Brauhaus- und Kölschkultur in Köln

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
  • Im Jahr 1904 versendete Grußkarte aus Köln mit dem Motiv "Kölner Stillleben".

    Im Jahr 1904 versendete Grußkarte aus Köln mit dem Motiv "Kölner Stillleben".

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  • Künstlerische Abbildung des Wirts Hans Lommerzheim am Lommerzheim-Brunnen in der Gaststätte "Lommi" in der Köln-Deutzer Siegesstraße (2012).

    Künstlerische Abbildung des Wirts Hans Lommerzheim am Lommerzheim-Brunnen in der Gaststätte "Lommi" in der Köln-Deutzer Siegesstraße (2012).

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Die Domstadt Köln ist nicht zuletzt auch für ihre Braukultur rund um die Biersorte Kölsch bekannt – dabei galt Köln lange als Weinstadt und gilt noch im 15. Jahrhundert als das „Weinhaus der Hanse“.
Das gewerbliche Brauen von Bier setzt in Köln um das Jahr 1200 ein. Im Jahr 1259 werden bereits zwei Angehörige der Brauer-Zunft zu Hochgerichtsschöffen ernannt und der berühmte Kölner Verbundbrief von 1396, die Stadtverfassung der Gaffeln (auf die Zünfte zurückgehende Bürgervereinigungen), wird auch von den Brauern mitgesiegelt. Im Zuge einer im Jahr 1417 erhobenen Sondersteuer werden dann unter 1.373 begüterten Kölner Bürgern immerhin 42 Brauer genannt (Arens 2016).

Die Namensherkunft des regionalen Biers Kölsch ist unklar – möglicherweise geht der Name lediglich auf eine Marketingkampagne von 1918 zurück, in der das Bier der Brauerei Sünner als „echt Kölsch“ bezeichnet wird (ebd.).
Der Anteil des heute bekannten Kölsch betrug vor dem Zweiten Weltkrieg gegenüber anderen Bieren in Köln nur etwa 30%. Erst nach dem Krieg wurde dieses helle, obergärige, blank-gefilterte und hopfenbetonte Vollbier allmählich immer dominierender und löste seine lokalen Vorläufer ab: das im Umland gebraute Kölnische Knupp (ein untergärig-starkes, braunes Vollbier) und vor allem das Wieß (auch hochdeutsch Weiß, obergärig gebraut, aber ungefiltert-naturtrüb).
Da das Kölsch schnell seine Frische verliert und daher schnell getrunken werden sollte, wird es in Stangen serviert, hochrunden Gläsern mit 0,2 Liter Inhalt, die der Zappes (Zapfkellner) vom Fass füllt und die der Köbes (Brauhauskellner) mit dem typischen Kranz (ein spezielles Servierbehältnis mit Tragegriff) den Gästen an die Tische bringt.

Kölsch ist seit 1985 durch eine amtliche Konvention geschützt, die im März 1986 von 24 Brauereien unterzeichnet wurde. Mit dieser Konvention wurde Kölsch als geographische Herkunftsbezeichnung geschützt, was die Europäische Union dann auch mit Wirkung vom 25. November 1997 festschrieb. Dieses Bier wird ausschließlich in Köln und Umgebung gebraut – und wird größtenteils auch dort konsumiert.

Mit dem Kölsch als Bier der Domstadt Köln konkurrieren im Bundesland Nordrhein-Westfalen noch das Alt als Bier vom Niederrhein (und insbesondere Düsseldorf) sowie das Pils, welches – zumindest gemessen am Bierausstoß und -konsum – als der Deutschen liebstes Bier gilt.

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2012/2016)

Internet
koelner-brauerei-verband.de: Kölsch-Konvention - Wettbewerbsregeln des Verbandes (abgerufen 20.05.2016)
brauereiverband-nrw.de: Brauereiverband NRW (abgerufen 20.05.2016, Inhalt nicht mehr verfügbar 09.11.2018)
alltagskulturen.lvr.de: Brauereiwesen und Bierkultur (abgerufen 19.03.2017)

Literatur

Arens, Detlev (2016)
Das ist Köln - Dom, Altstadt, Untergrund. S. 27-34, Rheinbach.
Mathar, Franz / Historisches Archiv der Stadt Köln (Hrsg.) (1996)
Zeugen Kölner Brau-Kultur 1396-1996. Ausstellung zur 600-Jahrfeier der St. Peter von Mailand Bruderschaft, Historisches Archiv der Stadt Köln, 27. April bis 30. Juni 1996. Köln.

Brauhaus- und Kölschkultur in Köln

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„Brauhaus- und Kölschkultur in Köln”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/SWB-216565 (Abgerufen: 17. November 2018)
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