Abtei Heisterbach nach der Säkularisation 1803

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Königswinter
Kreis(e): Rhein-Sieg-Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Die Chorruine Heisterbach bei Königswinter (2005).

    Die Chorruine Heisterbach bei Königswinter (2005).

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    Knieps, Elmar / Landschaftsverband Rheinland
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    Knieps, Elmar
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  • Historische Ansicht aus dem 19. Jahrhundert: Die Ruinen der Abtei Heisterbach.

    Historische Ansicht aus dem 19. Jahrhundert: Die Ruinen der Abtei Heisterbach.

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    Knöchel, Franz-Josef
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Bereits 1794 hatte die Abtei nach den französischen Revolutionskriegen den Verlust ihres linksrheinischen Besitzes zu beklagen, infolge der Säkularisation wurden die Grundherrschaft Heisterbach und das Kloster dann am 12. September 1803 aufgehoben und als Bauernhof an Heinrich Müller aus Niederdollendorf verpachtet. Die Mönche verließen das Kloster 1804.

Wohl auch wegen der abseitigen Lage erfolgte keine Umwandlung zur Pfarrkirche, wie dies an anderen Orten vereinzelt geschah. Verpachtung und der übliche Verkauf auf Abbruch trugen seit 1809 zur weit reichenden Zerstörung der Abtei bei. Der Erhalt der Chorruine wurde erst 1818 gesichert, als der seinerzeitige Oberpräsident der Rheinprovinz ein Verbot weiterer Sprengungen verfügte.
Das Abbruchmaterial wurde neben regionalem Gebrauch auch für die Bauarbeiten am Nordkanal bei Neuss (Grand Canal du Nord) und die Wiedererrichtung der Festung Ehrenbreitstein (Koblenz) verwendet.

Im Jahr 1820 erwarb Graf Wilhelm Ernst von Lippe-Biesterfeld (1777-1840) das ehemalige Klostergelände und veranlasste die Neuinterpretation der Anlage durch die Umgestaltung zu einem englischen Landschaftsgarten mit „Pleasure Ground“ und Teichanlagen. Die zwischen 1826 und 1830 erfolgte Planung und Ausführung oblag dem Gartenarchitekten Maximilian Friedrich Weyhe (1775-1846), der bereits 1814 für Ernst Wilhelms Bruder Carl zur Lippe-Biesterfeld den klevischen Lustgarten in landschaftlichem Stil umgeformt hatte. Durch die Einbeziehung der Überreste der Kirche in den im Sinne seines Eigentümers öffentlichen Landschaftspark wurde die Chorruine schon bald zu einer der bedeutendsten Ikonen der Rheinromantik.

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2009)

Literatur

Andrikopoulou-Strack, Jeanne-Nora (u.a.) (2002)
Archäologische Bestandserhebung im Rahmen des Projekts "Modellhafte Konzeptentwicklung Kulturlandschaft Heisterbacher Tal". Bonn.
Keller, Christoph (2008)
Kloster Heisterbach in Königswinter. (Rheinische Kunststätten 505.) Köln.
Kleist, Manuela (Red.); Wiemer, Karl Peter (Red.) / Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (Hrsg.) (2004)
Klosterführer Rheinland (2. Auflage). (Jahrbuch des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz 2003.) S. 363-366, Köln.

Abtei Heisterbach nach der Säkularisation 1803

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1803
Koordinate WGS84
50° 41′ 46,73″ N, 7° 12′ 45,51″ O / 50.69631°, 7.21264°
Koordinate UTM
32U 373768.96 5617578.58
Koordinate Gauss/Krüger
2585721.52 5618565.17

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„Abtei Heisterbach nach der Säkularisation 1803”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-FJK-20100630-0016 (Abgerufen: 14. Dezember 2017)
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