Griechenmarktviertel in Altstadt-Süd

„Kreechmaat“

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Das Kölner Hallenbad "Agrippabad" in der Kölner Kämmergasse 1 von der Färbergasse aus gesehen (2012).

    Das Kölner Hallenbad "Agrippabad" in der Kölner Kämmergasse 1 von der Färbergasse aus gesehen (2012).

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  • Kartenausschnitt mit dem Großen und Kleinen Griechenmarkt, Agrippastraße und Kaygasse im Griechenmarktviertel ("Kreechmaat") in Köln-Altstadt-Süd (2012).

    Kartenausschnitt mit dem Großen und Kleinen Griechenmarkt, Agrippastraße und Kaygasse im Griechenmarktviertel ("Kreechmaat") in Köln-Altstadt-Süd (2012).

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  • Schulhof der Katholischen Hauptschule am Griechenmarkt in Köln (2012).

    Schulhof der Katholischen Hauptschule am Griechenmarkt in Köln (2012).

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  • Stolpersteine in der Kämmergasse, nahe des Agrippabads in Köln (2012).

    Stolpersteine in der Kämmergasse, nahe des Agrippabads in Köln (2012).

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Das Griechenmarktviertel „am Kreechmaat“
Das historische Griechenmarktviertel – im kölschen Regiolekt der „Kreechmaat“ – liegt im Südwesten des nach dem ehemaligen Kanonissenstift Sankt Cäcilien benannten Cäcilienviertels im Kölner Stadtteil Altstadt-Süd. Südlich liegt das Pantaleonsviertel mit der ehemaligen Benediktinerabtei Sankt Pantaleon.

Das Griechenmarktviertel wird grob von den Straßen Kleiner und Großer Griechenmarkt, Agrippastraße und im Süden durch die Straße Alte Mauer am Bach (dem heute unterirdisch kanalisierten Blaubach bzw. Rothgerberbach) begrenzt, an dem auch die teils erhaltene alte römische Stadtmauer lag.
Hier floss einst der Duffesbach, „welcher später unter die Erdoberfläche verlegt wurde und deshalb heute nicht mehr zu erkennen ist. Doch zeugen Straßenbezeichnungen wie Blaubach, Rothgerberbach oder Mühlenbach nach wie vor vom Verlauf dieses Baches, dessen Wasser früher auch in der Färbergasse für industrielle Zwecke genutzt wurde, denn hier in diesem “Wollweberviertel„ fabrizierten, färbten und bedruckten über viele Jahrhunderte die Bewohner, darunter auch die Kinder, Stoffe in wertvoller Qualität.“ (Cremer, S. 4)

Die unklare Herkunft der „Griechen…“
Woher der Namensbestandteil „Griechen“ bei der Benennung der Straßen Kleiner und Großer Griechenmarkt sowie des um 1856/57 abgebrochenen ehemaligen mittelalterlichen Stadttors Griechenpforte („greca porta“) stammt, lässt sich nicht abschließend klären.

Ein denkbarer Zusammenhang wird zur aus dem byzantinischen Griechenland stammenden Kaiserin Theophanu (959/960-991) hergestellt, die in der nur wenige hundert Meter südwestlich gelegenen früheren Abtei Sankt Pantaleon beigesetzt wurde. Auf sie soll eine griechische Handwerker- und Künstlerkolonie bei Sankt Pantaleon zurückgehen, die namensgebend gewesen sein soll.
Eine weitere Erklärung führt einen möglichen Bezug zu „crieg“, mittelhochdeutsch „kriec“ bzw. altkölsch „kriech“, für „Krieg“ an, da im Bereich des heutigen Griechenmarkts der Kölner Weberaufstand von 1369-1371 blutig niedergeschlagen wurde.
Von Helmut Signon und Volker Gröbe wird eine dritte Deutung angeführt, nämlich die Ableitung des Namensteils „Griech…“ vom niederländischen „kreek“' für „stehendes Gewässer“ und des „…markt“ von „Maar“, also einem vulkanischen Explosionstrichter wie in der Vulkaneifel. Damit wäre ein Bezug zu einem namensgebenden Teich bzw. Sumpfgelände denkbar. (Gröbe, S. 108f.)
Und schließlich „versuchte man es mit den alten Wörtern “Kracke„, “Kreeke„ oder “Creeche„, was “Pferde„ heißen soll. Demnach sollen hier also Pferdemärkte abgehalten worden sein. Dafür sind aber die dortigen Straßen zu eng; der nächstgelegene Pferdemarkt fand auf dem Neumarkt (erstmals nachweislich 1365) statt.“ (Gröbe, S. 104f.)

(LVR-Redaktion KuLaDig / KHS Großer Griechenmarkt & Verein der Freunde und Förderer Großer Griechenmarkt e.V., 2012)

Internet
www.griechenmarkt.de: Katholische Hauptschule Großer Griechenmarkt (Abgerufen: 26.10.2012)
de.wikipedia.org: Köln-Altstadt-Süd (Abgerufen: 30.10.2012)
de.wikipedia.org: Kölner Weberaufstand (Abgerufen: 30.10.2012)

Literatur

Cremer, Helmut (2012)
„En d’r Kayjass Nr. 0“ – Die Katholische Hauptschule Großer Griechenmarkt in Köln, ihre Vorgängerschulen und Nachbarn sowie Mythos und Wahrheit über den legendären Lehrer Welsch (3. überarbeitete und erweiterte Auflage). o. O.
Gröbe, Volker (2006)
Schildergasse, Alter Markt & Co - Kölner Straßennamen und ihre Bedeutung. München.
Signon, Helmut (2006)
Alle Straßen führen durch Köln (3. von Klaus Schmidt überarbeitete und aktualisierte Ausgabe). Köln.

Griechenmarktviertel in Altstadt-Süd

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Großer Griechenmarkt
Ort
50676 Köln
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Koordinate WGS84
50° 55′ 55,35″ N, 6° 57′ 5,94″ O / 50.93204°, 6.95165°
Koordinate UTM
32U 356064.42 5644265.56
Koordinate Gauss/Krüger
2566943.93 5644517.84

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„Griechenmarktviertel in Altstadt-Süd”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-56148-20121030-2 (Abgerufen: 20. November 2018)
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