Holztrift am Kaltenbach

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde, Architekturgeschichte
  • Dammbereich des Pfalzwoogs am Kaltenbach (2018)

    Dammbereich des Pfalzwoogs am Kaltenbach (2018)

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  • Historische Karte zur Holztrift am Kaltenbach (2018)

    Historische Karte zur Holztrift am Kaltenbach (2018)

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  • Schneiderwoog am Kaltenbach (2018)

    Schneiderwoog am Kaltenbach (2018)

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  • Holztrift am Kaltenbach (2018)

    Holztrift am Kaltenbach (2018)

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  • Holztrift am Kaltenbach: Grundablass am Woogbecken

    Holztrift am Kaltenbach: Grundablass am Woogbecken

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  • Holztrift am Kaltenbach (2018) mit Ritterstein Nr. 59 am Pumpwerkhaus

    Holztrift am Kaltenbach (2018) mit Ritterstein Nr. 59 am Pumpwerkhaus

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Der Kaltenbach zählt zum Einzugsgebiet der Queich, die den mittleren Pfälzerwald vom südlichen Pfälzerwald (Wasgau) trennt und in Richtung Rheinebene entwässert. Der rund sechs Kilometer lange Kaltenbach besteht aus einem Hauptfließgewässer mit mehreren Zuflüssen. Der längste und schüttungsreichste Quellzufluss des Kaltenbaches ist der Wüstbach mit der Quelle an der ehemaligen Wüstmühle (Ritterstein R. Wüstmühle).

Lage des Triftbaches
Der Kaltenbach, der heute umfangreich der öffentlichen Trinkwasserentnahme dient, wurde im frühen 19. Jahrhundert im Zusammenhang mit der Einführung der staatlich gesteuerten Holztrift auf der gesamten Länge als Triftbach ausgebaut. Das Gewässer war Teil der zusammenhängenden „Wellbach-Kaltenbach-Modenbach-Trift“. Es handelte sich um den zentralen Bereich der Holztrift an der Queich. Der Kaltenbach und dessen Nebengewässer Modenbach münden in den Wellbach, der wiederum in die Queich entwässert. Der Mündungsbereich des Wellbaches in die Queich befindet sich zwischen Wilgartswiesen und Rinnthal. Die parallel zum Wellbach verlaufende Bundesstraße B 48 mündet an dieser Stelle in die zur Queich parallel verlaufende Bundesstraße B 10.

Bauwerke
Die Holztrift am Kaltenbach besteht in der heute noch vorhandenen Ausbauform aus einer Abfolge von mehreren Bauwerken, die sich entlang des Hauptgewässers und der drei Quellbäche Warzbach, Kroatentalbach und Wüstbach erstrecken.

Gegenüber anderen Triftbächen im Pfälzerwald zeichnet sich der Kaltenbach durch die große Anzahl an Woogen aus, die heute noch in ihrer Gänze oder in Teilen erlebbar sind. Das gesamte Gewässernetz des Kaltenbaches mit seinen drei Quellbächen wurde vollständig zur Holztrift genutzt. Ein weiteres prägendes Merkmal ist die heutige Trinkwasserentnahme an zahlreichen quellnahen Stellen des Kaltenbaches. Hierbei kommt es stellenweise, im Sinne eines kulturlandschaftlichen Wandels, zu baulichen Vermengungen von Trift- und Brunnenbauwerken oder gar in einem Fall zu einem gänzlichen Wandel eines Woogbeckens (Hohlform) zu einem Erdreich-Überbau für einen Trinkwasser-Sammelschacht (Vollform).

Die heute noch sichtbaren baulichen Relikte in Fließrichtung, also von den Quellen bis zur Einmündung des Modenbaches in den Kaltenbach, sind Wüstmühlwoog, Kroatenwoog, Riesenwoog, Rösselbrunner Woog, Schneiderwoog und Pfalzwoog. Die Bauzeit der Trifteinrichtungen am Kaltenbach ist nicht eindeutig und vollständig zu benennen. Jedenfalls begann der Ausbau der Wooge im Jahr 1821. Die Holztrift am Kaltenbach und auch am Modenbach sowie am Wellbach wurde im Jahr 1905 eingestellt.

Die Wooganzahl zur Mitte des 19. Jahrhunderts entlang des Kaltenbaches und am Nebengewässer Modenbach war umfangreicher, als es die heutigen Relikte vermuten lassen. Eine Karte der bayrischen Verwaltung aus der Mitte des 19. Jahrhunderts zeigt eine Fülle von Woogstandorten auf (Landesarchiv Speyer Bestand W 1 Nr.8494). Der Kaltenbach ist auf dieser Karte ab der Mündung des Warzbaches (nördlicher Quellzufluss) abgebildet. Die Karte zeigt, dass an der Einmündung des Warzbaches in den Kaltenbach einst drei Wooge existierten. Der Hüttenwoog und der Neuwoog sind heute nicht mehr zu erkennen. Nur der Rösselbrunner Woog ist noch erlebbar. Schneiderwoog und Vertheilungswoog sind die beiden Wooge, die auch heute noch in der Landschaft gut nachvollziehbar sind.

Das auf der bayrischen Karte Vertheilungswoog genannte Gewässer ist auch unter der Bezeichnung Pfalzwoog oder Theilingsklause bekannt.

Mehrere Informationstafeln mit geschichtlichen Erläuterungen und altem Kartenmaterial unterstützen das Verständnis für die Holztrift am Kaltenbach.

(Matthias C.S. Dreyer, Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd, 2019)

Literatur

Albrecht, Karl-Heinz / Landkreis Pirmasens (Hrsg.) (1983)
Die südpfälzische Holztrift und ihr Ende vor 100 Jahren. (Heimatkalender für das Pirmasenser und Zweibrücker Land 1983.) S. 53-56. Rengsdorf (Westerwald).
Koehler, G. (2010)
Konzept zur ökologischen Bewertung und Entwicklung der Wooge im Biosphärenreservat Pfälzerwald. (Reihe der Berichte des Fachgebietes Wasserbau und Wasserwirtschaft der TU Kaiserslautern (Bericht 20).) o. O.
Unbekannt / Landesarchiv Speyer (Hrsg.) (1830)
Übersichtskarte von dem Lauf der Queich von Hauenstein bis Neumühle bei Queichhambach mit den Seitenbächen Wellbach, Kaltenbach, Modenbach, Freisbach (Freischbach) und Silz (Sülz) sowie den an diesen Bächen gelegenen Staats-, Gemeinde- und Privatwaldungen. Handcolorierte Zeichnung auf Pauspapier (1830 bis 1860). In: Bestand: W 1 Nr.8494, o. O. Online verfügbar: Archivdatenbank Landesarchiv Speyer, abgerufen am 15.01.2019

Holztrift am Kaltenbach

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Kulturlandschaftspflege, Landeskunde, Architekturgeschichte

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„Holztrift am Kaltenbach”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/SWB-290280 (Abgerufen: 15. Dezember 2019)
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