Stadtteil Köln-Langel

Stadtteil 715 im Kölner Stadtbezirk 7 Porz

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Köln, Niederkassel
Kreis(e): Köln, Rhein-Sieg-Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 50′ 44,21″ N: 7° 00′ 15,61″ O 50,84561°N: 7,00434°O
Koordinate UTM 32.359.506,67 m: 5.634.554,58 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.570.778,66 m: 5.634.952,80 m
  • Stadtteil Köln-Langel, Blick von der Frongasse auf die katholische Kirche Sankt Clemens (2022).

    Stadtteil Köln-Langel, Blick von der Frongasse auf die katholische Kirche Sankt Clemens (2022).

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  • Wohngebäude am Langeler Lido bzw. Langeler Auwald in der Nähe des früheren Strandbads in Köln-Langel (2022).

    Wohngebäude am Langeler Lido bzw. Langeler Auwald in der Nähe des früheren Strandbads in Köln-Langel (2022).

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  • Die katholische Kirche Sankt Clemens im Kölner Stadtteil Langel (2022).

    Die katholische Kirche Sankt Clemens im Kölner Stadtteil Langel (2022).

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  • Das Hauptgebäude des früheren Strandbads in Köln-Langel, Ansicht von der Rheinuferseite (2022).

    Das Hauptgebäude des früheren Strandbads in Köln-Langel, Ansicht von der Rheinuferseite (2022).

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  • Hochwasserschutz in der Frongasse im Kölner Stadtteil Langel (2022), bei Flutgefahr wird die Öffnung in der Schottwand geschlossen.

    Hochwasserschutz in der Frongasse im Kölner Stadtteil Langel (2022), bei Flutgefahr wird die Öffnung in der Schottwand geschlossen.

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  • Ausschnitt eines Kupferstichs von Joan Blaeu (1596-1673), die auf 1663 datierte Karte "Descriptio Agri Civitatis Coloniensis" zeigt die Umgebung von Köln.

    Ausschnitt eines Kupferstichs von Joan Blaeu (1596-1673), die auf 1663 datierte Karte "Descriptio Agri Civitatis Coloniensis" zeigt die Umgebung von Köln.

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    Blaeu, Joan / Rheinisches Bildarchiv (gemeinfrei)
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Der Kölner Stadtteil 715 Langel liegt im rechtsrheinischen Süden der Domstadt und gehört zum Stadtbezirk 7 Porz.
In Langel leben heute auf einer Fläche von 5,33 Quadratkilometern mit einem Erholungsflächenanteil von 2,5% knapp 3.500 Menschen (3.201 Einwohner*innen zum 31.12.2009 bzw. 3.480 zum 31.12.2017 und 3.482 zum 31.12.2019, www.stadt-koeln.de). Für das Jahr 1997 werden ferner 3.218 Einwohner in 1.303 Wohnungen genannt (porz-am-rhein.h-felder.de).

Hinweis: Langel sollte nicht mit dem gleichnamigen Ort im Kölner Norden verwechselt werden; dieser gehört zum linksrheinischen Stadtteil Merkenich.

Frühe Ansiedlungen, erste Erwähnung und Ortsname
Entwicklung zum Stadtteil
Langel auf historischen Karten
Ortsbild: Kirche, Fronhof und Naturschutzgebiet
Verkehrsanbindung
Internet, Literatur

Frühe Ansiedlungen, erste Erwähnung und Ortsname
Ein Gräberfeld aus dem 3. oder 4. Jahrhundert n. Chr., das bei Ausgrabungen auf dem Poppenberg gefunden wurde (www.stadt-koeln.de) sowie merowingerzeitliche Gräberfelder nördlich des Fronhofs (Nieveler 2007), lassen auf eine frühe Ansiedlung bereits in spätrömischer und fränkischer Zeit schließen.
Die erste urkundliche Erwähnung des Orts erfolgte im Jahr 965 anläßlich der Schenkung eines Hofes in Langalon durch den Kölner Erzbischof an die Kölner Benediktinerabtei Sankt Pantaleon. Später folgen Schreibungen wie Langela und Villa Langelos. Die Bezeichnung als „lange Au“ verweist auf den nahen Auwald am Rheinufer (Wilhelm 2008).

Eine private Chronik berichtet, dass im Jahr 1266 ein Ritter Engelbert von Langel als Vogt zu Langel erwähnt wird sowie von einem auf 1556 datierten Langeler Schöfensiegel. Eine erstmals 1371 in einer Verkaufsurkunde erwähnte Fähre bei Langel verkehrte noch bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts. Ferner:
„1326 wurde eine - möglicherweise schon vorhandene - Kirche von der Benediktinerabtei St. Pantaleon übernommen und ein Benediktinerpater wohnte vor Ort. Erst mit der Säkularisation zu Anfang des 19. Jahrhunderts wurde Langel eine selbstständige Pfarre. ... Bis in das 19. Jahrhundert hinein wurde in Langel Wein angebaut (um 1800 an die 35 Morgen).“ (Angaben vorab nach porz-am-rhein.h-felder.de, vgl. ebenso Wilhelm 2008: „seit 1326 gehörte die Dorfkirche zur Abtei St. Pantaleon“)
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Seit dem Mittelalter gehörte der Ort zur Grafschaft Berg (später Herzogtum Berg) und dort zum bergischen Amt Porz (Fabricius 1898, S. 319, Nr. 304 und Holdt 2008, S. 22, Nr. 226). In den Erläuterungen zur Karte der politischen und administrativen Eintheilung der heutigen preussischen Rheinprovinz für das Jahr 1789 im Geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz von Wilhelm Fabricius wird unter dem Amt und Hauptgericht Porz die „Honsch. Langel“ (= Honschaft, die unterste Verwaltungseinheit) mit einer Gemarkungsfläche von ca. 559 Hektar und 390 Einwohnern für das Jahr 1792 angeführt (Fabricius 1898).
Ohne Quellenbeleg führt die Seite porz-am-rhein.h-felder.de für Langel im Jahr 1797 „64 Feuerstellen mit 220 Einwohnern, 6 Pferden und 16 Stück Rindvieh [und] 778 Morgen Ackerland“ an (möglicherweise wurden hier nur die männlichen Bewohner gezählt).

Entwicklung zum Stadtteil
Während der Zeit der französischen Besetzung (1794-1814/15) wurde Langel im Zuge der Neugliederung des Verwaltungs- und Gerichtswesens nach französischem Vorbild um 1806/08 mit dem vormaligen Amt Porz dem Département Rhein im neu errichteten Großherzogtum Berg zugewiesen, einem zwischen 1806 und 1813 bestehenden napoleonischen Satellitenstaat.
Nach der Franzosenzeit gehörte Langel zu dem von 1816 bis 1932 bestehenden Landkreis Mülheim am Rhein im preußischen Regierungsbezirk Köln. Langel war darin der von 1822 an zur Rheinprovinz gehörenden Bürgermeisterei Wahn zugeordnet, zu der außerdem noch Libur, Lind und Zündorf gehörten.
Zum 1. Juli 1929 wurde die Gemeinde Wahn zusammen mit Porz zu einer neuen Landgemeinde Porz vereint. Diese gehörte zunächst dem am 1. Oktober 1932 gegründeten „alten“ Rheinisch-Bergischen Kreis an, bevor Porz im September 1951 eigene Stadtrechte erhielt.

Im Zuge der kommunalen Neugliederung durch das „Köln-Gesetz“ (das Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden und Kreise des Neugliederungsraumes Köln vom 5. November 1974) wurde Porz schließlich zum 1. Januar 1975 zusammen mit seinen Stadtteilen nach Köln eingemeindet.
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Langel auf historischen Karten
Auf der auf 1663 datierten Kupferstich-Karte des niederländischen Kartografen Joan bzw. Johannes Blaeu (1596-1673) Descriptio Agri Civitatis Coloniensis findet sich der Ort als Langeld eingezeichnet (vgl. Abb.).
Auf den historischen Karten der Topographischen Aufnahme der Rheinlande (1801-1828) ist der Ort dann als Langel mit einer besiedelten Fläche von rund 35 Hektar eingetragen. Die zwischen 1836 und 1850 erarbeiteten Blätter der Preußischen Uraufnahme und die Karten der Preußischen Neuaufnahme (1891-1912) zeigen ein ähnliches Bild.

Ortsbild: Kirche, Fronhof und Naturschutzgebiet
Das heutige Ortsbild mit seinem über alte Höfe erhaltenem ländlichen Charakter wird vor allem durch die neugotische Kirche Sankt Clemens geprägt. Diese wurde 1891 in der Nachfolge der zuvor abgerissenen mitteralterlichen Kirche als dreischiffige Backstein-Hallenkirche erbaut.
Gleich neben der katholischen Kirche liegt der Langeler Frohnhof: „Er war seit dem Mittelalter das Zentrum einer Grundherrschaft mit einer größeren Anzahl abhängiger Höfe. Der Frohnhof, der sich im Besitz des Kölner Klosters Sankt Pantaleon befand, ging im Rahmen der Säkularisation im Jahre 1803 in weltliche Hände über.“ (www.stadt-koeln.de)

Westlich des Ortes liegt am rechtsrheinischen Gleitufer der Wesselinger Rheinschlinge das 22,43 Hektar große Naturschutzgebiet „Langeler Auwald“, in dem sich auch das 1911 eröffnete frühere Strandbad befindet. Der Auwald geht nach Süden hin nahtlos in die ebenfalls als Naturschutzgebiet geschützten „Lülsdorfer Weiden“ über, die bereits auf dem Gebiet des Nachbarorts Niederkassel-Lülsdorf liegen.
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Verkehrsanbindung
Heute verbinden zwei Buslinien Langel mit seinem Umland und dem Kölner Stadtzentrum. Der Stadtteil verfügt seit der 1964/65 erfolgten Einstellung des Personenverkehrs auf der ehemaligen Kleinbahn Siegburg - Zündorf über keine direkte Bahnverbindung mehr. Die Kölner Stadtbahnlinie 7 endet seitdem im benachbarten Stadtteil Zündorf. Regelmäßig diskutierte Pläne über eine Wiederaufnahme des Personenverkehrs sind bisher allesamt ohne Ergebnis geblieben.
Weitere Verbindungen bestehen über den S-Bahnhof Porz-Wahn an den Schienenverkehr der Deutschen Bahn (über die Kölner Bahnhöfe Messe/Deutz und Hauptbahnhof sowie über Siegburg an den Hauptbahnhof Bonn). Am von Langel nur ca. 10 Kilometer entfernten Flughafen Köln/Bonn besteht ferner eine Anbindung zum Hochgeschwindigkeits-ICE-Verkehr.
An den überregionalen Straßenverkehr ist Köln-Langel mit mehreren Auffahrten auf die östlich des Stadtteils verlaufende Bundesautobahn A 59 angebunden - die in die Richtungen Köln und Bonn führende „Flughafenautobahn“.

(Franz-Josef Knöchel, Digitales Kulturerbe LVR, 2022)

Internet
www.stadt-koeln.de: Stadtteilinformationen Langel (abgerufen 03.02.2022)
www.stadt-koeln.de: Kölner Stadtteile in Zahlen, Zahlen 2019 (PDF-Datei, 2,7 MB, abgerufen 03.02.2022)
www.stadt-koeln.de: Kölner Stadtteilinformationen, Einwohnerzahlen 2017 (PDF-Datei; 1,80 MB, Stand 31.12.2017, abgerufen 03.02.2022)
www.stadt-koeln.de: Kölner Stadtteile in Zahlen, 2. Jahrgang 2010 (PDF-Datei, 1,7 MB, abgerufen 03.02.2022)
www.stadt-koeln.de: Suche in der Denkmalliste Köln (abgerufen 03.02.2022)
ghv-koeln.de: Geschichts- und Heimatverein Rechtsrheinisches Köln e.V. (abgerufen 03.02.2022)
porz-am-rhein.h-felder.de: Private Seite zu Langel (abgerufen 03.02.2022)
nsg.naturschutzinformationen.nrw.de: Naturschutzgebiet Langeler Auwald, rechtsrheinisch (K-018) (abgerufen 03.02.2022)
de.wikipedia.org: Langel (abgerufen 03.02.2022)
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Literatur

Fabricius, Wilhelm (1898)
Erläuterungen zum geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz. (2 Bände, Nachdruck 1965). Bonn.
Groten, Manfred; Johanek, Peter; Reininghaus, Wilfried; Wensky, Margret / Landschaftsverband Rheinland; Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.) (2006)
Handbuch der Historischen Stätten Nordrhein-Westfalen. HbHistSt NRW, Kröners Taschenausgabe, Band 273, 3. völlig neu bearbeitete Auflage. Stuttgart.
Holdt, Ulrike (2008)
Die Entwicklung des Territoriums Berg. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, V.16.) Bonn.
Nieveler, Elke (2007)
Merowingerzeitliche Besiedlung. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, IV.10.) S. 66, Nr. E3-34, Bonn.
Wilhelm, Jürgen (Hrsg.) (2008)
Das große Köln-Lexikon (2. Auflage). S. 292, Köln.

Stadtteil Köln-Langel

Schlagwörter
Ort
50999 Köln - Langel
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn vor 965

Empfohlene Zitierweise

Urheberrechtlicher Hinweis
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Empfohlene Zitierweise
„Stadtteil Köln-Langel”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-343451 (Abgerufen: 5. Oktober 2022)
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