Hohlweg Kall Trail

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Hürtgenwald, Nideggen
Kreis(e): Düren
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 40′ 42,47″ N: 6° 23′ 0,68″ O 50,67846°N: 6,38352°O
Koordinate UTM 32.315.149,46 m: 5.617.336,00 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.527.152,08 m: 5.615.947,59 m
  • Teilstück des Kall Trails mit Baumbestand kurz vor dem steilen Hangbereich (2021)

    Teilstück des Kall Trails mit Baumbestand kurz vor dem steilen Hangbereich (2021)

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  • Blick zurück in Richtung Felsnase und Aid Station (2021)

    Blick zurück in Richtung Felsnase und Aid Station (2021)

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  • Kall Trail kurz hinter der Kallbrücke auf der Kommerscheider Talseite (2021)

    Kall Trail kurz hinter der Kallbrücke auf der Kommerscheider Talseite (2021)

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  • Blick bergauf entlang der felsigen Hangkante am Kall Trail auf der Kommerscheider Talseite (2021)

    Blick bergauf entlang der felsigen Hangkante am Kall Trail auf der Kommerscheider Talseite (2021)

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  • Blick auf den Verlauf des steilen Kall Trails im Hang unterhalb von Vossenack, das sich im Bildhintergrund befindet (2021)

    Blick auf den Verlauf des steilen Kall Trails im Hang unterhalb von Vossenack, das sich im Bildhintergrund befindet (2021)

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  • Querschnitt durch das Tal der Kall zwischen Vossenack und Kommerscheidt, erstellt im Geoportal.NRW (2021)

    Querschnitt durch das Tal der Kall zwischen Vossenack und Kommerscheidt, erstellt im Geoportal.NRW (2021)

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Historische Wegverbindung von/zur Mestrenger Mühle im Kalltal
Über Jahrhunderte hinweg war die einzige Verbindung zwischen den auf den Höhen gelegenen Siedlungen Vossenack (Hürtgenwald) und Schmidt bzw. Kommerscheidt (Nideggen) die Querung des Kalltals über eine Natursteinbrücke bei der Mestrenger Mühle. Der Weg führte von der Kirche in Vossenack in südöstlicher Richtung über die Felder bis zum Waldrand, der den steilen nördlichen Kalltalhang markiert. Von hier aus sind es noch rund 630m bis zur Talsohle. Nach Querung des Flusses Kall windet sich der Weg in einigen Serpentinen den südlichen Kalltalhang empor auf die Anhöhe bei der Ortschaft Kommerscheidt.
Mit Inbetriebnahme der Mestrenger Mühle 1663 wird die Bedeutung dieses Weges quer durch das Kalltal besonders offenkundig. Denn das gesamte Mahlgut musste aus den Ortschaften über diesen Weg zur Mühle hin und wieder zurück transportiert werden.
Durch diese rege Nutzung des Weges wurde insbesondere am nördlichen Talhang des Kalltals der Weg zum Hohlweg eingetieft, denn hier ist der Hang steiler als auf der südlichen Talseite und damit erosionsanfälliger. Der Hohlweg entstand also seit dem 17. Jahrhundert, vielleicht sogar schon früher. Nur das geübte Auge erkennt heute noch den ehemaligen Hohlweg, da dieser im Zweiten Weltkrieg stark verändert wurde. Erst in den 1960er Jahren wurde eine Straßenverbindung von Vossenack über Zweifallshammer nach Schmidt gebaut, so dass der alte Hauptweg an Bedeutung einbüßte. Er wird heute als Wander- und Forstweg genutzt.

Vom Hohlweg zum Kall Trail - 1944/45
Ende 1944 bekam der Weg quer durch das Kalltal im Zusammenhang mit den Kampfhandlungen amerikanischer und deutscher Truppen im Hürtgenwald eine besondere Bedeutung. Aus dieser Zeit stammt auch die heute verbreitete Bezeichnung „Kall Trail“.
Am 3.11. erreichten die C-Kompanie des III. Bataillons und wenig später auch die Truppen des I. Bataillons das Ziel Kommerscheidt und Schmidt über den Hohlweg an der Mestrenger Mühle, wurden aber durch deutsche Truppen zurückgedrängt. In den folgenden Tagen gelang es den deutschen Truppen das Kalltal abzuschneiden und die amerikanischen Truppen bis Vossenack zurückzudrängen. Die Kämpfe konzentrierten sich vor allem auf die Wegeverbindung und Brücke durch das Kalltal. Angriff und Verteidigung führten zu schweren Verlusten auf beiden Seiten“ (Denkmalblatt Nr. 29).
Steht man hier an diesem Punkt, sieht man den steilen Hang hinunter ins Kalltal deutlich. Umso unverständlicher ist es, weshalb die amerikanischen Truppen diesen schon für Fußgänger und Handkarren beschwerlichen Weg wählten. Zumal hier vor dem Zweiten Weltkrieg und bis vor Kurzem noch ein dichter Wald stand, der durch jüngste Sturmeinwirkung und forstliche Maßnahmen gerodet wurde.
Wie bereits an den vorausgegangenen Standorten des Kall Trails erwähnt hatte das US-Militär keine ausreichende Kenntnis der Topographie. Das für die Entscheidung benutzte Kartenmaterial war viel zu ungenau und fehlerhaft und eine vorherige Besichtigung des Geländes wurde nicht durchgeführt. So kamen die amerikanischen Truppen nur äußerst mühsam voran. Sie mussten den für ihre Panzer stellenweise viel zu schmalen Hohlweg an mehreren Stellen verbreitern, indem sie z.B. Felsvorsprünge beseitigten (Fleig-Kurve auf dem Kall Trail). Insbesondere auf der südlichen Talseite mussten enge Kurven erweitert werden.
Zur Orientierung seien hier die Maße eines Sherman-Panzers M4 angeführt (Wikipedia):
Länge: 5,84 Meter
Breite: 2,62 Meter
Höhe: 2,74 Meter
Gewicht: 30 Tonnen

Hinweis:
Der Hohlweg Kall Trail ist heute ein eingetragenes Bodendenkmal (BD-Nummer DN 184; UDB-Nr. 29; Nideggen Nr. 30-33; Ortsarchivnummer 0419 006). Die kulturhistorische Bedeutung der hier beschriebenen Wegverbindung resultiert aus der historischen Vielschichtigkeit aufgrund der wechselvollen Geschichte. Die Konstante über die Jahrhunderte hinweg ist das Relief und seine Bedeutung für die Erschließung des Raumes. Es zeigt sich hier in vielfacher Hinsicht als limitierender Faktor.

(Martina Gelhar/ Nicole Schmitz, LVR-Abteilung Kulturlandschaftspflege, 2021)

Hohlweg Kall Trail

Schlagwörter
Ort
Hürtgenwald
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Bodendenkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1492, Ende 1945

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Martina Gelhar, Nicole Schmitz, 2021: „Hohlweg Kall Trail”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-333709 (Abgerufen: 10. August 2022)
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