadtrechtsverleihungsurkunde vom 26.07.1348.

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    Gemeindearchiv Dausenau
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  • MittelalterlKopie eines „Freiheitsbriefes“ von Graf Johann Ludwig von Nassau und Saarbrücken zur Bestätigung der Privilegien vom 28.10.1484 iche Kopie der Stadtrechtsverleihungsurkunde vom 26.07.1348.

    MittelalterlKopie eines „Freiheitsbriefes“ von Graf Johann Ludwig von Nassau und Saarbrücken zur Bestätigung der Privilegien vom 28.10.1484 iche Kopie der Stadtrechtsverleihungsurkunde vom 26.07.1348.

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    Gemeindearchiv Dausenau
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  • Kopie des Gerichtssiegels der Schöffen von Dausenau, benutzt ab 1499

    Kopie des Gerichtssiegels der Schöffen von Dausenau, benutzt ab 1499

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    Gemeindearchiv Dausenau
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  • Kopie des Siegels der „ehrsamen Band- und Hammerzunft“ des Kirchspiels Dausenau

    Kopie des Siegels der „ehrsamen Band- und Hammerzunft“ des Kirchspiels Dausenau

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    Gemeindearchiv Dausenau
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Dausenau ist eine rheinland-pfälzische Ortsgemeinde im Rhein-Lahn-Kreis und Teil der Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau. Der Ort liegt zwischen Bad Ems und Nassau auf beiden Seiten der Lahn.

Ortscharakter
Blickt man von den Anhöhen der Taunusseite ins Lahntal, so präsentiert sich der Ort von seiner schönsten Seite. Die mittelalterliche Stadtmauer erhebt sich über dem Lahnufer hinter dem Leinpfad, in der Mitte steht ein stattlicher Fachwerkbau, das Alte Rathaus. Links im Westen flankiert ein Turm mit Dach die Szenerie. Der Turm im Osten ist auf dem Foto von 1940 noch in voller Höhe sichtbar (siehe Abbildung in der Mediengalerie). Die heutige Ansicht zeigt dagegen einen Turmstumpf, der eine erkennbare Neigung aufweist und als Schiefer Turm weithin bekannt ist. Neben dem Alten Rathaus mündet der Unterbach in die Lahn. Diesem anscheinend unbedeutenden Bach hat Dausenau seine Existenz zu verdanken. Hochwasser brachten im Laufe der Jahrhunderte eine Menge Schutt mit, der sich beiderseits des Baches ablagerte und einen Kegel bildete, auf dem eine Bebauung sicher erfolgen konnte, während das Lahntal selbst zur Besiedlung ungeeignet war, da der Fluss häufig Hochwasser führte und mäanderte. Die ältere Bebauung auf der Taunusseite ist im 17. Jh. zerstört worden. Erst im 19. und 20 Jh. wurde dieser Bereich wieder besiedelt, begünstigt durch den Bau der Lahntaleisenbahn um 1850 mit Bahnhof und Verlademöglichkeiten. Dadurch ergab sich die Notwendigkeit zum Bau einer Brücke, während die Dausenauer so lange zum Erreichen der Grundstücke auf der Taunusseite auf eine Fähre angewiesen waren.

Sehenswürdigkeiten
Links neben dem westlichen Ortseingang am Lahnufer fällt eine riesige Eiche auf, die als Alte Eiche bekannt ist. Die Stadtmauer mit Resten von sieben Türmen und acht Toren und Durchlässen umschließt den alten Ortskern. Oberhalb der Ortsmitte erhebt sich die Kirche. Sie wurde im 2. Jahrzehnt des 14. Jh. erbaut und weist gotische Stilelemente auf. Der einbezogene Turm hat dagegen romanische Bauelemente, die von einer älteren Kirche stammen, die nach dendrochronologischen Untersuchungen um 1180 erbaut wurde. Bei Grabungen in der Kirche vor etwa 30 Jahren kamen Bruchstücke von Tongefäßen aus dem 9. Jh. zutage, die belegen, dass es damals schon Bewohner in Dausenau gab. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes datiert um das Jahr 1244. 1348 haben die Grafen von Nassau für Nassau, Dausenau und Scheuern von Kaiser Karl IV. Stadtrechte erwirkt. Sie durften die drei Orte befestigen. Das lässt auf eine gewisse Bedeutung von Dausenau im Vergleich mit Nachbargemeinden schließen. Eine wesentliche Funktion der Mauern der befestigten Orte waren der Schutz und die Sicherstellung der Versorgung der Burg Nassau und deren Besatzung. Im unteren Bereich der Stadtmauer befinden sich heute noch einige Fachwerkhäuser, die die verschiedenen Ortsbrände überstanden haben.

Geschichte und Gegenwart
Die mit der Stadtrechtsverleihung verbundenen Freiheiten und Privilegien ließen sich die Dausenauer bei Generationswechseln in den Häusern der beiden Hauptlinien der Nassauer Grafen immer wieder bestätigen. Es sind noch 17 sogenannte Freiheitsbriefe vorhanden. Zu den städtischen Freiheiten gehörten auch die eigene Gerichtsbarkeit und Marktrechte. Während der Blütezeit zwischen 1300 und 1500 wurden nicht nur Stadtmauer und Türme, sondern auch Kirche und Rathaus errichtet. Vor allem in die Kirche wurde für Ausstattung und Schmuck viel Arbeit und Geld investiert. Die Länge der Stadtmauer, die den Ort trapezförmig umgibt, wird mit ca. einem Kilometer angegeben. Es gab sieben oder acht Türme, die die Überwachung der Landschaft und die Alarmierung der Besatzung der Nachbartürme erlaubten. Einer, der Torturm in Richtung Bad Ems, ist noch vollständig erhalten, sechs haben als Stümpfe die Zeiten überdauert, der achte wurde vermutlich komplett abgebrochen. Auch acht Pforten und Durchlässe dienten der Kontrolle des Verkehrs. Entsprechend der militärischen Entwicklung ist der Schutz der Burg Nassau längst hinfällig geworden. Die Stadtmauer und die Türme dienten noch lange dem Schutz der Bevölkerung, wurden aber mit der Zeit vernachlässigt. Sie stellen im heutigen Zustand noch Attraktionen im Ortsbild dar.

Menschen
Die Dausenauer haben im Laufe der Jahrhunderte unterschiedliche Berufe ausgeübt. Lange stand die Landwirtschaft mit Acker-, Obst- und Weinbau im Mittelpunkt der Tätigkeiten. Der Weinbau hatte in früheren Zeiten große Bedeutung und wurde in Resten bis 1990 ausgeübt. Wichtig war auch das Mühlengewerbe, es gab bis zu zehn Mühlen, Mahl- und Schneidmühlen, Öl-, Gips- und Lohmühlen. Die Mühlen standen am Bach, die unterste an der Lahn im Mündungsbereich des Unterbaches. Eine hohe Bedeutung hatte der Wald. Er diente zur Gewinnung von Holzkohle. Im 17., 18. und 19. Jh. wurde zeitweise Bergbau betrieben, der für den Ausbau der Stollen viel Holz erforderte. Es wurden in den Gruben Oberberg, Kaltenbach, Nonnengrube und Goldkaut vor allem Kupfererze abgebaut. Die Gemarkung war in anderen Bereichen in sogenannte Mutungsfelder eingeteilt, die zudem die Suche nach Blei, Silber und Zinn ermöglichen sollten. Der Abbau war insgesamt bei Weitem nicht so erfolgreich wie in den Nachbarbereichen Braubach, Lahnstein-Friedrichssegen, Bad Ems, Nassau und Holzappel. Außerdem wurde zum Heizen Holz eingeschlagen, sogenannte Wellen oder Schanzen benutzten die Bäcker zum Beheizen der Backöfen. Das Laub wurde ebenfalls verwendet, es diente zur Einstreu in den Ställen, sofern es von Kühen, Schafen und Ziegen nicht an Ort und Stelle gefressen wurde. Das örtliche Handwerk hat zeitweise Zünfte gebildet. Dazu haben sich unterschiedliche Berufe zu einer Zunft zusammengeschlossen. Es gab nicht nur Schmiede, Schlosser, Schreiner, Schneider, Bäcker und Maurer, sogar Strumpfwirker sind belegt. Es gab Berufsfischer, die auf der unteren Lahn bis zum Rhein Fischfang betreiben durften. Halfterer oder Treidler haben mit ihren Pferden Lastkähne über den Leinpfad lahnaufwärts gezogen. Im 19. und 20. Jh. wurden viele Einwohner bei der Eisenbahn, der Post und beim Wasserbau beschäftigt, Tätigkeiten, die inzwischen weniger gefragt sind. Eine von Bad Emser Hoteliers betriebene Waschanstalt wurde in der Mitte des letzten Jh. zu einem Industriebetrieb umfunktioniert, der seither elektrische Schaltanlagen produziert und mehrere Hundert Beschäftigte aus Dausenau, Bad Ems und Umgebung einsetzt.

Aktuelle Situation
In Dausenau haben sich vergleichsweise viele Bauten und Zeugnisse der Vergangenheit erhalten. Es ist jedoch notwendig, jederzeit in die Erhaltung der öffentlichen und privaten Gebäude zu investieren. Zuletzt ergab sich die Notwendigkeit, die Betonbrücke über die Lahn zu ersetzen. Als Glücksfall konnte fast zeitgleich die Ortskernentlastungsstraße gebaut werden. In Richtung Nassau musste eine zweite Brücke errichtet werden. Der Ortskern wurde dadurch vom Durchgangsverkehr entlastet. Dies wirkt sich positiv auf die Lebensqualität aus und lässt auf eine positive Entwicklung hoffen.

Mehr noch als im Gebäudebestand haben sich Veränderungen im persönlichen und sozialen Bereich ergeben. Bis in die Nachkriegszeit gab es in fast jedem Haus im historischen Zentrum kleine landwirtschaftliche Betriebe mit maximal zwei Kühen, die auch als Zugtiere eingesetzt werden mussten. Diese Betriebe haben rund um den Ort Ackerbau betrieben. Die Hänge, die dafür zu steil waren oder nicht genug Ertrag abwarfen, wurden für den Obstbau genutzt. Es waren vor allem Äpfel, Birnen und Zwetschen, die in sogenannten Streuobstwiesen angebaut wurden. Bei den Äpfeln gab es eine Vielzahl von Sorten, einzelne waren sogar nach Dausenau benannt. Mit dem Verschwinden der kleinen landwirtschaftlichen Betriebe setzte eine Verbuschung der Hänge ein. Die Landschaft rund um Dausenau ähnelt heute vielfach einem lichten Wald, während die historischen Gemeinde- und Privatwaldbereiche zunehmend unter dem Klimawandel leiden.

(Gerhard Schäfer, Dausenau, 2022)


Internet
www.vgben.de: Ortsgemeinde Dausenau (abgerufen 10.03.2023)
de.wikipedia.org: Dausenau (abgerufen 10.03.2023)
infothek.statistik.rlp.de: Mein Dorf, meine Stadt: Dausenau (abgerufen 10.03.2023)

Literatur

Bruchhäuser, Kurt (1986)
Dausenau an der Lahn. Geschichte des Kirchspiels. Dausenau.
Fischbach, Stefan (2013)
Dausenau an der Lahn. Rund um die St. Kastorkirche. (Rheinische Kunststätten, Heft 548.) Köln.
Gensicke, Hellmuth (1967)
Kirchspiel und Gericht Dausenau. In: Nassauische Annalen, Vol. 78, S. 235-255. Wiesbaden.
Sarholz, Hans-Jürgen (1990)
Die Stadtrechtsverleihung von 1348 für Nassau, Scheuern und Dausenau. In: Heimatjahrbuch des Rhein-Lahn-Kreises, Jg. 1990, S. 44-53. Höhr-Grenzhausen.
Schäfer, Gerhard (1997)
Heimatbuch Dausenau und seine Geschichte. Boppard.

Ortsgemeinde Dausenau

Schlagwörter
Ort
56132 Dausenau
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger

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Gerhard Schäfer (2022): „Ortsgemeinde Dausenau”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-345178 (Abgerufen: 23. Juli 2024)
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